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Thema: Analysierende gedanken

  1. #1
    Neuling
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    Standard Analysierende gedanken

    Hallo!
    Ich frage mich, warum manche Menschen versuchen alles zu durchschauen und zu analysieren ( wie z.B. ich ) Was steckt dahinter? Welcher psychologische Grund? Möchte mich selbst besser verstehen. Also, man analysiert z.B.die Fussballweltmeisterschaft, bzw. das Verhalten der Menschen diesbezüglich und befindet sich auf einer Metaebene. Ist das krankhaft oder ein Persönlichkeitsmerkmal??

  2. #2
    Gast4461
    Gast

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    Gegenfrage: Was ist denn daran schlecht?
    Was steckt dahinter: Intelligenz, Neugier, Forschergeist,......?
    Merkst du was: Jetzt versuchst du sogar das Analysieren zu Analysieren

  3. #3
    Gast784
    Gast

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    Mich erinnert das eher an das Prinzip: Teile und Herrsche.

    Also alles in Einzelteile zerlegen, damit man es scheinbar besser kontrollieren kann. Machen ja vor allem gerne Menschen, die Angst vor ihren eigenen Emotionen haben. Diese Analysiererei schafft zu diesen scheinbar einen Abstand, weil analysieren ein Vorgang des Kopfes ist.

    Ich halte das aber auch für eine Altersfrage. Phasenweise hatte ich das früher auch. Das zerlegen in seine Bestandteile macht sicher immer wieder Sinn, um manches besser verstehen zu können. Um etwas jedoch begreifen und erleben zu können, sollte man es irgendwann auch mal wieder zusammen fügen zu etwas Ganzen und Eingebundenen.

    Unsere Kultur begünstigt diese Form, in uns selbst und von der Welt abgespalten zu sein, und daran erkranken auch die Menschen auf Dauer.

    Die Teile wieder zusammenfügen und sich und die Welt zusammenhängend erfahren zu können, das ist für mich Intelligenz, Neugier, Forschergeist.
    Geändert von Gast784 (29.03.2011 um 17:14 Uhr)

  4. #4
    Gast4461
    Gast

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    Also alles in Einzelteile zerlegen, damit man es scheinbar besser kontrollieren kann. Machen ja vor allem gerne Menschen, die Angst vor ihren eigenen Emotionen haben.
    Hmm, so habe ich das noch nie betrachtet.
    Immer wieder gut neue Sichtweisen hier zu bekommen.

  5. #5
    Neuling
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    @gabrianele: Aber bin ich deshalb krank, bzw. weniger wert? Können nicht auch Gedanken wertvoll sein, auch WENN eine aus Angst vorgenommene Abspaltung vorliegt?? Können nicht auch Gedanken ein Schatz sein und wertvolle Erkenntnisse beinhalten? Und was wär die LÖSUNG dieses Problems? Aufhören zu denken und anfangen zu fühlen??Welchen Schutz habe ich dann noch? Was macht denn die Gesellschaft wenn man wie ein hilfloses Kind in ihr erscheint?????????????????????

  6. #6
    Gast4461
    Gast

    Standard

    Gedanken können natürlich wertvolle Erkenntnisse beinhalten, wenn man jedoch Sachen bis zu Unkenntlichkeit totanalysiert, dann bringen einem diese Gedanken nicht mehr als Verwirrung. Was Gaby glaube ich sagen wollte ist, dass man wenn man analysiert die Sachen in kleine Einzelteile zerlegt und sich bis ins kleinste Detail vorarbeitet, muss man aber auch am Ende wieder das Ganze betrachten. Das kann man nicht indem man darüber nachdenkt, sondern diese Sache einfach in ihrer Ganzheit sein lässt.
    Klar du kannst auch weiterhin immer alles gedanklich zerkauen aber so richtig verdauen wirst du dadurch nichts, was auch eine Gefühlsebene hat, z.B. Freundschaften, Beziehungen, Erlebnisse.
    Du musst nicht aufhören zu denken. Die Gedanken einfach fließen lassen und sein lassen was sie sind, dich nicht reinsteigern. Autogenes Training und Meditation könnten dir vielleicht dabei helfen, nicht nur deine Gedanken, auch deine Gefühle wieder bewusst wahrzunehmen und ohne Bewertung zu akzeptieren.

    LG,
    Elerina

  7. #7
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    Hallo Claudelle,

    Aber bin ich deshalb krank, bzw. weniger wert?
    Dies ist ein ganz interessanter Schluss, den Du da aus Gabys Post gezogen hast - gerade auch, weil sie davon ja gar nicht geredet hat

    Welchen Schutz habe ich dann noch?
    Das Denken, das "Analysieren" bis ins kleinste Fitzelchen als Schutz ...
    Darf ich Dich fragen, wovor Dich dies denn letztendlich schützen soll?
    Was stehen da an Ängsten oder Sorgen im Hintergrund, wenn wenn Du Dich erst dann sicher fühlen kannst, wenn Du alles so weit "durchdacht" hast, dass da keine Zweifel mehr an der Richtigkeit der Gedanken übrigbleiben können?

    Geht es da auch darum, keine "Fehler2 zu machen, keine "falschen" Entscheidungen zu treffen, die dann irgendwelche "negativen" Reaktionen Deiner Umfeld zur Folge haben könnten?
    Wie sieht es mit Deinem Selbstbewusstsein und Deinem Selbstwertgefühl aus?

    Aufhören zu denken und anfangen zu fühlen?
    Gibt es da denn immer nur diese entweder-oder-Position?
    Wenn ich diese Aussage in ihrer Konsequenz weiterentwickle, dann würde es doch auch bedeuten, dass das Fühlen etwas zu sein scheint, mit dem Du nicht besonders klar kommst - und daher lieber alles mit dem Verstand analysieren und "verstehen" willst ...
    Ist Dein Zerdenken (und das ist es ja letztendlich, oder?) da vielleicht auch der Versuch, über etwas die Kontrolle zu behalten - etwas, das sich aber der Kontrolle des Verstandes entzieht: Dein Fühlen?

    Deine Posts fühlen sich beim Lesen so an, als ob da keine Balance zwischen Denken (= Verstand) und Fühlen besteht - als ob der Verstand verzweifelt bemüht ist, das Fühlen rational zu "verstehen".
    Halt und Sicherheit durch Logik und "mathematisches" Wenn-Dann-Regelwerk?

    Wenn ich mir da so meine eigene innere Spaltung über den größten Teil meines Lebens hinweg ansehe und das dazu nehme, was ich von vielen anderen Menschen in dieser Sache erfahren durfte, dann kann es nicht darum gehen, entweder nur zu fühlen, oder nur rational zu denken.
    In jedem Menschen gibt es diese beiden Teile: sie haben beide ihre Berechtigung und ihren Wert - und nur, wenn bei einer Entscheidung beide zusammenwirken und beide dann auch mit dem "Ergebnis" leben können, weil keiner ungebührlich zu kurz kommt, kommt man selbst auch auf eine stabile und ausgeglichene Basis.

    Irgendwann, wenn nur noch der Verstand das Kommando hat, wenn alles nur noch aus der rationalen Sicht des bewussten Denkens heraus angegangen wird, kann es so weit kommen, dass sich die andere Seite "unterdrückt" fühlt: sie erfährt nicht die Wertschätzung, die ihr zusteht.
    Sie ist aber ein Teil von Dir (nur beides zusammen ergibt auch eine Einheit, ein Ganzes) - würdest Du damit nicht auch einen Teil von Dir selbst mit unterdrücken, mit abwerten ... mit "bekämpfen"?

    Das mag lange Zeit gut gehen; der Konflikt, der sich da in Dir abspielt, kann lange Zeit unter der Oberfläche gehalten werden - notfalls bekämpft man sich eben ungewollt selbst.
    Was aber, wenn er sich nicht auf Dauer unterdrücken lässt?
    Passiert genau dies nicht in aller Regel dann, wenn der Verstand auch bei noch so starkem Zerdenken bis in die tausendste hypothetische Ebene spürt (ja, er kann etwas spüren ... ), dass er keine "befriedingende" Lösung, keine "Antwort" finden kann?
    Weil er insgeheim "weiß", dass er sich mit etwas beschäftigt, das eben nicht mit den Mitteln der Logik alleine angegangen werden kann ...

    Was macht denn die Gesellschaft wenn man wie ein hilfloses Kind in ihr erscheint?????????????????????
    Ist das vielleicht Deine Kernfrage gewesen, um die sich Dein Denken dreht?
    Wie muss ich mich verhalten, um mich als Teil der "Gesellschaft" angenommen zu fühlen, um "integriert" zu sein?

    Ist das der Schutz, den Dir Dein verkoptes Fragen bieten soll? Der Schutz davor, dass es "auffallen" könnte, dass man nicht sicher weiß, wie man sich in sozialen Dingen (im Umgang mit anderen Menschen) zu "verhalten" hat?

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Darkstar für den sinnvollen Beitrag:


  9. #8
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    Standard

    Ich bin jemand, der das "analytische Denken" sozusagen in Fleisch und Blut hat.

    Irgendwann bin ich mal "neugierig auf mich selbst" geworden und habe dann angefangen zu hinterfragen, wann ich mich wie und warum "so" fühle oder warum ich "so" handle und nicht anders usw. usw..

    Da kamen ganz viele Antworten, die für mich auch sehr brauchbar waren und irgendwie hat sich dieses Gedankengut bei mir eingespielt.
    Bei mir geht das irgendwie "ratzfatz" - ich finde mich in irgendeiner Situation wieder und es spielt sich wirklich in Sekundenschnelle das analytische Denken ab.

    Bisher hat es mehr Vorteile als Nachteile gebracht, aber ich kann verstehen, dass meine Mitmenschen in meinem familären und sozialen Umfeld machmal etwas entnervt reagieren, wenn ich zu analytisch werde (wobei ich auch selbst aufpasse, dass ich das in einem angemessenen Rahmen halte).

    Mittlerweile schaffe ich es gut, z.B. ein Schulproblem meiner Tochter nicht gleich durchzuanalysieren.

    Was vermutlich meine "Begeisterung" zum analytischen Denken schürt ist, dass ich mich für Zusammenhänge (Ursache und Wirkung) interessiere und das gerne auch mal "rückwärts" zerlege, übrigens auch bei mir.

    Von daher ist mir völlig klar, dass diese Denkweise (wenn man "es" übertreibt) auf das Umfeld berechtigterweise (!) nervtötend wirken kann - aus dem Grund arbeite ich auch dauerhaft an mir, zurückhaltend / angemessen mit dieser Eigenschaft umzugehen.
    Viele Grüße

    "Klee"



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