Hallo liebe Leute!
Bin mir zwar nicht sicher, ob dies das passenste Unterforum ist, aber sei's drum...
Ich hätte wohl schon vor Jahren hierher kommen sollen, die Idee kam mir jedoch erst jetzt, als ich am Scheideweg stehe zwischen Studium oder sonstwas, in einer "sinnlosen" Welt...
Einleitend ein kurzer Leidens-Lebenslauf
Vor mittlerweile knapp 5 Jahren wurde ich, als 12.Klässler, Single - ich habe die Fernbeziehung(!) selbst beendet, weil ich einfach nicht mit der Entfernung zurecht kam und den Zweifeln. Diese waren durchaus auch dadurch begründet, dass ich aufgrund meines Übergewichts nicht nur kaum Selbstvertrauen habe, sondern mich regelrecht schäme und mich auch selbst anwiedere, wenn ich mich z.B. im Spiegel sehe...
Dies hat natürlich auch meine schulische Laufbahn beeinflusst - ich fühle mich in der Öffentlichkeit stets unwohl, es gibt nur ganz wenige Vertraute, bei denen ich auch mal kurzzeitig nicht das Gefühl habe, jeder sehe mich an und wäre ebenso angeekelt von mir, wie ich es bin...
Dabei bin ich eigentlich sehr gesellig von meinem Auftreten, bin auch beliebt unter meinen Mitschülern (naja, am Samstag ist Abi-Feier, dann ist auch das vorbei [habe mein Abitur nun nachgeholt, nachdem ich es vor 4 Jahren abgebrochen hatte]) und trotzdem fühle ich mich unglaublich einsam. Habe auch seit längerem keinen Freund/ Freundin mehr, der ich mich wirklich anvertrauen könnte...
Wenn ich darüber nachdenke, was mir am meisten fehlt oder was ich am meisten vermisse, dann sind die beiden Dinge, die mir sofort einfallen: jemanden, der mich in den Arm nimmt und ein schlanker eigener Körper.
Ich würde gar sagen, dass ich vor seelischer Einsamkeit in einem Teufelskreis stecke, da dies meine sozialen Kontakte sicherlich auch erschwert, ich zugleich aber NICHT einsam oder depressiv wirke - klinisch bestätigt von der Uniklinik in Freiburg.
Besonders auffällig ist meiner Eigenanalyse nach auch, dass ich mich manchmal total in ein Thema hineinsteigere, bzw. oft nur um anschließend wieder in eine totale Lustlosigkeit abzustürzen.
Es kommt schon mal vor, dass ich eine Fantasy-Roman-Reihe mit 5 Bänden à 800 Seiten in einer Woche verschlinge, an einem Tag 15 Stunden Anime schaue, oder einen ganzen Tag Musik höre und mich dabei übers Gittarenspiel informiere - gelernt habe ich es nie.
Und dann kommt wieder eine Phase, manchmal ein Abend, manchmal eine Woche, in der ich mich zu gar nichts aufraffen kann. Alles für sinnlos erachte. Wozu lebe ich überhaupt? (Verwechselt dies nicht mit Suizid-Gedanken, tatsächlich schätze ich das Leben, aber ob der falschen Gründe: Ich möchte mehr fremde Welten erkunden, sei es in Bild oder Schrift.). Mein Schaffen erscheint mir sinnlos in einer Welt, die man im Englischen als "rotten" bezeichnen könnte. Wenn ich an Geschehnisse denke wie z.B. die Totschläger in der U-Bahn, steigende (Jugend-)Kriminalität oder Umweltzerstörung, dann blutet mir das Herz. Was für einen Sinn macht es, sich in dieser Welt einer Aufgabe zu widmen? Einer Welt ohne Gerechtigkeit?
Wozu noch die Mühe machen, Formeln zu lernen, wenn der Mathe-Lehrer einen eh nicht leiden kann und man bestensfalls zu einer mäßigen Zensur kommen kann?
Neben meinem Selbstwert ist also auch die Sinnfrage für mich von großer Bedeutsamkeit.
Vielleicht auch, weil ich mir bis zum 15.07. überlegen muss, was ich tun möchte - denn dann endet die Frist, sich an der Uni zu bewerben. Wofür? Das weis ich trotz stundenlanger Recherche nicht. Geld interessiert mich wenig. Ich möchte etwas tun, womit man etwas Erreichen, Verändern, Verbessern kann.
Meine Hobbys und Fähigkeiten sind sehr begrenzt. Ich lese und schreibe gern (handschriftlich auch durchaus fehlerfrei) und bin unglaublich emotional (d.h. ich lese seit Jahren, als "Kerl" beispielsweise Cecilia Ahern oder Janet Evanovich etc. und muss bei jedem sentimentalen Quatsch heulen, z.B. während des Lion King Musicals, oder auch wenn bei einer Liebeskomödie am Ende endlich alles gut geht etc.).
Ich habe keinen Glauben an mich, noch an diese Welt. Ist es nicht egal, was ich mache? Wo steckt der Sinn? Ein paar Romane lesen kann ich auch ohne akademische Bildung oder eine Ausbildung. Doch da kommt das nächste Problem: wenngleich ich emotional keinerlei Bindung zu meinen Eltern habe - aus diversen Gründen - so habe ich doch das Verantwortungsgefühl, ihnen nicht länger zur Last fallen zu wollen, nachdem ich jetzt mit 22 gerademal mein Abitur habe - mit 3,1 übrigens eines, was sich nicht unbedingt für geisteswissenschaftliche Studienfächer eignet (trotz 13 Pkt in Deutsch und 12 in Englisch).
Ich denke, mein größtes Problem ist mein Minderwertigkeitskomplex - aber woher sollte denn Selbstbewusstein auch kommen, wenn man als emotionaler Mensch seit 5 Jahren einsam und ungeliebt ist und mit 22 Jahren nocht nichts im Leben erreicht hat? Wie kann ich Einsamkeit und Selbsthass überwinden? Wie kann ich als talentloser, beruflich gesehen Interessenloser (nunja, da wäre höchstens Journalismus, aber das sind Heute ja auch nur lächerliche Ja-Sager), weiterleben?
Ich bitte um Ratschläge und Hilfe... seien sie auch noch so banal.
Danke für eure Zeit...


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Genauso wenig übrigens, wenn du nur "um des Studierens willen" ein Studium anfängst. Hinter einem Studium muss man - vielleicht nicht zu 100%, aber wenigstens zu 90% - stehen, sonst zieht man es nicht durch. 

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