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Thema: Als Angehöriger werde ich ignoriert

  1. #1
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    Standard Als Angehöriger werde ich ignoriert

    Mein Partner ist depressiv und hat den Kontakt zu uns abgebrochen.

    Unsere, inzwischen erwachsenen, Kinder finden es ok und meinen, für meine Gesundheit wäre es besser.
    Ich dagegen sterbe innerlich. Mir tut es nur noch weh - seit dem Moment als sie gesagt hat sie liebe uns nicht mehr und gehe nun eigene Wege.
    Seit der Trennung ist KEINER meiner Freunde, Bekannten und Verwandten mehr in ICQ, Messenger oder Facebook für mich ansprechbar. Selbst ans Telefon geht keiner mehr.
    Fahre ich bei ihnen vorbei, reden sie über belangloses Zeug und müssen wegen irgendwelcher Termine gleich weg.
    Um das Ganze aufzuarbeiten, muss ich reden können. Termine bei einem Psychologen bekommt man mit Glück in einem Jahr. Und alle, die sich Freunde nannten, sind nun nicht mehr da.
    Habt ihr ähnliche Erfahrungen?
    Für meinen Partner dagegen sind ALLE da. Mein Partner ist ja schließlich auch krank.
    Zudem bin ich als Einzelkind mit verstorbenen Eltern allein.Mein Partner hat Geschwister und Eltern.
    VG,
    Conny

  2. #2
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    Hallo connyp
    Jemandes Liebe entzogen zu bekommen, schmerzt sehr. Mein herzliches Mitgefühl. Du schreibst, dass Deine Kinder meinten, der Kontaktabbruch des depressiven Partners würde Deiner Gesundheit guttun. Was kann man sich darunter vorstellen? So wie das klingt, hätten Deine Kinder Dir schon früher eine Botschaft bezüglich Deiner Gesundheit zukommen lassen.
    LG Sonnenkraut

  3. #3
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    Hallo Sonnenkraut,
    danke für deine Antwort und dein Mitgefühl.

    Unsere Tochter und unser Sohn haben mich bereits voriges Jahr zu einer Art 'Familienrat' geholt.
    Dort meinten sie, sie könnten nicht mehr länger zusehen. Ich hatte nach und nach ALLE anfallenden Arbeiten übernommen. Nach der Arbeit noch einkaufen, putzen, waschen etc. Irgendwie bin ich, ohne es zu merken in diese Rolle reingerutscht.
    Das einzige, was ich von ihr dafür bekam, waren Vorwürfe, weil ich das Alles nicht mehr schaffte.
    Ich tat es aus Liebe für sie und denke, ihre Krankheit bestand schon damals.

    Sicher, das muss sich was ändern. Aber, ich liebe sie noch immer und kann nicht verstehen, dass plötzlich keine Liebe zu meinen Kindern und mir da sein soll.

    VG,
    Conny

  4. #4
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    Hallo connyp
    ...kann nicht verstehen, dass plötzlich keine Liebe zu meinen Kindern und mir da sein soll.
    Das kann ich mir auch nur schwer vorstellen. Könnte es sein, dass sie selbst gemerkt hat, was abläuft und durch die Distanz verhindern möchte, dass Du Dich zu sehr selbst vernachlässigst. Sollte es beispielsweise so sein, könntest Du dann Deine Liebe so interpretieren, dass Du dies respektierst?
    LG

  5. #5
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    Hallo Sonnenkraut,
    dem ist leider nicht so.
    Sie meint, sie hätte alles Gefühl von Liebe für uns irgendwie verloren. Das ist auch der Grund für ihr weggehen.
    Dabei war es grad das, was sie ausmachte und für uns alle so liebenswert war. Sie drückte und herzte unsere erwachsene Tochter, unseren erwachsenen Sohn und unsere Enkelkinder.
    Unsere Kinder weinten, als sie das hörten.
    Sie sagte später zu mir, das war ihr -im Gegensatz zu früher - völlig egal.Es ließ sie kalt.
    Es macht ihr auch Angst, weil sie nicht weiss, warum die Gefühle weg sind und ob sie vielleicht irgendwann wiederkommen.
    VG,
    Conny

  6. #6
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    Hallo connyp
    Mir tut es nur noch weh ...
    Dürfte ich noch etwas näher nachfragen, ob Du schon genauer über diesen Schmerz nachgedacht hast:
    - Du hast keinen Dank dafür erhalten: Fühlst Du hier vllt ein klein wenig Enttäuschung darüber? (Dank hätte Dir zugestanden und stünde Dir noch heute zu)
    - Die Kinder haben sich damit (besser) abgrenzen können. Sie haben auch ihre eigene Familie. Könnte es sein, dass Dir eine Aufgabe weggebrochen ist, welche Dich irgendwie doch erfüllt hatte (gebraucht werden)?
    Das ergäbe eine Lücke, die Du in einem solchen Falle mit etwas anderem füllen solltest.
    Seit der Trennung ist KEINER meiner Freunde, Bekannten und Verwandten mehr in ICQ, Messenger oder Facebook für mich ansprechbar. Selbst ans Telefon geht keiner mehr.Freunde und Bekannte reden über belangloses Zeug.
    -
    Sie entziehen sich möglicherweise dem, was Du mit ihnen bereden möchtest. Du möchtest mit ihnen reden, Deinen Schmerz aufarbeiten. Darüber reden halte ich für eine sehr gute Entscheidung. Doch sind diese Menschen keine Therapeuten, die Dir wirklich helfen könnten, diesen Schmerz aufzuarbeiten. So werden sie möglicherweise gezwungen sein, sich Deinem Schmerz wiederholt stellen zu müssen, obwohl sie sich ohnmächtig fühlen, Dir helfen zu können.
    Wenn Du bei verschiedenen Psychologen Anfragen hinterlässt, könnte sich vllt schneller etwas passendes finden .
    Übrigens ist auf der linken Seite eine Email Beratung angezeigt. Nachdem sie vom Forum angeboten wird und sich professionell bezeichnet, kostenlos, wäre es eine weitere Möglichkeit, darüber zu reflektieren.
    LG
    Geändert von Sonnenkraut (13.11.2011 um 16:01 Uhr)

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Sonnenkraut für den sinnvollen Beitrag:

    connyp (13.11.2011)

  8. #7
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    Hallo Sonnenkraut,
    'es tut nur noch weh' ist, weil ich sie, vielleicht für immer, verloren habe. Es ist auch nach 35 Ehejahren nicht nur Gewohnheit.
    Sie hat einfach eine liebe, warmherzige Art und die vermisse ich sie. Dazu muss ich sagen, auch nach so langer Zeit finde ich sie noch immer attraktiv und begehrenswert.
    Ich liebe sie eben. Wie heisst es so schön: Hier steh ich und kann nicht anders.
    Aber, verloren habe ich sie vermutlich schon vor längerer Zeit. In meiner hektischen Betriebsamkeit habe ich es nur nicht bemerkt.
    Dass mir eine Aufgabe weggebrochen ist, denke ich weniger. Ich muss ja weiterhin kochen, waschen und bügeln. Habe vielleicht jetzt ein wenig mehr Freizeit, die ich für meine vielen Hobbys nutzen kann.

    Ich denke, mit den Freunden hast du vollkommen Recht. Sie wissen nicht damit umzugehen. Wenn ich so recht überlege, würde ich vielleicht nicht anders reagieren.

    Will morgen ohnhin zu meinem Hausarzt, um mir eine Überweisung zur Psychologen zu holen. Sonst bin ich irgendwann der nächste mit Depressionen.
    Hoffe, dass ich einen zeitnahen Termin bekomme. Bei uns auf dem Lande sind Psychologen rar gesät und Wartezeiten von eineinhalb Jahren sind üblich.
    LG,
    Conny

  9. #8
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hallo Conny,

    ich hätte noch Verständnisfragen. Bist Du weiblich (Dein Name lässt darauf schließen)? Du schreibst einmal von "Partner", also männliche Form, dann wieder von "ihr". Dann sprichts Du von euren gemeinsamen Kindern, dann wieder von Deinen Kindern.

    Mir ist die Konstellation nicht klar geworden. Bist Du ein Ehemann, dessen Frau gegangen ist und Dich und Eure gemeinsamen Kinder verlassen hat, oder war das eine lesbische Beziehung und Du hast Kinder aus einer früheren, heterosexuellen, Zeit?

    Das mit den sog. Freunden kenne ich. Ich habe ähnliches beim frühen Tod meines Vaters erlebt.

    Viele Grüße

    Physalis
    Geändert von Physalis (13.11.2011 um 17:32 Uhr)

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