Hallo, trotz allem Kampf kann ich nun nur noch sagen, ich kann nicht mehr. Seit Jahrzehnten kämpfe ich gegen Angst und dagegen, nicht leben zu wollen/sollen. Ich habe dann nach mehreren, jahrelangen, erfolglosen Therapien keine mehr gemacht, mich nur noch darauf konzentriert, mein Ziel zu erreichen, der 18. Geburtstag meiner Tochter. Dem habe ich mich vollkommen untergeordnet, es war egal, wie es mir ging, es musste weiter gehen. Nun brach mein Leben völlig zusammen. Ziel erreicht, fast die gesamte Familie in der letzten Zeit gestorben, alle Freunde weggezogen, neue nicht zu finden, schon weil ich durch ein Trauma sehr große Kontaktängste habe. Mein Körper ist ununterbrochen auf extremen Hochtouren, kein Schlaf, kaum Essen möglich und ich suche und suche Hilfe, doch es gibt keine. Nach einem halben Jahr Kampf bekam ich nun endlich eine Zusage für eine stationäre Therapie, deren Termin aber noch weit entfernt liegt. Ich will sie machen, auch wenn ich nicht glaube, dass sie mir noch helfen kann, hat ja bisher auch keine geschafft, zu komplex sind meine Störungen. Auch meine Ärztin macht mir da wenig Hoffnung aus dem gleichen Grund, sie meint, wenn ich Glück habe, habe ich danach nicht mehr laufend Flashbacks, wenn ich jemanden sehe, der auch nur entfernt ähnlich mit meinem Trauma ist oder wenn ich irgendwas erlebe, was daran erinnert. Was soll dieses Leben bedeuten noch für mich? Ich versuche alles. Gehe raus, freue mich wie ein Baby, wenn mich mal jemand grüßt, ich bin weiter da für meine Tochter, ich suche meine Weg, doch ich finde ihn nicht. Hatte jemanden zugelassen in meinem Leben, nach 10 Jahren mal gewagt und musste feststellen, ich bin Freundschaft nicht wert. Ich habe vertraut und das war wieder ein Fehler. Ich hätte mir so viel Schmerz erspart und so viel Verzweiflung jetzt, was mich auch daran hindert, jetzt weiter nach meinem eigenen Weg zu suchen. Die Trauer und das nicht verstehen können bringen mich um. Um wenn ich versuche, nicht daran zu denken, dann übernimmt das mein Körper, es geht mir wahnsinnig schlecht und ich merke, diesmal schaffe ich es nicht ohne Hilfe und ich suche und suche und rufe an und gehe in Sprechstunden, doch es ist nichts da. Ich habe Angst, dass ich es nicht mehr so lange schaffe, wie meine Tochter noch da ist, es wäre "nur" ein halbes Jahr noch, aber ich weiß nicht mehr wie. Es tut so weh, dabei sollte das doch nun wirklich mal vorbei sein. Warum habe ich zugelassen, dass ich jemanden mag, warum war ich so dumm zu glauben, dass man mich mögen könnte. Ich wollte nur da sein für sie und sie verstehen. Aber ich habe versagt.
Ich weiß, das klingt jetzt heftig nach sinnlosem Rumgejammer, es tut mir Leid, manchmal verbraucht mein Kampf ums Leben auch den Rest an Lachen und ich schaffe es gerade nicht, mich selbst nicht so wichtig zu nehmen, wie ich es normalerweise mache. Ich bin nicht so wichtig, aber momentan will mir mein Körper wohl was anderes zeigen, sonst würde der nicht permanent durchdrehen.
Sorry für so viele Worte, ich wollte es nur mal sagen dürfen.
viele Grüße, waiting


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