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Thema: Angst - Alleine sein & sich die ganze Zeit Gedanken machen

  1. #1
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    Standard Angst - Alleine sein & sich die ganze Zeit Gedanken machen

    Hallo,

    ich möchte erst mal kurz meine Situation beschreiben, dann mein Problem und dann bin um jeden Ratschlag, Tipp oder ähnliche Erlebnisse dankbar! Ich lebe nun seit einem Monat in Bangkok. Hier arbeite ich in einem Hotel und lebe auch dort in einem Zimmer. Nie zuvor war ich so alleine wie hier und dieser erste Monat war das reinste Gefühlskarussell für mich. Ich war schon immer ein sehr nachdenklicher Mensch, der sich über alles viel zu viel Gedanken macht und hier noch viel mehr, da ich sehr viel Zeit mit mir selbst verbringe. Zuhause (ich lebe noch bei meinen Eltern) gibt es eigentlich keinen Tag an dem ich nicht meine Freunde abends anrufe, um noch etwas zu unternehmen, oder meine Freundin treffe. Ja und hier ist es halt das krasse Gegenteil.
    Seit ca. 1,5 Jahren habe ich ein Problem mit meinen Ohren, ich bekomme häufig in Stresssituationen einen Druck auf die Ohren (wie wenn man tief taucht), das löst dann meistens Kopfschmerzen, Drehschwindel und einfach ein unangenehmes Gefühl aus. Es ist schwer zu beheben und definitiv erst wenn ich wieder zurück bin in Deutschland (in 4 Monaten). Leider habe ich hier sehr viele Stresssituation. Die Arbeit ist nicht so wie ich sie mir vorgestellt habe, oft sehr trübe und einschläfernd. Ich arbeite im Corporate Office in einem Büro mit 2 Thais, sehe den ganzen kein Sonnenlicht da wir kein Fenster haben. Meine Kollegen sind nett, aber absolut nicht so wie Freunde. Das alles hat dazu geführt das ich mir noch mehr Gedanken mache als früher, eigentlich fast immer. Ich beschäftige mich so sehr mit mir selbst und meinem Leben dass ich mich manchmal so fertig mache – ich habe manchmal das Gefühl das geht soweit, dass ich gar nicht mit weiter weiß. In solchen Situation bekomme ich einen extremen Druck auf die Ohren und denke mich hauts gleich um. Das macht mir richtig Angst manchmal und bilde mir dann häufig ein ob ich vielleicht verrückt, depressiv oder sonst was bin. Ich frage mich dann immer ob es normal ist, sich so viele Gedanken über alles Mögliche zu machen??? Dazu kommt dass ich Alles zuhause so sehr vermisse und ich so verliebt bin wie noch nie! Ich weiß das meine Beziehung definitiv bestehen wird bis ich zurück bin, aber ich wünschte mir so oft meine Freundin bei mir zu haben, das ist echt krass und hatte ich so noch nie in meinem Leben und ich wir waren erst letztes Jahr 5 Monate getrennt, weil ich ein Auslandssemester in Australien hatte. Dort hatte ich aber meinen besten Kumpel dabei und es kam mir bei weitem nicht so schwierig vor.
    Ich telefoniere täglich mit einer Mutter um alle meine Sorgen los zu werden und bin auch super offen zu Ihr, wenn ich nicht total offen zu ihr wäre, hätte ich mich hier, salopp gesagt, wahrscheinlich schon aus’m Fenster gestürzt. Es tut mir immer wahnsinnig gut meine Sorgen loszuwerden, aber ich möchte dies auch mal in den Griff bekommen und wieder mehr Spaß am Leben haben. Sie habe ich auch gefragt ob es wohl sinnvoll für mich wäre einen Psychologen aufzusuchen, aber sie hält davon nicht viel. Sie sagt, dass ich schon immer so bin Schon als Kind war ich immer etwas hyperaktiv, musste immer etwas unternehmen und Freunde treffen und konnte nie mal alleine zuhause bleiben, Fernseh schauen oder ein buch lesen.
    Ich hoffe ihr könnt anhand meiner Beschreibung euch ein bisschen in meine Situation hinein versetzen.
    So und nun zu meinen Gedanken.
    Erst einmal – ist es normal, dass wenn man nicht beschäftigt ist, quasi im Büro sitzt nichts zu tun hat – sich langweilt, man immer in Gedanken versinkt und nachdenkt?
    Ich tue das, ich denke immer…
    Ich habe schon manchmal Angst vor dem ganzen Gedankenmachen! Das geht soweit, dass ich manchmal gar keine Lust habe feiern zu gehen und einen zu trinken, weil ich dann den nächsten Tag total fertig und alleine im bett liege – mich langweile – und wieder nur nachdenke.
    Des Weiteren bin ich hier häufig unglücklich, und mache mich auch deswegen regelrecht fertig! Ich fang dann an über meine Zukunft nachzudenken, wie wird wohl mein Studium weitergehen, hoffentlich bleibe ich mit meiner Freundin für immer zusammen, hoffentlich muss ich später niemals in einem solchen Büro wie hier arbeiten…und und und!!!
    Ich verliere dann regelrecht meine Lebensfreude die ich sonst habe. Ich bilde mir dann auch oft die verrücktesten Dinge ein… Wie gesagt plagen mich oft wegen meinen Ohren Kopfschmerzen, ich bin deswegen schon zur Kernspin gegangen, weil ich Angst vor einem Tumor hatte. So zusagen mache ich aus all den Dingen die mich belasten immer gleich eine Riesen Geschichte, so dass ich die schönen Dinge gar nicht mehr wahr nehme und realisiere.
    Ich könnte jetzt noch ewig von Dingen berichten die mich belasten, die mir Angst machen, über die ich mir den Kopf zerbreche etc. aber ich denke das reicht!
    Was ich im Endeffekt wissen möchte ist, bin ich normal? Ist so eine Phase im Leben normal. Ich bin 23 und früher habe ich mir auch Gedanken gemacht, aber nie so krass!
    Ist es normal sich immerzu den Kopf zu zerbrechen? Und was kann man dagegen tun auch mal irgendwelche Sorgen beiseite zu schieben! Ich habe hier bereits gelesen dass es auch andere Menschen gibt die sich immer zu den Kopf zerbrechen und das hat mich in gewisser Weise beruhigt. Ich hoffe Ihr könnt mir behilflich sein… Danke!

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Greeche,

    ich tu mir etwas schwer damit, mich in Dich reinzuversetzen. Warum? Weil ich auch ein nachdenklicher Mensch bin, und daher nicht verstehe, warum so viele Menschen das immer gleich als was pathologisches sehen

    Kann es nicht eher sein, dass Du bis jetzt so sehr mit Feiern, Freunden und Wissenserwerb beschäftigt warst, so dass Du richtiges Nachdenken noch gar nicht wirklich gelernt hast? Und selbst jetzt benutzt Du es lieber, um über Dein Leiden mit den dazu gehörenden körperlichen Symptomen nachzudenken?

    Gut, ein Monat in einer fremden Kultur ist noch nicht viel Zeit für die Umstellung. Gut, ich würde meine Liebe auch sehr vermissen.

    Aber: ich würde daran denken, dass ich mich aus irgend welchen Gründen für diese Situation, in der ich jetzt bin, entschieden habe. Und dass diese Monate eine Zeit sind, in der ich sehr viel neues lernen und entdecken kann. Und darauf würde ich mich konzentrieren. Gut, der Job ist nicht so dolle, wie er sich angehört hat. Na und? 4 Monate gehen da schon mal. Só lernst Du auch, was Du mal nicht machen willst. Deine Kollegen müssen das Jahre ertragen. Wie machen die das?

    Befass Dich mit dem Land, mit seiner Geschichte, mit seinen Menschen, mit deren Alltag. Fahr am WE raus aufs Land. Spiel Tourist, aber guck nicht wie einer, sondern mit den Augen der Einheimischen, soweit das geht. Du hast so die Gelegenheit mal zu sehen, was anderen wichtig ist, die wesentlich reduzierter leben (müssen).Ob die glücklicher und gesünder deswegen sind, keine Ahnung. Halte ich auch oft nur für eine Verklärung unserer dekadenten Wohlstandsgelangweilten. Aber genau diese könnten da einiges für sich entdecken, was sie mal wieder etwas in die eigene Zufriedenheit runter holen würde.

    Oder willst Du jetzt wirklich 4 Monate heulen?

    Der Vorteil des Alleinreisens ist der, dass man viel mehr mit den Einheimischen in Kontakt kommt, weil man sich nicht mehr ins Altbewährte (Kumpel) flüchten kann. Also nutz den Vorteil doch!
    Geändert von Gast784 (01.10.2010 um 05:32 Uhr)

  3. #3
    Gast5147
    Gast

    Standard

    Hi Greeche,

    ich möchte zu einem Zitat etwas schreiben:

    "Ich beschäftige mich so sehr mit mir selbst und meinem Leben dass ich mich manchmal so fertig mache – ich habe manchmal das Gefühl das geht soweit, dass ich gar nicht mit weiter weiß."

    Liegt da nicht das Problem? Die Intensität Deines Selbst? Das Entdecken, wer man ist?
    Deswegen können die Menschen so schlecht alleine sein: Sie "müssen" sich mit sich auseinander setzen.
    Kannst Du das evtl. in etwas Positives umwandeln? Dir sagen, dass es gut sei, endlich einmal Dich selbst sehen zu können?

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