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Thema: An ausführung Zwänge hindern / es erschweren?

  1. #1
    Neuling
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    Standard An ausführung Zwänge hindern / es erschweren?

    Guten Abend,

    meine Lebenspartnerin leidet an einer Zwangsstörung, Waschzwang. In ein paar Monaten beginnt ihre Therapie. Ich beobachte allerdings, dass der Zustand ihrer Zwänge sich immer weiter verschlechtert. Ich habe schon vor längerer Zeit aufgehört, ihr bei der Ausführung ihrer Zwänge zu helfen, was den Stress für mich ungemein gemindert hat. Sie scheint sich allerdings langsam mit der Krankheit abzufinden und geht meiner Meinung nach den Weg des geringsten Widerstandes...

    Meine Überlegung ist nun, sie unter einen gewissen Druck zu setzen, um es ihr "weniger erträglich" zu machen, und sie so dran zu erinnern, dass sie schwer krank ist und sich selbst damit langsam kaputt macht. Der Weg der Heilung soll kompromisslos als Ziel gelten.

    Nun, ich kenne diese Anweisung:
    "Hindern Sie den Zwangskranken nie direkt oder gar mit Druckmitteln bzw. Brachialgewalt an der Ausführung seiner Zwänge. Ihr Angehöriger ist ein freier Mensch wie Sie und hat das Recht zur Ausführung seiner Zwänge, so wie Sie das Recht haben, nicht nach diesen Zwängen leben zu müssen."

    Nun zur eigentlichen Frage: Sollte man dies lediglich aus etischen Gründen unterlassen (Freiheit des Menschen)?

    Ich habe bereits damit angefangen z.B. nach dem 4. mal nach der Arbeit duschen und mehrmaligem Bitten es endlich gut lassen zu sein das Wasser abgestellt. -> Ergebnis, sie fühlt sich unwohl, dreckig und weint histerisch und siehe da, nach 2 Stunden beruhigt sie sich und es ist okay.

    Danke für die Antworten

  2. #2
    Roman Verfasser
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    Standard

    Ethische Gründe. Wirklich was negatives passieren tut da nicht, im Gegenteil. Das ist wie wenn man Höhenangst therapiert, das geht auch nur über Konfrontation.

    Ich denke man hat das Recht wenn der Andere freidreht auch mal Grenzen zu setzen. Am Ende dankt Sie es Dir noch, wer weiß. Bleibt natürlich immer ein Zweischneidiges Schwert, aber ein wenig Courage hat noch nie jemandem geschadet.

  3. #3
    Schreiberling
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    Standard Imagination

    Ich kenne so richtige echte Zwänge noch nicht, gottseihdank. Allerdings habe ich mir irgendwann Haare ausgerissen, hatte Fressattacken und hänge noch immer am PC. Mir hat es geholfen, selbst etwas ändern zu wollen und kreativ zu werden.

    Bei den Haaren zupfe ich manchmal noch, aber ich weiß, wann es passiert und wieso. Also setze ich eine Kapuze auf und lass andere und mich auf die kahlen Ecken schauen. Jetzt wächst es ganz langsam nach und ich verbringe Stunden, ohne an meine Haare zu fassen. Es geht um einen haptischen Reiz, den ich durch einen anderen haptischen Reiz (nämlich die haare nicht spürbar zu machen) ersetze.

    Die Essattacken löse ich durch Einkauflisten und meiden bestimmter Regale (Süßes). Ich nehme auch nie einen Korb, sondern trage nur so viel, wie es meine Arme schaffen. ansonsten, wenn ich mal etwas kaufe, ist es nach ein paar Stunden weg. Aber dann ist es auch weg und für solch eine fehlende Beherrschung muss ich nicht einkaufen. Außerdem hilft selbst kochen und backen. Hier ist es Meiden, sonst würde ich weiter futtern.

    Mit dem Internet ist das schwer... Ich hänge zum Großteil nur auf dieser Seite. *räusper* Der Grund sind sicherlich die Mitglieder und da ich im RL nicht so der soziale Typ bin, werde ich wohl lernen müssen, meine Mitmenschen besser anzunehmen. Ansonsten hilft nur, dass ich eine Arbeit finde und keine Zeit habe für Internet... tagsüber. Also wieder eine Ersatzhandlung. Momentan habe ich auch eine starke Leseaversion, die aber leider in diesem Fall nicht für den PC gilt...

    Konfrontation bei einer Phobie kann helfen, muss es aber nicht. Dabei habe ich mal von der Imaginationstherapie gelesen. Dabei stellt man sich unter Anleitung einer Stimme eine Situation immer wieder vor und kommt so in eine Art Traumwelt, in der man Sachen ausprobieren kann. Danach werden Situationsanalysen durchgeführt. Wenn jemand beispielsweise Angst vor Hunden hat, kann er in dieser Traumwelt sich langsam an einen Hund nähern und ihn streicheln. Er muss es im echten Leben nicht tun, aber er kann so seine Angst lindern.

    Frag deine Freundin mal, ob sie sich auf eine Imagination einlassen möchte. Vielleicht kannst du diese "Resie" schreiben und sie mal verschiedene Lösungen ausprobieren lassen, ohne sich ständig zu waschen.
    Geändert von Fernsehturm (01.12.2011 um 17:28 Uhr) Grund: Ergänzung
    aufwachen, träumerle...!


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