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Thema: Adonis-Komplex

  1. #1
    Gast784
    Gast

    Standard Adonis-Komplex

    Hallo ihr alle,

    ein lieber User hat mich auf dieses Thema gebracht. Diesen Begriff Adonis-Komplex kannte ich bisher nicht, aber ich finde das sehr interessant:
    http://www.netdoktor.de/sex_partners...lth/adonis.htm

    Es ist praktisch, so wie ich das lese, auch eine Wahrnehmungsverzerrung im Körperbild, und es werden div.Eßstörungen darunter angesiedelt. Interessant auch, dass die Männer da anscheinend zunehmend eine Entwicklung durchlaufen müssen, mit der wir Frauen uns schon länger auseinander setzen.

    Die Frage: warum nehmen solche Störungen zu und was kann man dagegen tun?

    Die Medienbilder werden in dem Artikel ja schon angesprochen. Aber warum sind wir nur allzu bereit, auf diesen Zug aufzuspringen? ich gebe zu, mich erinnert dieses Thema an die Ohnmacht, die ich als Fitnesstrainierin immer wieder verspürte, wenn ich mit solchen Leuten konfrontiert war.
    Was kann man als Aussenstehende in dem Fall tun?

    Inwieweit hat das was mit der Orientierungslosigkeit in unseren Geschlechterrollen zu tun, mit mangelnden und schlechten Vorbildern (gerade bei Männern)? Gab es das in früheren Zeiten auch in irgend einer Form? Ich glaube nicht, denn - auch wenn das jetzt zynisch klingt - vieles hat in Kriegen seine Ordnung und sein Ventil gefunden. Vor allem die männliche Rolle.

    Wo ist die Grenze bzw. der Unterschied zwischen Narzissmus und Adonis-Komplex?

    Hoffe, ihr macht mit bei einem Brainstorming, einem Gedankenaustausch und vll gibts ja auch Betroffene. Damit wir mal wieder unsere Wahrnehmung schärfen, was um uns herum vor sich geht.

    LG Gaby
    Geändert von Gast784 (25.01.2008 um 15:28 Uhr)

  2. #2
    Verleger Avatar von Natz
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    Hallo Roy !
    Liegt wohl u.a. daran, wie sich das Bild des Mannes in den letzten Jahren in der Werbebranche geändert hat. Wir Frauen posieren doch schon seid Jahrzenten in verschiedenen Körperumfängen auf Plakaten. Die Monroe kurviger oder Twiggy im Anorexia-Look.
    In den letzen Jahren hat die Werbeindustrie den Mann entdeckt. Dem blüht jetzt das gleiche Schicksal. Nix mit Bierplautze über Calvin Klein Short sondern ein gestählter Waschbrettbauch muss es sein. Und auch Mann bekommt den nicht umsonst-damit die Muskeln rauskommen, muss Diät eingehalten werden und, und....Wahrscheinlich steigt bei den Jungs wie bei den Mädchen der Wunsch, wie gewisse gestählte Vorbilder auszusehen und somit begeben sie sich in ähnlich Kreisläufe, wie die Mädchen oder Frauen.
    LG,

    Siggi
    LG, Natz




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  3. #3
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    Standard mein b.-storm

    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen
    vll gibts ja auch Betroffene.
    wenn ich so durch eine fußgängerzone laufe, kann ich beim rumgucken beruhigt feststellen, daß sich die zahl der betroffenen noch in grenzen hält, aber wenn ich an mir so rumguck', wünsch ich mir auch ein kleinbißchen "adonis-kompex" , damit ich öfter mal den weg ins sportstudio finde.
    da knallt einem dann natürlchlich 'ne ganze lastwagenladung von "adonis-komplexen" entgegen
    lg tg
    heute ist die gute alte zeit von morgen

  4. #4
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Siegfried

    ja klar, dass der Schönheitsmarkt die Männer zum Schröpfen entdeckt, war ja nur ne Frage der Zeit.

    Aber es ist ja i.d.R. so, dass Medien Trends aufgreifen und verstärken. Es muss also schon eine tiefe Verunsicherung und das Gefühl der Unzulänglichkeit in den Menschen drin stecken bzw. sich zunehmend verstärken. Dieses Defizit und die Medien verstärken sich wechselwirkend natürlich.

    Ich bin ja der Meinung, das dieses - und unglaublich viel anderes - mit der Selbstentfremdung zu tun hat. Und Selbstentfremdung ist ein wichtiger Pfeiler unserer Konsumgesellschaft, die von der Kompensation lebt.

    Lg Roy

    PS: für alle, die sich über unsere Anreden wundern: Natz und ich haben gestern im Chat beschlossen, im nächsten Leben Männer zu werden. Und dann werden wir schwul und heiraten
    Weisst Natzsiggi, drum trainier ich in dem Leben fleißig, dann brauch ich im nächsten keinen Adoniskomplex kriegen

  5. #5
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    Sehr gut Roy, will nämlich Mann mit Waschbrettbauch, während ich auf der Couch Bier trinke..
    Nein, im Ernst. Leider geht die Individualität bei Mann und Frau total flöten. Frauen habe möglichst androgyn auszusehen, alles darüber ist fett und bei Männern ist es ähnlich, nur das sie nicht androgyn sein sollen. Eigentlich haben beide Geschlechter die gleichen Probleme, ein Gramm Fett zuviel und passt nicht mehr ins gängige Schönheitsideal.
    Allerdings, wer sich davon verrückt machen lässt, ist selber Schuld. Ich möchte so jedenfalls nicht aussehen: Streichholz mit zwei Luftballons und Mund wie Fleischwurstring-nein danke. Wer sich diesen Trend aufzwingen lässt ist leider schon so krank wie diese Gesellschaft. Ich bin froh, kein Teenie mehr zu sein-haben uns früher "normal schlanke" Fraun zu Sport und Diäten bewogen, dienen heute kranke, anorektische Frauen als Vorbild. Aber um bei den Männern zu bleiben-um heute "voll ausdefiniert" zu sein muss man 5 Tage die Woche in die Muckibude und macht sich mit Anabolika ect. die Gesundheit kaputt.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  6. #6
    Gast1207
    Gast

    Standard nööö...

    hope <------ braucht keinen adonis...!!!

    ich kann diese "aufgeplatzten eiweisdosen" aus den sportstudios nicht ausstehen....*bääääh*

    dann lieber ganz natürlich...und das herz am rechten fleck!!!

    lg hope...

  7. #7
    Verleger Avatar von Waris
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    Ich sehe das so: Der Grund warum solche Störungen zunehmen, ist der, dass die Geschlechterrolle immer schwerer zu finden ist. Früher war das ja alles sehr geordnet: Frau zu Hause, Kinder, Herd. Mann: arbeit, Krieg usw...War alles klar abgesteckt. Man musste sich nicht so viele Gedanken machen um seine Identität.
    Hinzu kommt der allgemeine Wohlstand. Wenn man nicht weiß, wo das essen für morgen her kommt, da macht man sich nicht sooo viele Gedanken um sein Aussehen.
    Dass das jetzt bei den Männern ankommt, liegt in meinen Augen an der Emanzipation.
    1.Wir Frauen brauchen die Männer nicht mehr wirklich. Wir können arbeiten und trotzdem Kinder großziehen, sind also nicht mehr auf sie angewiesen. Man muss uns also schon ein bisschen was bieten.
    2. Frauen können immer mehr, was Männer können. Es gibt kaum noch etwas "männliches" was Frauen nicht können. Die Männlichkeit ist schwerer zu finden. Deshalb muss sie übertrieben dargestellt werden in einem künstlich aufgepumpten Körper.
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

    Ich bin frei und ich l(i)ebe es!!!

  8. #8
    Gast784
    Gast

    Standard

    es geht ja nicht nur um die Anabolikajunkeys.

    Es geht doch auch um die ganz "normalen" Männer bzw an unsere Ansprüche an sie. Frauen glauben, nach Brust- und Taillenumfang bewertet zu werden, und Männer nach Waschbrettbäuchen. Und wir (Männer und Frauen) tun das ja tatsächlich. Und damit fördern wir diese gesellschaftliche Haltung und diese Störungen natürlich noch zusätzlich. Also kann jeder bei sich selbst bzw. bei seinen Ansprüchen anfangen, etwas gegen diesen Wahnsinn zu tun.

    Ich finde auch nicht, dass Frauen androgyn aussehen sollen, sondern eher wie barbies: klapperdürr mit Rundungen. Welch Widerspruch. Also Sachen, die einfach nicht mehr natürlich sind. Je höher die Messlatte gesetzt wird (von den Trendsettern, Meinungsmachern, Industrien? von wem?) um so schlechter ist sie erreichbar, um so größer der Mangel, um sehr mehr € fließen in den Konsum, um so manipulierbarer sind die Leut wegen angeknackster Psyche.

    Übrigens: fällt euch das auch auf? Wenn man nen alten Film anguckt z.b. aus den 70ern, die Darsteller schauen da so erschreckend-wohltuend normal aus, da nicht so gestylt und zurechtgezurrt, sondern mit natürlichen Makeln. Manchmal sieht man da sogar noch Achselhaare
    Daran kann man erkennen wie schnell und gravierend sich die Darstellung der Menschen geändert hat.
    Ich habe eine große Sehnsucht nach solchen Gestalten, einfach wie sie gewachsen sind. Darum fiel mir die Dove-Werbung schon wohltuend auf. Und ich hab eigentlich gehofft, dass das der Anfang eines neuen Trends ist. Aber noch redet man nur davon und setzt es nicht um. Genauso wie die Hungerhaken aufm Laufsteg.

    LG Gaby

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