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Sucht Alkohol, Drogen, Zigaretten, Sex ...

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Alt 23.06.2008, 18:45   #1 (permalink)
Neuling
 
Registriert seit: 23.06.2008
Beiträge: 3
Standard Alkoholsucht

Hallo,

hat jemand Tipps oder Ratschläge wie man die Alkoholsucht besser in den Griff bekommt. Die physiche Abhängigkeit ist bei mir nicht das Problem, sondern eher die psychische.

Ich hab schon öfters kalt entzogen und damit auch ganz gute Erfahrungen gemacht. Körperlich war das für mich kein Problem. Aber irgendwann nach ein bis zwei Monaten kam die Lust durch, wieder wie in alten Zeiten was mit den Kumpels trinken zu können. Das ist bei mir meistens im Vollrausch geendet.

Komischerweise habe ich keine Lust etwas zu trinken, wenn es mir schlecht geht. Ich will meistens nur trinken, wenn ich gute Laune hab.

Da ich aber mit Alkohol nicht umgehen kann (hätte durch ihn nach einem fast halben Jahr wieder mit Rauchen angefangen und wäre fast wieder besoffen gefahren), will ich nun zum x-ten mal komplett aufhören, auch auf die Gefahr hin, dass meine Kumpels mich für total bescheuert halten...

Ich hab nur Angst, dass ich, sind wir optimistisch und nehmen ein halbes Jahr Abstinenz an, danach denke:
wenn du solange durchgehalten hast bist du kein Alkoholiker und kannst es zum Genuss trinken... und dann würde alles wieder von vorne los gehen!

Es ist schwer, sich klarzumachen, dass man dann sein ganzes Leben lang auf etwas verzichten muss, was für andere selbstverständlich ist.

Schlimm ist es seine Kumpels trinken zu sehen, aber andererseits kann man ja auch nich total vereinsamen und die ganzen Feste meiden.

Die Hoffnung stirbt zuletzt,

nachdem ich es nach ungelogen mindestens 20 Versuchen geschafft hab, Nicotinabstinenz zu bleiben, wird mir das hoffentlich mit dem Alkohol auch noch gelingen!

Aber falls hier Leute durchstöbern, die sich mit der Thematik auskennen, wäre ich über Tipps sehr dankbar!
Glückssucher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.06.2008, 07:54   #2 (permalink)
Gast784
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

hallo Glückssucher,

sry, dass noch niemand geantwortet hat. Im Sommer dauerts manchmal etwas länger

hab grad gesehen, dass Du auch zum Thema Sexsucht gepostet hast.
Du kommst vll ein Stück weiter, wenn Du weniger auf die Suchtmittel guckst, sondern mehr auf Dein grundsätzliches Suchtverhalten. Denn ob auf der Flasche jetzt Schnaps, Sex, Zigarette oder sonst was steht, ist eigentlich zweitrangig.

Hinter der Sucht steht eine bestimmte Lebenshaltung, es gibt ein System um einen rum, das diese Sucht stützt und mitträgt (betroffene Angehörige, Freunde). Es wird also nicht reichen, ein Mittelchen zu suchen, dass das Belohnungssystem austrickst (über das die Suchtmittel wirken), und auch Medis, die den Drang nach Alk unterdrücken, holen einen letztlich da nicht raus, wenn man schon länger und tiefer drin sitzt und auf andere Mittel ausweicht, sondern das Kramen nach Ursachen und eine u.U. weitreichende Umstellung in der Lebensführung können notwendig sein.

Denn Sucht kann eine Begleitung von psychischen Störungen sein, wie Borderline, Postdraum. Belastungsstörung usw.
Und Sucht kann psychische Störungen verursachen, wie Ängste, Psychosen usw.

Ich hab im Unterforum "Therapiehilfsmittel" nen link zu den Anonymen Selbsthilfegruppen gepostet. Die gibts für alles mögliche, also auch für nichtstoffliche Sucht. Je nachdem, wie lange Du schon in Suchtstrukuren drinsteckst (kann ja sein, Du hast es vom Elternhaus her schon nicht anders kennengelernt) und wie sehr Du mit Deiner Sucht zwischen verschiedenen Mitteln umherswitchst, wäre eine Therapie wahrscheinlich der konsequenteste Weg zum Ausstieg. u.U. kann auch ne stationäre Therapie Sinn machen, weil da alle Ablenkungsmöglichkeiten und Kontakte zu den stützendem System, in dem man lebt, unterbunden werden und es dann ans Eingemachte gehen kann.


machs gut

lg Gaby

Geändert von Gast784 (25.06.2008 um 07:56 Uhr)
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Alt 09.07.2008, 11:25   #3 (permalink)
Neuling
 
Benutzerbild von bergziege
 
Registriert seit: 09.07.2008
Ort: Schleswig-Holstein
Beiträge: 10
Standard

Zitat:
Zitat von Glückssucher Beitrag anzeigen
Hallo,

hat jemand Tipps oder Ratschläge wie man die Alkoholsucht besser in den Griff bekommt. Die physiche Abhängigkeit ist bei mir nicht das Problem, sondern eher die psychische.

Ich hab schon öfters kalt entzogen und damit auch ganz gute Erfahrungen gemacht. Körperlich war das für mich kein Problem. Aber irgendwann nach ein bis zwei Monaten kam die Lust durch, wieder wie in alten Zeiten was mit den Kumpels trinken zu können. Das ist bei mir meistens im Vollrausch geendet.

Komischerweise habe ich keine Lust etwas zu trinken, wenn es mir schlecht geht. Ich will meistens nur trinken, wenn ich gute Laune hab.

Da ich aber mit Alkohol nicht umgehen kann (hätte durch ihn nach einem fast halben Jahr wieder mit Rauchen angefangen und wäre fast wieder besoffen gefahren), will ich nun zum x-ten mal komplett aufhören, auch auf die Gefahr hin, dass meine Kumpels mich für total bescheuert halten...

Ich hab nur Angst, dass ich, sind wir optimistisch und nehmen ein halbes Jahr Abstinenz an, danach denke:
wenn du solange durchgehalten hast bist du kein Alkoholiker und kannst es zum Genuss trinken... und dann würde alles wieder von vorne los gehen!

Es ist schwer, sich klarzumachen, dass man dann sein ganzes Leben lang auf etwas verzichten muss, was für andere selbstverständlich ist.

Schlimm ist es seine Kumpels trinken zu sehen, aber andererseits kann man ja auch nich total vereinsamen und die ganzen Feste meiden.

Die Hoffnung stirbt zuletzt,

nachdem ich es nach ungelogen mindestens 20 Versuchen geschafft hab, Nicotinabstinenz zu bleiben, wird mir das hoffentlich mit dem Alkohol auch noch gelingen!

Aber falls hier Leute durchstöbern, die sich mit der Thematik auskennen, wäre ich über Tipps sehr dankbar!
He Glückssucher

mein Freund ist ein erfolgreich therapierter Ex-Trinker. Alkoholiker bist und bleibst Du, wenn Du tatsächlich einer bist.
Im Vollrausch fast Auto gefahren, durch Vollrausch wieder angefangen zu rauchen?
Das macht noch nicht unbedingt einen Alkoholiker aus.
Es gibt, soweit ich es nachvollziehen kann, zwei Typen. Da ist der Permanent-Trinker, der solange trinkt (und alles dafür tut um an Alkoholisches ranzukommen inklusive kriminell werden) bis er entweder hin ist, oder eine erfolgreiche Therapie hinter sich bringen kann (siehe mein Freund) und der sogenannte Quartalssäufer, der eine gewisse Zeit (Wochen bis Monate) kein Stück äh Schluck Alkohol anrührt und dann durch ein Ereignis (freudig, negativ eigentlich fast egal) wieder zum Trinken animiert wird. Die Chanchen einen Quartalssäufer zu therapieren sind (so hab ich gehört) oftmals schwieriger, weil das Verständnis desjenigen für sein "Problem" nicht soweit vorangeschritten ist, wie das eines Permanenttrinkers, der die letzte Stufe (ganz unten im Dreck zu liegen) erreicht hat und die Erkenntnis gewonnen hat, Therapie/Entzug oder Tod/Verderben.
So wie Du dich beschreibst, hast Du meiner Meinung mehr Angst davor, nicht anerkannt zu werden, als als Permanenttrinker zu enden. Alkohol ist keine Lösung, Salzsäure schon.
ne im Ernst, ich würde Dir raten, dir einen Therapeuten zu suchen, der mit dir zusammen versucht die Ursache für die wiederkehrenden Alkoholexesse herauszufinden.
Eine Frage, wie alt bist Du (ich bin neu hier und wüsste jetzt nicht, wo ich das finde)
ich glaube, Du bist noch recht jung. Es ist im übrigen, wenn man als Alkoholiker eine wirklich gute Therapie hatte und auch die Einsicht, warum wieso und so weiter man getrunken hat, nicht schwer auf Alkohol zu verzichten.
Mein Freund ist das beste Beistpiel dafür. Ich erzähl dir gerne mehr
__________________
Mit Vegetariern muss man diskutieren, sobald sie eine Wurstfabrik geerbt haben

Danny Kaye
bergziege ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.07.2008, 14:41   #4 (permalink)
Schreiberling
 
Benutzerbild von Oligo
 
Registriert seit: 25.11.2007
Ort: Schlaraffenland
Beiträge: 426
Standard

huhu, glückssucher

es gibt da im moment eine neue therapieform gegen alkoholsucht bei der 77% aller Patienten 1jahr nach der therapie noch abstinent sind...
Da bekommst du inkl. einer intensiven psychologischen Betreuung auch noch ein Alkohol-Aversium.
Dieses Mittel bewirkt das der Alkohol in deinem Körper nicht abgebaut wird und stattdessen Acetaldehyd gebildet wird - kurz: wenn du auch nur ein klitze-kleines schlückchen trinkst, dann hast du sofort nen hetigen Kater!
So machts ja auch keinen "Spaß" mehr zu trinken und es unterstützt die psychologische entwöhnung
www.alita-olita.de
www.dhs.de

Sollte es wie Gaby schrieb jedoch grundsätzlich so sein das du ein gewisses Suchtdenken hast, dann pack wirklich lieber radikal das Probleme an der Wurzel

Oligo
__________________
When did I realize I was God?
Well, I was praying and I suddenly realized I was talking to myself.

Peter O'Toole
Oligo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.07.2008, 15:18   #5 (permalink)
Gast784
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Oligo, so weit ich das in der Praxis mitgekriegt habe, verlagert sich das Suchtverhalten dann eben auf ein anderes "Mittel". Das kann nur eine Unterstützung sein zu einer Verhaltens- oderwieauchimmerTherapie.
  Mit Zitat antworten
Alt 09.07.2008, 15:27   #6 (permalink)
Schreiberling
 
Benutzerbild von Oligo
 
Registriert seit: 25.11.2007
Ort: Schlaraffenland
Beiträge: 426
Standard

hu,

kA - mir fehlt da die praxis
in dem artikel wo ich das gelesen habe hieß es die gesamte therpie dauert inkl. der psychologischen behandlung 2jahre - vlt. gehört das dann da noch dazu?
[ALITA => Ambulante Langzeit-Intensivtherpie für Alkoholkranke]
den anderen thread von glückssucher habe ich noch nciht gelesen...

denke aber das das je nach Peron unterscheidlich sein wird, wie man darauf reagiert, falls es sich jedoch um ein tiefer leigend problem handelt: dann sollten sicherlich noch andere maßnahmen ergriffen werden - das sollte dann ein psychologe feststellen können?!

Oligo
__________________
When did I realize I was God?
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Peter O'Toole

Geändert von Oligo (13.07.2008 um 00:27 Uhr) Grund: therapie inklusive der therapie?! unsinn
Oligo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2008, 15:43   #7 (permalink)
Verleger
 
Benutzerbild von :knuddel:
 
Registriert seit: 26.11.2006
Beiträge: 2.585
Standard

Für mich ist Suchtverhalten immer ein Gefühlsloch was man versucht zu stopfen.

Ob mit Essen, Alkohol, Sex etc. Immer bringt es ein Gefühl hervor für kurze Zeit, nachdem man sich sehnt und es noch nicht anders gefunden hat.

Ich finde Protokolle gut, also aufschreiben wann der Gedanke auftaucht nach der Flasche zu greifen. Wie du dich da fühlst was fehlt oder was der Auslöser war, welche Gedanken dazu geführt haben. Und dann immer weiter bis zum Trinken und auch danach dir Klarheit verschaffen, was da genau abgeht und was da alles betäubt oder angeregt oder sonstwas werden soll.

Ist ne grosse Herausforderung, so auf sich zu achten und sich zu hinterfragen...kann wehtun, aber bringt auf jeden Fall viele Erkenntnisse und das Akzeptieren wäre dann vielleicht leichter...weil danach kann man erst was ändern.

Süchte sind nicht heilbar. Sie sind immer da, nur den Umgang mit den Suchtmitteln und sich selbst kann man lernen und damit die Kontrolle behalten.

__________________
Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag!!!!!!!!!!!!
:knuddel: ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2008, 17:26   #8 (permalink)
Gesperrt
 
Registriert seit: 14.08.2007
Ort: Gütersloh
Beiträge: 1.238
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Man kann aber auch übertreieben, was das Einordnen von krankhaften Süchten angeht. Wenn ich gut drauf bin, betrinke ich mich auch - bevorzugt allein -, wenn mir langweilig ist ebenso, oder, um meine Fantasie anzuregen. Man sollte es nicht übertreiben, was die Menge angeht, aber Panikmache, weil man deswegen oder darum nicht trinkt, halte ich für überzogen.
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