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Thema: Angst und Depression bringen mich um

  1. #1
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    Standard Angst und Depression bringen mich um

    Hallo, trotz allem Kampf kann ich nun nur noch sagen, ich kann nicht mehr. Seit Jahrzehnten kämpfe ich gegen Angst und dagegen, nicht leben zu wollen/sollen. Ich habe dann nach mehreren, jahrelangen, erfolglosen Therapien keine mehr gemacht, mich nur noch darauf konzentriert, mein Ziel zu erreichen, der 18. Geburtstag meiner Tochter. Dem habe ich mich vollkommen untergeordnet, es war egal, wie es mir ging, es musste weiter gehen. Nun brach mein Leben völlig zusammen. Ziel erreicht, fast die gesamte Familie in der letzten Zeit gestorben, alle Freunde weggezogen, neue nicht zu finden, schon weil ich durch ein Trauma sehr große Kontaktängste habe. Mein Körper ist ununterbrochen auf extremen Hochtouren, kein Schlaf, kaum Essen möglich und ich suche und suche Hilfe, doch es gibt keine. Nach einem halben Jahr Kampf bekam ich nun endlich eine Zusage für eine stationäre Therapie, deren Termin aber noch weit entfernt liegt. Ich will sie machen, auch wenn ich nicht glaube, dass sie mir noch helfen kann, hat ja bisher auch keine geschafft, zu komplex sind meine Störungen. Auch meine Ärztin macht mir da wenig Hoffnung aus dem gleichen Grund, sie meint, wenn ich Glück habe, habe ich danach nicht mehr laufend Flashbacks, wenn ich jemanden sehe, der auch nur entfernt ähnlich mit meinem Trauma ist oder wenn ich irgendwas erlebe, was daran erinnert. Was soll dieses Leben bedeuten noch für mich? Ich versuche alles. Gehe raus, freue mich wie ein Baby, wenn mich mal jemand grüßt, ich bin weiter da für meine Tochter, ich suche meine Weg, doch ich finde ihn nicht. Hatte jemanden zugelassen in meinem Leben, nach 10 Jahren mal gewagt und musste feststellen, ich bin Freundschaft nicht wert. Ich habe vertraut und das war wieder ein Fehler. Ich hätte mir so viel Schmerz erspart und so viel Verzweiflung jetzt, was mich auch daran hindert, jetzt weiter nach meinem eigenen Weg zu suchen. Die Trauer und das nicht verstehen können bringen mich um. Um wenn ich versuche, nicht daran zu denken, dann übernimmt das mein Körper, es geht mir wahnsinnig schlecht und ich merke, diesmal schaffe ich es nicht ohne Hilfe und ich suche und suche und rufe an und gehe in Sprechstunden, doch es ist nichts da. Ich habe Angst, dass ich es nicht mehr so lange schaffe, wie meine Tochter noch da ist, es wäre "nur" ein halbes Jahr noch, aber ich weiß nicht mehr wie. Es tut so weh, dabei sollte das doch nun wirklich mal vorbei sein. Warum habe ich zugelassen, dass ich jemanden mag, warum war ich so dumm zu glauben, dass man mich mögen könnte. Ich wollte nur da sein für sie und sie verstehen. Aber ich habe versagt.

    Ich weiß, das klingt jetzt heftig nach sinnlosem Rumgejammer, es tut mir Leid, manchmal verbraucht mein Kampf ums Leben auch den Rest an Lachen und ich schaffe es gerade nicht, mich selbst nicht so wichtig zu nehmen, wie ich es normalerweise mache. Ich bin nicht so wichtig, aber momentan will mir mein Körper wohl was anderes zeigen, sonst würde der nicht permanent durchdrehen.

    Sorry für so viele Worte, ich wollte es nur mal sagen dürfen.

    viele Grüße, waiting

  2. #2
    Painter
    Gast

    Standard

    sinnlos Rumjammern find ich gut

    aber mal im Ernst: warum suchst du dir nicht ein neues Ziel? Etwas an dir zu entwickeln zum Beispiel...
    Du hast die Kraft für deine Tochter aufgebracht, das ist Toll! (Sei Stolz darauf) jetzt könntest du mal etwas für dich tun. Vielleicht fängst du mit etwas einfachem an das dir Spaß macht und schöpfst daraus evtl. sogar noch neue Kraft.
    Gib deinem Leben ein neues Ziel!

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    Standard

    Dankeschön für die Antwort.

    "Such dir ein neues Ziel"- ja. Ist das, was ich seit zwei Jahren ununterbrochen versuche. Ist ja nicht so, dass ich die Augen zu gemacht habe, als mir klar wurde, mein Lebensziel wird bald erreicht werden. Alles, was ich machen möchte, scheitert daran, dass ich es nicht schaffe, weil die Kraft nicht reicht und mein Körper spielt seit einem Jahr so verrückt, dass es auch jeder sieht. Das geht so weit, dass ich nicht mal fotografieren kann, obwohl es mich sehr interessiert, ich zittere zu sehr, die Bilder werden nichts, nicht mal mit Stativ. Früher war ich immer ehrenamtlich tätig, jahrelang am Sorgentelefon, hab alte Leute betreut, bis es nicht mehr ging, weil es mir zu schlecht ging und heute ist es noch viel schlimmer. Ich würde gerne gebraucht werden, doch letzten Endes kann ich nicht verlässlich da sein, schaffe es nicht mal, hinzukommen.

    Momentan geht es mir noch schlechter, was sich nicht auf die Zukunftsangst bezieht, sondern darum, dass mir eine Freundschaft gekündigt wurde, die mir richtig viel bedeutet hat, weil es mir so schlecht geht. Mir wird alles mögliche unterstellt. Ich verstehe diesen Grund nicht, fühle mich abgelehnt und ins Herz getreten, ich komme nicht ein bisschen damit klar damit, obwohl ich mir immer wieder sage, ich sollte das abhaken, es hat keinen Sinn. Wenn ich es nicht wert bin, dann muss ich auch irgendwas getan haben und dann muss ich diesen Schmerz eben ertragen lernen und mich damit abfinden. Doch mir gehts jeden Tag schlechter damit. Bin Tag und Nacht draußen am Rumrasen, halte es kaum 10 MInuten an einer STelle aus. Fühl mich total erschöpft, kann nicht essen, nicht schlafen, nicht mal liegen, doch es hilft nichts, der Körper richtet sich nicht nach meinem Kopf.

    Warum finde ich meine Härte mir selbst gegenüber, die mir auch oft vorgeworfen wurde von meiner Ärztin, nicht wieder, warum bin ich so abgestürzt und völlig ohne Halt. Mein ganzes Leben lang habe ich alles allein geschafft. Und nun?

    Ich mag mich selbst nicht spüren, mag nicht das Bewusstsein, dass es mich gibt. Ich mag auch nicht dieses alberne Bedürfnis, das mich jetzt fast umbringt, nicht allein sein zu müssen, es steht mir nicht zu. Bisher ging es immer gut allein. Warum nicht mehr jetzt? Ich finde NICHTS. Obwohl ich suche seit zwei Jahren. Ich hasse den Gedanken "für MICH". Es gibt mich gar nicht, sollte mich nie geben. Und ich weiß einfach nicht mehr weiter und ich habe langsam den VErdacht, es genügt nicht einfach ein neues Ziel, wobei ja schon das mir irgendwie nicht möglich ist.

    Ich suche einen Halt, eine superkleine Sicherheit. Ich hab schon alles probiert, doch alles sind nur Sackgassen. Sch***

    sorry und viele Grüße, waiting

  4. #4
    Painter
    Gast

    Standard

    Hey,

    ehrenamtlich fürs Sorgentelefon...
    Mir wird alles mögliche unterstellt...
    von Freund abgelehnt...
    Wenn ich es nicht wert bin, dann muss ich auch irgendwas getan haben...
    Ich suche einen Halt, eine superkleine Sicherheit.

    Sicherheit? von wem?
    Du hast alles geschafft? wohl kaum wenn es dir jetzt so schlecht geht, oder?
    Was hast du denn für dich getan?
    Ich würde gerne gebraucht werden
    Das allein kann nicht der Zweck deines Daseins sein, oder?

    Ich bin jetzt eher der Meinung, du solltest aufgeben zu kämpfen und einfach mal du selbst sein; nichts tun und anfangen dich selbst zu spüren; was du über dich selbst schreibst ist schon ein sehr Fremdbestimmtes Leben, das du dir da aufgebaut hast...

  5. #5
    Gast4137
    Gast

    Standard

    Als ich deine Beiträge gelesen habe, waiting, hatte ich wirklich Gänsehaut. Ich habe zwar eher wenig Lebenserfahrung wie die meisten hier, aber ich könnte hier auch meinen Teil beitragen, da ich manche deiner geschilderten Situationen nachvollziehen kann und ähnliches erlebt habe, was aber nicht so tiefgreifend war.

    Momentan geht es mir noch schlechter, was sich nicht auf die Zukunftsangst bezieht, sondern darum, dass mir eine Freundschaft gekündigt wurde, die mir richtig viel bedeutet hat, weil es mir so schlecht geht.
    Ich habe auch eine Freundschaft verloren sogar zwei, eine kannte von vom Kindergarten her , die andere erst von der witerführenden Schule. Manchmal tut mir die ganze Streiterei wirklich leid, aber auch ich sehe meinen Fehler dabei einfach nicht ein. Kann sein, dass ich mich so verändert habe, dass sie mit mir nicht mehr klarkamen.
    Freundschaften zu verlieren, und vorallem die letzen die man hat, tut oft sehr weh. Denn dann hat man ja niemanden mehr an den man sich klammern kann. So wie ich das jetzt verstanden habe, wurde dir die Freundschaft gekündigt, weil es dir schlecht geht. Richtig?!
    Wenn ja, finde ich, dass der Freund/die Freundin in diesem Fall kein gutes Freund war, wenn er diese Zeit mit dir nicht zusammen durchgestanden hat und versucht hat dir irgendwie da rauszuhelfen.


    Ich mag mich selbst nicht spüren, mag nicht das Bewusstsein, dass es mich gibt. Ich mag auch nicht dieses alberne Bedürfnis, das mich jetzt fast umbringt, nicht allein sein zu müssen, es steht mir nicht zu. Bisher ging es immer gut allein. Warum nicht mehr jetzt?
    Jeder Mensch braucht soziale Kontakte. Ich gehöre zu denen, die lieber alleine durchs Leben gehen ( wie mein Vater ) , aber auch ich und mein Vater brauchen jemanden zum reden. Und genauso könnte es auch bei dir sein. Man muss jemanden haben, der einem helfen kann oder mit dem man über seine Probleme reden kann. Oder einfach nur so ohne ein bestimmtes Problem, denn das löst schon vieles. Aber leider findet man solche Menschen nicht durch gezieltes Suchen, mehr durch Zufall.

    Ich würde gerne gebraucht werden
    Jeder Mensch wird auf seine eigene Weise gebraucht, aber hauptsächlich lebt man für sich selbst und nicht für andere. Das sollte man verstehen und vorallem müssen das die anderen z.B Freunde verstehen.


    Für mich scheint es so, als hättest du vieles erreicht und dir selbst ein Leben aufgebaut. Du scheinst einfach müde davon zu sein.
    Ich könnte mir vorstellen, dass es schwer ist darüber zu reden, aber was war das für ein Trauma? Du musst davon nicht erzählen, wenn du nicht willst. Aber das würde es uns erleichtert, die Situation besser zu verstehen.

    Amami

  6. #6
    Verleger Avatar von Natz
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    Standard

    Ich finde auch, dass zu einer Freundschaft auch die schlechten Zeiten gehören. Man kann ja nicht sein ganzes Leben gesund und immer gut drauf sein.
    Wurdest Du denn mal medikamentös behandelt? ISt bei Depressionen ab einem gewissen Grad nämlich auch wichtig, dass Du überhaupt erst mal in der Lage bist, Dein Leben etwas zu sortieren. Was wäre dazu noch eine Selbsthilfegruppe? Dort triffst Du Menschen mit gleichen Problemen.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  7. #7
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    Sicherheit? von wem?
    Wieso von wem? Das kann ich nur in mir selbst finden. Doch mir ist äußerlich wirklich alles weggebrochen, ich fühle mich in der Luft hängend und finde keinen Boden unter den Füßen. Dazu das Gefühl, ich werde nicht mehr gebraucht. Welchen Sinn macht meine Existenz? Die war schon immer maximal dann tolerierbar, wenn ich für andere da sein konnte. Momentan würde mir die Sicherheit reichen, dass ich hier in meiner Wohnung bleiben kann, doch danach sieht es auch nicht aus, auch das wird mir noch wegbrechen. Doch, eine kleine Sicherheit, irgendetwas, woran man mal denken könnte, wo man denken könnte, ach, das gibt’s ja dann auch noch. Es geht nicht darum, dass irgendjemand was für mich tun soll.

    Du hast alles geschafft? wohl kaum wenn es dir jetzt so schlecht geht, oder?
    Es geht mir JETZT so schlecht. Geschafft habe ich alles, was bisher das Leben erwartet hat, was nötig war, um meine Tochter zu einem glücklichen, selbstbewussten, erwachsenen Menschen zu machen, der weiß, was Geborgenheit und Sicherheit ist. Und da war es egal, ob ich schwerste Panikanfälle hatte, ich ging dennoch zur Elternversammlung, ich schaffte eben einfach alles.

    Was hast du denn für dich getan?
    Was sollte es da geben? Ich konnte schon immer nur leben, wenn ich nicht spürte, dass es mich gibt.

    Das allein kann nicht der Zweck deines Daseins sein, oder?
    Doch, ausschließlich. Ich hab ja nun gesehen, wohin das führt, wenn ich mir mal leiste, innerlich jemandem zu vertrauen, zuzugeben, es geht mir nicht gut, ja vielleicht ein bisschen jemanden zu brauchen.

    einfach mal du selbst sein; nichts tun und anfangen dich selbst zu spüren
    Und noch sicherer wissen, dass ich kein Recht habe, so zu sein wie ich bin? Das überlebe ich nicht.



    Ich habe auch eine Freundschaft verloren sogar zwei,
    Ja, es war nicht die erste. Voriges Jahr um genau diese Zeit habe ich schon eine Kündigung aus diesem Grund bekommen, doch das war anders. Sie war gesund und ich konnte nicht alles so ganz, wie sie wohl gewollt hätte, ich weiß es nicht, sie hat nichts gesagt. Diesmal ist es anders. Viel tiefer, weil sie mir so viel bedeutet hat und ich war da für sie, hab ihr vertraut und sie hat mich gekappt von einem Tag auf den anderen. Ich war so dumm. Wie konnte ich glauben, ich dürfte jemanden mögen.

    Man muss jemanden haben, der einem helfen kann oder mit dem man über seine Probleme reden kann.
    Mir würde schon reichen, wenn es noch jemanden gäbe, an den ich diesbezüglich denken könnte. Ich würde es ohnehin kaum nutzen, Mir reicht das Wissen, es ist jemand da, wenn nichts mehr geht. Eine Freundin habe ich noch, wir haben wirklich schon sehr viel gemeinsam durchgestanden, doch sie ist mittlerweile selbst so krank, dass ich sie nicht mehr mit meinem Kram belasten möchte. Sie ist oft auch gar nicht in der Lage, das überhaupt noch zu erfassen. Das ist sehr schade, doch das ist nun eben so. Sie ist und bleibt die beste Freundin, die es gibt. Niemals würde ich sie aufgeben, nur, weil sie nicht mehr so kann. Dann bin ich eben jetzt für sie da, so weit ich selber kann, sie wohnt nun leider auch nicht gerade um die Hausecke und mit meinen Zuständen komme ich nicht mehr besonders weit.

    was war das für ein Trauma
    Ein Psychopath griff mich in meiner Wohnung an und hätte mich umgebracht, wenn er es geschafft hätte. (sorry, mehr geht nicht)

    Lieben Dank für Eure Antworten, waiting

  8. #8
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    Hallo Natz, Du kamst jetzt dazwischen.

    Ich bin in einer Selbsthilfegruppe. Allerdings muss ich dazu 40 km fahren, das ist mir nicht so oft möglich. Wenn es mir zu schlecht geht, dann geht das nicht und oft ist es nun auch so, dass ich mein Auto meiner Tochter zur Verfügung stellen muss, weil sie sonst nicht auf Arbeit kommt.

    Medikamente - ja. Viel probiert, nichts vertragen bis hin zu der eine Notarzt spritzt mir was, der nächste kommt Minuten später, um mir ein Gegenmittel zu spritzen, weil mein Körper extrem verrückt spielt. Mittlerweile eine extreme Medikamentenphobie, so dass ich nicht mal ein Hustenbonbon schaffe. Ich versuche, mich mit Tavor (selten) und Prothazin über Wasser zu halten, gegen die Depression ist es allerdings nun gar nichts.

    Dankeschön auch Dir, waiting

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