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Thema: Angst, die Großeltern noch mehr zu verlieren

  1. #1
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    Standard Angst, die Großeltern noch mehr zu verlieren

    Hallo,
    ich habe ein etwas ungewöhnliches Problem.
    Das Verhältnis von mir (21Jahre) zu meinen Großeltern ist in den letzten Jahren immer schlechter geworden.
    Meine Oma und mein Opa haben damals -als es meiner Uroma immer schlechter ging- sie bei sich aufgenommen und sie gepflegt. Ich war damals noch sehr jung und für mich waren noch alle Bezugspersonen perfekt. Bis heute habe ich meiner Oma nicht verziehen, dass sie bei mir über meine Uroma „gelästert“ hat. Sie habe das Klo schon wieder nicht abgezogen, sie sei so anstrengend, sie sei so verbissen, sie sei so fies und gemein. Das hat damals mein Weltbild zu Bruch gebracht. Kurz danach starb meine Uroma und der Kontakt zu meiner Oma wird seitdem immer weniger.
    Als ich vor 5 Jahren meinen jetzigen Freund kennenlernte, stellte ich ihn meiner ganzen Familie vor. Nach ungefähr einem Jahr Beziehung war bereits allen bekannt, dass er ein schlaues Kerlchen ist: in Mathe und Physik sehr begabt, 1er Abi. Eines Tages meinte mein Opa zu mir (sonst war keiner dabei): „Das ist echt ein schlauer Junge, der ist doch viel zu schlau für dich, wie kannst du dir den denn halten?“ Ich war noch relativ jung und dieser Satz prägt meine Beziehung zu meinem Freund bis heute. Immer wieder denke ich darüber nach, ob ich ihn verdient habe, oder ob er nicht zu schlau für mich sei.
    Diese Dinge habe ich keinem von beiden je verziehen. Allerdings haben die beiden keine Ahnung, warum ich den Kontakt zu ihnen so blockiere. Ich bin allerdings auch nicht bereit mit ihnen darüber zu sprechen, weil ich ihnen sowieso nicht verzeihen kann/will. Leider leidet meine Mutter unter der ganzen Situation, die nicht weiß wie sie sich mir bzw. ihren Eltern gegenüber verhalten soll.
    Was soll ich nur tun? Ich zerbreche mir regelmäßig den Kopf darüber

  2. #2
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    Hallo,

    ich habe ein ganz ähnliches Problem wie du. Auch meine Großeltern haben Charakterzüge an sich und mir Dinge an den Kopf geworfen, die ich ihnen nicht so richtig verzeihen kann. D.h. nicht verzeihen kann man eigentlich nicht sagen. Ich weiß, dass sie es einfach nicht besser wussten/wissen. Das heißt aber nicht, dass sie mich nicht lieben. Wir haben auch sehr wenig Kontakt. Das liegt auch daran, dass ich 500 km weit weg wohne. Aber auch der telefonische Kontakt ist immer mehr eingeschlafen. Ich kann und will mich mit ihnen nicht auseinandersetzen. Ich frage mich eben auch, was bringt das? Sie sind so alt und würden das nicht verstehen. Trotzdem ist mir bewusst, dass sie keine 20 Jahre mehr leben werden. Also, versuche ich das beste draus zu machen. ICh rufe sie eben an und bin nett zu ihnen. Werde sie auch bald besuchen. Sie wussten es nicht besser und haben ihr bestes getan. Es bringt doch nichts, so alten Menschen zu grämen. Irgendwann sterben sie und dann bereut man es vielleicht.

    LG Waris
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

    Ich bin frei und ich l(i)ebe es!!!

  3. #3
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    Ich glaube, ich möchte ihnen nicht sagen, was sie falsch gemacht haben. Ich werde wohl eher wie du das beste daraus machen. Das heißt, ich werde wohl ein mal im Monat dort anrufen und möglichst nett sein.
    Allerdings bringt das ja auch nichts. Wenn ich mir ein normales Verhältnis wünschen würde, wäre sicherlich eine Aussprache das richtige. Aber eigentlich wünsche ich mir, keinen Kontakt mehr mit ihnen zu haben. Leider ist das wegen meiner Mutter nicht möglich. Die Frage ist also, ob ich mich meiner Mutter zu liebe weiterhin möglichst nett (mit wenig Kontakt) verhalten soll, oder ob ich mich überwinden soll, ihnen zu sagen, was sie aus meiner Sicht falsch gemacht haben. Allerdings widerspricht das meinen Gefühlen und ich würde es nur für meine Mutter machen. Das ist der Zwiespalt vor dem ich Momentan stehe und wo ich einfach nicht weiterkommen in meinen Überlegungen.

  4. #4
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    Ich an deiner Stelle, würde es nicht deiner Mutter zuliebe machen. Das ist ganz allein deine Entscheidung, wie du mit dienen Großeltern umgehst. Deine Mutter muss damit leben, wohl oder übel. Mag für andere hart klingen, aber so seh ich es. Was hat das Verhältnis zu deinen Großeltern mit deiner Mutter zu tun? Sie kann ja mit ihnen umgehen, wie sie will. Tue das, womit du gut leben kannst!
    Wahrscheinlich hat deine Mutter selber noch ne Rechnung mit ihnen offen. Sowas überträgt sich ja oft auf die nächste Generation.
    Wie wärs, wenn du vielleicht doch mal sagst: "Opa, weißt du noch, als du damals zu mir ..... gesagt hast? Warum hast du das getan?" Oder so ähnlich.
    Ich möchte den Kontakt zu meinen Großeltern nicht abbrechen, weil ich sie doch sehr liebe. Sie haben auch viele gute Eigenschaften udn viel für mich getan. Wenn du das nicht sagen kannst, dann solltest du es vielleicht wirklich lassen. Mache diese Entscheidung nicht von deiner Mutter abhängig. Wenn sie noch was offen hat, soll sie das mal schön selber ausbügeln.

    LG Waris
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

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  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Waris für den sinnvollen Beitrag:

    huibum (12.02.2011)

  6. #5
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    Danke für deine ehrliche Antwort. Ich denke, ich werde es erst einmal auf sich beruhen lassen. Wenn ich irgendwann ein mal das Bedürfnis habe, das Verhältnis zu verbessern, dann kann ich es immer noch ansprechen...

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