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Thema: Altlasten Erziehung und seelische Erpressung durch die eigene Schwester

  1. #1
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    Beitrag Altlasten Erziehung und seelische Erpressung durch die eigene Schwester

    Hallo Zusammen,

    vielleicht könnt Ihr mir einen Rat geben, da ich mich seit guten 10 Jahren schon im Kreise drehe... mit dem Unterschied, das ich es heute glaube zu verstehen, jedoch nach wie vor darunter sehr leide.

    Eigentlich wollte ich eine Kurzfassung meines Lebens schreiben... ;-) das hat aber leider nicht geklappt – versuche gerade die 3 DIN A4 Seiten zu kürzen… ;-)

    Also ich wurde als die Kleinste in eine Schmerzfamilie hineingeboren. Ich habe noch eine 6 Jahre ältere Schwester, selbst bin ich heute 50 Jahre alt und kein bisschen Weiser ;-)...

    Seit 30 Jahren leide ich unter Schmerzen bis zu starken Versteifungen der Gelenke das OP`s unvermeidbar waren, die sicherlich zum Teil vererbt aber auch psychosomatisch sein müssten. Da werde ich vom Orthopäden zum Psychologen hin und her geschickt, seit guten 16 Jahren... Ansehen tut mir dies keiner, da ich nach dem Motto leben, wenn es mir schon besch… geht, muss ich nicht auch schlecht aussehen. Also ich tue, was ich kann, damit es mir besser geht.

    Da ich die Jüngste war, konnte ich nach Ansicht meiner Familie keine Schmerzen haben... also habe ich wirklich durch die Erziehung ein falsches Schmerzempfinden anerzogen bekommen... mein Körper jetzt überreagiert, Schmerzmittel keine Schmerzlindernde-Wirkung zeigen...

    Doch weshalb ich mich zu diesem Beitrag entschlossen habe, ist meine ältere Schwester, die mich seit 10 Jahren immer wieder wo sie nur kann versucht zu zerstören... sie genießt die Opferrolle, da sie in dem Fall auf jeden Fall die Unterstützung unserer Mutter bekommt... vor 10 Jahren erklärte sie mir, das sie ja so arm dran ist, weil sie mit ihrem Mann in die Nähe unserer Eltern gezogen sei... und ich es so gut hätte, da ich 280 km davon entfernt wohnte... sie von mir dafür Dinge ( künstlerische Gestaltung der Kinderzimmer unentgeltlich, in meinem Urlaub, trotz meiner Schulterprobleme und den Schmerzen) einforderte und erwartete... Also ich sagte, ihr, bei aller Schwesterliebe, könnte ich nichts dafür, das sie ihr Haus dort gebaut haben wo sie eben es gebaut habe... ihre Antwort: sie könne doch nichts dafür, da ihr Mann dies wollte... und und und Das ist die eine Seite von ihr.

    Die andere Seite sieht leider ganz anders aus. Und darunter leide ich bis heute! Nicht nur ich, sondern die Familie ist dadurch auseinander gebrochen. Ich kann das Leid das sie über die Familie bringt nicht ausgleichen, da ich daran selbst zugrunde gehe... aber meine Mutter kann sich auch nicht währen und leidet auch... zumindest behauptet sie es. Und das glaube ich ihr auch.

    Also meine Schwester erpresst mich damit, dass sie die Eltern im Stich lässt, sobald ich ihr nicht hörig bin... ja hörig ist da glaube ich der richtige Ausdruck. Da sie mir verboten hat, meinen Vater der eine Herz OP hatte oder die Ärzte im Krankenhaus anzurufen. Da wenn ich dies machen würde, würde sie sich gar nicht mehr um die Eltern kümmern. Damals stand bei mir selbst eine Reha wegen meiner versteiften Schultern an, ich konnte auch keine langen Strecken mit dem Auto mehr zu dieser Zeit fahren. Verbotener Weise rief ich doch im Krankenhaus an und sprach mit einer Ärztin, sie schimpfe über meine Schwester, und das in solch einmal Fall der Vater die Familie bräuchte… meine Schwester den Ärzten nicht sagen müsse, was sie zu tun haben… da nach 20 Jahren Arzterfahrung, sie schon wissen was sie tun… ich entschuldigte mich bei der Ärztin, erklärte Ihr meine eigene Situation und versuchte in meinem Freundeskreis einen Fahrer zu finden, der sich bereit erklärt, das er mal so ca. 700 km an einem Tag fährt, damit ich meinen Vater in der Spezialklinik für ein paar Stunden besuchen konnte. Am Ende fand ich jemanden der diese Strecke fuhr, mir und meinem Vater tat es sehr gut. Er rappelte sich in den drei Stunden auf und hat das erste Mal sein Joghurt selbst gelöffelt. Er freute sich die Wochen danach jedes Mal wenn er meine Stimme hörte, wenn ich ihn aus meiner eigenen Reha angerufen hatte.

    In der Zeit hatte ich einen Anruf von meiner Schwester, die gerade eine Trainerausbildung zur Gymnastikleitung gemacht hat. Ihr ging es nur um die medizinischen Behandlungen… als ich zu Ihr sagte, bitte sage mir wie es unserem Vater geht, welche Behandlungen sind im Moment zweitrangig… drohte sie mir, wenn ich ihr ins Wort falle, sie nicht reden lasse, würde sie mich gar nicht mehr anruft und ich würde dann gar nichts mehr von unserem Vater erfahren…

    Meinen Eltern zu liebe habe ich gelitten unter dem was mir meine Schwester damit angetan hat… auch aus der Angst heraus, das ich ja nicht in der Lage war meinen Eltern zu helfen, wenn sie ihre Drohung wahr gemacht hätte, dass sie sich nicht weiter um die Eltern kümmert.
    Dieselben Drohungen spricht sie auch meiner Mutter bis heute gegenüber aus.
    Also das ist jetzt ca. 13 Jahre her…

    Seit 6-7 Jahren habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Schwester…
    Die Drohungen meiner Schwester sind so schlimm, dass bei einem Telefonat vor ca. 3 Jahren, beim 3. Satz die Drohung schon fiel…. Nur weil ich sagte, ich bin bei der Mutter wegen dem TÜV und warte auf eine Terminbestätigung, wenn ich diese habe, kann ich meiner Schwester einen Termin bzgl. eines Banktermins zusagen, sie sollte doch bitte den Abend abwarten. Das war schon zu viel für sie…

    Der letzte Kontakt zu Ihr war letztes Jahr!
    Mein Vater ist 2013 gestorben, auf der Beerdigung durfte nur die Familie meiner Schwester Fotos machen… also Fotos von der Beerdigung bekam ich keine, dann forderte ich sie letztes Jahr (2015) schriftlich ein.

    Sie bezeichnete mich als unverschämt, dass ich alle Fotos haben wollte und diese auch noch auf einer CD… was das kostet!!!! Meine 55 Jährige Schwester jammerte meiner Mutter vor, das ich unverschämte Ansprüche hätte… die Folge, war ein böser Anruf meiner Mutter, was ich denn schon wieder mit meiner Schwester angestellt hätte und es wieder Streit wegen den blöden Fotos gibt… da platzte mir der Kragen und ich sagte meiner Mutter, das ich nicht wie sie das Grab des Vater vor der Tür hätte, ich die Fotos brauche um meine Trauer abschließen zu können…

    Meiner Schwester, schriebe ich daraufhin ein Mail mit der Anleitung das sie die Dateien einfach nur kopieren braucht, und einem Link zu einem USB Stick für 4.99 € die 5,-€ sicher auch unsere Mutter auslegen würde, wenn dies für sie zu viel ist…
    Hier muss man, dazu sagen, das meine Schwester die Chefin eines 8 köpfigen Familienunternehmens ist… aber auf der anderen Seite sich hilflos darstellt, wenn es darum geht Daten auf eine CD zu brennen… ebenso wie sie es gerade braucht… meine Mutter, vertraut ihr blind… sie kann es mit ihrem hohen Alter auch gar nicht mehr beurteilen, was sie glauben kann und was nicht.

    Für mich ist es immer ein Zerreißprobe, wann ich Verständnis für meine Mutter aufbringe, die Gemeinheiten meiner Schwester ausgleiche, damit meine Mutter ihren Frieden bekommt, den sie auch verdient hat, jedoch selbst nie etwas dafür tun wollte. Dies immer über mich lief, dass ich brav, still und lieb sein sollte… damit meine Schwester ruhe gibt. Klar meine Schwester nutzt das voll aus!

    Wenn ich den Kontakt zur ganzen Familie abbreche, also auch zu meiner Mutter, geht es mir besser. Aber ich liebe auch meine Mutter und der komplette Kontaktabbruch zerbricht mir mein Herz.

    Wie ich es mache, leide ich darunter und daran zerbreche ich immer wieder… rapple mich wieder auf und zerbreche wieder daran… rapple mich aus…. usw.


    Kurz noch etwas zu meiner Mutter, sie ist 1936 geboren und hat vieles im Krieg als Kind mit durchmachen müssen, wurde mit 7-8 Jahren Vertrieben und Missbraucht auf dem Schulweg, ihr posttraumatisches Verhalten(störung) hat sie auf mich übertragen, das ich mit Hilfe einiger Therapien ab 2001 zum Glück verändern konnte. Dadurch bin ich jetzt unbequemer für meine Mutter geworden. Leider hilft sich meine Mutter selbst, indem sie wegsieht, so auch als ich in meiner Lehrfirma (1985 - 1988) 3 Jahre lang von einem Vorgesetzten sexuell belästigt wurde, sie reagierte nicht einmal als von einer Kollegin , der dasselbe passiert ist, sie von deren Mutter angerufen wurde und ihr erzählte, das ich in der Arbeit zu oft weine und dies der Grund dafür sein könnte… meine Mutter fand ihre Gründe, weshalb sie nur das nötigste tat und dann wieder stillschweigen konnte… sie mich damit im Stich ließ… sie mich noch zur Rede stellte und beschuldigte anstatt die eigenen Tochter zu beschützen… sie kannte es nicht anders, das die Wunden durch schweigen irgendwann von selbst heilen sollten… also nur nicht den Mund aufmachen, sonst wird man erschlagen, das war das was meine Mutter als Kind im Krieg gelernt hatte und mir immer wieder erzählte und erklärte, sobald ich mich gegen Unrecht wären wollte… das ging mir leider so ins Blut über, das ich jetzt immer noch aufpassen muss, das ich nicht in die alten Verhaltensmuster zurück falle… und es geht mir immer noch nahe, sobald ich dies aufschreiben muss... doch es ist das Leben, das mich geprägt hat und über die Norm darüber hinauswachsen lassen hat... also nutze jede Kriese um daran zu wachsen... und irgendwie bin ich sogar dankbar, das ich die Chance hatte, daran zu wachsen und zu erfahren, was ich besser machen kann, denn meine Mutter wusste es leider nicht besser. Sie wollte nur das Beste.

    Geht es nur mir so? Wie kann ich mit meiner Mutter umgehen, damit Sie wie auch ich nicht so sehr darunter leiden. Habt Ihr eine Idee dazu?

    Leider konnte ich mein Leben nicht kürzer fassen. Es hört sich vielleicht wirklich sehr schlimm an, ist es auch, sonst würde ich ja nicht hier im Forum sein. Doch es gibt auch immer wieder ein paar schöne Lichtblicke im Leben die sich gut anfühlen und Hoffnung geben.

    Danke für Euer Verständnis schon im Voraus ;-)
    Herzliche Grüße,

    Lilly

  2. #2
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    Hallo Lilly,

    Meine Mutter ist Jahrgang 1938 auch Flüchtlingskind, ich bin wie du fünfzig, ich kann viel nachfühlen und verstehen von dem was du schreibst.

    Hast du schon mal über Kriegskinder und Kriegsenkel (unsere Generation) gelesen? Hast du dich damit mal befasst?

    Was mir spontan auffällt, deine Schwester hat die Opferrolle schreibst du deine Mutter leidet und du ebenfalls. Alle leiden, die Rolle der Frau, sie leidet, so macht es meine Mutter auch, das bekam ich genauso vorgelebt.

    Meine Mutter gibt diese Rolle auch um nichts in der Welt auf, selbst wenn sie klar Täter ist, sie leidet mehr.

    LG

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Ricarda66 für den sinnvollen Beitrag:

    Lilly_01 (28.12.2016)

  4. #3
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    Danke Dir liebe Ricarda66,

    in der Tat, meine Mutter brachte mir auch bei, das nur die Menschen die Leiden gute Menschen sind.... na und welches Kind möchte nicht ein gutes Kind sein... und welche Mutter könnte mit 80 Jahren eingestehen, das sie sich selbst und ihre Kinder unglücklich mit ihrem Glaubenssatz machte... obwohl sie ja nur das Beste für Ihre Kinder wollte... auch wir hätten es sicher nicht besser gewusst, wenn wir an der Stelle unserer Mütter gewesen wären... ran, an die Arbeit... das alles auszumisten und aufzuräumen, was sie uns übertragen... damit wieder FREIRAUM vorhanden ist :-)

    beim googlen nach Kriegskinder und Kreigsenkel ist mir schon ein wichtiger Satz aufgefallen, der mir einen guten Weg aufzeigt... Kriegsenkel das „aufräumen der seelischen Altlasten“, die Kriegsgenerationen“ hinterlassen haben.

    Ich glaube auch, das dies die Wurzel vieler meiner Probleme ist... kennt jemand in München eine Anlaufstelle für Kriegskinder und Kriegsenkel... da ich dies nicht alleine aufräumen möchte, mir professionelle Unterstützung suchen möchte.

    1000 DANK !!! :-)
    Herzliche Grüße,

    Lilly

  5. #4
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    Hallo Lily,

    Es gibt in vielen Städten Selbsthilfegruppen für Kriegsenkel.

    Das hilft etwas, je nachdem was alles aufzuarbeiten ist hilft es mehr sich einen Therapeuten zu suchen, was Therapie leisten kann, das kann eine Selbsthilfegruppe einfach nicht.

    Es gibt auch einige gute Bücher zum Thema, hilft als Einstieg auch.

    Was mir persönlich etwas aufstößt ist das du jetzt schon mehrfach geschrieben hast deine Mutter wusste es nicht besser und wollte bestimmt nur das beste, du glaubst auch du hättest es an ihrer Stelle bestimmt genauso gemacht. Weis, nicht , ich kenne deine Mutter und dich nicht .

    Ich kann nur von mir sagen, Mütter meinen nicht immer alles nur gut, sie wollen auch nicht immer nur das Beste, sie sind nicht immer nur Opfer.

    Das schreibe ich dir jetzt für mich nach Jahren der Therapie und des sortieren der an mir bewusst abgearbeiteten seelischen Trümmer meiner traumatisierten und wahrscheinlich auch missbrauchen Mutter.

    LG

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Ricarda66 für den sinnvollen Beitrag:

    Lilly_01 (28.12.2016)

  7. #5
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    Hallo Ricarda,

    da muss ich Dir glaube ich Recht geben, was Du über Mütter schreibst. Meine wollte sich ihren eigenen Aufgaben nicht stellen, sie suchte für sich den einfachsten Weg, den mit dem geringsten Widerstand... den fand sie in mir, als die jüngst... die vieles Auffangen und Ausgleichen musste, was meine Mutter selbst nicht schaffte... in der Tat, da wurde sie zum Täter. Auch wenn es aus der eigenen Überforderung war... sie war die Erwachse und Mutter, nicht ich... Sie vertauschte gerne die Rollen, weil es für sie einfacher war... aus der Sicht ist sie wirklich zum Täter geworden... und hat ihre Fürsorgepflicht verletzt... da ich es nicht anders kannte... gehörte dies für mich zum Alltag dazu... merkte es selbst nicht... wenn Arbeitgeber oder andere Vertragspartner Ihre Pflichten nicht einhalten....

    Für's erste habe ich mich für das Buch "Sabine Bode: Kriegsenkel -Die Erben der vergessenen Generation" entschieden, und ja ich dachte schon an eine Therapeutin, da glaube ich das dies ein schneller Weg der Aufräumaktion ist.

    Und es ist seltsam, am 27.12. als ich mich hier anmeldete hatte meine Mutter ihren 81. Geb. und obwohl sie die Gelegenheit immer wieder gehabt hätte, das ihre Enkel sie mit dem Auto bei mir zu einem Besuch absetzten, fand sie über viele Jahre ausreden, weshalb dies nicht ging... sie traute sich nicht ihre Enkel zu fragen...

    Also gestern sagte ich Ihr: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, und wo kein Wille ist gibt es 1000 Gründe/Ausreden es nicht zu tun.
    Fazit: Ihr Enkel nimmt sie heute mit und bringt sie sogar bis vor meine Haustür, und am 2. Jan. wird sie wieder von einen Ihrer Enkel abgeholt... 2 Enkel wohnen schon viele Jahre hier in München... doch die Gründe/Ausreden brachen nicht ab... oft scheiterte es daran, das sie meine Mutter mit den Öffentlichen in die Stadt geordert hätten... 6.00 Uhr und so, das hätte sie zeitlich gar nicht geschafft... nach 10 Jahren klappt es jetzt doch einmal...

    Ich wünsche jeden noch eine gutes Hineinkommen in das Jahr 2017, denn ich werde jetzt erst einmal Offline sein, solange ich den Besuch meiner Mutter habe. Es ist schon viele Jahre her, dass wir uns gesehen haben...

    Liebe Grüße, Lilly

  8. #6
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    Zitat Zitat von Lilly_01 Beitrag anzeigen

    Und es ist seltsam, am 27.12. als ich mich hier anmeldete hatte meine Mutter ihren 81. Geb. und obwohl sie die Gelegenheit immer wieder gehabt hätte, das ihre Enkel sie mit dem Auto bei mir zu einem Besuch absetzten, fand sie über viele Jahre ausreden, weshalb dies nicht ging... sie traute sich nicht ihre Enkel zu fragen...

    Also gestern sagte ich Ihr: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, und wo kein Wille ist gibt es 1000 Gründe/Ausreden es nicht zu tun.
    Hallo Lilly,

    Es ist genau wie du es sagst, wo ein Wille da ein Weg, ansonsten tausend Ausreden. Ich hab selber ewig mit meiner Mutter rum diskutiert , weil ich nicht sehen konnte oder auch wollte, weil zu schmerzhaft. So sah ich nicht was dahinter stand was die Motive meiner Mutter waren und diskutierte wie du, die Enkel können doch und hier und da .....und das über Jahre, verschwendete Zeit und Lebensenergie.

    Ich würde dir ja auch gerne eine guten Start ins neue Jahr wünschen. Ich wünsche es dir auch. Allerdings kann ich mir unter den Bedingungen mit deiner Mutter schwer vorstellen das euer Treffen irgendwie entspannt oder harmonisch läuft, wenn es schon so anfängt dann lief es bei mir zumindest auch so weiter, und hatte noch Steigerungspotential, am Ende war ich dann mit den Nerven fertig.

    Zur Therapie als schneller Weg zur Aufräumaktion. Kommt auf die Anzahl der Trümmer und die Dauer an, was lange angedauert hat geht nicht schnell weg, das dauert dann auch es aufzudecken. Und dann noch die Frage wieviel und wie schwerwiegend die Trümmer sind, hat bei mir Jahre gedauert.

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    Lilly_01 (31.12.2016)

  10. #7
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    Hallo Ricarda,

    gestern habe ich das bestellte Buch "Kriegsenkel" von Sabine Bode erhalten und bin heute früher aufgestanden, damit ich in Ruhe eigentlich meine Buchhaltung und Jahresabschluss erledigen wollte. Doch die "schlechte Geschichte der Kriegskinder und -Enkel" verstehe ich jetzt erst. Mir war dies nicht bewusst, da meine Eltern den Krieg erlebt hatten, doch ich selbst nicht....

    Und Du hast Recht, seelischer Missbrauch, Verantwortungslosigkeit und Rücksichtslosigkeit waren immer vorhanden, nicht das meine Mutter eine Egomane ist, es ist ihre eigene Hilflosigkeit... dass sie die Rollen gerne vertauscht hat, versucht hatte ihr „Kind sein“ bei mir nachzuholen, weil sie als Älteste von 4 Geschwistern im Krieg dies nicht konnte...

    Als sie hier ankam, umarmte sie mich, und sagte: Schön das ich dich wieder einmal umarmen kann. Danach ging sie in die Küche und machte einen Salat... Kein wie geht es Dir oder dergleichen kam von ihr? Ja, im Moment habe ich existenzielle finanzielle Probleme... aber meine Mutter versucht wegzusehen und meint mit einem selbstgemachten Essen, ist die Welt wieder in Ordnung... schüttet mich mit ihrer Vergangenheit zu und ihren Problemen... wie schlimm sie es hatte... in das Buch habe ich nur kurz hineinsehen können, doch das was ich gelesen habe... kenne ich 1 : 1 und kann es sehr gut nachvollziehen und verstehen... das mir bis jetzt nicht möglich war... mir war es nicht bewusst, das ich unterbewusst so sehr das Leben meiner Eltern lebe... obwohl ich es besser wüsste und auch besser könnte…
    Mein Plan: ich lasse mir Zeit, um dies Alles zu verstehen und zu verdauen… wenn ich diese Zusammenhänge kenne, werde ich sicherlich auch in der Lage sein mein eigenes Leben zu ändern…

    Meine Mutter fährt wieder am 3. Jan. und ich werde die Zeit dazu verwenden um zu verstehen und loszulassen, nicht um zu diskutieren... Danke Dir Ricarde für Deine Tipps und vielleicht können diese Zeilen hier auch weiteren Kriegsenkeln eine Unterstützung sein, ihr eigenes Leben leben zu können und nicht das ihrer Eltern. Das ist zumindest meine Hoffnung.

    Ein gesundes, erkenntnisreiches und erfolgreiches Jahr 2017 :-)
    Geändert von Lilly_01 (31.12.2016 um 07:12 Uhr)
    Herzliche Grüße,

    Lilly

  11. #8
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    Zitat Zitat von Lilly_01 Beitrag anzeigen

    Als sie hier ankam, umarmte sie mich, und sagte: Schön das ich dich wieder einmal umarmen kann. Danach ging sie in die Küche und machte einen Salat... Kein wie geht es Dir oder dergleichen kam von ihr? Ja, im Moment habe ich existenzielle finanzielle Probleme... aber meine Mutter versucht wegzusehen und meint mit einem selbstgemachten Essen, ist die Welt wieder in Ordnung... schüttet mich mit ihrer Vergangenheit zu und ihren Problemen... wie schlimm sie es hatte... in das Buch habe ich nur kurz hineinsehen können, doch das was ich gelesen habe... kenne ich 1 : 1 und kann es sehr gut nachvollziehen und verstehen... das mir bis jetzt nicht möglich war... mir war es nicht bewusst, das ich unterbewusst so sehr das Leben meiner Eltern lebe... obwohl ich es besser wüsste und auch besser könnte…
    Mein Plan: ich lasse mir Zeit, um dies Alles zu verstehen und zu verdauen… wenn ich diese Zusammenhänge kenne, werde ich sicherlich auch in der Lage sein mein eigenes Leben zu ändern…
    Hallo Lily,

    Schön das dir das Buch hilft die Dinge besser oder anders zu verstehen ging mir auch so.

    Spannend finde ich auch deine Beschreibung wie es ist wenn deine Mutter zu dir kommt. Ich dachte dann daran wie es war wenn meine Mutter zu mir kam.

    Bei der Begrüßung war es ich die sie umarmte sie sperrte sich eher, ich empfand es immer als sehr unangenehm. Nur sie nicht zu umarmen war auch keine Option schwer zu beschreiben, es war immer eine enorme Költe da gerade bei der Begrüßung auch körperlich sehr fühlbar.

    Du schreibst deine Mutter ging in die Küche und machte erstmal einen Salat. Meine Mutter setze sich hin und wollte erstmal einen Salat, Kaffee etc von mir. Da war die Rollenumkehr greifbar. Sie setzte sich hin wie ein Kind das seine Eltern besucht. Umgedreht gab es das für mich nicht, sie kam immer zu mir das ich zu ihr kam das blockte sie und wenn dann gab es auch keine Bewirtung.

    Du schreibt bei dir von existenzielle finanzielle Probleme und deine Mutter macht Salat.

    Wenn ich massive Probleme hatte zum Beispiel gesundheitlich, frisch operiert etc.. Dann fing meine Mutter an eigene Gesundheitliche Probleme zu kreieren, um die ich mich dann auch gerne frisch operiert kümmern sollte, wieder die Mutterrolle für sie bei mir.

    Ja, es hilft das zu verstehen auch warum es so ist um aussteigen zu können. Wie dann deine Mutter reagieren wird sich zeigen.

    Wichtig ist es erstmal zu verstehen was läuft und dann selber zu agieren und nicht mehr nur zu reagieren.

    Ich wünsche dir auch einen guten Rutsch und ein gutes Jahr 2017 mit vielen weiteren Erkenntnissen

    LG

  12. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Ricarda66 für den sinnvollen Beitrag:

    Lilly_01 (02.01.2017)

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