Hallo Ihr Lieben!
Ich bin froh, dieses Forum gefunden zu haben!
Ich bin das, was man co-abhängig nennt! Mein Lebensgefährte ist Alkoholiker, ich habe es in der ersten Zeit nicht bemerkt. Als wir zusammengekommen sind, hat er seit Jahren seinen Vater gepflegt-Leberzirrhose, Demenz, Inkontinenz. Er hat Jahre seines Lebens "auf Eis" gelegt, um für den Vater da sein zu können. Obwohl seines Mutter auf tragische Weise ums Leben gekommen ist, durch die Hand des Vaters-ein Unfall, oder wie immer man das nennen mag. Ernst hat schon Jahre vorher getrunken. Es ist irgendwie ein Familienproblem. Als mir das bewußt geworden ist, dachte ich, ich kann Ihm helfen, ich dachte, ihm würde irgendwann bewußt werden, daß er nicht so wie sein Vater enden will. (im letzten November mit 66 gestorben) Ich war so stark, voll Hoffnung, habe mich dem Problem vollkommen gewachsen gefühlt. Bis ich gemerkt habe, daß ich diese Co-Abhängigkeit entwickelt habe. Jedem, der gefragt hat, habe ich erzählt, wie gut es uns geht, dieses Gefühl, ihn schützen zu müssen, war übermächtig. Ich habe das Problem nach außen totgeschwiegen. Dachte, mit Verständnis, Geduld und Liebe schaffen wir das. Aber, das einzige, das wir geschafft haben ist, daß er einsieht, Aloholiker zu sein. Das ist sehr viel und ich dachte, da sei so etwas wie der Durchbruch.Dabei war an dem Punkt "Endstation!" Er will von Therapie noch immer nichts wissen, meint immer noch, von allein aufhören zu könen, verspricht, um es dann gleich wieder zu brechen. Ich habe Ihm erklärt-um Ihm die Angst zu nehmen-was in seinem Körper beim Entzug vorgeht, Ihm versichert, daß ich Ihm helfe, aber er ist definitiv nicht soweit, JETZT etwas zu tun. Er riskiert seinen Job (seit der Lehrzeit 1982, er riskiert seine Beziehung, die Sucht hat ihn total im Giff. Ich habe Verständnis, ich bin "Suchtraucherin"-es gibt ja auch Gelegenheitsraucher, u.s.w. und mich hat DIESE Sucht im Griff. Seit Monaten bemerke ich, wie sich seine Persönlichkeit langsam verändert, er wird ungeduldiger, aggressiver,... und ich auch. Die Situation raubt mir die Kraft, die Verzweiflung nimmt mir manchmal die Luft zum Atmen. Manchmal hasse ich mich, daß ich ihn nicht verlasse, aber dafür fehlt mir die Kraft. Ich habe nicht vor, ihn im Stich zu lassen, aber der Preis, daß ich drauf gehe, ist zu hoch. Manchmal wünsche ich mir (so in den letzten Tagen) nicht aufzuwachen, ein verdammt einfacher Ausweg aus dieser Sch.! Nein, ich habe keine konkreten Gedanken, aber ich habe Angst, daß es einml passieren könnte.
Darf ich "davonlaufen"?, wohin?-ich habe einiges aufgegeben für diese Beziehung, darf ich in dieser Situation an mich denken und sagen, ich schaffe das nicht? Was wird dann aus Ihm? Ich habe immer zu Ihm gesagt, wir können alles schaffen, aber nur zusammen. Wie komme ich wieder in meine Kraft, um das tu zu können, was ich immer wollte-ihm helfen?
Vielen Dank fürs zuhören! Liebe Grüße Annemarie


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