hallo erstmal an alle hier
in meinem 23 jahre zählenden Leben ist so einiges schief gelaufen und mittlerweile hat sich schon so einiges in mir gestaut was ich einfach mal loswerden möchte.
ich könnte/kann das unter vier augen einem "experten" wohl niemals erzählen, liegt wohl an meinem falschen stolz/perfektionismus oder was auch immer.
ich bin eigentlich, wie man so sagt, unter einem guten stern geboren.
Ich komme aus einer wohlhabenden = gesellschaftlich angesehenen Großfamilie. ich bin das jüngste Kind von Fünf und zugleich der einzige Sohn, damit die Frage meines Geschlechtes hiermit geklärt ist.
Soweit ich auch auf meine Kindheit zurückblicke, mein ganzes Leben war und ist eigentlich nur von Abnormalitäten, Sucht - und Trotzverhalten geprägt.
Angefangen hat es, soweit ich mich erinnern kann, in meiner Kindheit in der Vorschule.
Ich hab, anfangs als Mutprobe unter Mitschülern, diverse Sachen vom ansässigen Bäcker mitgehen lassen.
Dieses, im Grunde harmloses Spiel wurde aber schon damals für mich zu einem echten Zwang.
Ich habe aus Gier und dem Nervenkitzel, so denke ich heute, immer mehr geklaut, hab mich dabei aber (leider) geschickt angestellt und wurde auch nie erwischt.
Die Süssigkeiten wurden dann zu Zeitschriften, ich habe heute noch hunderte Zeitschriften aus dieser Zeit zuhause (soll ich sie vernichten?)
Aus den Zeitschriften wurde dann Geld, das war etwa 2 Jahre später, etwa mit 8 Jahren.
Ich habe also meine Eltern bestohlen, nicht im für meine damaligen Verhältnisse kleinen Rahmen, sondern grob geschätzt um die 700€.
Dieses Geld hab ich an Freunde, Bekannte weiterverschenkt und weggeschmissen.
Mit Beginn der Pubertät oder eigentlich schon früher, mit 10-11 Jahren, wurde dann die Sexualität zu meinem neuen Hobby, ich habe jeden Tag nach der Schule Sexhotlines angerufen, meist jene mit Tonbändern damit ich auch nicht aus der Leitung geworfen werde.
Dabei habe ich den Morgenmantel meiner Mutter ausgebreitet, in Lendengegend eine Nackenrolle platziert und darauf onaniert.
Ich hab lange überlegt ob ich das schreiben soll/darf, aber ich denke aus psychologischer Sicht hat es vielleicht eine gewisse Bedeutung.
Nach 2 Monaten, als die Rechnung kam, ist das Ganze eben aufgeflogen...
Bis zu diesem Punkt war mein Leben für mich eigentlich in völliger Ordnung, eine Art kindliche Traumwelt wie sie wohl häufig vorkommt, aber dieser plötzliche Wechsel, die Vorwürfe, das Unverständnis, der Scham... haben mich irgendwo geprägt.
Danach hat sich vieles geändert, ich wurde introvertierter, komplizierter, mein Musikgeschmack hat sich noch im gleichen Jahr radikal geändert, von Bravo Hits 14 weg zu Radiohead, Tocotronic, Melancholie und Progression.
"Meiner Sucht" wurde dadurch aber nicht Einhalt geboten, es ergaben sich ja weiter Betätigungsfelder.
Mit Einzug der Homepcs wurde ich ziemlich schnell in den Bann dieses Spielzeuges gezogen und bin es auch heute, hier und jetzt noch (14 Stunden und noch kein Ende in Sicht...)
Und dass das Internet ein Paradies für fälschlicherweise als "Adult Content" betiteltes Material ist, brauch ich wohl keinem erzählen.
Mit 15 durfte ich dann in einem art Elite Internat 400km von meinem Zuhause die Tapeten begutachten.
Natürlich wurde ich nicht gegen meinen Willen dorthin geschickt, aber einem Menschen mit einem gewissen Gleichgültigkeitsgefühl, welches ich bis heute nicht im Griff habe, kann man wohl vieles einreden.
Es handelt sich dabei um eine dem meines Vaters Berufsfeldes entsprechende Lehreinrichtung, die sich im Nachhinein der beruflichen Perspektive wegen, für mich als nicht wirklich ideal herausstellte.
Mit 16-17 war dort natürlich Alkohol ein großes Thema, wobei ich diesbezüglich weniger Interesse hatte, aber auch nicht abgeneigt war.
Von Suchtverhalten keine Spur, das änderte sich schlagartig als ich meinen ersten Kontakt mit Marihuana hatte.
Ich muß dazu sagen, dass dies zu diesem Zeitpunkt nicht meine erste Drogenerfahrung, von Alkohol und Zigaretten abgesehen, darstellte.
Ich hatte schon etwa ein Jahr früher ein explizites Interesse an diversen Drogen, vorerst nur durch diverse Internetforen angestachelt, dann aber auch in der Praxis umgesetzt ( dxm, pilze)
diese erfahrungen, die sich auf 3-4 "ausflüge" beschränkten, waren für mich absolut positiv, das gefühl des loslassens, der freiheit, der unbeschwerdheit, noch einmal Kind sein....
dennoch waren mir zu diesem zeitpunkt die risiken bewusst und ich ließ diese erfahrung auf sich bzw. mich beruhen.
mit marihuana kam aber mein alter ego stärker denn je zum vorschein, ich war dieser droge von anfang an verfallen, vor der schule der erste Joint, in der pause der 2., zu Mittag eine entspannte Wasserpfeife usw...
Das wirkte sich natürlich auch auf meine schulischen Leistungen aus, ich sammelte in meinem "rekordjahr" knapp 500 Fehlstunden, davon 300 unentschuldigt.
Wenn es kein Gras gab, wurde eben was anderes probiert, von Lachgas, Diazepam, tetrazepam, fluoxetin bis lsa, opiaten und konsorten.
Diese dienten aber nur als art "lückenfüller" und haben bei mir auch keine Suchtneigung erzeugt.
Zu dieser Zeit bewohnte ich mit 3 Freunden eine Wg, die Wg geriet bald in den Ruf als "Giftler-Wg" und so kam es dass Schule und Eltern davon Wind bekamen.
Das darauffolgende kann sich wohl jeder denken, obwohl ich von großem Glück sprechen kann nicht von der Schule suspendiert worden zu sein.
An unserem Drogenmissbrauch änderte dies aber nur sehr wenig, obwohl die entspannten Kiffabenden nun, zumindest für mich, teilweise paranoide bis schizophrene Züge annahmen.
Am Tag unseres 1 wöchigen Klassenausfluges nach Belgien rauchten wir vor der Abfahrt noch eben einen schnellen Joint, die anschließende 14 stündige Fahrt hatte ich wohl sowas wie einen Nervenzusammenbruch mit anschließender Tiefschlafphase (lt. Freunden schlief ich die ganze Fahrt durch, selber weiß ich nicht mehr viel davon, ich möchte aus persönlichen Gründen auch nicht näher darauf eingehen).
Dies seh ich als einen Art Einschnitt in meinem Leben, als ich aus dem Bus ausstieg merkte ich dass etwas nicht simmt, mein Gang, also wie ich mich bewegte, war plötzlich ... fremd
Dieses Gefühl hat mich noch lange Zeit verfolgt, und kommt heute auch noch ab und zu hoch, wenn ich beispielsweise alleine durch einen Supermarkt gehe, die Beine führen Ihr eigenes Leben, haben Ihren eigenen Rythmus der asynchron zum Rest des Körpers zu laufen scheint.
Ich weiß es nicht ob ich, wenn ich diesen "Tick" habe, das nur einbilde oder ob ich wirklich anders gehe.
Zusammen mit diesem Tick macht sich oft ein Gefühl der Paranoia breit, da ich glaube die Leute starren mich aufgrund meiner Gehweise an. Obwohl ich aber wiederum glaube zu wissen, dass sie es nicht tuen, ist das dann überhaubt Paranoia im ursprünglichen Sinne?
Dass Sex auf verschiedenste Weisen praktiziert werden kann, hab ich noch während meiner Schulzeit selber erfahren, bieten doch Kontakt und - Swingerportale Nährboden für ausgefallenste Interessen.
So kam es, dass ich mein 1. Mal mit einer nicht wirklich hübschen Prostituierten erleben durfte, intensiven Kontakt zu einem Pärchen pflegte wobei er Fotos geschossen hat, meine ersten Bi-Erfahrungen machte, teilweise für Geldoder einfach nur aus Spass und meine devote Bdsm-Neigung entdeckte.
Eine wirkliche Freundin hatte ich noch nie, obwohl ich viele "Angebote", falsche Wort aber egal, hatte die ich ignorierte aus Angst vor Verpflichtungen oder einfach nicht zu deuten wusste.
Ich bin seit diesem Jahr bzw. dem Wintersemester des Vorjahres an der Uni inskribiert, Soziologie, scheint aber nicht das zu sein was ich suche und ich gehe mittlerweile schon seit 2 Monaten nicht mehr dorthin. ich weiß derzeit auch kein anderes studium welches mir zusagen würde
Mittlerweile bin ich 23, hab keine zukunftspläne, ich rauche zuviel, trinke zuviel Kaffee, ich kaue an meinen Fingernägeln, bin sexsüchtig und fühl mich eigentlich nur alleine.
ziemlich verrückt das ganze
wenn sich wer die mühe gemacht hat das ganze durchzulesen und eventuell auch seine meinung einbringen möchte, wär ich sehr dankbar


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