Hey Ihr.
Ich habe mich heute hier angemeldet, da ich mein Problem alleine nicht bewältigt bekomme. Vielleicht finde ich hier jemanden, der das fühlt, was ich fühle, und mir eventuell helfen kann. Ich mag es so beschreiben:
Vorgeschichte:
Mit fast 10 verlor ich meinen Dad. Er war depressiv und Alkoholiker, und nahm sich ganz plötzlich sein Leben. Seitdem ist halt nichts mehr wie es vorher war. Nicht die Tatsache dass er ging, sondern die Art wie.
Meine Gefühle habe ich über viele Jahre hin verdrängt (klar ich war ja auch noch ein Kind). Ich trage die Wut, Angst, Verzweiflung und Hilflosigkeit in mir, ebenso wie dieses Ohnmachtsgefühl, die Vergangenheit nicht ändern zu können. Von Selbstwertgefühl ganz zu schweigen (..wenn er mich doch lieb gehabt hat wieso ist er dann gegangen und hat uns verlassen...?). Mit späteren Beziehungen zu Männern machte sich mein "Problem" dann wieder bemerkbar. Ich fing an, unter schrecklichen Verlustängsten zu leiden, sobald sich ein Kerl mal später als gewohnt oder gar nicht meldete. Und nein, es wird leider nicht besser, sondern steigert sich immer mehr. Aber mehr dazu in der
Realität:
Mein Freund ist zurzeit in einem anderen Land (aus dem er auch ursprünglich kommt). Wir wohnen zusammen und er ist seit Mitte letzter Woche fort, und wird irgendwann nächste Woche wieder zurücksein.
Ich habe diese furchtbare Angst, dass ich nicht weiß, wo er ist und was er macht. Auch habe ich ein großes Problem, Männern überhaupt noch zu vertrauen (bei Frauen habe ich dies nicht). Es macht sich so bemerkbar, dass ich z.B. denke, dass er mich dort betrügt, mich vergisst, usw... Auch wenn mein Verstand mir sagt, dass diese Ängste nur Hirngespinste sind, bekomme ich jeden Tag über diese Sache Bauchschmerzen. Wir telefonieren jeden Tag ein paarmal, aber es reicht mir nicht. Mein Kontrollzwang ist auch ein Merkmal dieser Angst. Ich MUSS immer wissen, was er dort macht. Oft streiten wir mittlerweile am Telefon weil ich mich von ihm so zurückgesetzt fühle. Es ist nicht so wenn wir uns Stunden nicht sehen wenn wir beide z.B. arbeiten. Das ist dann für mich kein Problem. Er hat mir gegenüber auch einige Versprechen nicht gehalten (z.B. oft nicht angerufen wenn vereinbart), was mich natürlich noch in meinen Ängsten bestärkt. Für viele mag es eine Nichtigkeit sein, aber für mich bedeutet es die Welt. Ich klammere mich an solche Zusagen, weil ich es ..sagen wir mal...brauche. Das es nicht normal ist, ist mir bewusst. Aber ich schaffe es nicht alleine dies zu durchbrechen. Ich weiß dass es so nicht weitergehen kann und werde wohl eine Therapie machen müssen, da mir die Dinge langsam entgleiten.
Vor längerer Zeit wollte ich einmal eine Therapie beginnen, jedoch habe ich es dann wieder fallengelassen weil die Wartelisten unheimlich lang sind. Wenn es mir oberflächlich "gut" geht, verdränge ich dieses Problem wieder und will nichts davon wissen. Aber wehe ich fange an zu weinen, dann steigere ich mich wieder in die ganze ******* rein. Ich frage mich wie ich es schaffe, diese Sache endlich zu verarbeiten. Ich will nicht mehr. Diese Ängste hindern mich daran, ein freier und offener Mensch zu sein.
Ich danke jedem, der sich die Zeit genommen und meinen Beitrag gelesen hat. Vielleicht mag ja jemand von Euch was dazu sagen.


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