...
Wenn ich es mir recht überlege (ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob ich mir da was vormache), sind es eigentlich vor allem sie und einige andere enge Freunde von mir, die ich als Bilder im Kopf habe, wenn ich an Menschen mit Vorbildfunktion denke. Weniger an mich.
Ich habe spüren dürfen, wie gut Liebe gedeihen kann, in einem Umfeld, wo einem fast nie Vorwürfe für das gemacht werden, wie man ist. Wo kaum versteckten Anschuldigungen gesandt werden, und wenn doch, derjenige in der Lage ist, das ohne Umschweife zuzugeben und sich zu entschuldigen.
Zusammengefasst habe ich in meinem Leben Menschen kennenlernen dürfen, die so gut waren, wie ich es vor geraumer Zeit nicht für möglich gehalten hätte. Vor allem eben vor der Psychose. Ich habe durch die Krankheit einen für mich riesigen Schritt gemacht.
Ich war früher extrem arrogant. Natürlich ohne es zu merken. Ich habe mir an allen Ecken und Enden was vorgemacht. Ich habe meine eigenen Minderwertigkeitskomplexe zu großen Teilen dadurch kompensiert, dass ich mich über andere Menschen gestellt habe. Ich war diesen Menschen gegenüber natürlich total nett, weil das gehört sich ja so (Moralvorstellungen halt), aber im Grunde habe ich sie überhaupt nicht als gleichwertig angesehen. Ich habe fast nie daran gezweifelt, dass das, was ich da sage, falsch sein könnte. Ich habe sogar mal den Gedanken gehabt, ich wäre auf dem direkten Weg zur Erleuchtung. Unfassbar größenwahnsinnig.
Lesezeichen