Hallo liebe User!
Ich bin neu auf diesem Board und muss zugeben, mich im Vorstellungsthread noch nicht vorgestellt zu haben.
Mir ist bewusst, dass das sehr unhöflich ist, diesbezüglich möchte ich mich auch bei allen entschuldigen, aber mich bedrückt augenblicklich ein Schreiben einer ADS Testung, das ich absolut nicht einordnen kann.
Seit ich den Bericht erhalten habe, geistert er die ganze Zeit durch meinen Kopf.
Vielleicht kann mir hier der eine User oder die eine Userin weiter helfen?
Folgendes stand in dem Schreiben:
"Zusammenfassend kann das Gesamtbild der TPU für das Vorliegen einer Aufmerksamkeitsstörung sprechen. Andererseits finden sich Hinweise für eine Aggravation bzw unterschiedlich hoch ausgeprägte Angaben hinsichtlich der aktuallen ADS-Symptomatik zu verschiedenen Zeitpunkten."
Mir bereitet diese Stelle Bauchschmerzen. Im gesamten Bericht steht nirgends eine feste Diagnose, die Formulierung "könnte" finde ich dahingehend umso öfter.
Des Verständnisses halber möchte ich erwähnen, dass die ADS-Testung von einer Dame ausgeführt wurde und ich den Bericht von einem Arzt erhalten habe, der nicht bei dem Testverfahren dabei gewesen ist.
Vielleicht ist es von Belang:
Ich habe bereits eine Testung auf das Asperger Syndrom positiv hinter mir, allerdings traute sich der testende Arzt (ein anderer Arzt, als jetzt bei der ADS-Testung) nicht zu, mir eine Diagnose zu geben, weil ich erwachsen bin und, so formulierte er es, "aus schwierigen Familienverhältnissen" komme.
Auch die ADS-Testung fiel positiv aus, wobei, wie weiter oben bereits erwähnt, nirgends eine feste Diagnose gestellt wurde.
Mit psychologischen Schreiben kenne ich mich nicht gut aus, für mich klingt der oben zitierte Absatz nach:
"Der Patient lügt die Krankheit vor."
Ein Indiz für diese These wäre, dass der auswertende ADS-Arzt zu mir meinte, man könne ADS nicht medizinisch nachweisen, woraufhin ich geantwortet hatte, dass ich das schade finde, dadurch wäre eine Diagnose einfacher.
Der Arzt hatte mir nicht darauf geantwortet und ich fühlte mich, als sei ich vollkommen unzurechnungsfähig.
Reagiere ich maßlos über oder habe ich, bezüglich meiner Interpretation oben genannten Textes recht?
Mich trifft es sehr, dass ich im Bericht als "Aggravant" dargestellt werde. Für mich ist ein Aggravant gleich bedeutend mit einem Lügner, immerhin geht es um bewusste Übertreibungen und das Erzielen eines Krankheitsgewinns.
Ich bin ein sehr ehrlicher Mensch und hasse Lügen, auch die guten (z.B. die sozial gewünschte Antwort auf "Wie gefällt Dir meine neue Frisur?"), das macht es mir im Alltag umso schwerer, Beziehungen zu knüpfen und mich in die Gesellschaft zu integrieren, egal, wie viel Mühe ich mir gebe und ich versuche es wirklich schon mein Leben lang.
Beruflich bin ich ebenfalls eine Null, habe viele Ausbildungen angefangen und dann abgebrochen- nicht aus Faulheit, sondern weil ich es schlichtweg nicht geschafft habe. Seien es Ausbildungen im schulischen Bereich, wie im Praktischen, nichts gelang mir richtig!
Ich würde mir sehr wünschen, hier nicht auf Vorwürfe zu stoßen. Dann wünsche ich mir, dass man mir bitte erst einmal Glauben schenkt, dass ich kein Aggravant bin.
Tatsächlich habe ich keine Ahnung, wie die ADS-Testerin auf diese Bezeichnung gekommen ist. Ich habe einen Leidensdruck, das ist wohl wahr (immerhin habe ich nichts im Leben erreicht, trotz Mühe und da finde ich, ist es verständlich, wenn man wissen möchte, woran das liegt) und ich habe arge Probleme damit, meine Gefühle offen zu zeigen und sie bei anderen Menschen zu lesen und mich entsprechend zu verhalten.
Ich kann mir nur vorstellen, dass ich bei dem zweiten Fragebogen, um den ich freiwillig gebeten hatte, bei manchen Fragen andere Antworten gegeben habe, als woanders- warum ich das getan habe, hatte ich der ADS-Testerin aber auch erklärt gehabt: Ich habe Probleme damit, einen Inhalt sinngemäß zu verstehen. Ich verstehe Texte wortgemäß und wenn der Text anders formuliert wurde, selbst wenn er ähnlich klingt, sind das für mich zwei unterschiedliche Fragen.
An den Rand der Fragebögen habe ich überall, wo es hinpasste, Zusatzinformationen dazu geschrieben, damit mich die Testerin und der Arzt im Anschluss richtig einschätzen konnten.
Mir wurde, weil ich auf Grund von Unverständnis viele Fragen gestellt hatte, an den Kopf geknallt, ob ich die Wissenschaftler, die diese Bögen (mit Tippfehlern) erstellt haben, anzweifeln wolle.
Wenn ich tatsächlich aus der Diagnose einen Krankheitsgewinn hätte erzielen wollen, hätte ich doch nicht nach einem Extrabogen gefragt?
Ich wollte ganz sicher gehen, dass das Ergebnis am Ende eindeutig ist, ob ich nun ADS habe oder nicht- offenbar habe ich damit genau das Gegenteil bewirkt? War es falsch von mir, nach einem Extrabogen zu fragen?
Was soll ich denn machen, wenn ich Fragen in Fragebögen nicht verstehe? Oder wenn Antwortmöglichkeiten nicht zutreffen- gar nicht, meine ich?
Auslassen durfte ich auch keine einzige Frage, da stand die Testerin hinter mir und ermahnte mich!
Leider habe ich keine Möglichkeit, direkt persönlich mit der Testerin zu sprechen, ich konnte nur mit dem auswertenden Arzt reden und der konnte nur glauben, was im Bericht steht, da mache ich ihm auch keinen ungerechtfertigten Vorwurf.
Ich weiß nicht, ob es relevant ist, aber ich hatte im Herbst 2011 mit der Testerin einen Streit am Telefon, weil sie den Bericht nicht anfertigen wollte. Meine Testung war im Juli letzten Jahres (also 2011) gewesen.
Zwischendurch war ich auch einmal umsonst dort gewesen, die Testerin wurde kurzfristig krank, ein anderes Mal war ich wieder da und dann hat mich der auswertende Arzt empfangen und mir mitgeteilt gehabt, dass die Berichte noch nicht fertig seien, das war im 3. Quartal 2011.
Im Dezember 2011 hätte ich noch einen Termin gehabt und vor dem Termin rief ich an, um mich zu erkundigen, ob die Berichte jetzt fertig seien- Fehlanzeige. Erst in diesem Monat (Januar 2012) hatte ich endlich meinen Termin zur "Auswertung" bekommen.
Gegen den restlichen Bericht, habe ich nichts einzuwenden, in meinen Arbeitszeugnissen stand ähnliches:
Bei "Befund", hat die ADS-Testerin geschrieben, dass "die Hinweise", die sie von meiner Mutter und aus meinen Grundschulzeugnissen hat, "für ein ADHS sprechen können".
Die Testdurchführung wäre sehr lang gewesen, "da der Patient einerseits extrem sorgfältig vorging und somit massiv verlangsamt war."
"Insbesondere massive Defizite in der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit und in der Konzentrationsfähigkeit, so dass die Testleistungen nicht mehr in den Testnormen aufzufinden waren."
Es hat mich getroffen, dass ich selbst für jmd mit ADS langsam war und unter dem Durchschnitt lag. Mein mieses Ergebnis in Mathe ist ebenfalls identisch mit meinen Noten in dem Fach. Und dass ich zwar detailliert vorgehe, aber dabei zu langsam bin, wusste auch schon mein Kunstlehrer. Aber letzten Endes: Warum sollte man es auch beschönigen, wenn es denn den Tatsachen entspricht? Da kann es noch so weh tun, wenn es so ist, dann ist es so.
Zusammenfassend (weil ich weiß, dass das viel Text ist, den ich geschrieben habe):
- Interpretiere ich den Befund richtig, dass die Testerin den Wahrheitsgehalt meiner Antworten in den ADS-Testen anzweifelt?
- War es falsch, wie ich mich während der Testung verhalten habe (Zusatztest erfragt, Notizen an den Rändern, Nachfragen bei Verständnisschwierigkeiten)?
Kann ich mich denn irgendwie gegen die Bezeichnung als Aggravant wehren, wenn diese nicht der Wahrheit entspricht? Und wenn ja, wie?
Es gab wirklich viel Text zu lesen und ich danke allen, die sich die Mühe gemacht haben, ihn sich durchzulesen.
Über Antworten würde ich mich sehr freuen!


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