Hallo ihr da draußen
Ich hab mir jetzt ein paar Threads durchgelesen, hab darüber nachgedacht, ob ich dann auch mal einfach um Rat fragen sollte und letztendlich... Denke ich, vielleicht bringt es irgendwas.
Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen, aber gerade bei solchen Themen geht das immer so schlecht.
Es ist schlichtweg so, dass ich Neurodermitis und Ichtyose habe (schon seit Geburt) und es mit der Zeit immer schlimmer geworden ist.
Früher hat man es fast gar nicht bemerkt, zumindest kommt es mir so vor, wenn ich es mit heute vergleiche (ich bin 19).
Vor 3 Jahren ungefähr hat sich mein Krankheits-/Hautbild ziemlich verändert; ich habe ausschlagartige rote Stellen unterhalb den Mundes (kompletter Kinnbereich), unter und an den Armen und am Hals bekommen, die wehtun, recht auffällig (und schwer zu verstecken... Ich hab eine Zeit lang mitten im Hochsommer jeden Tag einen Schal getragen) und furchtbar trocken sind, selbst nach dem Eincremen. Der Rest des Körpers ist immer durch gehend total trocken und rissig.
Als kein Hautarzt helfen konnte, ging ich für eine Woche ins Krankenhaus, wo sie alles nur noch schlimmer machten. Danach ging ich zu einer Heilpraktikerin, die sagte, zu Ostern (es war September 2008) würde ich vollkommen gesund sein. Ich konnte das nicht wirklich glauben, immerhin gelten Neurodermitis und Ichtyose als unheilbar, aber offenbar hatte sie mit ihrer Therapie schon mehrere Erfolge.
Es schien auch ganz gut zu klappen - die Stellen unter und an den Armen und am Hals gingen weg - das Gesicht blieb so, wie es war, außer, dass es vielleicht minimal besser wurde.
Die Heilpraktikerin ist teuer, teils um die 300 Euro pro Sitzung und ich habe ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Mutter, weil sie alles bezahlen muss und wir nicht gerade viel Geld haben.
Hinzu kommt, dass ich an Ostern NICHT gesund war. Auch jetzt im Sommer nicht.
Ganz im Gegenteil - sie sagte vor gut 6 Wochen zu mir, ich solle in 2 Monaten zur Kontrolle vorbeikommen. Tja, nur sind seit etwa 2 Wochen die roten Stellen unter den Armen und am Hals wieder da. Und am Hals so schlimm wie nie zuvor.
Nun zu meinem eigentlich psychischen Problem... Tut mir Leid, dass ich so viel schreibe.
Wenn ich mit jemandem rede, sehe ich, wo derjenige hinstarrt. Auf meinen Mund, auf meinen Hals. Ich fühle mich abstoßend und minderwertig. Ich habe das Gefühl, dass die Leute sich vor mir ekeln und distanziere mich deshalb so weit wie möglich.
Ich habe aus diesem Grund die Schule abgebrochen (in der 12. Klasse eines normalen Gymnasiums) und wollte eigentlich nach Norddeutschland ziehen, wo ich früher gewohnt hab. Hat sich aber erledigt, weil meine Mutter mich nicht gehen lassen wollte. Viele meiner Freunde sagen, dass sie mich nur aufgehalten hat, weil sie mich als Babysitter braucht.
Sie arbeitet, ist nachmittags bis abends da und fährt dann immer zu ihrem Freund, um bei dem zu schlafen.
Ich kümmere mich um Haushalt und meine beiden Schwestern, die noch in der Grundschule sind. Und um den Hund und den Einkauf. Ich glaube, dass ich das eh nicht auf die Reihe gekriegt hätte, wenn ich in der Schule geblieben wäre.
Ich gebe meiner Mutter nicht die Schuld an irgendetwas, schließlich hat sie auch als dreifache Mutter ein Recht auf ein Privat- und Liebesleben... Denke ich. Ich kann mit Liebe und Zuneigung generell nicht viel anfangen, aber das ist ein anderes Thema.
Nun wollte ich eigentlich für dieses Jahr eine Ausbildung suchen und anfangen. Ich habe sogar eine gekriegt und dort 1 1/2 Wochen gearbeitet, aber... Das wurde mir einfach zu viel. Jeden Tag unter fremde Menschen zu gehen, die auch noch ziemlich unfreundlich waren... Das hat mich total fertig gemacht. Zumal ich den Beruf schrecklich fand (Außenhandelskauffrau), weil ich auch nicht gerade gerne fremde Leute anrufe oder kontaktiere.
Außerdem ist es so, wenn die Haut so extrem trocken ist, wie bei mir, dass man ständig, bei jeder Bewegung, kleine Hautschüppchen verliert. (Ich hoffe, das findet jetzt niemand eklig oder so... Ich habe das ehrlich gesagt noch nie irgendwo erwähnt aus Angst vor der Reaktion.) Bedeutet auch, dass ich total den Horror vor allem habe, was schwarz ist, weil man sofort sieht, wenn ich in der Nähe dessen war. Ich vermeide auch schnelle Bewegungen oder überhaupt das unnötige Bewegen meiner Klamotten, weil die Schuppen förmlich rausrieseln.
Bei der Ausbildung war um meinen Arbeitsplatz herum, auf und neben dem Stuhl, überall zu sehen, dass ich dort arbeite... Und das nur nach einer Woche. Mir wird schlecht, wenn ich daran denke.
Mitte der zweiten Woche habe ich abgebrochen.
Ich würde am allerliebsten Bäckerin lernen, aber das ist für mich quasi unmöglich.
Meine Mutter hat inzwischen durchblicken lassen, dass sie nicht mehr glaubt, dass es jemals besser wird. Das fand ich irgendwie hart, denn meine Hoffnung wankt inzwischen selbst schon ziemlich, obwohl ich sie noch nicht aufgegeben habe. Sie meinte, ich müsse einfach endlich lernen, damit umzugehen und nicht mehr darüber nachdenken, was andere von mir halten.
Aber für mich geht es um mehr als das. Es geht nicht nur darum, was sie denken. Es geht darum, dass ich heulen möchte, jedes Mal, wenn ich in den Spiegel sehe. Darum, dass ich auch meine Freunde nicht mehr treffen möchte, obwohl sie mich schon ewig kennen, weil ich mich ihrer nicht wert fühle.
Ich wurde noch zu anderen Vorstellungsgesprächen für eine Ausbildung eingeladen, als Rechtsanwaltsfachangestellte. Den Beruf finde ich interessant, aber die Kanzlei ist riesig, da gibt es viele Fremde und ich muss Mandanten herumführen...
Aber wenn ich gar nichts tue, kommt kein Geld rein. Ich bekomme nicht mal mehr Unterhalt von meinem Vater, also muss ich irgendwie arbeiten und den Haushalt damit stützen, aber ich habe Angst.
Ich wollte was in Heimarbeit machen und per Fernstudium mein Abi endlich zuende bringen, aber ich finde einfach keinen Heimarbeitsjob.
Ob ich wirklich zum Vorstellungsgespräch gehen werde, weiß ich nicht. Ich möchte eigentlich auch nicht in die Berufsschule.
Ich möchte einfach nur zu Hause sein. Auch, wenn ich von da aus arbeite. Das wäre okay.
Nur... So kann es eigentlich nicht ewig weitergehen.
Nun ja, soviel zu mir... Danke für's Lesen. Ich komme mir blöd vor, mich Fremden zu öffnen, aber bei Bekannten ist das irgendwie schwerer. Ich möchte sie nicht enttäuschen.
Eigentlich habe bezüglich dieser Sache auch nur 2 große Fragen:
1. Meine Mutter meinte, ich solle evtl zum Psychater gehen... Aber ich weiß nicht, ob ich dem wirklich gegenüber sitzen und ihm meine größten Ängste beichten könnte. Meint ihr, es wäre sinnvoll, hinzugehen?
2. Wenn ihr das so als dritte, unabhängige Personen lest... Findet ihr dann, dass ich schwach oder selbstmitleidig bin, weil ich mich aus der Gesellschaft mehr oder weniger ausschließe und das 'nur' wegen Äußerlichkeiten? Es kommt mir nämlich so vor, aber... Ich habe einfach nicht mehr Kraft, um dagegen anzukämpfen.
Danke schon mal im Voraus![]()


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