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Thema: Alte Strukturen verlassen: neue Chance?

  1. #1
    Neuling Avatar von giftgrün
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    Frage Alte Strukturen verlassen: neue Chance?

    Hallo Leute,

    ich benötige mal eure Antworten zu einem unsere Familie, bzw. unsere Pflegetochter betreffende Thema.

    Zum Fall: unsere Pflegetochter ist 12 Jahre alt und hatte, als sie vor 10 Monaten mit ihrer Schwester zu uns kam, massive Defizite in sozialer Komptetenz, d.h. sie hatte keinerlei Benehmen, hielt keine Regeln ein und kannte keine Grenzen. Sie besucht nach wie vor eine Förderschule mit der wir alles andere als zufrieden und einverstanden sind.

    Fakt ist, dass sich das Kind mittlerweile sehr wohl an Regeln und Grenzen hällt soweit es das private Umfeld, also unsere Familie, Öffentlichkeit etc. betrifft. In der Schule hingegen führt sie sich nach wie vor auf wie (sorry) Sau! Sie spielt Lehrer gegeneinander aus, ist agressiv gegenüber Mitschülern, hat kein Benehmen, etc. etc.

    Wir zerbrechen uns hierüber sehr viel den Kopf und sind der festen Überzeugung, dass nur der Wechsel in eine andere Schule - weg von den alten, bekannten Strukturen und Personen mit denen sie genau weis wie weit sie gehen kann und dass es erst spät Konsequenzen hat - eine Chance für das Kind bringt.

    Auch der Psychologe der Erziehungsberatung ist konform mit unserer Meinung und unseren Eindrücken - die Schule jedoch beharrt auf der "Notwendigkeit" ihr die letzte gewohnte Sicherheit zu lassen.

    Was habt ihr für Erfahrungen oder würdet in diesem Fall tun? Ich danke euch.
    Liebe dich selbst dann liebt dich das Leben.

  2. #2
    Verleger Avatar von Waris
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    Ich bin auch der Meinung, dass ein Schulwechsel hilfreich sein könnte. Ein Psychologe hat doch mit Sicherheit mehr Ahnung davon, als eine Schule bzw. die Lehrer. Sicherheit hat sie ja in dem Sinne von euch. Es ist nicht immer gut, bei altbewährtem zu bleiben, wenn das alte eben negativ ist. Da könnte man ja genausogut sagen, lässt die Kinder in der schrecklichen Herkunftsfamilie, weil es eine Bekannte Sicherheit ist. Ich glaube, Schulen sehen es einfach nicht gern, wenn Kinder von ihr weggenommen werden.

  3. #3
    Gast784
    Gast

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    hallo Giftgrün,

    hab ich das jetzt richtig verstanden, dass sie noch auf der Schule ist, die sie schon besuchte, als sie in ihrer Herkunftfamilie war?

    Da sie sonst ja anscheinend gut Fuß gefasst hat, denke ich auch, dass ein Schulwechsel soz. als endgültiger Schnitt zu der haltlosen Vergangenheit sinnvoll ist. Sie scheint mit ihrem Verhalten ja auch nix anderes als diesen Wunsch auszudrücken. (könnte man doch so verstehen, oder?)


    Sie ist ja schon 12. Was sagt sie eigentlich zu einem Schulwechsel? Bockt sie dann erst recht oder ist sie davon gar nicht so abgeneigt, oder macht sie auf gleichgültig? In ihrer jetzigen Klasse ist sie jedenfalls in einem Rollenverhalten drin, das sie nicht so einfach ablegen kann, schon gar net, wenn es sich bewährt hat. Drum -Wechsel. Meine Meinung.

    LG Gaby

  4. #4
    Wunderlampe
    Gast

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    Hallo Giftgrün

    Es gilt doch einen erlerntes negatives Verhalten loszuwerden. Wenn die Schule, bzw. die Pädagogen dort noch keinen Zugang zu dem Kind gefunden haben, so wird sich dieses erlente Verhalten eher noch verstärken als aufhören. Mit einem Schulwechsel würden diese alten Strukturen verlassen und in einer neuen Umgebung kann neues positives Verhalten erlernt werden.

    ihr die letzte gewohnte Sicherheit zu lassen.
    Diese gewohnte Sicherheit braucht das Kind doch gar nicht mehr. Sie hat doch ihre Sicherheit bei euch aufgebaut. Dort fühlt sie sich sicher und geborgen. In der Schule scheinbar nicht, sonst würde sie nicht zu solchen Mitteln greifen. ( saumäßiges Verhalten ) Jedes Verhalten hat ja seine Gründe.

  5. #5
    Neuling Avatar von giftgrün
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    Hallo und vielen Dank für eure Antworten.

    Unsere PT würde sehr gerne die Schule wechseln - nicht zuletzt weil sie sich in letzter Zeit (sehr zu unserer Verblüffung aber auch Freude) immer mehr Gedanken um ihre Zukunft mach.

    Hatte gestern auch noch ein Telefonat mit unserem Kinderarzt der mir ebenfalls riet weiterzukämpfen und dass er mich, bzw. uns dabei unterstützen wird, gegebenenfalls durch Vermittlung objektiver, unabhängiger Personen die E. testen.
    Zudem habe ich heute einen 1,5 Std. Termin großes Grinsen Mosch großes Grinsen bei dem Psychologen der Erziehungsberatung um nochmals über weitere Möglichkeiten zu sprechen. Ein toller Mann (Kompetent).
    Aber am meißten freue ich mich darüber einen Menschen zu haben bei dem ich mich so richtig auskotzen Kotz kann denn ich habe das Gespräch mit der Schule letzten Donnerstag noch immer nicht verdaut!

    Der absolute Hammer ist noch, dass ich mich ab Montag alle zwei Wochen mit den zwei Superklugsch.....ern Lehrer und Heilerzieherin in der Schule treffen muss um über E. zu sprechen und ihr "Hilfestellung" zu geben.

    Die ticken doch echt nicht mehr ganz rund. Die sollten mal lieber ein Wochenende zu uns kommen und sehen wie lieb das Kind sein kann!!! Na die würden vieleicht Augen machen sag ich euch......
    Bo ey, ich bekomm schon wieder Blutdruck...........
    Liebe dich selbst dann liebt dich das Leben.

  6. #6
    Wunderlampe
    Gast

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    Hallo Giftgrün ( wahrscheinlich im Moment ab und an deine Gesichtsfarbe )

    Ich kenne mich mit Pflegefamilien und die Rechte dieser nicht aus, Wahrscheinlich ist das auch von bundesland zu bundesland etwas verschieden. Aber wer hat denn die Vormundschaft des Kindes und hat nicht dieser Vormund das Recht über die Schulwahl des Kindes zu bestimmen. Die Schule doch nicht.

    Diese ist im Moment sowieso in Zugzwang. Zuhause klappt es, in der Schule nicht. Da liegt odch der Verdacht nahe, dass die Schule im Bereich der Erziehung versagt. Wobei die Schule eher Wissen vermitteln will und weniger Erziehungsarbeit zu leisten hat. Ich finde es positiv von der Schule, dass sie gesprächsbereit ist und mit dir nach Lösungsmöglichkeiten suchen will. Ob die fruchten werden weiß man nicht.

    Was sagt denn deine Pflegetochter zu der Situation. Wo liegt ihrer Meinung nach der Hase begraben. Warum benimmt sie sich so. Mit ihren zwölf Jahren kann sie doch sicher äußern was ihr stinkt. Wenn sie sich um ihre Zukunft sorgt, dann wird sie sicher auch sich selbst sagen können, dass ihr momentanes Verhalten jetzt und später große Nachteile für sie bringt.
    Habt ihr das Kind einmal an einem ernsthaften Gespräch zwischen Eltern und Lehrern beteiligt?

    Was kotzt dich denn so an dem Gespräch mit den Lehrern an? Magst du mal darüber schreiben.

  7. #7
    Neuling Avatar von giftgrün
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    Hallo Birgit,

    was mich an den Lehrern und Betreuern in der Schule so aufregt ist, dass sie das Kind auf ihr früheres Verhalten und ihre Herkunft reduzieren und niedrig halten und die Veränderungen die sie erfahren hat nicht wahr haben wollen und glauben. Sie wir als unglaubwürdig und ignorant dargestellt, als Klassenclown, als jemand der Erwachsene gegeneinander ausspielt, etc. etc.
    Und da sie ja täglich in der Schule spührt, dass ihr ein "ordentliches" Verhalten nicht geglaubt und abgenommen wird fällt sie immer wieder in alte Muster zurück - denn so kennt man sie ja schließlich.

    Ich hatte ja gestern den Termin beim Psychologen. Das Gespräch war suuuuuuuper und er hat mir seine zukünftige, volle Unterstützung zugesichert. Auch er ist der Meinung, dass die Schule ihre Position egoistisch ausnützt. Wir sind auch einig in unserer Ansicht, dass die Schule einfach nicht damit klar kommt, dass wir nicht die klassischen Eltern eines Förderschülers sind, den man mit einfachen Argumenten und dummen Ausreden überzeugen kann. (Was jetzt kommt bitte jetzt nicht falsch vertehen oder überheblich) Wir haben eben Köpfchen, sind beide Intelligent und haben berufliche Backrounds die 95% der anderen Eltern der Schule einfach nicht haben! Zudem haben wir beide täglich sowohl beruflich als auch privat mit der Thematik zu tun. Mein Mann ist Therapeut an einer Behindertenschule, ich studiere, habe beruflich schon viel erreicht und wir haben zudem fast erwachsene Kinder und deren enorm großen Freundeskreis der sich ständig um uns schart und somit die Erfahrungen etc. etc.
    Die fühlen sich einfach auf den Schlips getreten und versuchen nun die Oberhand zu bekommen. Doch das kann nicht im Sinne des Kindes sein!!! Hier steht ja wohl ganz klar das Kindeswohl im Vordergrund.
    Der Psychologe meinte gestern noch, dass in diesem Fall mal wieder ganz deutlich wird, dass der schulische Erfolg von Kindern aus sozial schwacher Herkunft (Migrationshintergrund Russland) erheblich von sogenannten Fachleuten bestimmt wird. Wären die Kinder noch bei ihren leiblichen Eltern könnte die Schule nämlich mit ihnen machen, was sie will und was ja auch vorher so war. So wurden die Kinder beispielsweise nie irgendwelchen Testungen unterzogen!!!
    Beispiel unsere Kleinere der Beiden: Sie geht auf die selbe Schule und war ebenfalls in dieser komischen (unnützen) Sonderpädagogischen Tagesstätte am Nachmittag. Und das 3 Jahre lang. Wir haben das Kind aufgenommen und schon bald wurde uns klar, dass sie starke Defizite hat und liesen sie Ergotherapeutisch, Logopädisch und IQ testen. Resultat: I. wird in 2 Monaten 10 und ist auf dem Entwicklungsstand einer 6-Jährigen. Das wurde nie erkannt oder getestet, geschweige denn dass es aufgefallen wäre. Was bitte sind das denn für Fachleute. Erst seit ich sie nach der Schule zu Hause habe und mit ihr Hausaufgaben mache, sie fördere und fordere, wird sie zunehmend besser - es kostet aber echt viel Nerven und Substanz.

    Und bei der Großen ist es genau das Gegenteil: Bei ihrer Testung kam heraus,dass sie überaus intelligent ist, jedoch bedingt durch die Unterforderung selektiert und lustlos am Unterricht teil nimmt.

    Oh Mann, ich könnte noch Stunden weiterschreiben aber will euch mit ewig langen Texten nicht langweilen.

    Jedenfalls war das Gespräch gestern für mich eine Erlösung! Denn ich war wirklich fast schon giftgrün im Gesicht

    Für das nächste Schuljahr habe ich mir vorgenommen mich in den Elternbeirat der Schule wählen zu lassen und dann werde ich denen mal so richtig auf die Füße treten. Die Wahl schaffe ich locker und dann schlägts aber 13!

    Liebe Grüße
    Liebe dich selbst dann liebt dich das Leben.

  8. #8
    Wunderlampe
    Gast

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    Hallo Giftgrün

    Oh Mann, ich könnte noch Stunden weiterschreiben aber will euch mit ewig langen Texten nicht langweilen.
    Du langweilst nicht, im Gegenteil.

    Es gibt halt fähige Lehrer und leider sehr unfähige. Schade.

    Ich gebe dir Recht, es geht allein um das Wohl des Kindes. Und gerade eine Förderschule sollte Kindern mit solchen Verhaltensauffälligkeiten helfen können und in der Lage sein, den Hintergründen die zu dem Verhalten geführt haben oder es andauern lassen auf die Spur zu kommen. Und so professionell arbeiten, dass sie erkennen, wann sie nichts mehr zur Besserung beitragen können.

    Was für ein Glück für die Kinder, dass sie zu euch gekommen sind. Und welch ein Unglück für die anderen Kinder, deren Eltern nicht den Hintergrund haben wie ihr. Vielleicht würde auch eine offizielle Beschwerde ans Oberschulamt helfen.

    als Klassenclown, als jemand der Erwachsene gegeneinander ausspielt, etc. etc
    Welche Maßnahme bietet denn die Schule an, wie sie dem gegenübertreten wollen? Es liegt doch an den Lehrern dementsprechend zu reagieren. Ihr leistet euere Erziehungsarbeit zu Hause, in der Förderschule sind die Lehrer gefragt. "Man" sollte doch meinen, dass sie entsprechend ausgebildet sind.
    Manchmal ist die Situation so verfahren, dass deine Zusammenarbeit zwischen Pädagoge und Kind nicht mehr möglich ist, weil beide in ihrer Rolle gefangen sind. Erst wenn einer aus seiner Rolle ausbricht, dann können Strukturen aufgelöst werden. Warum sollten die Lehrer nicht den Anfang machen, wenn es dem Kind nicht möglich ist? Wenn sie dazu nicht bereit sind, sollte sie gefälligst einem Schulwechsel zustimmen.
    Es geht doch hier nicht um Sieg oder Niederlage.

    Die Frage ist sowieso, ob es nach dem ganzen Hin und Her noch eine vertrauensvolle Zusammenareit zwischen euch als Eltern und der Schule geben kann, die allein dem Wohl des Kindes dient. Können die Lehrer eueren Kindern noch unbefangen gegenübertreten?

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