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Thema: Agoraphobie konfrontationstherapie

  1. #1
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    Standard Agoraphobie konfrontationstherapie

    Guten Abend.

    Ich weiß garnicht ob dies hier das korrekte unterforum für meine frage ist, hoffe aber das es nicht allzuschlimm sein wird, sollte das nicht der fall sein.

    Ich bin 24 Jahre alt und leide nun seit 6 Jahren an Agoraphobie mit Panikattacken die in höhen und draussen auftreten.

    draussen bedeutet hierbei überall draussen, sobald ich vor die tür gehe steigt kurze zeit später die angst.

    wie gesagt ist das seit 6 jahren der fall, ich bin immer wieder bei verschiedenen therapeuten gewesen und habe verschiedene ansätze dazu gesagt bekommen (von extremer kognitiver therapie bis medikamentöse behandlung usw.) bin auch schon für einige wochen in einer örtlichen klinik gewesen, was mir anfangs zwar geholfen hat mir aber zuviel wurde und am ende nicht gereicht hat.

    wie auch immer, der hintergrund für diesen thread ist folgender...

    gestern abend war der 25 Geburtstag eines alten kollegen, und ich war eingeladen - viele meiner alten kollegen waren anwesend, und auch wenn ich vorher wirklich oft mit dem gedanken spielte nicht hinzugehen, weil die angst zu gross sein könnte (agoraphobie halt) hab ich mich überwunden und es am ende auch durchgezogen.

    auf anfänglichem mulmig sein (die party fand draussen aber unter einem kleinen festzelt statt) folgte mit steigendem alkoholpegel normalität welche ich schon fast nicht mehr kannte, welche mich den abend sogar bis heut morgen um 8 ausrezein liess.
    vllt. kann man sich vorstellen wie man nach 6 jahren so einen abend erlebt - einfach wahnsinnig glücklich.

    die frage die sich mir nun stellt ist folgende - mir wurde geraten mithilfe von medikamenten (antidepressiva) die konfrontation der krankheit anzugehen, was ich aber bis dato ablehne da ich einfach keine lust habe darauf sitzen zu bleiben und mir nicht genau vorstellen kann was mich erwartet.

    würden solche medika den quasi selben effekt erzielen wie es der alkohol getan hat? ich rede von der angst schwelle die halt gestern abend praktisch nicht vorhanden war..

    ebenso würde mich interessieren ob (keine sorge, ich habe nicht vor alkoholiker zu werden und kann mich 100%ig beherrschen was das angeht) so ein abend "gut" ist, was die angst bekämpfung angeht.

    denn im grunde ist es ja so, je mehr mein gehirn merkt das draussen keien angst aufkommt, desto besser schult es sich wieder darin und die angst wird weniger.
    wenn ich durch den alkoholeinfluss keine panik habe, lernt das hirn daraus dann immernoch?

    vielleicht etwas komische fragen, das ganze ging mir nur grad so durch den kopf und daher dachte ich in einem forum nachzufragen wäre nicht verkehrt.

    mfg Patch

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    hallo,

    würden solche medika den quasi selben effekt erzielen wie es der alkohol getan hat?
    sicher nicht. ADs nehmen die größten Spitzen raus, so dass der Druck gemildert wird. Dadurch ergibt sich ein entspannterer Handlungsspielraum, indem man die therapeutische Arbeit machen kann.

    Mit Alk wäre ich ganz vorsichtig, weil der i.d.R. nichts anderes macht, als die Grundstimmung zu verstärken. D.h. der Schuss kann auch mal nach hinten los gehen. Du warst an dem Abend mutig und entschlossen. Ich könnte mir vorstellen, dass die anfänglichen Gedanken, nicht hinzugehen, viel Gewohnheit waren, weil Du eben schon sehr lange in diesem Muster bist. Aber dass Du das durchgezogen hast, weil das Umfeld Dir vertraut war und die Kollegen vermutlich sympathisch. Das hat sich dann durch den Alk vll noch verstärkt. Aber wie gesagt - das kann bei einer anderen Grundstimmung und Grundhaltung genau ins Gegenteil laufen.

    mir wurde geraten mithilfe von medikamenten (antidepressiva) die konfrontation der krankheit anzugehen, was ich aber bis dato ablehne da ich einfach keine lust habe darauf sitzen zu bleiben und mir nicht genau vorstellen kann was mich erwartet.
    Was lehnst Du ab? Die ADs? Die Konfrontationstherapie? Oder beides? Konfrontation ist bei Angststörungen das beste überhaupt. Ob man dazu ADs braucht, oder ob ein guter Therapeut da auch andere Mittel und Wege findet (mir fällt da spontan Atemtherapie ein), das kann und will ich nicht beurteilen. Aber mit Konfrontationstherapie solltest Du Dich schon auseinandersetzten. Müsste es bei Deiner Therapieerfahrung doch auch schon Berührungen gegeben haben, oder nicht?

  3. #3
    Neuling
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    hi,

    okay die alkohol sache könnte nach inten losgehen - dennoch steht die frage offen, ob der zustand der durch den alkohol erreicht wird, wenn er dann positiv ist, trotzdem diese "lernphase" für das gehirn liefert, als wäre ich nun normal draussen.

    und nein, die konfrontation lehne ich nicht ab, nur die AD´s bisher.
    ich möchte halt wie gesagt nicht am ende dadrauf hängen bleiben oder was auch immer.

    die lage bei mir ist halt immoment so das eine art konfrontationstherapie läuft, aber nicht regelmässig und auch nicht immer sehr erfolgreich - der abend aber vorgestern war einfach mal wieder spaß im leben haben irgendwie, und ich fühle mich dadurch bereit öfter an geburtstagen/feiern teilzunehmen und mich nicht davor zu drücken.

    und wenn man das verbinden kann weil der mut dafür einfach vorhanden ist, wäre das dann ideal.

  4. #4
    Schreiberling
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    Hallo,

    Zitat Zitat von Patch Beitrag anzeigen
    okay die alkohol sache könnte nach inten losgehen -
    auf alle Fälle.

    Zitat Zitat von Patch Beitrag anzeigen
    dennoch steht die frage offen, ob der zustand der durch den alkohol erreicht wird,
    Die Antwort ist ein klares Nein. Alkohol dient höchstens der zeitlichen Unterdrückung von Ängsten und Gedanken, aber lernen kann man damit nichts. Eine Angst muss überwunden werden und das geht nur im bewussten Zustand, den Du mit Alkohol nur beschränkt bis kaum hast.

  5. #5
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    hey patch

    ich habe auch eine spinnenphobie, ist bei mir auch schon recht extrem.

    Was für Sachen gehen dir durch den Kopf, beim Anblick einer Spinne?
    Ich denke total ulkige Sachen, wenn ich gezwungen werde eine erlegen zu müssen, weil ich sonst eben z.b. nicht schlafen kann. sie könnte sich ja plötzlich aufschrecken und mir direkt entgegen kommen oder mich komplett einspinnen oder mutieren zu einer extremen krassen spinne, die auf einmal in dem Moment, in dem ich sie erlegen will, schnell an mir langkrabbelt und mich dann einspinnt. (Ich habe übrigens noch keine Spinne gesehen, der das nur annährend gelungen ist *g*)

    ich habe mir einen spinnentrick überlegt!

    Es hilft bei mir, wenn ich die Spinne folgendermaßen "entschärfe": Ich schiele mit den Augen so sehr, dass sie nicht mehr so nach "spinne" aussieht, sondern wie ein dicker schwarzer käfer und dann wird die Angst (bei mir zumindest) deutlich kleiner und mir kommen dann auch nicht so komnische Gedanken in den Kopf.

    Hilft bei mir wirklich. Obwohl ich weiß, dass es sich ja noch immer um eine Spinne handelt, löst bei mir nur das scharfe Spinnenbild ekel-angst-schauer aus.

    Das Glück - Kein Reiter wird's erjagen, es ist nicht dort und ist nicht hier.
    Lern überwinden, lern entsagen, und ungeahnt erblüht es dir.

    Theodor Fontane

  6. #6
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    Zitat Zitat von honeymoon Beitrag anzeigen
    hey patch

    ich habe auch eine spinnenphobie, ist bei mir auch schon recht extrem.

    Was für Sachen gehen dir durch den Kopf, beim Anblick einer Spinne?
    Ich denke total ulkige Sachen, wenn ich gezwungen werde eine erlegen zu müssen, weil ich sonst eben z.b. nicht schlafen kann. sie könnte sich ja plötzlich aufschrecken und mir direkt entgegen kommen oder mich komplett einspinnen oder mutieren zu einer extremen krassen spinne, die auf einmal in dem Moment, in dem ich sie erlegen will, schnell an mir langkrabbelt und mich dann einspinnt. (Ich habe übrigens noch keine Spinne gesehen, der das nur annährend gelungen ist *g*)

    ich habe mir einen spinnentrick überlegt!

    Es hilft bei mir, wenn ich die Spinne folgendermaßen "entschärfe": Ich schiele mit den Augen so sehr, dass sie nicht mehr so nach "spinne" aussieht, sondern wie ein dicker schwarzer käfer und dann wird die Angst (bei mir zumindest) deutlich kleiner und mir kommen dann auch nicht so komnische Gedanken in den Kopf.

    Hilft bei mir wirklich. Obwohl ich weiß, dass es sich ja noch immer um eine Spinne handelt, löst bei mir nur das scharfe Spinnenbild ekel-angst-schauer aus.
    Hey, Danke für den tipp - aber ich habe eine Agoraphobie und keine Arachnophobie

    Da wirds schwer in den Himmel zu schielen und sich was anderes vorzustellen

  7. #7
    Nachwuchs Autor
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    oh sorry, hab ich wohl verwechselt man hät das thema aber auch für ne arachnophobie lesen können *g*


    lg


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  8. #8
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    Hey Patch,

    was Du auch immer zu Dir nimmst, Alk oder andere Substanzen wird auf jeden Fall - wenigstens langfristig - das Ergebnis Deiner Therapie - und konfrontatative Therapien sind einfach das Mittel der Wahl bei Ängsten - verschlechtern. Es erhöht das "Rückfallrisiko".
    Das heißt, such Dir einen guten Therapeuten, dem Du wirklich vertraust, nimm all Deinen Mut zusammen und geh Deinen Weg. Mir würde ein ärztlicher Therapeut in dem Fall etwas mehr Sicherheit geben, sodass ich wüsste, ich nehme keinen körperlichen Schaden (Adrenalin und was da alles fließt ist ja sicher auch nicht immer gesund).
    Aber das muss jeder selbst entscheiden.
    Am besten sprichst Du ausführlich mit den Leuten, wie sie arbeiten. Ich kann mir vorstellen, dass eine desensibilisierende Therapie (also Panik-Auslöser erstmal in kleinen "Dosen", dann steigern) ganz gut wäre, wobei es Leute gibt, die nur auf Flooding stehen (volle Dosis ohne Hilfestellung). Dafür sollte man aber vielleicht vorher abklären, was die Hintergründe sind, weil das auch gefährlich sien kann.

    Nach Freud hat das was mit der Angst vor Versuchungen zu tun.
    Insofern wären Sex, Drugs & Rock'n'Roll vielleicht auch auf anderer Ebene hilfreich. Ich würde bestimmt niemandem empfehlen zu trinken, genießen ist dagegen immer gut. Vielleicht machst Du ja mal nen Tantra-Kurs ...

    Viel Glück!

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