Hallo an alle,
Ich habe mich gerade neu angemeldet, weil ich einfach nicht mehr weiß, wie ich mit meinem Umfeld umgehen kann- ich bringe es nicht über mich, mit Freunden über meine wirklichen Probleme zu sprechen, da ich weiß, dass sie das sehr verstören und sie von mir entfernen würde...
Am besten, ich lege einfach mal meine Situation dar, es würde mich sehr freuen, wenn jemand, der vllt. erfahrung mit ähnlichem hat oder auch jemand, der mir Empfehlungen geben kann, was ich tun sollte, mir antwortet, bin dankbar für jedes Lebenszeichen...
Seit dem ich klein bin habe ich aggressive Zwangsgedanken oder etwas in der Art.. ich bin in diversen psychologieforem auf diesen Begriff gestoßen und denke, er trifft es am besten. ich habe versucht, in Büchern herauszufinden, weshalb ich sie habe, und bin auf einiges gestoßen, dass mir hinweise darauf gab.
Als Kind wurde ich von anderen nie wirklich akzeptiert, anlasslos regelrecht gehasst, und auch wenn ich sehr liebevolle Eltern hatte/habe, habe ich mich unablässig ausgegrenzt und allein gefühlt, habe praktisch begonnen, in meiner eigenen Welt zu leben.
Das der Drang, andere Menschen zu verletzen unnormal ist, merkte ich recht schnell und behielt es für mich.
Ich denke, mit der Zeit wurde es schlimmer. Ich fand zwar (wenige aber gute) Freunde, doch der Großteil der Gleichaltrigen sah mir stets mit einer Art Verachtung entgegen, ich weiß nicht warum. Vielleicht spürten sie meine Unsicherheit. Auf jeden Fall gab es viele unschöne Erlebnisse, die mich nachhaltig geprägt zu haben scheinen.
Meine Gedanken vertieften sich, immer wieder stieg dieser Drang, einfach mit einem Messer auf alles und jeden um mich herum einzustechen, es gab Tage, in denen ich mich in meinem Zimmer eingeschlossen habe, und einfach nur auf Pappschichten, Holz oder der gleichen eingestochen habe, bis ich nicht mehr konnte. Ich habe versucht, Tiere zu töten, um mich abzureagieren, durch Verkettungen von Zufällen kam ich nicht dazu.
Ich begann mich für Gifte zu interressieren, Sammelte und Konservierte Giftpflanzen und Messer, richtete mein Leben darauf aus, irgendwann einen Menschen zu töten. Ich befasste mich intensiv mit (Serien)Mördern, dem Todesvorgang, Überwältigungstechniken (Menschen zur Bewusstlosigkeit führen, fesseln etc.) und der gleichen. Ich suchte nach Orten und Möglichkeiten. Begann zu planen (ich nehme an, es ist unklug, auch hier näher darauf einzugehen).
An dieser Stelle muss ich weitere meiner Wesenszüge erläutern.
Ich fühle vielleicht so viel wie andere Menschen, allerdings konzentriert sich dies auf sehr, sehr wenige. Fast niemand in meiner Umgebung bedeutet mir etwas, die meisten Menschen sind mir vollkommen gleichgültig (auch freunde und familie), bedeuten mir einfach nichts. Wenn ich mich verliebe, dann konzentriert sich all mein sonst nicht vorhandenes gefühl auf diesen menschen.
Nun ja, und wenn ich tatsächlich einmal in der lage bin, sehr starkt zu empfinden und diese Gefühle dann gehen- entsteht eine Art Lücke. Diese Lücke füllt sich dann seehr schnell mit Dunkelheit. Ich kenne mich da recht gut. Wenn ich eine Art Verlust erleide, steigt das Maß meines Dranges ins schier unermessliche.
Gut, ich denke, die meisten Vorraussetzungen, um mein Debakel, in dem ich mich im Augenblick befinde, habe ich gegeben und komme daher nun zu meiner momentanen Situation...
Vor etwa einem Jahr habe ich einen Menschen gefunden, dem ich augenblicklich vollkommen verfallen war, bis heute fühle ich mich emotional extrem an ihn gebunden. Seine Gegenwart vermochte zu dem meine Gedanken irgendwie verschwinden zu lassen - es ist vollkommen seltsam, in seiner Gegenwart erscheint mir der Gedanke, einen Menschen zu zerstückeln absurd... Nun, um es kurz zu halten, nachdem er mir zusehends Hoffnungen gemacht hatte, hat er mich nun recht emotionslos abgewiesen.
Im Augenblick befinde ich mich in einer Art Schocksituation, stehe vollkommen neben mir.
Es fällt mir sehr schwer, darüber zu reden, dennoch habe ich mich einem Menschen anvertraut, allein was meine emotionale Misslage betrifft.
Dieser Mensch hat mir nun dringendst angeraten, mir psychologische Hilfe auf grund der Tatsache, dass ich aus meiner Trauer, an die ich mich zu klammern scheine, allein nicht mehr befreien kann.
Nun allerdings ist da ein Problem... wenn ich es tatsächlich schaffte, all diese mich praktisch gänzlich ausfüllenden Gefühle vedrängen/ verschwindenlassen zu können, weiß ich ganz genau, dass ich stärker als je davon besessen sein werde, Menschen töten zu wollen.
Wenn ich mir psychologische Hilfe suche, weiß ich, dass zumindest ein fähiger Psychologe diese ganzen meiner Probleme aufdecken wird.
Nun etwas, was vielleicht verstörend wirken könnte... ich will meine zwangsgedanken nicht loswerden. sie sind ein solch enormer teil von mir und außerdem ansonsten die einzige möglichkeit für mich... zu fühlen. ohne sie bin ich nur halb existent. die einzige für mich annehmbare Alternative wäre eben dieser Mensch gewesen, der meine perfekte ergänzung gewesen wäre. Doch nun... stehe ich davor, entwederso lang wie möglich an dieser negativen Form von Liebe festzuhalten und meine beste Freundin mit meiner Verzweiflung ebenfalls zu verzweifeln (und stück für stück mein Leben zerstören), darauf warten, dass mich die Dunkelheit einholt, oder mir Psychologische Hilfe suchen.
Ein vernunftbegabter Mensch sieht hier gewiss nur einen Weg. Doch ein solcher bin ich nicht. Ich weiß, dass niemand mir helfen kann, wenn ich es nicht will.
Und nun bin ich von etwas wie einer nach Tod riechenden Mischung aus Angst, schlechtem Gewissen, diabolischer Vorfreude, Verzweiflung, Trauer und regelrechter Panik besessen... das ich einfach nicht mehr weiß, was ich tun soll!
Ich zittere am ganzen Leib und habe angst, diese wenigen Menschen, die mir etwas bedeuten zu verletzen. Was würde aus ihnen werden, wenn mein dunkles selbst entgültig ausbricht? Was wird aus mir, wenn ich keinen Ausweg finde?
Ich habe Angst.
Es würde mir unglaublich viel bedeuten, Antworten zu erhalten. ich weiß nicht, wohin mich sonst zu wenden...
Danke.


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren




Lesezeichen