Hallo, guten Tag.
Ich lebe nun seit knapp drei Jahren in Scheidung von meinem syrischen Ehemann. Es war eine Gewaltbeziehung, es hat leider etwas gebraucht, bis ich die Kraft hatte, mich zu trennen. Der Mann ist Arzt und hat es geschafft, dass ich mich immer schuldig fühlte. Und leider wird nichts besser, eher schlimmer:
Ich habe ihn angezeigt. Er ist bereits in zwei Instanzen schuldig gesprochen: Nun geht er wieder in Berufung, denn es steht ja seine Approbation auf dem Spiel. Der Strafprozess ist eine Baustelle.
Die zweite Baustelle ist der Sorgerechtsprozess, den ich wegen unserer gemeinsamen Tochter führe. Ich möchte verhindern, dass das Mädchen (fast 5 Jahre) der väterlichen islamistischen Gehirnwäsche unterzogen wird. Der Vater hat gedroht, er werde das Kind nach Jordanien zu seiner Schwester bringen, wenn er hier nicht für die muslimische Erziehung sorgen kann. Wenn er seinen Job als Arzt nicht ausüben darf, dann erst recht. Der Umgang läuft derzeit noch betreut durch das Jugendamt. Diese Betreuung soll nun aus finanziellen Gründen in einem halben Jahr eingestellt werden. Ich müsste dann selbst für eine Betreuung sorgen oder gar das Kind dem Vater mitgeben. Ich habe große Angst davor.
Die dritte Baustelle ist die, die mir gerade den Boden unter den Füßen wegzureißen droht. Ich habe einen Sohn in diese Ehe mitgebracht. Er ist jetzt 15 und hochbegabt und spielt seit er vier ist Cello, seit er 8 ist spielt er in der Kinderklasse verschiedener Universitäten und er ist nach wie vor sehr erfolgreich. Ich erwähne das, weil durch die frühzeitige Förderung und das Bühnendasein es schon immer einige Probleme gab. Mein Sohn muss in dem o.g. Strafprozess aussagen, da er Zeuge sämtlicher Gewaltvorfälle gegen mich war und leider auch einmal selbst betroffen war. Nun ist folgende Situation: mein Sohn erzählt an seiner Schule die wildesten Geschichten. Unter anderem, ich würde ihn schlagen und deshalb könne er nicht nach Hause. Und er hetzt die Schüler durch Lügengeschichten gegeneinander auf. Mir haben das Schüler in einem Gespräch unter vier Augen erzählt. Mein Sohn hat so viel gelogen, dass niemand ihm mehr irgend etwas glaubt.
Es gibt noch eine vierte Baustelle: die bin ich selber. Besser: mein Schuldgefühl. Es hämmert den ganzen Tag: hättest du das nicht gemacht, wäre das nicht passiert, hättest du das so gelöst, wäre dies jetzt anders... Ich kann nicht damit aufhören, mich schuldig zu fühlen. Es geht mir jetzt gerade mit all diesen Baustellen wirklich nicht gut. Ich habe schon so gut es geht sortiert. Nur irgendwie droht Baustelle drei zum Selbstläufer zu werden und Baustelle vier wird mir irgendwann die Klarsicht für Baustelle eins und zwei nehmen. Deshalb habe ich mir für Baustelle vier Hilfe aangedacht. Aber ich kann dort Baustelle drei nicht erwähnen, da sonst Baustelle zwei auf dem Spiel steht. Ebenso aber bedroht Baustelle drei den positiven Abschluss von Baustelle eins.
Mit meinem Sohn gemeinsam eine Therapie zu machen, habe ich vorgeschlagen. Er weigert sich aber.
Was kann ich noch machen. Ich will nicht verzweifeln!!!
Danke für Ideen. Danke für "Zulesen".
L.


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