Ich hoffe das mir jemand in diesem Forum einen kleinen Denkanstoß geben kann.
Ich bin seit längerer Zeit an einem Punkt angekommen, an dem mir alles so sinnlos leer und frustrierend vorkommt. Gefangen in gesellschaftlichen, privaten und beruflichen Zwängen scheinen meine Lebensträume unerfüllbar. Ein Leben geplagt von Unzufriedenheit, Kompromissen und vielleicht auch unerfüllbaren Erwartungen.
Außenstehende sehen dies meist anders, da es mir nach außen hin objektiv betrachtet sehr gut zu gehen scheint. Durch glückliche Umstände fehlte es mir nie wirklich an finanziellen Mitteln, doch selbst dies kommt mir vor wie ein Fluch, vielleicht habe ich aus diesem Grunde auch alles stets auf den Kopf gehauen, verspielt, schlicht weg verprasst. Ich kenne keine Grenzen.
Innerlich renne ich seitdem ich denken kann meinem großen Traum, der Freiheit, der großen Liebe, der Sonne und dem Meer, hinterher. Meine Lebensumstände haben mich allerdings eingesperrt. Ich fühle mich gänzlich unerfüllt bin an einem Punkt angekommen, an dem ich am liebsten ganz von vorn beginnen würde. Die Koffer packen, in die weite Welt reisen, die große Liebe finden und einfach nur glücklich sein.
Glücklich sein? Gibt es das überhaupt? Ich will es herausfinden, nur fehlt mir noch die Kraft einen Schlussstrich zu ziehen. Zu Viele Faktoren, wie die Arbeit, Freundin, Freunde und vor allem die Angst vor dem Scheitern, hindern mich daran diese Entscheidung in die Tat umzusetzen.
Um dies alles nachvollziehen zu können, muss man natürlich ein wenig Hintergrundwissen zu meiner Situation haben. Ich versuche dieses kurz knapp und sachlich auf den Punkt zu bringen, auch wenn ich wahrscheinlich ausschweifen werde…
Wo fange ich an… Ich würde sagen sowohl meine Arbeit, als auch mein Berufsleben und der damit ungeheuerliche Druck der auf mir lastet, tragen einen großen Teil zu diesen Umständen bei.
Beruflich habe ich zwar relativ viele Freiheiten, jedoch auch starke Anforderungen an meine Psyche. Zu Beginn des letzten Jahres bin ich als Gesellschafter und Prokurist in die Zeitarbeitsfirma des Ex-Lebensgefährtens meiner Mutter eingestiegen. Zu diesem Zeitpunkt war die Firme an der Spitze. Nach gut 2 Monaten meldete der größte Kunde die Insolvenz an und wir verloren gut 600.000 Euro. Kurze Zeit darauf folgte der nächste Kunde. Diese Summe ist ein ganz schöner Batzen für eine eigentlich sehr kleine Firma. Der Geschäftsführer, wie gesagt, also der Ex.Freund meiner Mutter, hat daraufhin beschlossen sein Leben in seinem Heimatland zu verbringen und tut fast gar nichts mehr, sein Gehalt bekommt er aber trotzdem. Ich fühle mich mit einem riesigen Schuldenberg alleingelassen. Zwar stehe ich persönlich keineswegs in der privaten Haftung, da es sich um eine GmbH handelt und ich nicht als Geschäftsführer agiere. Trotzdem fühle ich mich gegenüber den Mitarbeitern in der Pflicht und bange jeden Monat aufs Neue darum in der Lage zu sein deren Geh älter zu zahlen. Teilweise verzichte ich auf meinen eigenen Lohn um dazu beizutragen die Liquidität für die Löhne zu sichern. Das Ganze macht mich mental ungeheuer fertig und zerrt so sehr an meiner Seele. Ich würde am liebsten kündigen, aber es ggibt niemanden der meinen Job weiterführen könnte, sodass die Firma nach meinem Ausscheiden schließen würde.
Es kommt noch hinzu, dass ich eher zufällig in diese Branche gelandet bin. Könnte ich es mir aussuchen, würde ich etwas ganz anderes tun, wie z. B. Veranstaltungen organisieren, Menschen helfen, etwas kreatives was mein Herz erfüllt. Schlicht und ergreifend einfach etwas was Freude bereitet oder etwas bewirkt. Einfach weit weg von industrieller Profitgier. Die Geschäftsleute mit denen ich teilweise zu tun habe sind falsch, herzlos, berechnend und erfolgsgeil. So ein leben, auf den Schultern anderer Menschen, kann mich nicht glücklich machen… I want to escape!
Nun komme ich zu meinem Privatleben. Seit Anfang des Jahres stecke ich in einer festen Beziehung. Meine Freundin hat bereits ein dreijähriges Kind aus einer vorangegangenen Beziehung. Es ging alles viel zu schnell. Ohne großartig darüber nachzudenken wurde ihre Wohnung aufgegeben und sie zog bei mir ein. Sie hatte keinen Job und ich habe stets versucht sie mit durchzuziehen, bis es, auch auf Grund meiner heikelen beruflichen Situation, immer wieder zu Streitereinen um finanzielle Belange kam. Mittlerweile hat Sie einen Job gefunden, allerdings mit schwierigen Arbeitszeiten. So muss ich beispielsweise morgens den kleinen zum Kindergarten, meine Freundin und danach mich selbst zur Arbeit bringen. Da wir nur ein Auto haben gestaltet sich dies stets sehr stressig. Wenn sie länger arbeiten muss, bin ich gezwungen früher Feierabend zu machen um den kleinen abzuholen, damit Sie ihren Job nicht gleich wieder verliert.
Trotz der momentan schwierigen finanziellen Situation, hat sie hohe Ansprüche und verlangt beispielsweise dass ich ihr Geld für ein Auto, oder andere Dinge leihe. Doch wenn ich darüber nachdenke, stelle ich fest, dass sie nie in der Lage sein wird alles zurück zu zahlen. Aber darum geht es mir eigentlich nicht. Wenn sich zwei Menschen wirklich lieben, spielt das Geld und alles andere auch keine Rolle, man würde es wahrscheinlich irgendwie schaffen. Liebe macht stark und beflügelt die Menschen, so denke ich zumindest. Doch genau diese Grundeinstellung lässt mich zweifeln. Mit der großen Liebe verbinde ich Geborgenheit, Sicherheit, Herzlichkeit, Wärme und Zärtlichkeit. Aber daran mangelt es mir erheblich. Den Alltag meistern wir zwar, aber für romantische Momente, mal was leckeres zusammen kochen, einen wundervollen Moment zaubern, oder auch schönen Sex zu haben, oder einfach nur zu kuscheln, dafür reicht es bei ihr nicht. Sie sagt sie kuschelt nicht gerne. Sex kann sie nicht all zu oft haben weil es so sehr weh tut, oder sie blutet. So kommt es häufig vor, dass wir in zwei bis drei wochen einmal miteinander schlafen. Für meine Verhältnisse reicht dies absolut nicht aus. Zu einer gesunden Partnerschaft gehört doch auch das zwischenmenschliche. Dies ist doch geradezu elementar.
Das Ende vom Lied ist, dass ich absolut nicht weiß was ich tun soll. Ich bin unglücklich und es muss sich etwas ändern, ansonsten gehe ich kaputt. Ich verliere mein Gefühl von richtig und falsch. Wenn es in meinem Kpf gerade noch sinn gemacht hat, genügen ein Paar Worte um meine Meinung zu drehen. Ich weiß nicht was los ist. Habe wohl die Fähigkeit zu differenzieren und der Meinungsbildung durch all diese Umstände verloren.
Diese Punkte sind momentan die belstensten, alles weiterführende würde wahrscheinlich den Rahmen sprengen. Aber man soll ja an der Spitze des Eisbergs beginnen...
Hat vielleicht jemand einen Rat? Ich wäre sooooooooooooo dankbar.


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren



Lesezeichen