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Thema: Absolute Motivationsprobleme, langsam wirds eng!

  1. #9
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    Ja du hast natürlich recht! Es ist sicher schon okay, wenn man nicht wie jeder andere denkt!
    Doch mir ist gerade aufgefallen, dass ich mich falsch ausgedrückt habe. Ich habe nicht das Problem, dass ich nicht lernen kann, das Problem ist eigentlich viel allgemeiner: Ich kann generell keine Sachen zu Ende bringen. Genau wie du das beschrieben hast, mit dir anfänglichen Euphorie. Und dann kommt der Punkt, an dem alles zu langweilig wird.
    Und das ist leider gar nicht gut. Es ist schon sehr viel unnötiges Geld dadurch verschwendet worden, und auch die Geduld von anderen Menschen.
    Und es betrifft nicht nur die primären Dinge im Leben, wie beispielsweise das Lernen, dass man ja irgendwann machen muss, um Geld verdienen zu können, oder überhaupt einmal einen Abschluss in der Tasche zu haben. Es betrifft auch meine unzähligen Hobbys, die dann keine Hobbys mehr waren, sondern nur nette Ideen geblieben sind, die ich dann nicht zu Ende gebracht habe, weil ich mich einfach nicht dazu überwinden konnte 'weiterzumachen'. Hört sich doch toll an wie das klingt: 'Ich nähe mir mein eigenes Kleid', 'Ich schreibe ein eigenes Buch', usw.
    Und was ich von mir als Mensch halte? Ich weiß nicht so recht, wie ich deine Frage beantworten soll. Ich bin undiszipliniert, und unzuverlässig. Ich lege Wert auf die falschen Dinge, und zwar in allein Bereichen des Lebens. Ich setze mir zu hohe Ziele, weil mir einfach der Gedanke gefällt, was ich alles erreichen könnte. Dabei denke ich nicht an den Weg, an die Anstrengung und die Mühe, die man dazu benötigt. Die Frage die dabei aufkommt, ist: Welches Talent habe ich eigentlich? Wo liegen meine Stärken? Ich kann das alles nicht beantworten, weil ich nicht weiß, ob ich Dinge nun einfach nicht mache, weil ich denke, dass ich es nicht kann, oder weil ich einfach wieder einmal zu faul bin es durchzuziehen.
    Genau so gehts mir auch. Aber haargenau. Ich bin auch so ein "alles Anfanger und nichts zu Ende bringer". Mittlerweile stellt sich mir ebenfalls die Frage ob ich überhaupt jemals etwas zuendebringen werde und was das sein könnte. Ich hab mittlerweile regelrecht Angst neue Dinge anzugehen weil ich befürchte das ich sie wieder halberledigt liegen lasse. Das ist ja dann auch ein Teufelskreis auf eine gewisse Art. Man denkt sich dann so "ach, auf das eine mal mehr oder weniger aufgeben kommts jetz au nimmer an". Oder ne, anders, in dem Moment wo ichs aufgebe bemerk ich das ja nichmal, in dem Moment denk ich ja ich würde es später (morgen, übermorgen, nächste Woche) erledigen, und ich glaub da auch noch fest dran. Erst wenn dann wieder ein Monat verstrichen ist kommt die Einsicht das da wohl wieder ein Fehlschlag vorliegt. Man ich weiß auch nich wie man das handlen soll. Auf jedenfall raubt mir das echt den Lebensmut. Ich hab regelrecht Angst vor meiner Zukunft wenn das so weitergeht.

  2. #10
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    ich kenne das alles auch. in den letzten jahren hatte sich das so verschärft, dass ich selbst die dinge, die zwingend notwendig waren, nciht getan habe und dadurch in schwierigkeiten geraten bin. schon mein ganzes leben lang hatte ich schwierigkeiten, die gleichen dinge zu tun wie die anderen. für die war es selbstverständlich, alles so schnell wie möglich zu erledigen, ich hing da immer hinterher. komplexen problemen konnte ich mich nicht stellen und alles, was nicht wirklich notwendig war, hab ich zum teil lange hinaus geschoben. selbst die einfachsten sachen fielen mir dabei schwer. das irre war, dass ich durch ein bisschen mühe mir viel hätte ersparen können, aber das momentane nicht tun müssen war viel angenehmer, als auf lange sicht die grössere mühe zu ersparen. ein gutes beispiel war bei mir der geschirrspüler oder waschmaschine. einige fahrten zum baumarkt hätten mir die mühe erspart, monatelang wäsche in der wanne zu waschen oder geschirr im abwasch und trotzdem hab ich es nicht gebacken kriegt, diese dinge zu regeln.

    durch aufarbeitung hab ich festgestellt, dass ein grosser teil meiner energie durch seelische prozesse verloren gegangen ist. das vermeiden von unangenehmen situationen, der tägliche lebenskampf und der umgang mit den eigenen seelischen problemen, der sich lange unterbewusst abgespielt hat. ich hab mit zehn jahren nicht mal um meine verstorbene mutter getrauert, weil das leben einfach in vielerlei form seinen tribut gefordert hat und mein unterbewusstsein mich einfach geschützt hat. das ganze verbunden mit einer riesigen schüchternheit, bei der ich viel kraft gebraucht habe, um sie zumindest teilweise zu überwinden, mit den auseinandersetzungen mit der umwelt und den problemen, die man hat, wenn man keine mutter mehr hat und die älteste von vier geschwistern ist, verbunden mit einem vater, der nicht sehr lebenspraktisch war und unbedingt mit vier kindern studieren musste.

    das alles hat seine spuren hinterlassen, so dass ich nie strategieen mitbekam, die mir das leben hätten eerleichtern können. die energie, die für diese kämpfe drauf ging, fehlte mir natürlich dann für alles andere und hat ein starkes vermeidungsverhalten entwickelt, das ich gerade versuche, in den griff zu kriegen. in der schule war ich in fächern, die nicht viel kraft brauchten, gut, aber mathematik oder physik mit komplexeren aufgaben hab ich einfach nicht auf die reihe gebracht. und heute nun tue ich mich schwer mit allem, was in irgendeiner form komplex ist und lerne gerade schwer, dass es auch gesundheitlich nicht wirklich hilfreich ist. ich hab sehr lange sehr viel zu hause gesessen, um alles zu vermeiden, wsa mir hätte unangehm werden können und auch, um den ursachen allen leidens auf den grund zu gehen. mein leben liegt mittlerweile wie ein puzzle vor mir, bei dem sich jetzt langsam ein muster erkennen lässt und das heisst angst vor bewertungen und vermeidungsverhalten. auf diese beiden komponenten lässt sich alles irgendwie zurückführen.

    erste erfolge habe ich, langsam lerne ich mich besser kennen und kann besser mit kritik und unangenehmen situationen umgehen. bei allem, was mir ein schlechtes gefühl bereitet, denke ich darüber nach, warum das so ist und sobald ich herausbekommen habe, was das problem ist, löst es sich meist in wohlgefallen auf. dadurch ärgere ich mich wesentlich weniger über viele dinge, was nicht mehr so viel lebensenergie abzieht. noch steht mir die überwindung meiner lebensthemen bevor, aber ich habe das gefühl, dass es nicht meehr lange dauert, bevor ich die kurve kriege. es ist nicht so leicht aus der wohlfühlecke herauszukommen, aber es wird so langsam aber sicher werden. endziel ist totaler innerer frieden und darauf freue ich mich schon irre....das wird hoffentlich der erste weg, auf dem ich nicht iin der mitte stehen bleibe....

    also für euch wäre es dann wohl auch das beste, herauszufinden, was euch die energie, die ihr für andere prozesse benötigt, abzieht. lernt euch besser kennen, geht freundlich und verständnisvoll mit euch um. alles hat seine ursachen, für die ihr nichts könnt. jeder mensch ist das ergebnis seiner erziehung und seiner umwelt...

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei chrissi21366 für den sinnvollen Beitrag:

    Subkultur (05.10.2010),zuFaul (21.12.2010)

  4. #11
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    Das ist genau das was ich auch durchmache. Früher habe ich eigentlich recht viel unternommen, mittlerweile sitze ich nur noch zu Hause und langweile mich oder schlafe.

    Ich wollte ein Buch schreiben, malen lernen und tanzen, aber ich kriege nichts umgesetzt. Erst bin ich total motiviert und sobald ich angefangen habe ist das Gefühl weg.

    Allerdings glaube ich, ich öffne lieber selbst einen Thread unter Stress. Denn für meine Beschreibung brauche ich sehr lange. ^^´

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