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Thema: Alkproblem? oder was anderes

  1. #1
    Neuling
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    Standard Alkproblem? oder was anderes

    Hallo,

    Ich bin 22 Jahre alt und Student.
    Ich weiß nicht genau, was ich für ein Problem habe, allerdings mündet es im Alkohol.
    Man sagt ja immer hinter jeder Sucht steckt eine Sehnsucht, jedoch kann ich es einfach nicht identifizieren.
    Ich fange jetzt mal von vorne an.

    Die extreme Sauferei hat mit 15 angefangen in der Clique, und wir haben uns jedes Wochenende gnadenlos weggeballert, dieses Verhalten
    war eigentlich die Tagesbestimmende Sache, und hat meine Jugend geprägt. Wir haben wenn wir Ferien hatten oder auch nicht eigentlich immer gesoffen, das war die primäre Freizeitgestaltung.
    Mit 18 kam das Auto (Führerschein hab ich noch und fahre niemals betrunken - das klappt auch prima), da wurde es dann eine Zeit etwas weniger, aber dafür kamen die Discos die das wieder aufgewogen haben,
    ab da ging dann auch die Sauferei richtig ins Geld. So plätschert das Leben vor sich hin und wir schießen uns ständig ab.
    Ich habe dazu das Problem, dass die eigentlich Wirkung sich umgedreht hat.
    Früher wurde ich vom Trinken offener, Gesprächslustiger usw. ich denke die Wirkung von Alkohol brauch ich nicht erklären.
    Aber mittlerweile ist das umgedreht, ich werde vom Saufen introvertierter und das färbt brutal auf mein Leben ab also ich bin auch nüchtern verschlossener geworden in den letzten Jahren,
    ich habe das Gefühl ich entwickle mich zurück.
    Ich hab das mit der Alkoholmenge schon vor ner Weile bemerkt, und saufe nichtmehr unter der Woche, das klappt auch! Aber das Problem ist, wenn ich starte kann ich nichtmehr aufhören.
    Wenn ich es ganz lasse, habe ich kein Problem, ich habe nen ordentlichen Job und kriege das Studium gebacken denke ich. Aber diese *******e macht mich einfach nur kaputt.
    Ich habe da das Gefühl ich drehe mich im Kreis... Aber ich bin mir fast sicher, dass der Alk selber nicht das Problem ist, sondern das in mir sitzt.
    Dieses Fortgehen und 2 - 3 Biere trinken und dann ist gut sich nett unterhalten usw. das gibt es nicht bei mir.
    Da geht man dann fort und wacht am nächsten Tag abends total zerballert auf, die Kohle ist weg, alles Stinkt wie sau usw. richtige Exzesse halt.
    Was in der Zeit geschieht weiß ich natürlich auch nicht aber von Erzählungen her ist es nichts schlimmes ich sitze dann halt eher in der Ecke und sauf halt rein.
    Zum sonstigen Lebensrhytmus ist es so, dass ich eigentlich schon immer sehr eingespannt war, ich hab schon mit 16 angefangen regelmäßig viel zu arbeiten nach dem Abi dann noch mehr (immer nebenher) und jetzt auch neben dem Studium.
    Ich habe keinerlei Probleme in dieser hinsicht, und solang ich "funktioniere" also Arbeit für andere mache, klappt das auch.
    Aber wehe ich habe frei... entweder beginnt dann so ein Exzess oder ich sitze dumm daheim rum, zocke oder sowas... Hobbys habe ich, ich spiele erfolgreich ein Instrument, mache gerne Sport und bin eigentlich gerne draußen. Ich habe da das GEfühl ich bin schon Richtung Workaholiker aber ich tue das um mich vor mir selbst zu schützen, nach dem Motto "Solang ich arbeite passiert auch nix"
    Ich bin auch Jugendleiter bei Freizeiten und man würde sagen, sehr sozial kompetent, profesionell bei dem was ich tue und eigentlich ein lieber Kerl.
    Blos wenn da irgendwie Bier dazwischen kommt geht die Verwandlung los...
    Nur mittlerweile kann ich das nichtmehr tragen, ich schaffs einfach nicht und komme da glaube ich nichtmehr raus.
    Das hat in der letzten Zeit zu sehr auf mein "richtiges" Leben abgefärbt und ich kann das nichtmehr verantworten.
    Zunehmend werde ich antriebsloser, hab etwas das Gas rausgenommen aus den Studium aber anstatt jetzt die Zeit zu nutzen mehr zu lernen lerne ich weniger und habe im letzten Monat garnichtsmehr gemacht.
    Daheim siehts aus wie sau, bin gerade dabei aufzuräumen, ich habe da immer so Phasen, da bin ich wieder 2 - 3 Monate "aktiv" und es läuft, ich unternehme viel halte die Wohnung sauber lerne usw.
    Und dann kommt wieder die Phase in der ich nur rumlieg, nix mache. Das Problem ist halt, dass ich jetzt wieder so ne Phase habe, gestern den Todesrausch ich bin immer noch tot und ich jetzt sage es ist Schluss.
    Ich kenne ne Therapeutin privat, die Alktherapie mal gemacht hat, zu der werde ich morgen gehen, aber die wird mir auch sagen, einfach die Exzesse zu lassen.
    Ich kann das ja schon soweit steuern, indem ich es einfach lasse, aber dann baut sich wieder über Tage oder manchmal auch Wochen dieser intensive Druck auf sich vollkommen zu Grunde zu richten also abzuschießen.
    Als wäre es ein Zwang... man könnte sagen "Ich brauch das ab und zu".
    Das Schlimme ist, die Leute verstehen das sogar. Aber das kann doch nicht normal sein sich 1, 2 oder 3 oder 4mal im Monat in den 3Promille Bereich zu katapultieren und 2 Tage halbtot im Bett zu liegen.
    Ich möchte was ändern und bin auch bereit da kraft rein zu investieren blos ich weiß einfach nicht wie. Und habe schon wieder Schiss vor dem Donnerstag, da gehts wieder los...
    Ich hab da nen Trick entwickelt, indem ich nurnoch Radler trinke, damit wird der Alkoholzufluss etwas verringert, aber wenn ich dann dicht genug bin gehts wie gehabt los. Aber so habe ich mich schon erfolgreich vor dem einen oder anderen Absturz gerettet.
    Den Trick kann ich aber bei Familienfesten oder so gut verwenden, weil die gehen ja nicht so lange, wenn man da nur 3 Stunden oder so da ist, wird man davon nicht so weit Dicht um "umzuschalten".
    Aber das ist doch bekloppt ich hab mir das gerade selber durchgelesen was ich hier verfasst habe und das klingt wie wenn das ein 17Jähriger Schreibt und mit seinen Orgien rumprahlt.
    Das ist definitiv nicht die Absicht! Jetzt ist halt die Frage, was kann ich machen? Es einfach nur zu lassen geht nicht. Ich muss irgendwie einen anderen Umgang mit dem Zeug lernen... aber wie?

  2. #2
    Neuling
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    Standard

    Hi,
    habe gerade deinen Beitrag gelesen und zu Anfang muss ich sagen, das ich es nicht so empfinde, als wenn es ein 17jähriger verfasst hätte, sondern das du echt ehrliche Worte gefunden hast (egal in welchem Slang geschrieben) um deinem Gefühl Ausdruck zu verleihen!
    Ich bin auch 22 Jahre alt und habe viel Erfahrung mit Alkoholkranken Menschen (meine Eltern sind beide alkoholkrank aber mittlerweile trocken)!
    Es gibt halt unterschiedliche Typen von Alkoholsucht z.B. Pegelsäufer (die brauchen ständig nen Pegel von z.B. 1,5 pro mille oder Quartalstrinker die sich viellcheicht nur einmal oder zweimal im Monat die volle Kante geben aber sonst sehr abstinent leben wobei da auffallend ist, dass auf Familienfeiern sich eher zurückgehalten wird!)
    Aber es ist ganz natürlich das nach einiger Zeit ein Gewöhnungeffekt eintritt, sprich das aus dem aufputschenden Verhalten ein eher introvertiertes wird!
    Oder man auch ned mehr den Übergang vom einfachen betrunken sein zum quasi Koma merkt!
    Also meine Mom war auch ein Quartalstrinker und die ist auch immer zur Arbeit gegangen aber dann am Wochende hat sie getrunken bis sie total knülle irgendwann eingeschlafen ist! Und ganz typisch ist danach auch dieses schlechte Gewissen, dass man es wieder nicht in den Griff bekommen hat, zu wiederstehen!
    Ich weiß auch das es umso schwieriger wird, wenn man sich bewusst ne Grenze setzt, also zu sich selber sagt "dann und dann trinke ich nicht oder ich trinke nur 1 Bier, mehr nicht!"
    Aber dadurch erhöht man eigentlich nur den Druck es nicht zu tun und der Reiz doch etwas zu trinken verstärkt sich!!!
    Und sogar wenn man es schafft nichts zu trinken, wie man es sich vorgenommen hat, kann gleichzeitig das Gefühl auftreten, etwas verpassen zu können, was auch latent vorhanden ist, wenn man 2 -3 Bier schon Intus hat! Nach dem Motto: jetzt aufhören, dann werde ich gleich wieder bewusst nüchtern und hab , quasi den alk gerade umsonst getrunken!!!
    Mein Dad im gegenzug dazu, war nen Pegeltrinker oder auch Sturztrinker! Der sich in kürzester Zeit ne ganze Pulle Vodka reingekippt hat und zum Ende immer irgend wie Alkohol trinken musste, um nicht zu Zittern!!!! (und auch deshalb einige Jobs verloren hat, weil er betrunken auf die Arbeit gekommen ist)
    Dann hat er aber doch gott sei Dank den Absprung geschafft!!! (der war echt so schlimm dran, dass er schon um 5 Uhr morgens zitternd im schuppen von meinem Opa stand wegen den Entzugserscheinungen!)
    Naja Fazit ist: bei deinem Fall kann ich dir, wenn man es überhaupt als Rat deuten kann!!!! (ich bin ja kein Psychologe; nur erfahrungsmäßig gesprochen) setze dich dabei nicht unter Druck nichts trinken zu dürfen sondern versuch wenn das Gefühl von "lust auf´n Bier", wenn es auftaucht einfach den moment bewusst wahrzunehmen und nicht wegzuschieben (nach dem Motto: darüber darf ich jetzt nicht nachdenken)
    Lade das Gefühl ein, nehme es bewusst war und sei ganz ehrlich zu dir selbst ob es dir nach nem Bier wirklich besser gehen würde oder ob es nur das Gefühl der momentaren Leere Füllen soll!
    Denn auch mit meinen Erfahrungen durch meine Eltern, bin ich nicht der Meinung das Alkohol nur schlecht ist und das man wenn es früh genug erkannt wird auch wieder einen normalen Umgang damit finden kann! Du bist noch jung und nicht dazu verurteilt nen Entzug zu machen um dann nie wieder Alkohol anrühren zu dürfen! Ist halt meine Meinung!
    Versuche es halt einfach mal, meist hilft es schon wenn man einfach die Perspektive ändert und aus der Problemansicht eine Chance zum lernen macht! Und sich dann vielleicht selbst besser kennen zu lernen! Vielleciht findest du ja dann auch heraus, ob es da wirkliche ein innere Leere oder Sehnsucht gibt, die dir momentan einfach nicht bewusst ist!!!!
    Liebe Grüße Sarah

  3. #3
    Neuling
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    Hallo matonym,

    schau doch mal ob du den Druck anders abbauen kannst, statt mit Alkohol.

    Es einfach nur zu lassen geht nicht. Ich muss irgendwie einen anderen Umgang mit dem Zeug lernen... aber wie?
    Warum geht einfach sein lassen nicht?

    Wenn du die Kontrolle verlierst beim/über das Trinken, dann kannst du die Kontrolle nie wieder erreichen. Also wird es keinen "normalen" Umgang geben.

    LG
    Nicole

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Nonconform für den sinnvollen Beitrag:

    Leo Navis (17.05.2010)

  5. #4
    Schreibkraft Avatar von Leo Navis
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    Exakt. Einmal Alki, immer Alki. Das merk ich auch an mir selbst: Nach meiner Totalabstinenz wollte ich 'mal hin und wieder' 1-2 Bier trinken. Das funktioniert nicht, ich bin sofort auf meinem alten Status. Und da geht dann auch mal ne Flasche hochprozentiges.

    Tipp an Dich: Sofort damit aufhören, bevor es gar nicht mehr geht.
    'Demütigung beschleicht die Stolzen oft.' - Goethe

  6. #5
    Neuling Avatar von tiborhenrik
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    Standard Es geht, doch, es geht

    Alkohol ist ein perfektes Medikament, das macht die Sache schwierig. Aber ich stellte mir einmal vor, ich wäre in einem Lager irgendwo in Vietnam. Angst, Schreck, Todessucht, kein Alkohol, keine Zigarette, keine weibliche Milde. Was dann? So schwach meiner Kaufkraft ausgeliefert wollte ich auch nicht sein. Die Angst besteht darin, dass du dir selbst die Freiheit raubst. Tue es nicht für deine Umgebung, tue es für deine Zukunft - Dschungelabenteuerer.
    T.H. Sebesta

  7. #6
    Schreiberling
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    es wird wohl zeit für dich, herauszufinden, was für ursachen deine alkoholsucht hat. es gibt immer gründe dafür, warum jemand ist, wie er ist. ich hatte eine zeit in meinem leben, wo ich recht viel alkohol getrunken habe und das hatte eine äussere und eine innere ursache. sobald die äussere ursache verschwunden war, hatte sich auch die innere erledigt. ich war es mir damals selbst nicht wert, glücklich zu sein. erst jetzt, sehr viel später, lerne ich es langsam, meinen wert zu erkennen und dafür zu sorgen, dass ich das auch umsetzen kann. der anfang dazu war eine verständnisvolle betrachtung meiner person und meines lebens, ohne vorurteile und kritik, aus der heraus ich begriffen habe, wo meine probleme herkommen. aus heutiger sicht würde ich sagen, es wäre gut gewesen, das gleich am anfang meines erwachsenenlebens zu tun, das hätte mir viel erspart. du stehst gerade dort, also wäre es gut für dich, jetzt mehr über dich selbst zu lernen, damit kannst du dann auch die alkoholsucht in den griff kriegen. ein paar stunden beim therapeuten würden dir sicher auch nicht schaden...

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