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Thema: angst um schwester

  1. #1
    katha
    Gast

    Standard angst um schwester

    Hallo,
    ich brauch mal euren Rat...meine schwester hat mir heute gesagt das sie zurzeit suizidgedanken hat. ich weiß nicht wie ich gerade damit umgehen soll...sie hat vorhin total verheult angerufen und wir haben jetzt paar stunden telefoniert.hab versucht sie aufzumuntern und ich hab mich für morgen mit ihr verabredet.

    ihr gehts einfach schon lange nicht gut, sie trinkt auch zu viel und ist einfach am ende...überfordert, burn out usw.

    ich überleg jetzt ob ich eine mail an ihre psychologin schreiben soll zu der sie nächste woche wahrscheinlich wieder geht...

    kann ich das einfach machen? bringt das was? ich denk halt das es gut wär wenn die psychologin bescheid weiß und sich vielleicht darauf einstellen kann falls meine schwester von sich aus nicht die karten auf den tisch legt....

    eigentlich ist es ja meiner schwester ihre sache was sie erzählt und was nicht..aber ich mach mir sorgen und ich weiß nicht ob sie es ihrer psychologin sagen wird.

    was meint ihr?

  2. #2
    Neuling
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    Standard

    Hey Katha,

    das ist eine schwierige Frage. Ich kann dir nicht sagen, was du tun sollst oder was "das Richtige" ist. Aber ich kann dir sagen, was ich machen würde:

    Ich würde zu meiner Schwester sagen: "Schwesterchen... Du weißt, dass ich dich liebe. Und weißt du auch was das bedeutet? Es bedeutet, dass ich das machen muss, wovon ich glaube, dass es das beste für dich ist. Ich bin der Meinung, dass es meine Pflicht als Schwester ist, zumindest deiner Psychologin davon zu erzählen.

    Aber Schwesterchen, du bist alt genug und kannst alleine deine Entscheidungen treffen, auch wenn du eine schwierige Phase hast. Ich will also deine Meinung vorher einholen: Darf und soll ich deiner Psychologin davon erzählen? Was sagst du dazu?

    Denk daran, genau so wie ich dir eine freie Meinung und das Recht zu eigenen Entscheidungen lasse, so lasse ich mir mein Recht auf freie Entscheidungen nicht nehmen. Ich werde mir anhören, was du dazu sagst, aber im Endeffekt muss ich das machen, von dem ich glaube, dass es das Richtige ist. Wenn dir etwas passieren sollte und ich habe nichts gemacht, werde ich mir das nie verzeihen. Zum Einen bitte ich dich also um Verständnis für meine Situation und zum Anderen erwarte ich aber auch Verständnis. Versetz dich in meine Lage, stell dir vor es wäre anders herum: Wie würdest du handeln?

    Also, was sagst du Schwesterchen?"


    Ich kenne dich nicht Katha, ich weiß nicht, ob so ein direkter und starker Ansatz für dich der Richtige ist, aber ich finde er deckt viele wichtige Punkte ab:
    - Ich mache deutlich, dass ich meine Schwester liebe.
    - Ich mache klar, dass mir ihre Meinung wichtig ist und ich nicht einfach so hinter ihrem Rücken handele.
    - Ich mache klar, dass ich mir meiner Verantwortung ihr gegenüber bewusst bin.
    - Ich weiß, dass ich sie so vielleicht schon von alleine dazu bekomme, ihrer Psychologin im Vorfeld bescheid zu sagen.
    - Sie merkt, dass ich stark bin und mir meine eigene Meinung nehme - und inspirier sie im Idealfall sogar somit, dasselbe zu tun, was ein erster Schritt weg von Suizidgedanken wäre.


    Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. Sag bescheid, wie du die Situation geregelt hast!


    Liebe Grüße,

    Mephisto

  3. #3
    katha
    Gast

    Standard Danke

    haa mephisto du bist spitze
    komisch das man wenn man selbst in ner blöden lage ist einfach oft nicht fähig ist die offensichtlichsten lösungswege zu sehen...

    morgen treff ich mich mit ihr und werd mit ihr reden

    danke schonmal und nen schönen abend noch

  4. #4
    katha
    Gast

    Standard

    Hallo mephisto,
    also ich hab mich heut mit meiner schwester getroffen und mit ihr gesprochen.
    ich habe ihr gesagt das mir ihre aussagen noch ziemlich im kopf rumgegeistert sind und das ich mir sorgen mache...sie hat gesagt das sie sich selbst auch sorgen macht un angst hat das sie irgendeinen ****** macht (sie ist alleinerziehend und ich glaube die tatsache das sie ihren sohn zurücklassen würde ist der punkt der sie hält).

    ich habe dann angesprochen ob sie vorhat ihrer psychologin zu erzählen was für sie ängste und gedanken sie hat...erst war sie am zweifeln weil sie auf die komische idee gekommen ist sie müsse ihrer psychologin beweisen das ihre arbeit (also die arbeit der psychologin) fruchtet und es ihr besser geht.

    ich hab dann mir ihr gesprochen und ihr gesagt das sie ihrer psychologin nichts beweisen muss und das der wichtigste punkt den sie zur therapie beitragen kann und der einzige den die psychologin sich von ihr wünscht ist, dass sie sich ihr anvertraut, mit ihr spricht und ehrlich zu sich selbst ist...

    das hat sie eingesehen und sie hat sich entschieden offen mit ihrer psychologin über die suizidgedanken zu sprechen....

    ich hoffe einfach das es ihr bald besser geht...ich weiß das meine schwester in situationen wo alles aussichtslos erscheint nicht mehr klar denken kann und das ist das was mir angst macht....und dann noch der alkohol...sie merkt das sie zu oft trinkt und das ihr das energie raubt und sie ist dann nicht mehr sie selbst und kann sich am nächsten tag teilweise nicht erinnern was sie mit wem gemacht hat...das ist sau gefährlich

    heute hat sie gesagt der tod wäre besser, weil sie dann endlich nicht mehr damit beschäftigt sein müsste sich selbst auszurotten (damit hat sie den alkohol gemeint)...

    oh man...tief durchatmen...das wird schon wieder

  5. #5
    Neuling
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    Standard

    Oh je, Katha, was für eine schwierige Situation!

    Erstmal: Ich finde, du hast das super geregelt! Glückwunsch!

    Außerdem: Wow, was für eine Sichtweise! Die Psychologin nicht enttäuschen zu wollen! So habe ich selbst noch gar nicht gedacht! Wieder eine neue Sichtweise...

    Deine Schwester braucht jetzt echt jede Unterstützung die sie kriegen kann... Mir schwirren gerade tausend Fragen im Kopf herum die ich stellen wollte, aber letztendlich kann ich ihr leider nicht helfen. Aber immerhin hat sie so eine tolle Schwester wie dich, Katha, die sich für sie einsetzt. Glaub mir, wenn ein Mensch sich nicht selbst liebt, dann ist Liebe von Außen schon einmal ein sehr wichtiger Anfang (auch wenn es nicht so einfach ist Liebe zu empfangen, wenn man sich selbst nicht liebt... Aber das ist ein anderes Problem).

    Wichtig ist aber auch, dass du für dich da bist. Ich will dir hier nicht irgendeine Pflicht ihr zu helfen einreden (man muss mit solchen Sachen vorsichtig sein). Du musst immer erst dich selbst stark machen, bevor du für andere kämpfen kannst. Deshalb: Wenn irgendetwas ist, dann frag hier einfach wieder und ich, und das ganze Forum, stehen hinter dir!


    Liebe Grüße,

    Mephisto

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