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Thema: Ängste zerstören mein Leben

  1. #1
    Neuling
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    Unglücklich Ängste zerstören mein Leben

    Hallo liebe Leidensgenossen,

    meine Angst zerstört alles, was mir in meinem Leben wichtig ist. Ich möchte euch ein paar aktuelle Beispiele mitteilen:

    Derzeit interessiere ich mich für Musik und lerne, ein Instrument zu spielen. Es bereitet mir sehr große Freude. Die Musik ist meine beste Therapie, aber leider eine prima Gelegenheit für die Angst, zuzuschlagen.

    Vermehrt achte ich auf meine Gesundheit. Ich habe Angst, eine Krankheit zu bekommen, die es mir verhindert, weiterzulernen und eines Tages gut spielen zu können. Plötzlich sehe ich Gefahr in einem Teppich, von dem ich befürchte, dass er Krebs erregen könnte. Beim Zähneputzen habe ich Angst vor den Inhaltsstoffen der Zahnpasta. Beim Essen achte ich penibel auf Sauberkeit. Meine Hände muss ich sehr oft waschen. Heute Mittag habe ich kurz in das Licht des Kopiereres geschaut, nun fürchte ich, meine Augen könnten Schaden genommen haben. Letzte Woche rutschte ich aus und fiel auf meine Hand, die ich mir dabei ein wenig aufschürfte - das war eine Katastrophe! Hinter kleinen Wehwehchen, die ich mir vielleicht nur einbilde oder die psychischer Natur sind, vermute ich schlimme Krankheiten.

    Ein anderes Problem ist, dass ich alles was mir am Herzen liegt, sehr stark idealisiere. Hier zeigt die Angst ihre andere Seite. So habe ich zum Beispiel ein Problem mit Gegenständen. Wenn zum Beispiel ein Buch einen Makel hat (Fleck, Eselsohr, Knick, etc.), macht mich das verrückt. Auch hier zwingt mich die Angst, Hände zu waschen, bevor ich etwas anfasse. Ich achte penibel darauf, dass ich nichts verschmutze oder "beschädige". Im Falle der Musik ist es so, dass ich Angst habe, andere könnten meinen, die Musik sei mir nicht wichtig, wenn sie Makel an einem Buch oder CD etc. sehen. Ich habe Angst, dass ich nicht mehr die Berechtigung habe, das Instrument zu erlernen. - Klingt abstrakt, die Ängste in diesem Zusammenhang sind aber leider Realität für mich.

    Sehr schlimm ist die Angst davor, für etwas unberechtigt beschuldigt zu werden. So war ich heute Abend beim Einkaufen. Im Zeitschriftenregal war ein Magazin in Folie verpackt, da sich darin eine DVD befand. Ich interessierte mich dafür und nahm es in die Hand. Ich sah, dass die Folie an der Seite aufgerissen war. Sofort spürte ich mein Herz. Ich befürchtete, dass sich die DVD nicht mehr darin befand und fühlte mich sofort unter Verdacht, sie gestohlen zu haben. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren. Ich legte die Zeitung zurück, bekam einen roten Kopf und überlegte, was ich machen sollte. Früher wäre ich zu einer Verkäuferin und hätte sie darauf aufmerksam gemacht - doch diesen Gefallen erfülle ich meiner Angst schon gar nicht mehr. Ich überlegte, einen Moment, das Magazin zu kaufen, obwohl es mich nicht sonderlich interessierte - nur um die Angst loszuwerden! Ich nahm das Magazin ein zweites Mal in die Hand, um nach dem Preis zu sehen. Der Preis war zu hoch, um dafür die Angst auszulöschen. Ich legte es zurück. Die Angst wurde noch größer, da ich das Magazin zweimal in der Hand hatte. Wirkte das verdächtig? Auch diese Sorgen lassen mich heute nicht los.

    Das war nur schemenhaft dargestellt eine kleine Auswahl der Ängste, die mich in den letzten Tagen plagten, lähmten, traurig und hoffnungslos machten.

    Ich bin seit März in einer Therapie, die leider nicht so gut läuft. Darüber hinaus nehme seit etwa 15 Monaten ein Antidepressivum. Bereits vor circa sechs Jahren war ich längere Zeit in Behandlung. Mir ging es danach sehr gut, doch die Symptome sind nie vollständig abgeklungen. Heimlich still und leise schlichen sie sich langsam wieder ein.

    Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich weiß auch nicht, warum ich das alles hier am vorletzten Tag des Jahres veröffentliche. Es tut gut, seinen Kummer von der Seele zu schreiben. Vielleicht kann mich jemand verstehen...

    Alles Gute für das neue Jahr.

    Ich83

  2. #2
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    Es tut mir leid, dass du so schwer damit zu kämpfen hast. Und ich weiß auch nicht so richtig, was ich dir da raten soll, außer dir vielleicht einen neuen Therapeuten suchen, wenn es mit dem jetzigen nicht läuft.
    Zur Medikation: Vielleicht gibt es ein Antidepressivum, was dir besser hilft. Oft hilft da ausprobieren. So war es zumindestens bei mir...

    Lieber Gruß
    Jan

  3. #3
    Neuling
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    Hallo Jan,

    danke für deine Antwort. Es ist schwierig, jemanden etwas zu raten, da man immer selbst einen geeigneten Weg finden muss.

    An einen Wechsel des Therapeuten habe ich auch schon mehrfach gedacht. Ich glaube nicht, dass die gewählte Therapieform die beste für mich ist (derzeit tiefenpsychologische Psychotherapie). Eine Verhaltenstherapie würde mir vielleicht besser helfen. Ich habe versucht, mich aufgrund des Mangels an Therapieplätzen und wegen der langen Wartezeiten zu arrangieren, nach dem Motto, besser so als gar nicht. Nach so vielen Therapiestunden wird ein Wechsel wegen der Krankenkasse sicher auch nicht so einfach möglich sein. Ich habe kein Problem mit meinem Therpaeuten - er ist mir sympathisch - nur oft habe ich das Gefühl, mich nicht richtig öffnen zu können, da ich mich nicht vollkommen verstanden und ernst genommen fühle. Das ist keine gute Basis...

    Liebe Grüße

    Ich83

  4. #4
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    Standard Ich wünsche dir viel Kraft

    Hallo,

    ich stecke in einer ähnliche Situation. Eine Lösung kann auch ich dir nicht vorschlagen, da ich nicht mal für mich selbst einen Weg finde.

    Ich wünsche dir nur alle Kraft deinen Weg zu finden.

    LG. U.

  5. #5
    Neuling
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    Ja ich hab gelesen das ist sehr schwer, wenn du jetzt hier so schreibst kann man sich schwer hineinversetzen. aber ich sage dir trotzdem mal was ich denke.-----> ich will dir das ganz klipp und klar sagen, du musst dir die frage stellen ob die angst den begründet ist? in den meisten fällen ist es nicht so ! lass dich auch nicht täuschen wie beim einkaufen was siehst du die folie ist aufgerissen aber die tatsache ist doch du kammst später du hast es nicht geklaut . das ist fakt du hast es nicht geklaut! man muss dir veranschaulichen das es keine angst gibt . reflektier dich mehr ist die angst begründet? was ist eigentlich dein ziel? du willst doch musik machen, um dein ziel zu erreichen musst du dich davon verabschieden! du willst frei sein und was ich erkannt habe diese ganze angst behindert dich, also du musst davon wegkommen. auch muss man dir mehr selbstvertrauen geben ein gefühl geben das du sicher sein kannst. wichtig bei einer therapie ist der eiserne wille du musst mitarbeiten! du musst den willen haben frei zu sein. ich hoffe ich konnte damit einige denkanstöße geben. geh in die therapie aber mit willen dich von diesen ängsten die es nicht gibt zu befreien, übe auch mit dir selbst.

  6. #6
    Neuling Avatar von Puschi
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    Hallo Ich83!

    Also du machst ja bereits eine Therapie,deshalb hoffe ich,dass ich da als Laie nicht etwas zerrede,was der Profi so aufgebaut hat...aber vielleicht dennoch ein klitzekleiner Gedanke,der mir beim Lesen deines Beitrags so in den Kopf kam.

    Kann es sein,dass du dir deine ANGST inzwischen ein wenig zum Wegbegleiter gemacht hast?Der geliebte Feind sozusagen?

    Ich hab´selbst schon oft vor geöffneten Sachen in Läden gestanden und mich dabei ertappt,wie ich mir die Szene des beschuldigenden Verkäufers ausgemalt habe.
    Ich habe auch angefangen,mir Ökozahncreme zu kaufen,weil ich irgendwie auf den Trichter kam,die "normale"Zahncreme MUSS schädliche Inhaltsstoffe haben...ohne mich darüber schlau gemacht zu haben...

    Will damit sagen-manches,was du so denkst oder fühlst ist vielleicht auch ganz normal (aber was ist schon normal?),nur stülpst du ohne Zögern sofort den einen Mantel darüber,der immer bereit hängt-die Angst.

    Du hast hier nun wahrscheinlich nur einen kleinen Teil deiner Ängste geschildert,so dass mir das Ausmaß gar nicht klar ist.
    Aber vielleicht solltest du mal versuchen,nicht immer gleich alles unter das Thema ANGST zu subsumieren...dich mal von deiner routinierten Wertung allen Denkens und Empfindens lösen...dich nicht fortlaufend selbstanalysieren...
    ...vielleicht hast du eigentlich keine Angst vor den jeweiligen vermeintlichen Auslösern,sondern davor ständig Angst zu haben.
    Damit beißt sich die Katze dann in den Schwanz und erschrickt vor dem Schmerz...

    Will damit dein Problem nicht runter spielen-versteh´das also bitte nicht dahingehend.Will nur eine Perspektive geben,die man vielleicht auch darauf haben kann...

    Ich wünsche dir auf jeden Fall,dass du einen Weg findest,dich von all dem freizumachen!
    Geändert von Puschi (02.01.2011 um 17:02 Uhr)

  7. #7
    Neuling
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    Hallo allerseits,

    ich hoffe, jeder von euch ist gut im Jahr 2011 angekommen.

    Vielen Dank für eure Antworten. Mir war bewusst, dass ich kein Einzelfall bin, trotzdem ist es ermutigend zu lesen, dass euch die Probleme nicht unbekannt sind.

    @Othmar
    Danke für deine Worte, sie machen mir Mut. Ich weiß, dass meine Ängste in den meisten oder vielleicht sogar allen Fällen unbegründet sind. Dennoch drängen sie sich immer wieder auf. Ich habe einen guten Freund, den ich immer von meinen Ängsten erzähle. Er muss mir Sicherheit geben. Das ist keine gute Lösung, aber gegen manche Ängste ist bisher kein besseres Kraut für mich gewachsen. Aber ich will FREI sein!

    @Puschi
    Du hast recht. Ich habe inzwischen Angst vor der Angst. Angst, davor, dass mir die Angst, die vielen angenehmen Seiten des Lebens zerstört. Leider ist sie derzeit meist stärker als ich. Doch ich hoffe, am Ende besiegt mein Wille die Angst.

    Liebe Grüße

    Ich83

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