Guten Abend![]()
Seit gut einem Jahr werde ich (sozusagen) von einer psychischen Störung heimgesucht.
Ein einschneidendes Erlebnis hatte ich kurz vor Weihnachten 2008. Ich war bei meinem besten Freund und wie jeden Abend konsumierten wir Cannabis. Täglich ging ich der Sache schon über einem Jahr nach - davor wöchentlich "nur" 2 -3 mal. Mit meinem Kosumverhalten konnte ich mich ganz gut arrangieren. Meine familären Verhältnisse waren/sind völlig in Ordnung und auch in der Schule lief alles glatt. Doch eines Abends überkam mich eine richtig heftige Panikattacke! Ich hatte alle typischen Symptome - es grenzte an Bewusstlosigkeit. Mein Kreislauf ging nach 2 Stunden Hölle in die Knie und ingesamt dauerte sie 4 Stunden(oder länger aber nach 4 h bin ich eingeschlafen!) Am nächsten Tag fühlte ich mich panisch,erschrak vor jeder Kleinigkeit usw. Jedoch machte ich mir (dummerweise..) keine weiteren Gedanken. Ich konsumierte weiter, doch bemerkte schnell das Cannabis zu meinem Feind wurde. Statt mich zu beruhigen versetzte es mich in Panik und daraufhin rührte ich es nicht mehr an. Meine Verfassung wurde schlagartig besser. Ein paar Tage später fing die Schule wieder an und wir hatten Englisch. Meine Leherin rief mich auf den Text zu lesen - ganz normal also! Doch dann passierte es - die Panik war wieder da! Ich musste heim, war völlig fertig und seit dem Vorfall hatte ich fast tagtäglich mit Attacken zu kämpfen(Teufelskreis - Angst vor der Angst) . Meine Noten sackten ab , ich wollte nicht mehr in die Schule und war auch sonst völlig fertig. Absolut unpassend - normalerweise bin ich eine Kämpferin , selbstbewusst und sowieso oft gut gelaunt. Ich vertraute mich heulend meinen Eltern an , die mich natürlich tadelten (kiffen! ;D) aber gleich darauf ging meine Mum mit zum Hausarzt und ich bekam einen Termin beim Psychologen. Die Wartezeit war unfassbar lange und diese Zeit hatte ich nicht. Also las ich viel über die Psyche(z.b von Doris Wolf&Rolf Merkle) außerdem auch viel im Internet und therapierte mich ziemlich gut selbst. Mir ging es wieder besser , den Termin nahm ich wahr - jedoch benötigte ich keine zweite Sitzung mehr. DACHTE ICH.
Im allgemeinen kann ich mein Leben mittlerweile "angstfrei" meistern. Doch letzten Freitag wurde ich in Englisch aufgerufen um weiterzulesen, kein Problem - doch da war sie wieder , die Panik. Ich bekam Herzrasen, meine Stimme zitterte, Schwindel,Schweißausbrüche.. und das alles so plötzlich ohne Vorwarnung bzw Angst vor der Angst. Ich konnte nicht weiterlesen und schob alles auf Halsschmerzen. Die Panikattacke war aber sofort wieder vorbei und mir ging es gut. Auch danach überfiel mich im Alltag keine. Es ist also eine Art "Lesenangst" die in Englisch am stärksten ausgeprägt ist. Mir ist aufgefallen das ich sie auch in Deutsch und Französisch habe - jedoch meldete ich mich oft freiwillig und da kann ich die Angst einigermaßen unterdrücken. Doch werd ich plötzlich aufgerufen - versage ich.
Nun habe ich Angst das diese Störung zurückkommen könnte bzw auch jetzt stellt sich schon eine leichte Abneigung gegen die sprachlichen Fächer ein. Ich stehe kurz vor dem Abitur und die Fächer sind meine Lks! Außerdem habe ich sie immer gern gemacht und Lesen hat mir noch nie Probleme bereitet.( Meine Aussprache ist gut , ich stotter nicht ..hab auch schon Lesewettbewerbe gewonnen)
Nun, hat jemand eine Idee wie ich damit umgehen könnte? Ich weiß das ich mich damit ständig konfrontieren müsste - so habe ich meine erste Panik gut besiegen können. Ich habe viel über sie erzählt, geschrieben und mich nicht davor gedrückt. Dann kamen die Ferien und da hab ich es mir gut gehen lassen - seit dem waren sie verschwunden.
Doch was mache ich mit dieser Leseangst ? Sie tritt nur im Unterricht auf und auch nur dann wenn ich aufgerufen werde(zumindest dann sehr stark!) Zur Zeit lesen wir wieder eine Lektüre und da kommt es häufiger vor - aber das reicht nicht aus um sie zu bekämpfen bzw habe ich während ich lese nicht die Zeit mir die Ruhe und die Gedanken zu gönnen die ich dann bräuchte!
ich weiß der Text ist lang - aber vllt ist der lange Text auch schon ein weiterer Ansatz gegen diese nervigen Attacken -.-
lg
nervenbuendel


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