hi,
ich hoffe durch euch meine gedanken wieder geordnet zu bekommen...
um es verständlich rüber zu bringen fange ich am besten mal ganz von vorne an!
vor 11jahren hat sich unsere familie dazu entschlossen ein pflegekind (5jahre alt, aus sehr schweren familienverhältnissen-drogen, alkohol, schwere körperliche/sexuelle gewalt...) aufzunehmen, ich sollte also einen weiteren bruder "bekommen"! zu der zeit war ich 8jahre alt und ich habe mich sehr darüber gefreut. doch schon in den ersten wochen haben wir alle immer wieder feststellen müssen, dass der junge nicht "normal" ist: er konnte kaum reden, hat keine schmerzen als schmerz wahrgenommen, kein heiß/kalt gefühl, konnte nicht rückwärtslaufen. die dinge haben wir, alle gemeinsam mit ihm, mit hilfe von spieltheraphie relativ gut in griff bekommen und in den folgenden jahren traten zwar noch hin und wieder probleme (tierquälerein, kaputtes glas auf straße legen, geäußerte selbstmord gedanken...)auf, wurden allerdings vom jugendamt nach gesprächen immer als unbedenklich abgesegnet.
letztes jahr kam es aber zu einem vorfall, bei dem er ein familienmitglied nachweislich und vorsätzlich für eine niebegangene tat beschuldigte und dieses gerücht weit verbreitete (inkl. kinderschutzbund und jugendamt). nach langen gesprächen beruhigte sich die situation wieder und der alltag kehrte bis vergangene woche wieder ein...
nun wurde er "auf einer frischen tat" ertappt, die gezielt auf mich gerichtet war ("psychischer angriff", er ist sehr dürr und schwächlich, aber psychisch unberechenbar!), die ich hier jetzt aber nicht öffentlich weiter ausführen möchte... für mich war sofort klar, entweder geht er oder ich, sofort! nun ist er in einer anderen familie die wir kennen(eine familie mit bereits ausgezogenen pflegekindern) und bei der er wohl auch bleibt-kostengünstig (unser gedanke)-zum wohle des kindes (meint aber das jugendamt)
nun zum eigentlichen problem:
nachdem ich nun genügend zeit gefunden habe mir die letzten 11jahre nochmal durch den kopf gehen zu lassen, habe ich angst, große angst!
ich habe eine art charakteristik über den jungen erstellt und komme zu dem ergebnis, das ich ihm zu späterer zeit noch weitaus schlimmere taten zutrauen würde.
allerdings spielt das jugendamt immer alles runter und meint wir würden uns da alle reinsteigern (eine therapie kann er machen, muss er aber nicht!), die kennen ihn aber nicht persönlich, wir hingegen haben 11jahre lang täglich mit ihm zusammen gelebt und in unsere familie aufgenommen, es gab keine unterschiede, er war mein bruder und der sohn meiner eltern, viele flüchtige bekannte wußten nicht einmal das er "nur" ein pflegekind war!
ich habe angst, wenn später mal etwas passiert (z.b. kindesmißbrauch) das ich mir vorwürfe mache, weil es vlt. hätte verhindert werden können...
ich bin im momment psychisch am ende (ich hätte nie gedacht, das ich so etwas jemals von mir geben könnte) und weiß nicht sorecht was ich, wie am besten nun tue (strafanzeige, psychologe...) ich rede auch gerade viel mit meinen eltern darüber, aber ich wünsche mir eigentlich am liebsten, das der junge "hilfe" bekommt, da ich das am wichtigsten finde, aber ich weiß nicht wie ich das einer behörde klarmachen soll, der es immer nur darum geht kostengünstig zu handeln. hinzu kommt auch noch das ich zur zeit vollzeit mit bis zu 50h arbeite und im nächsten monat für 6monate im ausland bin, also streß pur...
ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir ratschläge geben könntet und evtl. sogar sagen könnt, was mir nun für möglichkeiten bleiben, wie ich mit der situation fertig werde...
persönlich bezogenes gerne per PN!
liebe grüße!


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