Hallo,
ab wann ist man ein Alkoholiker? Mein Mann trinkt täglich abends nach Feierabend ca. 2-3 Bier und mind. 1-2 Glas Wein. Jeden Tag! Der Wein gehört für ihn zum Essen dazu, wenn ich mal nur Wasser trinken will, stellt er sich demonstrativ auch nur ein Wasserglas hin ist, aber "muffig" und redet nicht mehr viel beim Essen.
Der Alkohol lässt ihn locker werden, er wird dann offen, lustig und redseelig. (Ist ja so üblich beim Alkohol) Ansonsten ist er verschlossen, frisst alles in sich hinein und kann nicht aus sich heraus.
Am schlimmsten ist die Fasnachtszeit. Unsere ganze Familie ist in einem Fasnachtsverein und wenn wir mal zusammen mit ein paar Leuten weggehen, trinkt er immer sehr schnell und mehr wie alle anderen, muss dauernd ein volles Glas in der Hand haben. Er kann nicht mehr aufhören, kennt seine Grenze nicht mehr.
Ich kann das nur ertragen wenn ich auch Alkohol trinke, dann stört es mich nicht so sehr. Ich habe aber immer noch den Überblick, weiss wann genug ist und wenn ich dann sage, es ist besser wenn wir jetzt heimgehen, dann beschimpft er mich vor allen anderen, ist total sauer auf mich.
Ich kann ihn aber nicht dortlassen und einfach gehen, ich habe zuhause keine ruhige Minute, kann die ganze Nacht nicht schlafen. Er hat schon im Strassengraben geschlafen wenn er "voll" war, oder ist vor seiner Tochter im Hausflur auf den Boden gefallen und konnte nicht mehr aufstehen. Danach ist es ihm furchtbar peinlich und er reisst sich eine zeitlang zusammen, aber es hält leider nie lange an.
Wie kann ich mich nur etwas abgrenzen, d. h. wie schaffe ich es nur mich nicht immer für ihn verantwortlich zu fühlen? Ich bin jedesmal heilfroh wenn wir alle wieder zuhause sind, aber ich schaffe es nicht ohne ihn heimzugehen weil ich mir dann immer Sorgen mache. Ich gehe sogar mit auf Veranstaltungen auf die ich gar keine Lust habe, vor lauter Angst, dass er evtl. nicht mehr heimkommt.
Ich muss dazu sagen, dass ich keineswegs eine Klette bin oder intolerant. Wenn er nüchtern ist, kann er überall alleine hin, nur wenn ich weiss das er sich betrinken wird, da hab ich Angst.
Ich hab schon immer Bauchweh vor der nächsten Veranstaltung, hoffe immer schon dass es bald vorbei ist und wir wieder zuhause sind, obwohl ich sehr gerne mit dem Verein weggehe, aber immer die Angst, dass mein Mann sich total betrinkt, verdirbt mir den ganzen Spaß.
Warum muss er sich immer wie ein Teenager betrinken bis zum Umfallen? Warum findet er nie ein Ende? Er muss immer zu den letzten gehören, wie ein Kind das nie genug kriegen kann.
Oder bin ich das Problem? Die Spaßbremse wie er immer so schön sagt! Ich weiss gar nicht mehr was falsch und richtig ist, ich weiss nur, dass ich es einfach nicht schaffe nur an mich zu denken und ihn einfach machen lassen soll was er will.
Uschi


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