folgender text ist zwar nicht von mir verfasst (sondern von Helix - siehe anderes psychologieforum im netz), enthaelt aber meiner meinung nach wichtige informationen bezueglich der verschiedenen berufsbezeichnungen, die man vielleicht kennen sollte, wenn man sich laenger in einem forum, wie diesem aufhaelt:
quote:"Es gibt im Grunde drei Berufsgruppen, die ihre Dienste an Menschen mit Lebenskrisen und psychischen Poblemen anbieten: Aerzte, Diplom-Psychologen und Diplom- bzw Sozialpaedagogen.
Am haeufigsten denkt man bei psychischen Stoerungen und Psychotherapie wohl an den Psychiater. Ein Psychiater ist Arzt, hat also Medizin an einer Universitaet studiert und danach eine Ausbildung zum Facharzt fuer Psychiatrie gemacht. Die Anteile an psychologisch-psychotherapeutischen Methoden in dieser Ausbildung sind relativ gering. Der Psychiater ist spezialisiert auf die medikamentoese Behandlung seiner Patienten. Wer von starken Aengsten und Phobien begleitet ist, schweren Depressionen, Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder sonstigen Symptomen, sollte unbedingt mit Psychopharmaka behanldelt werden, um stabilisiert zu werden. Dafuer ist je nach schwere der Stoerung (generell aber doch eher haeufig) eine stationaere Aufnahme in einer psychiatrischen Klinik notwendig. Hier ist die Einstellung auf ein Medikament am sichersten, da der Patient unter Aufsicht ist, falls sich sein Zustand abrupt veraender sollte und kann der Blutspiegel kontinuierlich ueberprueft werden. Auch kommt es weniger schnell zum "Selbstabsetzen" eines Medikaments. Die meisten Medikament entfalten ihre Wirkung erst nach mehreren Tagen (bis hin zu 6 Wochen), die Nebenwirkungen spuert man jedoch meist unmittelbar nach der Einnahme. Daher brechen viele Leute die Behandlung fruehzeitig ab. Da kann natuerlich durchaus Sinn machen, wenn etwa die Nebenwirkungen untolerierbar sind.
Ein Neurologe hat ebenfalls Medizin studiert, hat danach allerdings eine Ausbildung zum Facharzt fuer Neurologie gemacht. Er diagnostiziert Schaedigungen des periferen und zentralen Nervensystems, inkl. des Gehrins mit z.B. Reflexkontrolle, Computertomographie, klinischen Gespraechen und dergleichen und behandelt diese medikamentoes. Die Behandlungsgebiete von Psychiatern und Neurologen haben sich schon immer stark ueberschnitten, so war z.B. Sigmund Freud ein Wiener Nervenarzt, also ein Neurologe. Auch heute haben beide Berufe viel miteinander zu tun, da viele psychiatrische Bilder auf gestoerte Gehirnfunktionen zurueckgefuehrt werden (man spricht dann auch von Neuropsychiatrie).
Etwas voellig anderes hingegen ist ein Diplom-Psychologe. Dieser hat Psychologie an einer Universitaet studiert. Die Psychologie selber gliedert sich in viele Teilbereiche, deren gemeinsamer Nenner das Erklaeren und Verstehen von menschlichem Verhalten und Erleben mittels wissenschaftlicher Methoden ist. So befasst sich bspw. die Arbeits- und Organisiationspsychologie u.a. mit Bedingungen am Arbeitsplatz, die Arbeitszufriedenheit bestimmen oder dem Zusammenhang zwischen Arbeit und (psychischer) Gesundheit im Allgemeinen, mit der Personalselektion, der Schulung von Fuehrungskraeften oder auch mit Kundenzufriedenheit. Die Biologische Psychologie untersucht die Vorgaenge im Gehirn von Saeugetieren, wenn diese Schlafen, Wachen, Traeumen, Denken, Fuehlen usw. Daneben gibt es noch die Kulturpsychologie, Differentielle Psychologie, Mathematische Psychologie, Sozialpsychologie, Psychogerontologie, Entwicklungspsychologie und und und. Der Bereich, denn man gemeinhin mit "der Psychologie" in Verbindung bringt, ist allerdings die Klinische Psychologie. Es ist zwar der groesste Teilbereich innerhalb der Psychologie, allerdings studiert die Mehrzahl der Psychologiestudenten nicht Klinische, sondern verteilen sie sich ueber die anderen Bereiche. Es ist also nicht so, dass die meisten Psychologen spaeter Leute therapieren, sondern die meisten arbeiten spaeter in Forschung, Lehre und in Betrieben.
Als Psychotherapeut - und um sich so nennen zu duerfen - benoetigt man eine spezielle Ausbildung, die in Vollzeit 3 Jahre, in Teilzeit 5 Jahre dauert. Sie kann nur einer staatliche akkreditierten Einrichtung geleistet werden und beinhaltet neben Vorlesungen und Selbsterfahrungsanteilen ein Psychiatriejahr (1000 Stunden) und ein halbes Jahr (600 Stunden) in einer ambulanten Praxis oder psychosomatischen Klinik. Momentan werden solche Ausbildungen fuer die Therapierichtungen Psychoanalyse, Tiefenpsychologisch fundierte Therapie und fuer Verhaltenstherapie angeboten. Diese stellen somit die drei "Richtlinienverfahren", die von allen gesetlichen und privaten Krankenkassen bei "Stoerungen mit Krankheitswert" bezahlt werden, weil sie ihre Wirksamkeit in wissenschaftlichen Studien bewiesen haben. Anzunehmen ist, dass bald auch die Gespraechspsychotherapie aufgenomen werden wird, da diese als ebenfalls gut theortisch unterbaut und praktisch wirksam gilt.
Fuer Aerzte gelten keinerlei Beschraenkungen, jeder Arzt ist zur Ausbildung zu gelassen (Aerztlicher Psychotherapeut). Haeufig sind dies jedoch Neurologen und Psychiater, die danach die Zusatzbezeichnung "Psychotherapie" fuehren duerfen: so z.B. der "Facharzt fuer Psychiatrie und Psychotherapie" Hieran erkennt man, ob ein Psychiater zusaetzlich in psychologischen Methoden und Gesrpaechstechniken ausgebildet wurde, oder ob er ausschliesslich mit Medikamenten behandelt. Aber auch andere Aerzte koennen die Ausbildung zum Psychotherapeuten machen (ob er nun vorher Facharzt fuer Kardiologie oder fuer Chirurgie oder etwa fuer Proktologie gewesen ist). Diese tragen dann die Bezeichnung "Facharzt fuer Psychotherapeutische Medizin" (es wird momentan diskutiert, ob dieser Titel in Zukunft in "Facharzt fuer Psychosomatik und Psychotherapie" umbenannt wird). Sie setzen sich im Gegensatz zu obigen nicht mit den "grossen psychiatrischen Bidlern" wie Schizophrenie oder Manisch-Depressiven Stimmungsstoerungen auseinander. Saemtliche Aerzte duerfen Medikamente verschreiben.
Ein Diplom-Psychologe muss, will er Psychotherapeut werden, das Fach Klinische Psychologie als Schwerpunkt studiert haben. Hieraus ergibt sich, dass ein Psychologe ungemein hoehere Anteile an heilkundlich relevanten Inhalten in seiner Ausbildungszeit gehabt hat. Im Schnitt hat ein fertiger Psychologischer Psychotherapeut ca. dreimal soviel ueber psychische Krankheiten, deren Erforschung, Diagnostik und Behandlung gelernt wie ein Arzt. Da er kein Mediziner ist, darf er keine Medikamente verschreiben. Er behandelt ausschliesslich mit Gespraechen, Uebungen, und anderen psychologischen Techniken. Da Medikamente in vielen Faellen dennoch ratsam sind, arbeiten die Psychologische Psychotherapeuten und Fachaerzte fuer Psychiatrie haeufig zusammen.
Innerhalb der Psychotherapie gibt es zwei Ausbildungsgaenge: einen "grossen Psychotherapeuten", der sowohl Kinder und Juendliche, als auch Erwachsene behandeln darf und einen "kleinen Psychotherapeuten", der ausschliesslich Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre behandeln darf. Zu dieser Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind neben Aerzten und Diplom-Psychologen auch Sozial- und Diplom-Paedagogen zugelassen.
Als letztes sind noch die Heilpraktiker zu nennen. Diese haben eine Ausbildung zum Heilpraktiker an einem privaten Institut gemacht. Diese bieten ebenfalls psychotherapeutische Hilfe an, duerfen sich laut gesetzlicher Regelung allerdings nicht Psychotherapeuten oder aehnliches nennen. Ihre Ausbildung, die sich auf Selbsterfahrung und Seminare beschraenkt, ist je nach Institut unterschiedlich und kann daher zwischen 15 Tagen und einem Jahr dauern. Solche laengeren Seminare beinhalten jedoch immer noch bis zu zehnmal weniger Stunden in relevanten heilkundlichen Faechern als sie ein Aerztlicher Psychotherapeut ableistet, sowie bis zu 25-mal weniger Stunden als ein Psychologischer Psychotherapeut. Bei den beiden letzten kommen dann noch die praktischen Anteile im Psychiatriejahr und der ambulanten/psychosomatischen Ausbildung hinzu. Die Behandlung durch Heilpraktiker (z.B. "psychologische Berater" oder - obwohl nicht mehr legitim - der "Fachtherapeut fuer Psychotherapie (HPG)") wird von vielen gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Private (Zusatz-)Versicherungen, aber auch zunehmend mehr gesetzliche Krankenkassen tun dies.
Bei der Suche nach einem geeigneten Psychotherapeuten kann man sich an seinen Hausarzt wenden oder die Krankenkasse um eine Liste der Vetragsbehandler bitten (anrufen - zuschicken lassen). Bei der Suche nach einem Psychologischen Psychotherapeuten kann man auch beim Psychotherapie-Informationsdienst anrufen oder erstmal in deren Online-Datenbank suchen: www.psychotherapiesuche.de .
Fuer aehnliche und weitere Informationen:
http://www.bdp-verband.org/psycholog...therapie.shtml "
bye nemi


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren

Lesezeichen