also, ehrlich gesagt, ich will meinen beitrag nicht so zerpflücken und überall ein bißchen hinschreiben, deswegen schreib ich nun mal hier.
ich möchte mir mal etwas von der seele schreiben.
ich habe angst auf spielplätze zu gehen oder andere orte, an denen viele menschen sind. ich bin darsteller auf mittelaltermärkten, trete sogar vor großen menschenmengen auf und habe da komischerweise keine probleme mit.
ich komme aus dem umland von berlin und wenn ich in berlin unterwegs bin fühle ich mich sehr unwohl. ich hab das gefühl, ich werde von allen fenstern aus beobachtet. sie sehen mich an, und obwohl ich nicht dick bin, glaube ich, dass die anderen menschen mich dick finden. bin ich auf den märkten, schlüpfe ich in eine andere rolle und eine andere zeit und da interessieren mich die anderen menschen garnicht. für mich ein pol um abzuschalten.
und, ich hab angst auf friedhöfe zu gehen. ich habe ein sehr ausgeprägtes gefühl, wenn ich jemandem begegne, der bald sterben wird. ich weiß, ich kann nicht hellsehen und ich dachte auch, dass ich mir das lange zeit nur eingebildet habe (ich habe auch eine sehr gute menschenkenntnis). also mit dem sterben fing an, als ich mit 16 meinen papa regelmäßig besucht habe. irgendwann bekam ich immer ein merkwürdiges gefühl, wenn ich ging, so als dürfte ich nicht gehen, weil ich ihn sonst nicht wieder sehe. und nach ca 9 monaten war er tot.
ich war dann ewig nicht mehr auf irgendeinem friedhof, ich konnte nicht, es war wie eine blockade in mir. und 6 jahre nach seinem tot, hatte ich im gefühl, dass ich auf den friedhof muss, um ihn gehen zu lassen, noch bevor ich auf den friedhof muss, weil ich wieder "muss".also ging ich an seinem 6. todestag auf den friedhof. ich hab mir in der zeit auch tierische sorgen um meine ma gemacht, aber ich dachte, weil sie im krankenhaus war.
8 monate nach dem ich auf dem friedhof war, musste ich dort auch meine ma beisetzen.
bei ihrer trauerfeier habe ich auch zum ersten mal erlebt, was einsamkeit überhaupt ist. ich saß ganz vorn in der mitte, rechts meine schwester mit ihrem pa und links meine omi mit ihrem sohn (meinem onkel). ich saß dazwischen und starrte nur die urne an.
dann war ich lange zeit nur mit mir beschäftigt (hatte depressionen, bindungsängste, autoaggressives verhalten,...).
letztes jahr im frühjahr, war meine omi im krankenhaus, sie lag dort mit 3 alten damen in einem zimmer. ich war zu besuch und als ich ging, sagte ich "auf wiedersehen", sah die eine frau an und dachte bei "oder auch nicht". am abend rief meine omi an und erzählte, dass diese frau verstorben wäre.
und, ich arbeite in der altenpflege, wo es mir auch schon öfter passiert ist, dass ich kurz bevor ein bewohner starb es gefühlt habe, oder geträumt habe.
so, erstmal das... auch wenn es nur ein kleiner auszug aus meiner vergangenheit ist. aber ich stoße immer nur auf mitleid und ratlosigkeit. ich will kein mitleid, ich brauche hilfe. ich weiß, dass ichzum arzt gehen sollte, aber ich kann nicht. ich trau mich nicht !
ich hoffe, hier kann mir jemand vielleicht ein paar hinweise geben wie ich mit einigen dingen umgehen kann/soll?
es belastet mich sehr.
ich danke euch schon mal im vorraus


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