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Thema: A never ending story...

  1. #1
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    Standard A never ending story...

    Hallo liebe Forum Leser,

    vorweg möchte ich gerne sagen, dass meine Geschichte bzw. mein Leid eine etwas längere angelegenheit ist. Von daher rate ich jetzt nicht weiter zu lesen falls ein zu großer Text abschreckt

    Tja wo fang ich an...

    Ich bin 26 Jahre alt, komme gebürtig aus Bayern und bin zur Zeit Soldat auf Zeit (12 Jahre). Ich komme aus einem guten Elternhaus, mit normalen Verhältnissen. Meine Eltern gaben mir immer große Liebe und hatten für so manchen "Scheis" großes Verständnis. Egal wie kreativ die Jugendsünden ausfielen, sie wurden immer geduldet und besprochen. Leider bin ich von Kindheit her etwas geprägt mit vererbten Schwächen wie "ADS" oder einer Schulterluxation (Schwäche im Sehnenbereich der Schulter). Das ADS brachte mir leider keine Pluspunkte in der Schule oder im allgemeinen Berufsleben. Zwar waren meine praktischen Arbeiten immer sehr gut zufriedendstellend, aber die schriftlichen Tests leideten meist mit einem 3,0 Schnitt darunter. Die Schulterluxation trat das erste mal mit 13 Jahren auf und behindert mich seitdem her im Sport. Damals musste ich nach 8 Jahren meine Handballkarriere an den Nagel hängen (war auf dem besten Wege ein sehr guter Handballer regional zu werden) und fortlaufende Sportarten wie Taekwondo oder Schwimmen konnte ich nie richtig mitmachen.

    Meinen Realschulabschluss hab ich nach einem zweiten Anlauf mit 3,5 Notendurchschnitt bestehen können. Allerdings versprach dieser Schnitt keinen sonderlichen Bonus in der freien Marktwirtschaft. Trotz allem fand ich einen Ausbildungsberuf in einem Familienunternehmen zum Mediengestalter non-print. Nach fast 1,5 Jahren Ausbildungszeit bot mir mein damaliger bester Freund eine Ausbildung bei sich zum Sport- und Fitnesskaufmann an. Nach ein bisschen Bedenkzeit nahm ich den Job an, kündigte meine alte Lehre und startete in diesem neuen und aufregenden Sektor durch. Die Schulnoten ließen wie immer zu wünschen übrig, egal wie sehr ich mich auf meinen "Hosenboden" setze und lernte. Doch mann war mit mir zufrieden. Nach geschlagenen 2 Jahren Ausbildungszeit gab es einen heftigen Streit zwischen mir und meinem besten Kumpel (gleichzeitig mein Ausbilder) den ich zu verantworten hatte. Einen Monat später kündigte ich mein Arbeitsverhältnis aufgrund der Tatsache das mit Dachboden fegen, Klo's reinigen und anderen Drecksarbeiten meine Ausbildung so nicht mehr weitergehen konnte.

    Niedergeschlagen und zerstört lag ich am Boden. Es fiel mehr schwer wieder aufzustehen, da ich zudem noch eine finanzielle Schwierigkeit begleichen musste. Der Lebensstil meines ehemals besten Kumpels war auf dauer gesehen kein guter Umgang für mich, da ich stetig mithalten und nicht nacheifern wollte.

    In der ganzen Zeit von meinem 18 bis zu meinem 22 Lebensjahr begleitete mich meine treue und liebende Freundin. Sie wurde mit 20 schwanger von mir und 9 Monate später kam eine hübsche Tochter zur Welt. Sie war mein ganzer Stolz. Das Beziehungsleben mit meiner Freundin zu dem Zeitpunkt war ausgeglichen, dennoch auch von Tiefs geprägt.

    Da stand ich nun... fast 23 Jahre alt, keinen Job, keine Ausbildung, meine Freundin und meine Tochter.... und die Krise ging weiter....

    Kurz nach meinem 23. Geburtstag trennte sich meine Freundin von mir und nahm die Kleine mit. Sie lernte ein paar Monate später einen Typen kennen, der gut aussah und einen Job und ein ordentliches Leben hatte.

    Mir blieb leider nichts anderes übrig als mit zu zusehen wie meine Vergangenheit einen besseren Weg eingeschlagen hat als ich.

    Irgendwo war es aber ein Wendepunkt in meinem Leben. Ich versuchte mich wirklich ernsthaft aufzuraffen und das Beste aus meinem Leben zu machen.

    Ich fing an mich für Kraftsport und Ausdauersport zu interessieren. Oftmals ging ich abends ein paar Kilometer laufen. Das normale Pensum meines Sportbedarfes lag bei 2-3 Stunden täglichem Training. Meine Figur formte sich, mein Charakter blieb gleich und mein Wille etwas zu erreichen wuchs und wuchs. Anfang des 24. Lebensjahres nahm ich eine Stelle als Verpacker in einer Zeitarbeitsfirma an, wo ich mir etwas mehr als 1000 € monatlich Verdiente. Der Hacken daran war, dass es nur Nachtschicht gewesen war und ich nun meinen Sportanteil auf Abends verlagerte, sodass ich nach dem Sport in die Arbeit ging.

    Ein geschlagenes halbes Jahr !!! Aufstehen -> Sport -> Arbeiten -> das selbe !!!

    Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt gingen zu diesem Zeitpunkt so ziemlich alle sozialen Kontakte flöten und mein Leben beschränkte sich nur auf diese drei gegannten Sachen... Schlafen/Trainieren/Arbeiten. Es war oftmals wie eine Qual keinesgleichen, aber irgendwie das Einzige was mich am Leben hielt. Mein Sichtradius des Lebens beschränkte sich nur auf die wesentlichen Dinge zum überleben. In der ganzen Zeit war natürlich meine Familie Anlaufstelle Nr. 1 !!!

    Während den 6 Monaten passierte leider etwas so dermaßen schreckliches und nicht vorstellbares. Meine Ex-Freundin hatte einen Autounfall und verlor dabei ihr Leben. Meine Tochter leider ebenfalls (es fällt mir schon schwer das hier so zu schreiben). Ihr damaliger Freund wollte sich zu nichts bekennen. Für ihn war es eine Situation mit der er nach ein "paar" Monaten besser umgehen konnte als ich. Ich trug einen Teil der Bestattungskosten bei. Das war ich meiner Liebe und meiner Tochter schuldig. Der Schuldenberg wurde dadurch natürlich leider auch nicht kleiner. Ich vermisse meine kleine Tochter sehr und jedesmal wenn ich heute ein Paar sehe mit einem glücklichen Leben schwelke ich oft in Gedanken.

    Am 15. Januar 2009 gab es eine große Wende in meinem Leben. Ich wurde als Soldat für 12 Jahre mit mittlerem/gehobenen Verhältnis in Bundeswehr eingewiesen. Am 1. April 2009 trat ich meinen Dienst an. Über diese Zeit bis heute will ich eigentlich eher weniger Worte verschwenden, da es sich hier nur um Formalitäten handelt.

    Anfang Oktober 2009 stockte ich meinen Kredit bei der Bank auf und kaufe mir einen mittleren Wagen Klasse Limousine (ohne Auto ist das etwas schwer beim Bund). Zu dem Zeitpunkt betrug der gesamte Kreditbetrag 24.000 Euro auf 8 Jahren Laufzeit. Leider kein Pappenstiel, aber zumindest hatte ich ein geregeltes Einkommen.

    Eigentlich dachte ich, ich würde nie wieder ein so tiefes und inniges Gefühl für eine Frau hegen wie für meine verstorbene große Liebe. Doch dann kam Sie....

    Anfang meiner Allgemeinen Grundausbildung lernte ich meine bislang letzte Freundin kennen. Sie war klug, gebildet, kam aus gutem Elternhaus, entsprach meinem Typ Frau und konnte mit mir über alles reden. Sie zeigte mir, dass Sie sich für mich und meine Situation interessierte und diese verstand. Während meiner Anfangszeit beim Bund war sie mir auch eine große Unterstützung. Es war oftmals nicht leicht sich nur am Wochenende zu sehen und alles nachzuholen was mann unter der Woche verpasste (Kommunikation, Gefühle etc.)

    Trotzdem verfolgte ich weiterhin das Ziel meine Schulden abzubauen und mein Leben auf die Reihe zu kriegen. Mit dem Sport wurde ich etwas faul und nahm unkontrolliert zu.

    Die Karriere lief gut aber trotzdem etwas schleppend hinterher. Schriftlich bestand ich die Tests wie immer mit Schnitt 3,0. Meine sportlichen Leistungen konnte ich alle erbringen und praktisch lief es sehr gut.

    Anfang Mai 2010 kam die Trennung von meiner letzten Freundin. Doch das war keine gewöhnliche Trennung. Es folgte ein Rosenkrieg von ungewohntem Ausmaße und mir wurde bewusst wozu diese Frau fähig war. Es ging oft von beiden Seiten unter die Gürtellinie und alte Gedanken wurden hevorgeholt.

    Ich wurde oft als schlechter Vater und mieserrabler Beziehungspartner beschimpft.

    Meine Ex Freundin fand ihr Glück mit zwei Kollegen aus der Einheit (nacheinander) und war bis vor kurzem nach in einer Beziehung.


    Ihr fragt euch vielleicht langsam auf was ich hinaus will bzw. um was es hier eigentlich genau geht?

    Das weiss ich leider selber nicht genau...

    Mir wurde noch nie soviel Stolz und soviel Gefühl genommen wie in den letzten Jahren. Eigentlich sollte ich nach vorne schauen. Ich habe einen guten Job, verdiene gut, sehe etwas von der "Welt", hab ein Auto mit dem ich überall hinkommen kann, eine Familie die mich liebt, ein Dach über dem Kopf und regelmäßg was zum Essen... dennoch...

    ... weiß ich nicht wo mir der Kopf steht. Warum ich so überalle Maßen depremiert bin.

    Manchmal habe ich einen Alptraum, wo alle Menschen die ich so sehr hasse oder die mir mein Leben so unerträglich gemacht haben sehe, wie sie alle in einer Runde sitzen und sich köstlich über das Leben amüsieren und lachen, während ich in einer Ecke sitze und vor mich hin kauere und weine.

    Warum bin ich immer so fixiert darauf aus allem das Beste zu machen, immer daran zu denken das es den besagten anderen Personen schlecht geht und mich immer und immer zu in die Vergangenheit zurückwerfen lasse.

    2013 und 2015 habe ich jeweils 5 Monate Einsatz im Afghanistan vor mir, was sehr gefährlich aber natürlich auch sehr luktrativ sein wird.

    Ich weiß, dass wenn ich meinen Einsatz hinter mir habe erst mal finanziell unabhängig bin, mir eine eigene Wohnung leisten kann (danke an meine Eltern das Sie mich mit 26 immer noch bei sich wohnen lassen) mir endlich auch mal etwas gönnen kann nach sovielen Jahren.

    Trotzdem bin ich nicht zufrieden....

    Irgendwie hab ich keinen Halt mehr, irgendwie weiß ich nicht um was es eigentlich mehr geht im Leben...

    Kann mir da vll. mal jemand einen Rat geben? was soll ich tun? warum denke ich so? warum bin ich so wie ich bin?

    Danke an alle die Rat und Antwort stellen und sich diesen langen Text angetan haben. Vielen vielen Dank!!!
    Geändert von Cata (25.09.2011 um 18:13 Uhr)

  2. #2
    Schreiberling Avatar von daysleeper82
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    Das kann man schwer sagen. Sicher hattest du eine schwierige Phase im Leben, aber die scheint überwunden zu sein. Du hast Ziele dich persönlich weiter zu entwickeln und hast dich von deinen Problemen hier schon mal frei gemacht, das ist doch schon mal positiv

    Wie sieht es denn derzeit mit sozialen Kontakten bei dir aus?

    Irgendwie kommt mir das zu kurz bei dir. Es gibt ja nicht nur partnerschaftliche Beziehungen sondern auch freundschaftliche, die einen helfen können. Du kannst dir auch im privaten Ziele setzen, wodurch du deiner Seele und deinem Körper Signale setzt, dass du dir nicht egal bist. Das kann zum Beispiel sein Sport zu treiben, für genügend Entspannung zu sorgen. Was aber auch sehr wichtig ist, sind soziale Kontakte, die sich natürlich nicht mit der Brechstange erreichen lassen, aber Freunde zu finden, die dich psychisch unterstützen, ist sicherlich auch für dich möglich

    Was macht dir denn sonst so in der Freizeit Spaß?
    LG daysleeper

    „Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.“ (Mutter Teresa)

  3. #3
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    hm naja soziale kontakte...

    ich hatte diverse beste freunde und freundinnen früher mal...

    vor kurzem hat mich mein bester kumpel verlassen da er sich lieber für seine neue freundin entschieden hat...

    ich habe derweilen noch eine beste freundin, aber da ist es auch ungewiss wie das weiter geht...

    ich bin momentan sehr viel auf reisen und kaum zuhause (meistens auf lehrgängen)

    aktuell bin ich in bremen... ist mal was anderes und ich komme gut auf andere gedanken und lerne auch die bzw. den ein odere anderen kennen.

    aber dennoch bindet einen immer alles an die vergangenheit und an die heimat... ich habe so dass gefühl als würde ich eine andere person hier in bremen zurücklassen wenn ich in 2 wochen wieder in die heimat "muss"....

    vll. liegt es auch daran dass ich weiss das ich noch ungefähr ein jahr auf lehrgängen verweile und keinen so richtigen kreis aufbauen kann... wie denn auch wenn mann stetig nicht da ist...

  4. #4
    Schreiberling Avatar von daysleeper82
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    Ich denke, wir sind dem Problem auf der Spur

    Das ist natürlich auch ein Problem der heutigen Gesellschaft, die grenzenlose Mobilität hat auch ihre Schattenseiten, nämlich dass sich keine stabilen Bindungen entwickeln können. Hier muss man entscheiden. Was möchte ich? Großen Erfolg im Beruf oder ein stabiles soziales Umfeld? Ich kann es gut verstehen, dass du dich manchmal einsam fühlst, das liegt aber nicht unbedingt an dir, sondern an der ständigen Mobilität und Flexibilität die die Gesellschaft teilweise verlangt. Nicht jeder kann da psychisch mitziehen.

    Es besteht natürlich die Möglichkeit durch Kommunikationsmedien wie das Internet, diese Kontakte aufrechtzuerhalten, aber das kann das wohltuende einer vertrauensvollen Kontaktes im real life nicht aufwiegen.

    Ich habe so meine Bedenken, ob das ständige Reisen für dich das Richtige ist. Aber das musst du für dich selbst entscheiden. Sei jedenfalls achtsam mit dir - deinen Gefühlen, Gedanken und Handlungen. Wenn dich das ständige Unterwegsein nicht zufriedenstellt, gibt es auch immer noch andere Lösungen

    Schau in die Zukunft und setze dir positive Ziele, die dich glücklich machen. Entwickel eine Vision, wie dein Leben in 3-5 Jahren aussehen sollte, das gibt Kraft und man entwickelt ein zielgerichtetes Verhalten.
    LG daysleeper

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  5. #5
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    Sogesehen hab ich das bereits schon.

    ich möchte gerne nach meinem Einsatz das Geld für meine erste Wohnung und den Kredit verwenden. Kredit wäre komplett weg mit ca. 16.000 euro und wohnung könnte ich noch ein paar tausend euros reinstecken für angenehme ausstattung und inventar. ein neues auto brauche ich dann leider auch...

    mein traum war schon immer ein sportauto mit viel ps (heimlicher fan von fast five ) aber das könnte ich nur wenn ich nochmal in einsatz gehe... und das passiert 2015 !!!!

    das viele reisen muss ich leider aktuell in kauf nehmen... das ist schließlich mein beruf und die ausbildung verläuft 3,5 jahre wie im zivilen nur an mehreren orten.... das geld ist nicht ohne... ich denke das sich so manch einer über knapp 1800 euro netto monatlich freuen würde...

    ich hab es so im gefühl das die ganze sache noch ca. bis ende auslandseinsatz 2013 geht und dann beginnt ein sorgenfreies leben...

    aber ständig dieses ziel vor augen zu haben kann auch anstrengen und depressiv machen... es sind schließlich noch ca. 2 jahre !!


    trotzdem danke für deine tipps day!!

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