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Thema: Angst ein falsches Leben zu leben

  1. #1
    Neuling
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    Standard Angst ein falsches Leben zu leben

    Ich hoffe das mir jemand in diesem Forum einen kleinen Denkanstoß geben kann.

    Ich bin seit längerer Zeit an einem Punkt angekommen, an dem mir alles so sinnlos leer und frustrierend vorkommt. Gefangen in gesellschaftlichen, privaten und beruflichen Zwängen scheinen meine Lebensträume unerfüllbar. Ein Leben geplagt von Unzufriedenheit, Kompromissen und vielleicht auch unerfüllbaren Erwartungen.

    Außenstehende sehen dies meist anders, da es mir nach außen hin objektiv betrachtet sehr gut zu gehen scheint. Durch glückliche Umstände fehlte es mir nie wirklich an finanziellen Mitteln, doch selbst dies kommt mir vor wie ein Fluch, vielleicht habe ich aus diesem Grunde auch alles stets auf den Kopf gehauen, verspielt, schlicht weg verprasst. Ich kenne keine Grenzen.

    Innerlich renne ich seitdem ich denken kann meinem großen Traum, der Freiheit, der großen Liebe, der Sonne und dem Meer, hinterher. Meine Lebensumstände haben mich allerdings eingesperrt. Ich fühle mich gänzlich unerfüllt bin an einem Punkt angekommen, an dem ich am liebsten ganz von vorn beginnen würde. Die Koffer packen, in die weite Welt reisen, die große Liebe finden und einfach nur glücklich sein.

    Glücklich sein? Gibt es das überhaupt? Ich will es herausfinden, nur fehlt mir noch die Kraft einen Schlussstrich zu ziehen. Zu Viele Faktoren, wie die Arbeit, Freundin, Freunde und vor allem die Angst vor dem Scheitern, hindern mich daran diese Entscheidung in die Tat umzusetzen.

    Um dies alles nachvollziehen zu können, muss man natürlich ein wenig Hintergrundwissen zu meiner Situation haben. Ich versuche dieses kurz knapp und sachlich auf den Punkt zu bringen, auch wenn ich wahrscheinlich ausschweifen werde…

    Wo fange ich an… Ich würde sagen sowohl meine Arbeit, als auch mein Berufsleben und der damit ungeheuerliche Druck der auf mir lastet, tragen einen großen Teil zu diesen Umständen bei.

    Beruflich habe ich zwar relativ viele Freiheiten, jedoch auch starke Anforderungen an meine Psyche. Zu Beginn des letzten Jahres bin ich als Gesellschafter und Prokurist in die Zeitarbeitsfirma des Ex-Lebensgefährtens meiner Mutter eingestiegen. Zu diesem Zeitpunkt war die Firme an der Spitze. Nach gut 2 Monaten meldete der größte Kunde die Insolvenz an und wir verloren gut 600.000 Euro. Kurze Zeit darauf folgte der nächste Kunde. Diese Summe ist ein ganz schöner Batzen für eine eigentlich sehr kleine Firma. Der Geschäftsführer, wie gesagt, also der Ex.Freund meiner Mutter, hat daraufhin beschlossen sein Leben in seinem Heimatland zu verbringen und tut fast gar nichts mehr, sein Gehalt bekommt er aber trotzdem. Ich fühle mich mit einem riesigen Schuldenberg alleingelassen. Zwar stehe ich persönlich keineswegs in der privaten Haftung, da es sich um eine GmbH handelt und ich nicht als Geschäftsführer agiere. Trotzdem fühle ich mich gegenüber den Mitarbeitern in der Pflicht und bange jeden Monat aufs Neue darum in der Lage zu sein deren Geh älter zu zahlen. Teilweise verzichte ich auf meinen eigenen Lohn um dazu beizutragen die Liquidität für die Löhne zu sichern. Das Ganze macht mich mental ungeheuer fertig und zerrt so sehr an meiner Seele. Ich würde am liebsten kündigen, aber es ggibt niemanden der meinen Job weiterführen könnte, sodass die Firma nach meinem Ausscheiden schließen würde.

    Es kommt noch hinzu, dass ich eher zufällig in diese Branche gelandet bin. Könnte ich es mir aussuchen, würde ich etwas ganz anderes tun, wie z. B. Veranstaltungen organisieren, Menschen helfen, etwas kreatives was mein Herz erfüllt. Schlicht und ergreifend einfach etwas was Freude bereitet oder etwas bewirkt. Einfach weit weg von industrieller Profitgier. Die Geschäftsleute mit denen ich teilweise zu tun habe sind falsch, herzlos, berechnend und erfolgsgeil. So ein leben, auf den Schultern anderer Menschen, kann mich nicht glücklich machen… I want to escape!

    Nun komme ich zu meinem Privatleben. Seit Anfang des Jahres stecke ich in einer festen Beziehung. Meine Freundin hat bereits ein dreijähriges Kind aus einer vorangegangenen Beziehung. Es ging alles viel zu schnell. Ohne großartig darüber nachzudenken wurde ihre Wohnung aufgegeben und sie zog bei mir ein. Sie hatte keinen Job und ich habe stets versucht sie mit durchzuziehen, bis es, auch auf Grund meiner heikelen beruflichen Situation, immer wieder zu Streitereinen um finanzielle Belange kam. Mittlerweile hat Sie einen Job gefunden, allerdings mit schwierigen Arbeitszeiten. So muss ich beispielsweise morgens den kleinen zum Kindergarten, meine Freundin und danach mich selbst zur Arbeit bringen. Da wir nur ein Auto haben gestaltet sich dies stets sehr stressig. Wenn sie länger arbeiten muss, bin ich gezwungen früher Feierabend zu machen um den kleinen abzuholen, damit Sie ihren Job nicht gleich wieder verliert.

    Trotz der momentan schwierigen finanziellen Situation, hat sie hohe Ansprüche und verlangt beispielsweise dass ich ihr Geld für ein Auto, oder andere Dinge leihe. Doch wenn ich darüber nachdenke, stelle ich fest, dass sie nie in der Lage sein wird alles zurück zu zahlen. Aber darum geht es mir eigentlich nicht. Wenn sich zwei Menschen wirklich lieben, spielt das Geld und alles andere auch keine Rolle, man würde es wahrscheinlich irgendwie schaffen. Liebe macht stark und beflügelt die Menschen, so denke ich zumindest. Doch genau diese Grundeinstellung lässt mich zweifeln. Mit der großen Liebe verbinde ich Geborgenheit, Sicherheit, Herzlichkeit, Wärme und Zärtlichkeit. Aber daran mangelt es mir erheblich. Den Alltag meistern wir zwar, aber für romantische Momente, mal was leckeres zusammen kochen, einen wundervollen Moment zaubern, oder auch schönen Sex zu haben, oder einfach nur zu kuscheln, dafür reicht es bei ihr nicht. Sie sagt sie kuschelt nicht gerne. Sex kann sie nicht all zu oft haben weil es so sehr weh tut, oder sie blutet. So kommt es häufig vor, dass wir in zwei bis drei wochen einmal miteinander schlafen. Für meine Verhältnisse reicht dies absolut nicht aus. Zu einer gesunden Partnerschaft gehört doch auch das zwischenmenschliche. Dies ist doch geradezu elementar.

    Das Ende vom Lied ist, dass ich absolut nicht weiß was ich tun soll. Ich bin unglücklich und es muss sich etwas ändern, ansonsten gehe ich kaputt. Ich verliere mein Gefühl von richtig und falsch. Wenn es in meinem Kpf gerade noch sinn gemacht hat, genügen ein Paar Worte um meine Meinung zu drehen. Ich weiß nicht was los ist. Habe wohl die Fähigkeit zu differenzieren und der Meinungsbildung durch all diese Umstände verloren.

    Diese Punkte sind momentan die belstensten, alles weiterführende würde wahrscheinlich den Rahmen sprengen. Aber man soll ja an der Spitze des Eisbergs beginnen...

    Hat vielleicht jemand einen Rat? Ich wäre sooooooooooooo dankbar.

  2. #2
    Gast1006
    Gast

    Standard

    Hallo,

    es ist doch ansich ganz einfach .....:

    Gehe zum Flughafen und buche eine One-Way zum Start-Punkt deiner Träume und fange an dich zu verwirklichen.
    Alles andere sind doch nur Hemmschuhe und Hindernisse, die dir die Sicht auf die "für dich" wirklichen Dinge nehmen.

  3. #3
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo seeking,

    ich verstehe Dich schon, dass das leider nicht so einfach für Dich ist.
    Aber so wie es jetzt ist, steuerst Du geradewegs auf nen Burn-out zu

    Ich finds gut, dass Du Dich euren Angestellten so verpflichtet fühlst. Schließlich bekommt man dafür ja auch entsprechend mehr Geld in einer Führungsposition - damit man die Verantwortung trägt. Bei Dir ist aber das Problem, dass Du keinen Ausgleich hast. Du machst privat nämlich genau das selbe weiter.

    Es wäre ja grundsätzlich nix dagegen zu sagen, dass Du die wirtschaftliche Verantwortung für Deine Freundin und ihr Kind übernommen hast. Aber wenn es nicht ausgewogen ist, warum sollst Du das dann tun? Unabhängig von den wirtschaftlichen Verhältnissen würd ich mir auch solche Dinge wünschen wie schöne Stunden der Nähe und Gemeinsamkeit. Für was ist man denn zusammen? Nur zur Alltagsbewältigung? Dafür muss man ja auch irgendwoher schöpfen. Wenn das nicht geht, sondern privat auch alles nur noch in Pflicht ausartet, würd ichs an Deiner Stelle vorziehen, allein zu wohnen. Dann kannst Du zumindest in Deiner Freizeit noch ein paar Deiner Träume verwirklichen.

    Wie das dann beruflich weiter geht - das siehst Du vll besser, wenn Du Dir etwas Luft verschafft hast. Kann natürlich sein, dass Du wirklich mal einen Rundumschlag machen musst, und komplett aussteigst, weil es anders nicht mehr geht.

    Was wäre eigentlich, wenn Du krank werden würdest? Hast Du keine Vertretung? Hab grad überlegt, ob Du nicht so was wie ein Sabbatical-Jahr (oder halbes Jahr) machen könntest. Deiner Freundin kannst Du ja so lange die Wohnung überlassen. Aber ansonsten müsste sie halt auch mal gucken, wie sie sich organisiert. Andere Mütter schaffen das auch, auf wesentlich niedrigerem Niveau.

  4. #4
    Neuling
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    Standard

    Hallo Seeking,

    jetzt kennen wir hier nur eine Seite, aber für mich hört es sich ziemlich danach an, dass du jemand bist, auf den man schon alles abladen kann ....

    Der Ex deiner Mutter zum Beispiel. Es wäre für ihn an der Zeit, Konsequenzen zu tragen. Entweder kommt er zurück und hilft, oder er verzichtet auf sein Gehalt und steigt aus.
    Und deine Freundin scheint auch ganz schön auf der nehmer-Seite zu sitzen.

    Ich glaube, wir können nicht für alles und jeden die Verantwortung übernehmen! Es gibt Dinge, für die es sich lohnt, sich aufzuopfern - in deinem Bericht kann ich da allerdings nur deine Mitarbeiter erkennen.
    Wie wäre es, wenn du einen geeigneten Nachfolger für dich suchst und dann los machst? Den Vorschlag mit dem Sabbatical-Jahr finde ich super! Das gibt dir Zeit, klar zu kommen und für dich zu entscheiden, was genau denn in deinem Leben wichtig ist bzw. wie du das erreichen kannst.

    Du hast nur ein Leben - nutze es!!!
    Und es gibt nur eine Person, die dir wirklich im Wege steht - du selbst!

    Ich wünsche dir alles Gute!!

  5. #5
    Verleger Avatar von Natz
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    Standard

    Ich kann mich da nur anschließen.
    Wenn Du so weiter machst und versuchst, es auf Kosten Deines Lebens allen Recht zu machen, bleibst Du auf der Strecke. Es wird höchste Zeit, dass Du an Dich denkst. Es scheint Dich ja kein Bereich in Deinem Leben glücklich zu machen und Du hast Dir auch in jedem Bereich Verantwortung aufgehalst. Du lebst nur einmal und bist auch nicht der Samariter für Deine Umwelt-fang an, zu leben.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  6. #6
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    Ich würde keinen Rundumschlag empfehlen, dann steigst du vielleicht für 1-2 Jahre aus, allerdings ist die Zeit danach oftmals schlimmer als davor, man muss realistisch sein, hohe Träume gehen nicht schnell in Erfüllung.

    Wenn du etwas erreichen möchtest, funktioniert das nur Stück für Stück.
    Zuallererst wäre zu nennen, dass du dich von deiner Freundin trennst, Liebe ist einfach ein Novum in einer Beziehung, ist sie nicht vorhanden (von beiden Seiten) ergibt sie keinen Sinn und endet früher oder später ohnehin, nimm es selbst in die Hand und verschaffe dir die dringend benötigte Freiheit!

    Sie hat auch eine Arbeit und fällt nicht so weit nach unten nach der Trennung, also keine Gewissensbisse nötig.

    Als nächstes musst du über deine Arbeit nachdenken, möchtest du sie weiterführen? Bedenke dass die Möglichkeit wohl existiert dass du sie weiterführst, aber vielleicht besser als vorher? Hast du darüber nachgedacht die Sache selbst in die Hand zu nehmen und den Betrieb zu leiten? Nutze deine Führsorge für deine Angestellten! Vielleicht findest du sogar Spass an deiner Arbeit?

    Das sind nur Wege, die wir und ich dir aufzeigen können, die Entscheidung liegt bei dir. Du darfst nie vergessen, dass du immer die Wahl hast.
    Du musst sie nur nutzen.

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