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Thema: 16jähr. pflegekind-gefahr für die öffentlichkeit!?

  1. #1
    Neuling
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    Standard 16jähr. pflegekind-gefahr für die öffentlichkeit!?

    hi,
    ich hoffe durch euch meine gedanken wieder geordnet zu bekommen...

    um es verständlich rüber zu bringen fange ich am besten mal ganz von vorne an!
    vor 11jahren hat sich unsere familie dazu entschlossen ein pflegekind (5jahre alt, aus sehr schweren familienverhältnissen-drogen, alkohol, schwere körperliche/sexuelle gewalt...) aufzunehmen, ich sollte also einen weiteren bruder "bekommen"! zu der zeit war ich 8jahre alt und ich habe mich sehr darüber gefreut. doch schon in den ersten wochen haben wir alle immer wieder feststellen müssen, dass der junge nicht "normal" ist: er konnte kaum reden, hat keine schmerzen als schmerz wahrgenommen, kein heiß/kalt gefühl, konnte nicht rückwärtslaufen. die dinge haben wir, alle gemeinsam mit ihm, mit hilfe von spieltheraphie relativ gut in griff bekommen und in den folgenden jahren traten zwar noch hin und wieder probleme (tierquälerein, kaputtes glas auf straße legen, geäußerte selbstmord gedanken...)auf, wurden allerdings vom jugendamt nach gesprächen immer als unbedenklich abgesegnet.
    letztes jahr kam es aber zu einem vorfall, bei dem er ein familienmitglied nachweislich und vorsätzlich für eine niebegangene tat beschuldigte und dieses gerücht weit verbreitete (inkl. kinderschutzbund und jugendamt). nach langen gesprächen beruhigte sich die situation wieder und der alltag kehrte bis vergangene woche wieder ein...
    nun wurde er "auf einer frischen tat" ertappt, die gezielt auf mich gerichtet war ("psychischer angriff", er ist sehr dürr und schwächlich, aber psychisch unberechenbar!), die ich hier jetzt aber nicht öffentlich weiter ausführen möchte... für mich war sofort klar, entweder geht er oder ich, sofort! nun ist er in einer anderen familie die wir kennen(eine familie mit bereits ausgezogenen pflegekindern) und bei der er wohl auch bleibt-kostengünstig (unser gedanke)-zum wohle des kindes (meint aber das jugendamt)

    nun zum eigentlichen problem:
    nachdem ich nun genügend zeit gefunden habe mir die letzten 11jahre nochmal durch den kopf gehen zu lassen, habe ich angst, große angst!
    ich habe eine art charakteristik über den jungen erstellt und komme zu dem ergebnis, das ich ihm zu späterer zeit noch weitaus schlimmere taten zutrauen würde.
    allerdings spielt das jugendamt immer alles runter und meint wir würden uns da alle reinsteigern (eine therapie kann er machen, muss er aber nicht!), die kennen ihn aber nicht persönlich, wir hingegen haben 11jahre lang täglich mit ihm zusammen gelebt und in unsere familie aufgenommen, es gab keine unterschiede, er war mein bruder und der sohn meiner eltern, viele flüchtige bekannte wußten nicht einmal das er "nur" ein pflegekind war!
    ich habe angst, wenn später mal etwas passiert (z.b. kindesmißbrauch) das ich mir vorwürfe mache, weil es vlt. hätte verhindert werden können...

    ich bin im momment psychisch am ende (ich hätte nie gedacht, das ich so etwas jemals von mir geben könnte) und weiß nicht sorecht was ich, wie am besten nun tue (strafanzeige, psychologe...) ich rede auch gerade viel mit meinen eltern darüber, aber ich wünsche mir eigentlich am liebsten, das der junge "hilfe" bekommt, da ich das am wichtigsten finde, aber ich weiß nicht wie ich das einer behörde klarmachen soll, der es immer nur darum geht kostengünstig zu handeln. hinzu kommt auch noch das ich zur zeit vollzeit mit bis zu 50h arbeite und im nächsten monat für 6monate im ausland bin, also streß pur...

    ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir ratschläge geben könntet und evtl. sogar sagen könnt, was mir nun für möglichkeiten bleiben, wie ich mit der situation fertig werde...
    persönlich bezogenes gerne per PN!

    liebe grüße!

  2. #2
    Gast9159
    Gast

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    Hallo Riderode,

    du sagst es ja selbst, dass dies für die ganze Familie und auch für dich eine große Belastung war. Ich würde dir raten, dass du einmal in einer Therapie darüber sprichst, auch und gerade über deine Befürchtungen. Wichtig scheint mir, dass du den Folus deiner Gedanken jetzt erstmal etwas auf dich lenkst, und weniger darüber nachdenkst, was aus dem Jungen wird. Nicht, dass es egal wäre, aber vielleicht musst du/deine Familie damit erstmal klarkommen und das aufarbeiten, danach kannst du dir auch wieder Gedanken um den Jungen amchen, wenn überhaupt.

    Therapie ist da sicher nicht schlecht, du sprichst es ja selbst schon an. Erkundigte dich bei der Krankenkasse und lass dir eine Liste geben mit Adressen, oder besser noch: Geh zu einem Psychiater, frag den, was er meint. Auch viele Hausärzte haben eine psychotherapeutische Ausbildung, auch da kannst du das sicher einmal vortragen, verbunden mit der Frage, was genau du jetzt tun kannst.

    Ich wünsch dir viel Erfolgt!

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast9159 für den sinnvollen Beitrag:


  4. #3
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    das mit der tierquälerei ist schon ein schlimmes indiez. wurde er bestraft deswegen?
    menschen die tiere quälen, haben eher einen hang dazu straffällig zu werden. ca. 80% der gewalt-straftäter haben vorher an tieren "geübt"

    http://www.suite101.de/content/der-z...lttaten-a76882

  5. #4
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    Hallo Riderode,

    ich denke auch, dass es Sinn machen könnte, wenn Du Dich therapeutisch unterstützen lässt.
    Es tut mir sehr leid zu lesen, was Du mit oder wegen Deinem Pflegebruder durchmachen musstest.

    Ich bin selbst Pflegemama und unsere Pflegetochter ist auch stark verhaltensauffällig (wird jetzt auch entsprechend medikamentiert). Unsere große Adoptivtochter hat auch einiges erleben müssen - als Pflegeeltern haben wir aber zugesehen, dass wir für unsere Adoptivtochter alles tun, was wir tun können.

    Bei uns kam es schon soweit, dass wir über eine Trennung von unserer Pflegetochter nachgedacht haben (sie hat sehr gerne gezündelt und hat auch schon mal das damals gemeinsame Kinderzimmer unter "Rauch" gesetzt - zum Glück blieb es nur beim "Rauch").

    Haben sich denn Deine Eltern auch mal professionelle Hilfe für sich und den Pflegebruder geholt?
    Viele Grüße

    "Klee"



  6. #5
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    hi, vielen dank für die antworten!

    @DieMauer: es kam mehrfach zu tierquälerei (von der kleinen maus bis zum hund war so ziemlich alles dabei), es wurde bei den hilfeplangesprächen immer wieder erwähnt, aber bis auf die zu der zeit eh schon stattfindenden spieltherapien (2x/monat) kam seitens jugendamt keine weiteren maßnahmen; an eine strafe direkt kann ich mich nicht erinnern, in den letzten 5 jahren kam es aber auch meines wissens nicht mehr zu tierquälerein.

    statt der tierquälerei zeigt sich seine absolute gefühlslosigkeit/schadenfreude nun aber extrem seinen mitmenschen gegenüber: egal ob man traurig ist oder sich gar (schwer)verletzt hat, hat er sich immer drüber amüsiert; auch beinhalteten seine erlebnisberichte von klassenfahrten oder dem alltag aus der schule überwiegend, das klassenkameraden unfug gemacht haben und dabei erwischt wurden oder das sich andere verletzt haben/jemanden schaden zu gefügt haben... über schöne erlebnisse berichtet er selten/ungern!

    @klee: mit 12jahren musste er für 2monate stationär in die Kinder- und Jugendpsychiatrie, während dessen haben auch meine eltern professionelle hilfe bekommen, nach dem aufenthalt lief das nächste halbe jahr super, bis es wieder vereinzelt zu auffalligkeiten kam, bei denen uns aber immer wieder vermittelt wurde, das diese auffälligkeiten auf seine frühkindliche vergangenheit zurückzuführen sind und normal/nich bedenklich seien!
    mehr hilfe hat unsere familie vom jugendamt nicht gestellt bekommen und meine eltern waren von anfang an immer zu "gutgläubig"/blind, so das sie glaubten es wäre alles allein zu bewältigen; seit ende 2009 habe ich immer hinterher gebettelt, dass er professionelle hilfe bekommen sollte, um seine probleme mit der stätigen opferrolle (mobbing/ausnutzen unter androhung von prügel...), die er in der schule einnimmt zu bewältigen, vergebens (mir wurde immer gesagt, wir kümmern uns drum... aber letzt endlich hielt es einfach kein anderer für angebracht)

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