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Thema: Alkoholiker

  1. #9
    Gast784
    Gast

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    hallo Annemarie,

    ich nehme an, Coda ist Dir ein Begriff http://www.coda-deutschland.de/

    Es geht nicht nur darum, Verständnis bei anderen Betroffenen zu finden, sondern auch darum, die Strukturen hinter dem eigenen Muster zu begreifen und sich ein Hilfsnetz zu schaffen. Vll gibt es noch andere SH-Gruppen. Ich kenne nur die Gruppen, die nach dem 12-Schritte-Programm arbeiten und ich finde das Konzept sehr gut, gerade wenn dann solche Momente aufkommen, wo man sich wie ein Verräter fühlt oder Zweifel daran hat, für sich selbst sorgen zu dürfen. Das ist ja diese Abhängigkeit, die es zu überwinden gilt.

  2. #10
    Neuling
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    Standard CO-Abhängig

    Hallo Ihr Lieben!
    Ich habe oft zu anderen Beiträgen etwas geschrieben!
    Heute kann ich endlich etwas positives zum Thema meines ersten Threads berichten!
    Die Situation zwischen Ernst und mir hat sich dramatisch verschlechtert.
    Ich will gar nicht lange darauf eingehen, was genau passiert ist.
    Auf jeden Fall, hab ich es geschafft, daß Ernst vor von paar Tagen mit mir bei einer Beratung war.
    2 Tage später, am Montag hat er zu trinken aufgehört!
    Es ist mir absolut ein Rätsel, aber heute ist der 4.Tag, an dem er nichts trinkt! Er hat (obwohl dies schon passiert ist, wenn er zu lang geschlafen hat), absolut keine Entzugserscheinungen! Er ißt viel mehr, vor allem gesunde Sachen, er ist sehr gut drauf, sehr ruhig, wir REDEN über alles..! Ich könnte noch viel mehr positives schreiben und iCH weiß, daß es nur der Anfang ist! Ich weiß, das "er sich auf dünnem Eis bewegt", daß morgen schon alles anders sein kann. Aber er ist so motiviert, der Alkohol geht Ihm gar nicht ab. (Müßte er nach 4 Tagen nicht schon entgiftet sein?..)
    Nächste Woche (sein Arzt war auf Urlaub), macht er eine Gesundenuntersuichúng, um zu sehen, was der Alkohol in seinem Körper schon angerichtet hat. Auch das ist wie ein Wunder für mich, er war mehr als 15 Jahre bei keinem einzigen Arzt mehr, krank oder nicht krank..!
    Erst heute habe ich Ihm Eure Antworten und Ratschläge vorgelesen, es hat Ihn sehr berührt...!
    Im Moment kann ich nur mehr "DANKE" sagen-Euch allen-, ich halte Euch-wenn es Euch interessiert-gerne auf dem Laufenden, wie es weitergeht..!
    Liebe Grüße, Annemarie
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  3. #11
    Verleger Avatar von Natz
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    Hallo Annemarie,
    ich will Deine Freude ja nicht schmälern aber meistens ist es nicht ganz so einfach. Was hilfreich wäre, wäre wenn Dein Mann sich auf jeden Fall zu den AAs begibt, denn es werden auch wieder schwierigere Zeiten kommen und er wird die Unterstützung brauchen. Es wäre toll, wenn er durchhält aber er soll sich auch Hilfe holen.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

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    Hackstock2 (14.09.2010)

  5. #12
    Gast5559
    Gast

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    Annemarie,

    von mir erst einmal ein herzlicher Glückwunsch zum berichteten Fortschritt.

    Dennoch habe auch ich meine Bedenken. Jahrelanger Kontakt mit Alkoholikern und eigene, etwas anders gelagerte, aber dennoch ähnliche Suchterfahrungen lassen mich wie Natz dazu raten, dass sich Dein Mann einer Gruppe anschließen sollte. Diese kann in Zeiten der Anfechtungen, die so sicher kommen werden wie das Amen in der Kirche, Ausrichtung und Stabilität vermitteln. Entscheiden muss das Dein Mann selbst. Da Du ihm ja unsere Stellungnahmen schon vorgelesen hast, lies ihm doch diese auch noch vor:

    Bitte nicht auf die leichte Schulter nehmen: Die Sucht meldet sich genau dann (wieder), wenn man schon nicht mehr damit rechnet. Dann sind Gruppen unbezahlbar!

    Übrigens hat längst nicht jeder Alkoholiker Entzugserscheinungen.

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    Hackstock2 (14.09.2010)

  7. #13
    Neuling
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    Standard ....jeder Tag...

    Liebe Biggi, Lieber Natz!
    Vielen Dank für Eure Gedanken!
    Natürlich habt Ihr recht damit das Ernst eine Therapie bräuchte, daß man das Problem nicht auf die leichte Schulter nehmen darf..., usw.!
    Leider kann Ernst noch nicht wirklich akzeptieren, daß es mit nicht trinken allein nicht getan ist!
    Aber, ich merke deutlich, daß er beginnt, umzudenken! Er beginnt langsam, sich wirklich mit dem Problem zu AUSEINANDERZUSETZEN!
    Das kann ich nur an einem Bsp. erklären: ich hatte vor Jahren an einem 4wöchigen Nichtraucherprogramm teilgenommen. Wir durften 14 Tage normal rauchen, mußten aber jede Zigarette begründen-warum wir geraucht haben und wie wichtig sie war. So beginnt man sich aktiv mit der Sucht zu beschäftigen. Wir hatten eine Arbeitsmappe und bekamen immer Aufgaben bis zum nächsten Tag, wie in der Schule. Was wir glauben, daß uns fehlt, wenn wir nicht rauchen, zuallererst natürlich die Gründe, warum wir aufhören wollen, usw. ! Es gab auch so ein Rollenspiel, eine Hälfte der Gruppe spielte die Raucher, die andere die Nichtraucher! (Das ist ja leider heutzutage ein besonders heikles Thema) Ich habe einen Nichtraucher gespielt (und war in Wahrheit die stärkste Raucherin dort) und das habe ich so überzeugend gemacht (ich habe doch total vergessen, daß es ein Spiel sein sollte), daß alle sagten, "also DU, DU wirst sicher nie mehr rauchen"!
    Am 2.Sonntag war um 19.00 Raucherstop. Symbolisch wurden alle Zigartten und Feuerzeuge verbrannt. Da bekamen wir also die Gelegenheit, das gelernte umzusetzen.
    Es ist das Beste Programm, das es gibt (wird von der Krankenkasse bezahlt),
    man lernt, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen....!
    (falls Ihr danach fragt: JA, ich habe irgendwann wieder zu rauchen begonnen, aber nicht, weil das Programm nicht gut war, sondern weil ich nach einer Zeit ein paar grundlegende Dinge nicht mehr befolgt habe, weil ich "ja schon so gut mit meiner Sucht zurechtkam...!"
    Fazit: das hat mir gezeigt, daß man keine-wie auch immer geartete Sucht-auf die leichte Schulter nehmen darf. Zumal sie oft schon jahrelang besteht!
    Vor ein paar Tagen habe ich meine Arbeitsmappe wieder "ausgegraben" und bin sie mit Ernst zusammen durchgegangen. Vieles davon läßt sich auch auf seine Sucht "anwenden"! Das ist, wie ich Ihn unterstützen kann!
    Gehen muß er den Weg selber, das habe ich jetzt begriffen!
    Ich habe Ihm damals, als es wirklich eskaliert ist (ich habe meine Sachen schon ausgeräumt) gesagt, er soll sich, wenn er schlafen geht, in Gedanken meine ausgestreckte Hand vorstellen. Wenn er aufwacht, muß er dann entscheiden, ob er sie nimmt, oder nicht.
    Seitdem trinkt er nicht mehr! Es wird ein schwieriger Weg, ich weiß, er braucht eine Therapie, ich weiß! (ich kann nicht glauben, daß jemand der über 20 Jahre von morgens bis abends trinkt, keine Entzugserscheinungen hat!!! Aber ich bin natürlich gleichzeitig auch sehr froh darüber)
    ABER:
    Es ist ein guter Anfang!
    14 Tage ohne Alkohol! Ich bin sehr stolz auf Ihn!
    Jeder einzelne Tag zählt, denn jeder Tag ohne Alkohol ist ein guter Tag!!

    Viele liebe Grüße, Annemarie
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  8. #14
    Neuling
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    Standard Feedback

    Hallo Ihr Lieben!
    Ich habe einige Wochen nichts mehr von mir hören lassen.
    Heute würde ich gern darüber schreiben, wie es mit Ernst und dem Alkoholproblem weitergegangen ist!
    Zuletzt schrieb ich von 14 Tagen ohne Alkohol. Ein dringend notwendiger Anfang!
    Ich habe vom ersten Tag an für jeden alkoholfreien Tag einen Euro in eine Kassa gegeben. Ernst hat sich über diese Idee gefreut, zumal es so eine Kassa mit Zählwerk ist, wo man immer sieht, wieviel drinnen ist.
    Heute sind es 59 Euro! Das bedeutet knapp 2 Monate ohne zu trinken!
    Kein einziger davon war ein Problem für Ihn.
    Obwohl Ihm klar war, daß Ihr mit dem, was Ihr zum Thema geschrieben habt, recht habt, hat er keine profess. Hilfe in Anspruch genommen.
    Ich habe dieses Thema irgendwann auch nicht mehr angesprochen.
    Jetzt war er endlich auch in der Lage, ein großes Problem in Angriff zu nehmen: Voriges Jahr im Juli wurde Ihm (nicht zum 1.Mal) der Führerschein wegen Alkohol am Steuer entzogen. Manchesmal ist er auch ohne gefahren, aber die Angst saß Ihm schon im Nacken. Es hat Ihn sehr belastet, daß er unseren Freund nicht wie geplant im Sommer nach Kroatien führen konnte, wo dessen Frau begraben ist.
    Gestern hatte er den 3. Nachschulungstermin, einen Extratermin als "Wiederholungstäter" hat er nächste Woche, danach kommen noch Amtsarzt und Reaktionstest und dann, wenn alles positiv geschafft ist, bekommt er endlich seinen FS zurück.
    Ich denke, das ist die schönste "Belohnung" , das schönste Ergebnis seines nicht mehr trinkens!
    Ich wäre nie so vermessen zu sagen, er hätte es geschafft!
    In Wahrheit ist er ja immer noch am Anfang!
    Das wirklich wichtige ist, daß er endlich die Verantwortung für sich selbst übernommen hat. Diese Eigenverantwortllichkeit gibt Ihm sehr viel Kraft und er erkennt, daß er es selbst in der Hand hat, wie er leben will.
    Er hat sich für ein Leben ohne Alkohol entschieden und mein Stolz auf Ihn kennt keine Grenzen..!
    Ganz liebe Grüße, Annemarie
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    Rhett66 (04.11.2010)

  10. #15
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    Standard Danke

    Hallo Rhett,
    danke für Dein "Danke" nach meinem Feedback!
    Wie schade, daß es sonst niemanden interessiert, wenn es bei all den Problemen hier im Forum auch etwas Positives zu berichten gibt!
    (Wir sind bei Tag 79 und morgen bekommt Ernst den FS wieder..)
    Liebe Grüße,
    Annemarie
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  11. #16
    Neuling Avatar von Tasha
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    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard Fabelhaft

    es ist schön zu sehen wie man solche Situationen durchstehen kann... Ich wünsche euch beiden alles Gute und viel Kraft um weiter so stark zu bleiben...

    Liebe Grüsse Tasha

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