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Thema: 20. Hochzeitstag

  1. #9
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    Standard Da fällt mir noch etwas ein ;-)

    ....ergänzend zu meiner Antwort von vorhin fällt mir noch etwas gaaaaanz Wichtiges ein:
    was zwischen meinem Mann und mir noch nie funktioniert hat, nicht funktioniert und vermutlich auch niemals funktionieren wird, ist, dass wir jemals zusammenarbeiten könnten.

    Wir haben derart unterschiedliche Herangehensweisen, dass wir uns schon ins Gehege kommen, wenn wir gemeinsam in der Küche stehen.

    Das geht gar nicht.

    Und auch bei anderen Dingen können wir partout nicht zusammenarbeiten.

    Ich kann mir von ihm nichts sagen lassen und er kann sich von mir nichts sagen lassen, weil wir eben nicht nur diese unterschiedlichen Herangehensweisen haben, sondern auch noch komplett unterschiedliche Denkweisen, was Lösungs- oder Zielorientierung betrifft.

    Mein Mann ist ein sehr sorgfältiger Mensch, der gerne erwägt und möglichst risikoarm an Dinge herangeht, sich gerne absichert, Dinge nachkontrolliert, gerne bis ins letzte Detail plant und sich über alle möglichen Dinge den Kopf zerbricht, die da eintreten könnten.

    Ich denke wiederum, dass man nicht alles beeinflussen kann, lasse gerne auch mal Überraschungen auf mich zukommen (auch wenn es unangenehme sind) und denke praktisch von A nach B ohne mir zu überlegen, ob es ein A1, A2 oder A3 gibt, das auch zu B führen könnte.

    Läuft etwas nicht nach Plan, denke ich dann halt um, wenn sich die Situation so ergibt.

    Müssten mein Mann und ich an einem gemeinsamen Projekt arbeiten, gäbe es vermutlich den Rosenkrieg - aber uns ist das völlig bewusst und deshalb üben wir uns da sehr in Akzeptanz.

    Er kann mich in der Hinsicht genausowenig verstehen wie ich ihn.

    Ertappen wir uns dabei, dass wir genau deshalb zoffen, kann es aber auch sein, dass wir dann beide in Gelächter ausbrechen, weil wir uns dann auf "frischer Tat selbst ertappt haben".

    Ich glaube, wir fragen uns oft beide, wie wir "überlebensfähig" sind ---- es ist jedesmal ein Highlight, wenn mein Mann mir erklären möchte, wie ich mir meine Herangehensweise an div. Dinge erleichtern kann und umgekehrt und wenn ich ihn frage, was er meint, wie ich z.B. die Zeit alleine mit den Kindern überlebe, wenn er auf Geschäftsreise geht, fängt er schon zu grinsen an.

    Umgekehrt genauso (gelegentlich bin ich auch mal ein paar Tage alleine unterwegs und übe mich darin, der Überlebensfähigkeit meines Mannes mit unseren Kindern zu vertrauen *gg*).
    Geändert von Klee (09.09.2011 um 21:28 Uhr)
    Viele Grüße

    "Klee"



  2. #10
    Gast784
    Gast

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    hallo Klee,

    danke für die Offenheit, vor allem der Tiefkühlgott war zum wechschmeißen

    Es gibt einiges in Deiner Schilderung, das meine Erfahrung (in kürzeren, aber guten Beziehungen) bestätigt:

    die Mischung aus Übereinstimmung und Gegensätzlichkeit, wenn die stimmt, dann macht das eine Beziehung sehr lebendig, aber trotzdem noch teamfähig.

    Die Ausgewogenheit zwischen Freiheit und Bindung, da achte ich auch sehr drauf. Finds aber erstaunlich, dass ihr als sehr junge Menschen das schon hingekriegt habt. Hattet ihr da schon immer jeweils für euch ein gewisses Selbstverständnis oder habt ihr das erst im Laufe der Beziehung allmählich hingekriegt?

    Das Zeitnehmen für sich als Paar, jenseits der Brutpflege. Das ist sicher eine Sache, die viele junge Familien vernachlässigen, weil sie es unterschätzen, oswe weil sie es auch nicht auf die Reihe bringen. Dabei soo wichtig.

    Sich ausdrücken können, dem Partner die Gefühle sagen zu können, und das ganze auch hören zu können, ohne dass es gleich als existenzgefährdend für die Beziehung verstanden wird, das sind auch so Dinge, die oft gerade in jungen Beziehungen schief laufen. Das hat aber meiner Meinung nach auch viel damit zu tun, wie gut ich in mir selber beheimatet bin und wie gut ich mit mir umgehe.

    Generell lese ich aus Deiner Schilderung, dass ihr als Paar das lebt, was ihr auch als Individuum lebt: eine große Vielschichtigkeit eures Lebens, und damit eine große Lebendigkeit.

    Und ihr scheint einen goldigen Humor zu haben. Es gibt keinen besseren Brückenbauer, so erlebs ich zumindest.

    Das mit dem Rollentausch im Berufsleben könnt ihr euch ja fürs nächste Leben vornehmen, dann habt ihr da auch noch ne Aufgabe Aber ich habe den Eindruck, dass es auch ein Gewinn für die Kids sein kann, nicht unbedingt der "besten Mutti der Welt" á la Ramafamilie zu unterstehen, sondern einer pragmatischen Frau, die die Dinge auf ihre eigenwillige Weise wuppt

    Und es ist immer gut, den Umgang mit Tiefkühlkost frühzeitig zu lernen
    Geändert von Gast784 (10.09.2011 um 06:42 Uhr)

  3. #11
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    Danke, Klee.
    Hört sich sehr stimmig an, Eure Geschichte. Was Du nicht explizit geschrieben hast, aber man zwischen den Zeilen heraus liest, ist ein riesiges Vertrauen ineinander. ISt für mich auch eine der Hauptstützen einer Beziehung. Das mit dem Humor erlebe ich auch so, dass der wichtig ist...

    Ich wünsche Euch auf dem Weg zum 40. Hochzeitstag genau so viel Spaß.

    Liebe Grüße
    Lib

    Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit:
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  4. #12
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    Hallo Gaby,


    Die Ausgewogenheit zwischen Freiheit und Bindung, da achte ich auch sehr drauf. Finds aber erstaunlich, dass ihr als sehr junge Menschen das schon hingekriegt habt. Hattet ihr da schon immer jeweils für euch ein gewisses Selbstverständnis oder habt ihr das erst im Laufe der Beziehung allmählich hingekriegt?

    Das Zeitnehmen für sich als Paar, jenseits der Brutpflege. Das ist sicher eine Sache, die viele junge Familien vernachlässigen, weil sie es unterschätzen, oswe weil sie es auch nicht auf die Reihe bringen. Dabei soo wichtig.

    die Geschichte mit der Freiheit und der Bindung hat sich im Laufe der Jahre so entwickelt - vorher war das "Freiheits-Bedürfnis" gar nicht soooo riesig, wir waren sehr gerne gemeinsam unterwegs, haben gemeinsam die Welt entdeckt.
    Bei mir war es so, dass ich nicht aus den rosigsten Verhältnissen stamme und für mich die Heirat wirklich ein "Sprung in die Freiheit" (weniger, was Örtlichkeiten betrifft, sondern ich schreibe mehr von Gedanken-, Rede-, Meinungs- und Geiwssensfreiheit: die musste ich mir praktisch "erschleichen" durch den psychischen Zustand meiner Eltern) war im Vergleich zu dem, wie ich vorher gelebt habe.

    Und bei meinem Mann war es so, dass er zwar in einem geborgenen Elternhaus aufwachsen durfte und gut behütet war, aber aus "seiner" Stadt praktisch nie herausgekommen ist, dennoch aber persönliche Freiheiten hatte.

    Von daher waren wir erst mal jahrelang auf dem "Welteroberer"-Trip.

    Dass wir dann auch mal ohne den anderen ausgegangen sind, hat sich eigentlich erst eingestellt, als wir Eltern wurden.
    Unsere beiden angenommenen Kinder waren ziemlich anstrengend (unsere Kleine ist eben auch durch ihre Schwerbehinderung ein Pflegefall und da ist es für uns beide wichtig, immer wieder Distanz zu der Elternrolle zu schaffen) und fordernd.
    Auch jetzt in der Pubertät unserer Grossen brauchen mein Mann und ich ein "Mehr" an Freiheit (sei es als Paar oder auch alleine), denn unsere Große entwickelt teilweise die Anspruchshaltung: "Ich darf ausgehen, aber Ihr (Eltern) habt gefälligst zu meiner Verfügung zu stehen, wenn ich das möchte."

    (In ihren Träumen vielleicht.........)

    Schon alleine da setzen wir deutliche Zeichen und Grenzen, indem wir gesunde Selbstsorge betreiben.



    Hallo Lib,

    Was Du nicht explizit geschrieben hast, aber man zwischen den Zeilen heraus liest, ist ein riesiges Vertrauen ineinander. ISt für mich auch eine der Hauptstützen einer Beziehung

    ich glaube, das ist für uns so selbstverständlich, dass ich es deswegen wörtlich gar nicht mehr geschrieben habe.
    Es gibt schon auch Stimmen des Unverständnisses (gerade über unsere gegengeschlechtlichen Kontakte und Freundschaften) in unserem weiteren Bekanntenkreis, aber das Vertrauen war irgendwie schon immer da und ist für mich eines der "Hauptgefühle" für meinen Mann. Umgekehrt vermutlich auch.

    Ich habe noch nie irgendwie "hinterherkontrolliert" (ich würde mich aber auch niemals kontrollieren lassen).

    Es mag wie Leichtsinn klingen, aber ich denke mir: "Entweder es klappt mit dem Vertrauen oder es klappt nicht. Wer Möglichkeiten sucht, wird sie finden.....".

    Von mir kann ich sagen, dass ich definitiv und nachweislich wirklich schon einige Gelegenheiten gehabt hätte.....aber nicht das Bedürfnis, sie zu nutzen.

    Heisst jetzt nicht, dass ich mich für immun halte, mich "fremdzuverlieben" (genauso würde ich das auch meinem Mann zugestehen....wir sind einfach nichts weiter als ganz normale Menschen)- aber ich weiss einfach wo ich zuhause bin und zu wem ich gehöre.
    Nicht "wem" ich gehöre (ich sehe mich nicht als Besitz von irgendjemanden), sondern betont "zu" wem ich gehöre).

    Ich hoffe, das klingt noch einigermassen nachvollziehbar.
    Viele Grüße

    "Klee"



  5. #13
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    Hallo Klee,

    ich finde deine Ausführungen toll, es ist sehr erfrischend zwischen den ganzen Beiträgen hier im Forum wo ich manchmal Stunden verbringe so etwas positives zu finden. Es freut mich wirklich sehr für euch und ich hoffe dass ihr noch viele, viel glückliche gemeinsame Jahre haben werdet.

    Viele Grüße
    Reck

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