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Thema: Anfeindungen

  1. #1
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    Standard Anfeindungen

    Hallo,

    ich weiß nicht ob Minderwertigkeitsgefühle die beste Überschrift für mein Problem ist.Wahrscheinlich wäre auch Depressionen ganz gut.

    Das Problem ist folgendes: ich werde seit nunmehr Jahren schon von meinem Umfeld real angefeindet. Umfeld heißt dabei im weitesten Sinne von den Mitgliedern unserer Gesellschaft weil ich ein äußeres Merkmal habe das seit Jahren zur Dikussion steht. Die Menschen haben häufig Vorurteile mir gegenüber aber die gehen halt so weit, dass man aggressiv mir gegenüber ist, keinen Respekt mir gegenüber meint zeigen zu müssen und manchmal bin ich auch einfach nur der Blitzableiter. Es besteht tendenziell die Bereitschaft mich auch zu Diskriminieren.

    Und abgesehen dass ich damit nicht zurecht komme, da ich einfach vom Charakter her eine dünnhäutige Person bin (daran sollte ich arbeiten) meine ich jetzt noch ein Problem entwickelt zu haben zu dem ich hier mal was fragen wollte.

    Gibt es das Phänomen, wenn man wirklich angegriffen wurde und manchmal wird, dass man meint Dinge wahrzunehmen die nicht sind. Aus Angst und Schutz.Wenn man was hört z.B. das über einen gesprochen wird und man könnte schwören die Leute hätten dies oder jenes gesagt und dem ist nicht so? Und wie kann man dem Herr werden?

    Um Tacheles zu reden: ich bin sehr sensibel und verzweifel noch an den Reaktionen meiner Umwelt. Mir geht es wirklich schlecht. Da ich meine Umwelt jedoch nicht ändern kann möchte ich jetzt alles versuchen mir ein dickere Fell anzulegen. Nur weiß ich noch nicht wie.

    ich würde sogar o weit gehen auszuwandern wenn ich das nicht schaffe.
    Aber das ist noch in weiter Ferne.

    Danke
    Liebe Grüße

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Nora,

    du schreibst, dass Du seit Jahren die Situation so wahrnimmst. Ich könnte mir vorstellen, dass Du den Focus schon so stark auf diese Wahrnehmungen hast, dass Du vieles in die Richtung interpretierst, was eigentlich gar keine Anfeindung ist.

    Das "dickere Fell" legst Du Dir also nicht durch versuchte Abdumpfung an, sondern durch Korrektur Deiner Wahrnehmung. Und da Du seit Jahren schon in dieser Wahrnehmung verharrst, ist es gut möglich, dass Du da mit therapeutischer Hilfe weiterkommst.

    Du wirst jetzt entgegnen, Du bildest Dir da nix ein. Es kann ja sein, dass es mal eine Situation gab, in der Du, aus welchen Gründen auch immer, angefeindet wurdest. Normalerweise ist es aber so, dass sich das maximal auf einen kleinen Teil des sozialen Umfeldes bezieht oder eben nur auf eine ganz bestimmte Situation. Dein Leben scheint aber aus nix anderem zu bestehen.

    Wenn Du so überzeugt davon bist, dass es lediglich am Umfeld liegt, und nicht an Deiner Wahrnehmung und Deinem Verhalten, das sich daraus natürlich ergibt - dann frage ich mich, warum verharrst Du da dann seit Jahren? Wenn es so wäre, dann wärst Du das Problem mit einem Ortswechsel ja los und hättest die Bahn frei für ein schönes, sorgenfreies Leben.

    Kann es sein, dass Du es vll auch irgendwo brauchst, in der ständigen Opferhaltung zu sein? Das gibt es leider sehr häufig und die Weichen dafür werden allermeist schon gestellt, BEVOR man in Situationen gerät, die genau dieses Muster bedienen. Darum gibt es ja dann auch eine Resonanz zu Menschen und Konstellationen, die einem eigentlich nicht gut tun. Und darum verharrt man da auch oft sehr lange drin.

    Das wäre eigentlich die Frage, was Du da bei DIR ändern kannst. Also welche Muster hast Du in Dir, welche Mechanismen wirken da, dass Du seit Jahren scheinbare Anfeindungen im Außen als Dein Lebensgefühl angenommen hast und gar nichts anderes mehr in Betracht ziehst?

    Die Menschen haben häufig Vorurteile mir gegenüber aber die gehen halt so weit, dass man aggressiv mir gegenüber ist, keinen Respekt mir gegenüber meint zeigen zu müssen und manchmal bin ich auch einfach nur der Blitzableiter.
    Leider stelle ich immer wieder fest, dass dies für beide Seiten gilt bzw sogar von der Seite kommt, die sich selbst in diesen Dingen ungerecht behandelt fühlt. Letztlich besteht auch bei Dir die Gefahr, dass Du Vorurteile diesen Menschen gegenüber hast, weil Du ihnen Anfeindung unterstellst. Dabei ist es oft ja auch nur Unbeholfenheit. Es könnte auch sein, dass Du ihnen gleich schon agressiv begegnest, weil Du Dich schon von vornherhein angegriffen und diskriminiert fühlst. Und durch den Pauschalrundschlag "die diskriminieren mich alle und feinden mich an", begegnest Du ihnen auch von vornherein nicht mit Respekt.

    Anders gesagt: selbst wenn in dieser Masse (und Du verurteilst hier ja die Gesellschaft pauschal) auch nur einer unbedarft, aber vll aufgrund Deines Andersseins unbeholfen oder unsicher Dir begegnen würde - er würde bei Deiner Grundeinstellung nur auf eine vernichtende Abfuhr treffen können
    Geändert von Gast784 (05.06.2011 um 13:30 Uhr)

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Pax (08.06.2011)

  4. #3
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    Standard Anfeindungen

    Hallo Gabiannarele,

    danke für deine ausführliche Antwort

    Da ich nicht weiß wo ich anfangen soll, halte ich mich zwecks Systematik mal an die Reihenfolge der Abschnitte.

    Also, ja ich denke auch das ich vieles interpretiere was eigentlich keine Anfeindung ist. Aber manchmal passiert es doch.

    Angenommen, es ist so 50/50 nur um eine Zahl zu nennen, wäre das Zulegen eines dickeren Fells ja dennoch ratsam für die Fälle in denen es geschieht. Aber in wie viel Prozent der Fälle ich tatsächlich angemacht werde, darüber bin ich gerade nicht im klaren (um dir zuzustimmen)

    Den dritten Abschnitt verstehe ich nicht ganz inhaltlich. Wiso passiert es deiner Meinung nach normalerweise nur unter den von dir genannten Umständen. Es ist nur so, das mir unabhängig jetzt von meiner Problematik auch Fälle einfallen, in denen es darüber hinaus passiert. Wenn man jetzt z.B an schwere Diskriminierung denkt. Z.B schwarze, Frauen etc.
    Vielleicht habe ich dich auch falsch verstanden.
    Also momentan besteht mein Leben tatsächlich fast aus nix anderem. Aber ich werde halt auch öfter angegangen.

    Eine kleine Kostprobe: Eine Mutter verbietet ihrer Tochter mit meinem Sohn zu spielen und mir zu nahe zu kommen, wegen dieses Merkmals. Wenn man die Situation miterlebt hätte wüßte man, das dies nicht aus vernünftgründen stattgefunden hat. So erzählt könnte man das natürlich sofort entgegnen.
    Übergriffige Blicke in den Kinderwagen meines Babys. Meine Freundin hat das mitbekommen und mich in meiner Wahrnehmnung bestätigt. Lustig machen und die Aggressivität mancher Menschen hat sie auch schon mitbekommen.
    Lügen: Dieses Merkmal von mir wird so aufgegriffen, das Gerüchte über mich verbreitet werden.

    das war nur einiges. Gepaart mit der Kontinuität der Vorkommnisse die mich in den Wahnsinn treibt.

    Aber gut, dennoch hängt auch einiges von mir ab. Dazu komme ich weiter unten.

    Das mit der Opferrolle: das muss ich definitiv verneinen.Aber nicht ohne mir vorher Gedanken gemacht zu haben, ob es nicht doch sein könnte. Ich habe ab und zu das Gefühl, man möchte mich in diese Rolle drängen. Aber ich will nicht, ich will frei sein und fühle mich eigentlich auch gar nicht so schwach. Mitleid brauch ich nicht. Ich habe viele Themen die mich interessieren und mich ärgert es selbst, das ich mich so verletzen lasse dass ich sie momentan nur schwer verfolgen kann

    Ja deine Frage ist sehr gut. Ist es jetzt weil ich angfeindet werde (die Regelmäßigkeit würde ja schon reichen, denke ich mir. Zumindet wenn man nicht so viel Selbstbewusstsein hat wie ich ) Oder passiert es viiiel seltener, so das ich eigentlich mit Leben könnte aber ich sehe nur noch eine feindliche Umwelt
    was ist in mir? Ich fühle mich sehr ohnmächtig wenn so was passiert. Und Ohnmacht kenne ich aus meiner Jugend aus einem anderen Kontext...damit könnte es stark verbunden sein. Ich hatte eine posttraumatische Belastungsreaktion die ich gut in den Griff bekommen habe. Aber vielleicht hängt es stark damit zusammen? Vielleicht will mir das auch irgendwas sagen?

    Ja du hast recht. Das könnte in letzter Zeit der Anspannung mal passiert sein, das sich anderen Unterstelle,mich anzugreifen.
    Aber ohne diese Problematik achte ich die Grenzen anderer und bin tolerant. Ich bin für Vielfalt unter den Menschen. Was du nicht willst das man dir tu....

    Beim letzten Punkt muss ich jetzt allerdings hinzufügen, das ich eigentlich nicht die Gesellschaft pauschal verurteile und das jetzt an meiner zugegeben unbeolfenen Formulierung lag. Obwohl ich rein analytisch behaupten würde, das diese Gesellschaft insgesamt etwas kühl geworden ist.
    Ich sehe auch die Menschen die mich anlächeln.Also ganz mit Scheuklappen renne ich doch nicht rum.
    ich wollte eher sagen, dass es nicht in einer definierten Situation passiert, sondern einfach so wenn ich unterwegs bin mal da und mal hier und manchmal geballt. Halt von einigen Mitgliedern dieser Gesellschaft

    Und auswandern könnte ich mir vorstellen, aber so einfach ist das mit der ganzen Familie und mit einem neuen Job ja nun auch nicht. Sollte das jedoch so weitergehen und ich feststellen das es doch nicht soo sehr an mir liegt, dann ziehe ich das aber in Erwägung.

    Aber das muss ich jetzt immer noch herausfinden
    I
    Geändert von Nora (05.06.2011 um 16:30 Uhr)

  5. #4
    Gast784
    Gast

    Standard

    Angenommen, es ist so 50/50 nur um eine Zahl zu nennen, wäre das Zulegen eines dickeren Fells ja dennoch ratsam für die Fälle in denen es geschieht
    ich denke, es wäre sinnvoller, Deine Aufmerksamkeit mehr auf die angenehmen 50 % zu lenken und dort zu lassen.

    Das dicke Fell ist ja praktisch eine Re-Aktion auf die nagativen 50 %, d.h. wenn Du es mal ganz neutral vom Energiefluß her siehst, hältst Du mit der "Fellbildung" Deine Energie immer noch in der Richtung, die Dich runter zieht. Oder anders gesagt: Du kennst vll die Sache mit dem Rosa Elefanten. Versuch mal NICHT an einen Rosa Elefanten zu denken. An was denkst Du dann wohl?

    So verhält es sich eben auch mit allen Bemühungen, etwas wegkriegen zu wollen, oder einer negativen Sache etwas entgegensetzen zu wollen. Du fütterst die Sache damit mit Deiner Aufmerksamkeit weiter an. Denn Aufmerksamkeit schenken ist Energie schenken.

    Viel besser ist es, sich etwas Neues dazu zu holen, damit der Blick woanders hin gelenkt wird, oder das Positive zu stärken, also die Kreise und Kontakte, die Dir gut tun. Dann kann auch Dein Denken und Deine Erwartungshaltung sich mal entspannen und wieder etwas neutraler werden.

    Eine Mutter verbietet ihrer Tochter mit meinem Sohn zu spielen und mir zu nahe zu kommen, wegen dieses Merkmals. Wenn man die Situation miterlebt hätte wüßte man, das dies nicht aus vernünftgründen stattgefunden hat. So erzählt könnte man das natürlich sofort entgegnen
    Es wäre vll verständlicher, wenn wir wüssten, von welchem Merkmal Du eigentlich sprichst.
    Es ist nur so, das mir unabhängig jetzt von meiner Problematik auch Fälle einfallen, in denen es darüber hinaus passiert. Wenn man jetzt z.B an schwere Diskriminierung denkt. Z.B schwarze, Frauen etc.
    Da redest Du von gesellschaftlichen Diskriminierungen. Nur, wenn man da anfängt, sich Gedanken zu machen, wird man früher oder später sich immer irgend einer diskriminierten Gruppe zugehörig fühlen. Das ist so ,wie wenn man bei bestimmten Symptomen nach einer Krankheit googelt. Am schluss ist man praktisch dann schon halb tot
    Du kannst Dich als Mutter diskriminiert fühlen, als Frau, als eine Bewohnerin einer bestimmten Straße, als Unterhosenwechslerin, als.. ach guck Dir doch mal die vielen Warmduschersprüche im Netz an, dann weisst Du, was alles diskriminierungswürdig ist

    Es bleibt aber letztlich die Frage, ob ein Schwarzer, eine Frau, etc sich über solche gesellschaftlichen Stereotypen definieren wollen oder nicht. Entsprechend werden sie darüber auch definiert werden. Du bist doch keine Marionette, dass Du von so was abhängig bist. Es liegt doch an Dir, zu entscheiden, wer und was Dir im Leben wichtig ist, und wohin Du Deinen Blick wendest und Deine Handlungen richtest.

    Wenn jemand Deinem Kind dumm kommt, dann sagst Du eben, Du willst das nicht (es gibt mehr und weniger freundliche Formen, das zu sagen). Und basta. Deswegen musst Du Dich doch nicht angefeindet fühlen.

    Das hat übrigens auch nix mit dem Grad der Sensibilität zu tun. Sondern lediglich mit Deiner eigenen Unsicherheit und Deinen eigenen Minderwertigkeitsgefühlen. Und da kannst Du ansetzen und sehr viel machen. Und zwar gleich, indem Du Deine eigene Sprache beobachtest und dein eigenes Selbstbild. Ohne zu verurteilen, denn das ist auch wichtig zu lernen: wertfrei sich selbst wahrnehmen und annehmen.
    Geändert von Gast784 (05.06.2011 um 18:18 Uhr)

  6. #5
    Neuling
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    Zu den 50/50: da hast du sowas von recht Und so schön ausgedrückt.

    Reden kann ich viel aber ich werde das mal mehr beherzigen.
    Für meine momentane Situation wird mein Aufmerksamkeitsfluß noch dadurch gesteuert, das ich noch in Babypause bin. Das bin ich zwar unwahrscheinlich gerne aber ich fühle mich auch unheimlich unterfordert in der jetzigen Situation und bin froh, wenn ich wieder etwas für mich tun kann (beruflich mein ich). Das ist zwar an sich keine quälende Situation im Moment, aber wenn bei mir sowas entsteht wie: ich nenne es immer existentielle Langeweile, dann bin ich sehr wahrscheinlich viiel empfänglicher für diese ,,Sache".
    Eigentlich muss ich permanent angeregt werden

    Eigentlich möchte ich diesen Makel gar nicht aussprechen. Vielleicht deshalb weil ich mich schon mal ,,anvertraut" habe und das Gefühl hatte, eher auf Unverständnis zu stoßen

    Lange Rede kurzer Sinn: ich bin dünn. Eigentlich gar nicht sooo sehr (unterste Grenze Normalgewicht) und ich fühl mich wohl, aber zu zart um vor den Augen vieler bestehen zu können. Das ist glaube ich so eine Entwicklung der letzten Jahre die dazu geführt hat, das man gegenüber dünnen Menschen viele Vorurteile aufgebaut hat. Da ich solchen jetzt ja schon seit Jahren begegne weiß ich das ich längst kein Einzelfall bin. Wer schon einmal die Bunte aufgeschlagen hat weiß, wo von ich Rede. Das ist wirklich Hetze manchmal.
    Und ich habe sogar den Eindruck, es wird die kommenden Jahre schlimmer, es sei denn viele Leute lesen sowas wie hier und akzeptieren das nicht jeder dünne Mensch gleich krank sein muss. Aber ich denke , das hat damit nichts zu tun.

    Erfahrungsgemäß kommt an dieser Stelle die Argumentation, es könnte sich auch um Besorgnis handeln. Tut es meistens aber leider nicht. Besorgnis und beleidigen (und wie manchmal!) oder Gerüchte in Umlauf bringen passt bei mir nicht zusammen.

    Und nein ich definiere mich nicht darüber. Aber ich bin eine Frau und finde es, wie wahrscheinlich fast jede Frau, traurig wenn man mich an dieser Stelle ,aushebeln" will. Ich sei keine Frau, sowas wie mich gehört verboten..alles schon gesagt bekommen. Also auch Dinge, die man schwer mit viel Gelassenheit nehmen kann (zumindest die ersten Male)

    Allerdings liegt es letztendlich natürlich trotzdem an mir wie ich damit umgehe. Ich kann allerdings persönlich schlecht mit Aggressivität der anderen umgehen. Ich kämpfe auch dagegen an aber es gibt ja so ein Phänomen der Fremdstigmatisierung, also das man allmählich sogar schon die Züge aufweist oder sich selbst aufdrückt, die die anderen einen unterstellen ( Fixierung aufs Äußerliche, Dummheit, Naivität und nicht zuletzt krank zu sein) Ich möchte akzeptiert werden wie ich bin.

    Letztendlich könnte es natürlich auch sein, wenn ich an meinem Selbstbewusstsein arbeite, dass nur ein Teil der Äußerungen und Beleidigungen und Unterstellungen kommen wie sonst. Wer weiß, deshalb will ich auch erst mal an mir arbeiten. Vielleicht lade ich viele ein ihren Frust bei mir zu parken. Das ich klein bin spielt eine Rolle.

    Das sie letzteres Tun ist meiner Ansicht nach auch mit der Hackordnung verbunden. Ich sehe vielleicht schwach aus (bin ich aber nicht) bin zumindest meist die kleinste und zierlichste und deshalb landet es bei mir. Ist ja nicht nur alles mit zwischenmenschlicher Wechselbeziehung zu deuten. Manchmal ist es auch brutal einfach

    Deshalb hast du auch recht das ICH da ansetzen muss, an der Bewusstwerdung meines Wertes, der ja unbetroffen bleibt. Und meine Aufmerksamkeit verlagern muss.

    Hält das alles dennoch an und lasse ich weiterhin die anderen so in mein Leben, dann ziehen wir irgendwo hin wo ich nicht so gnadenlos auffalle. Vielleicht reicht schon eine Großstadt, wo alles mehr vertreten ist.


    Man hat das jetzt gut getan einmal niederzuschreiben.

    Danke

  7. #6
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    Hey,
    Mit Gaby hast Du eine gute Beratung, was das "innen" angeht.
    Aber ein Gedanken habe ich dazuzusteuern.
    Ich bin auch ziemlich zierlich.
    (Wurde auch in der Schule oft gehänselt...unsportlich, Bohnenstange, und dann noch andere auffällige Merkmale in meinem GEsicht.)
    Ich wiege nur um die 50kg.
    Ich habe vor einigen Jahren mit Kampfsport begonnen, in einem Verein, in dem nur Männer sind. (bzw waren, das hat sich geändert.)
    Ich hab hart gearbeitet, immer gekämpft, mich selber damit erstmal sportlicher geformt und den anderen gezeigt "ich kann was".
    Derzeit bin ich neben einer weiteren Frau, die noch kleiner und leichter ist, als ich, die höchst graduierteste, über den Männern. Ich hab mich da wirklich hochgearbeitet.
    Und es hilft gegen vieles. Dickes Fell, merken, was man selber kann und das physische Einstecken, was einfach damit einhergeht, macht einen auch psychisch stabiler.

    In mir hat es eine Wandlung ausgelöst, die vieles verbessert hat.
    Es muss ja nicht dieser Sport sein, aber als Beispielt taugt er gut.
    LG, Kaja
    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

  8. #7
    Gast784
    Gast

    Standard

    Sport ist auf jeden Fall ein gutes Mittel, um Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein aufzubauen. Man lernt sich und seinen Körper, seine Grenzen besser kennen, merkt, was man leisten kann und hat Erfolgserlebnisse.

    ich war übrigens bis vor ein paar Jahren auch untergewichtig, also ich kenne das, was Du meinst, Nora. Ich war da bis zu meiner Schwangerschaft auch verletzlich und wurde entsprechend dumm angemacht. Hauptargument: Eßstörungen, Bandwurm, naja, Du kennst das alles sicher.

    Geändert hat sich das bei mir durch die Schwangerschaft. Da nahm ich zwar erst durch Kotzwochen ab, aber dann ca 15 Kg zu. Die Erfahrung hat so gereicht, dass ich hinterher froh war über jedes Kilo, das ich nicht mit mir rumschleppen musste Und das hab ich wohl ausgestrahlt. Es kamen zwar hin und wieder noch ein paar blöde Sprüche, aber denen konnte ich lachend irgendwas entgegensetzen, oder hab das ganze mit Selbstironie ins Lächerliche gezogen, so dass die Kritiker da schnell verstummt sind.

    Es kann auch ruhig genauso nett rüber kommen, wie sie selbst es anbringen z.B. "hast Du nicht gelernt, dass man Dicken so was nicht sagen darf? Wie kommst Du denn auf die Idee, dass man sich das Dünnen gegenüber rausnehmen darf?"

    Und, was Du Dir auch im Kopf behalten solltest, weil es wirklich so ist: Mit 40 wirst Du davon profitieren. Diejenigen, die sich jetzt das Maul zerreißen, werden spätestens dann dick, dann wirst Du bestenfalls normalgewichtig sein, und kannst denen den inneren Stinkefinger zeigen

    Nora, Du solltest das nicht Makel nennen, sondern Merkmal. Du kannst bei Deiner Sprache anfangen, Deine Denke und Deine Einstellung zu Dir selber verändern. Du bist unsicher, und damit bietest Du eine Kerbe. Das riechen andere unsichere und vor allem unzufriedene Menschen und die hauen rein. Es reicht, wenn Du Dir denkst, was für eine arme Wurst. Du musst dich deshalb nicht makelhaft fühlen.
    Geändert von Gast784 (05.06.2011 um 22:21 Uhr)

  9. #8
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    Das mit dem Sport ist auch eine gute Idee. Ich tanze schon sehr gerne aber da muss ich aufpassen, dass ich nicht noch Gewicht verliere, das geht bei mir so schnell.
    Irgendwas wo ich Muskeln aufbauen kann vielleicht.. obwohl den halben Tag das Baby auf dem Arm zu haben baut auch schon auf wie ich merke

    ich habe auch in der Schwangerschaft zugenommen, aber davon hat man nicht viel gesehen komischerweise. Vor der Schwangerschaft hatte ich Untergewicht. Jetzt habe ich wenigstens unteres Normalgewicht und bin eigentlich froh darum. Aber man fällt immer noch auf.

    Was ich jetzt übe ist mich nicht ohnmächtig zu fühlen. Eigentlich bin ich gar nicht nicht schlagfertig, und genau das sage ich mir jetzt immer. So kann ich ein wenig entspannter raus gehen. Wenn jemand blöd kommt dann sage ich nächste mal was dazu. ich habe mir ein paar Sätze zurecht gelegt für die Fälle. Die Leute sagen ja immer dasselbe zu mir Schablonen größtenteils aus den Medien

    Ja stimmt, andere riechen das. Ich versuche meine Einstellung mir gegenüber zu verändern. Ja, dann habe ich eben zierliche Glieder. Knochig bin ich nämlich nicht. ich merke das andere mich mit Hilfe der Sprache unterbuttern wollen. Manchmal sprechen sie das Wort dünn mit so einer abwertenden Konnotation aus Oder ältere Frauen nennen mich mager. Ich würde das eher zartgliedrig nennen

    Mal schauen wie sich das entwickelt. Ich habe die Nase so voll davon

    Danke für eure Hilfe

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