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Thema: Angst und Schuldgefühle eine schlechte Freundin zu sein!

  1. #1
    Neuling Avatar von VisionsofLeen
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    Standard Angst und Schuldgefühle eine schlechte Freundin zu sein!

    Hallo liebes Forum,

    Ich weiß gar nicht genau wie ich mein Problem am besten beschreiben kann,
    ich leide an Depressionen, Panikattacken und verschiedenen Angststörungen, außerdem habe ich eine leichte Form von OCD. Früher bevor das alles so schlimm wurde war ich ein eher offener Mensch und immer für alle da, jetzt fällt es mir oft sehr schwer das Haus zu verlassen oder irgendwas zu unternehmen dadurch vernachlässige ich Freundschaften, meine besten Freunde denken ich würde nur nach Ausreden suchen um nichts mit ihnen machen zu müssen, die meisten wissen ja das ich seelische Probleme habe doch können sie das alles irgendwie nicht wirklich nachvollziehen.

    Nun hatte ich mal wieder meiner besten Freundin abgesagt, daraufhin hat sie angefangen mir Vorwürfe zu machen die mir wirklich ziemlich nah gegangen sind, da ich mir sowieso alles immer sehr zu Herzen nehme ist das noch schlimmer für mich.

    Für diese Freundin bin ich wirklich immer da, auch wenn ich sie eher selten sehen will oder kann, so telefonieren wir fast jeden Tag, hat sie ein Problem kann sie mich nachts anrufen, wo es mir noch besser ging habe ich ihr durch die schwerste Zeit ihres Lebens geholfen, ich war Tag und Nacht bei ihr, nun meinte sie aber ich würde mich schon ziemlich anstellen, ich würde mein leben vergeuden und ich brauchte einfach nur mehr menschlichen Kontakt, und wenn ich mehr machen würde dann würde es mir automatisch besser gehen, ich sollte meine Angst nicht als Ausrede nutzen. ich wäre eine schlechte Freundin und wenn ich nichts mit ihr zutun haben will dann soll ich ihr es doch direkt sagen, sie hat mir sogar unterstellt eifersüchtig auf ihren Freund zu sein, weil sie eine zeitlang ja mehr mit ihm gemacht hat und das ich mich jetzt aus diesem Grund nicht mehr mit ihr treffen will und meine Krankheit nur vorschieben würde, was natürlich totaler quatsch ist.

    Nun mache ich mir riesige Vorwürfe eine schlechte Freundin und ein schlechter Mensch zu sein, weil ich meine Freunde ja wirklich vernachlässige, ich bin mittlerweile in Therapie, aber bis sich meine Situation verbessert dauert es eben, ich weiß nicht wie ich jetzt damit umgehen soll.
    "I sometimes go to my own little world, but that's okay, they know me there." - Joel Hodgson

  2. #2
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard Hi VisionsofLeen,

    im Prinzip ist so eine Freundschaft viel wert und kann einem den erforderlichen Halt geben.

    Deine Freundin hat jedoch eine Schwelle überschritten wo man weder wegsehen
    noch weghören kann- wie kann sie Dir nur entgegnen "stell Dich nicht so an" ?
    Jeder der halbwegs einschätzen kann wie schwer Ängste und Panickattacken wiegen würde so etwas niemals von sich geben.

    Hier besteht Klärungsbedarf, vielleicht hast Du auch andere Gründe genannt warum Du eine Verabredung nicht einhalten kannst, auf jeden Fall kann nur ein
    offenes Gespräch mehr Transparenz und Verständnis bringen.

    Gruss
    glasi
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei glasheuler für den sinnvollen Beitrag:

    Rainer-JGS (29.07.2011),VisionsofLeen (30.07.2011)

  4. #3
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo,

    ich hab mir gerade überlegt, wie ich mich an stelle Deiner Freundin verhalten würde

    sicher nicht vorwurfsvoll, allerdings würde ich Dich schon fragen, was Du von mir erwartest. Dass ich immer zu Dir heim komm und viel mit Dir telefoniere, damit Du den Kontakt mit der Außenwelt weiter vermeiden kannst? Dann würde ich vermutlich sagen:

    "Mädel, ich bin für Dich da, aber ich werde Dir nicht helfen, Deine Erkrankung aufrecht zu erhalten, schon gar nicht, wenn es auch noch mit meinem eigenen Leben kollidiert und und so beiden mehr Probleme macht, als Freude. Aber wenn Du was dagegen tun willst, dann kannst Du mit mir rechnen. Also, wie sieht es aus mit therapeutischer Hilfe, um mit Deinen Ängsten umzugehen? Dann nehme ich mich gerne zurück und komm Dir entgegen, auch wenns mal wieder schlimmer ist.

    Aber erwarte bitte nicht, dass ich mich Deiner Erkrankung so unterordne, wie Du das tust - im Moment tun musst - aber verharren musst Du damit nicht. Bitte versuch nicht, mich als Teil Deines Umfeld entsprechend passend zu Deiner Krankheit zu machen. Da kann ich nicht mit."

    Das ist ein möglicher Aspekt, was zu diesen Differenzen führen könnte, und wo Dein Anteil liegen könnte, etwas daran zu ändern:

    Es ist für nicht Erkrankte generell nicht leicht, Eine Erkrankung zu verstehen. Und wenn man diesen Menschen noch mag, machts dazu noch hilflos. Und diese Hilflosigkeit wird oft ausgedrückt in Vorwürfen. Das ist natürlich kacke, aber leider menschlich. Deswegen solltest Du Dich nicht als schlechter Mensch fühlen. Du bist nicht besser und nicht schlechter als Deine Freundin. Denn darum gehts gar nicht. Es geht darum, dass ihr zwei Menschen seid, die mit einer Krankheit nicht umgehen können. Du ja auch nicht, sonst könntest Du das anders rüberbringen, nämlich, dass Du sie nicht als Dein Schicksal akzeptieren wirst, und dann könnten sich die Menschen in Deinem Umfeld besser drauf einstellen, dass sie Dir vertrauen, dass Du Deinen Weg gehen wirst. Und Du wärst klar genug, um niemandem das Gefühl zu vermitteln, dass Du von ihm jetzt Hilfe in einer Form erwartest, die Du nur bei nem Profi finden kannst.

    Nun gehst Du diesen Weg, also wird wohl eher der 2. Aspekt zutreffen:

    Früher bevor das alles so schlimm wurde war ich ein eher offener Mensch und immer für alle da
    Der andere Aspekt: es ist möglich, dass dieses Verhalten, maßgeblich mit an Deiner Erkrankung beteiligt ist. Und dass es darum auch nötig sein kann, Menschen, die sich dadurch von Dir angezogen fühlten, loszulassen, weil Du im Interesse Deiner Gesundung aufhörst, für alle dazusein und es allen recht machen zu wollen.

    Das kann den Mut erforderlich machen, zu sagen: "du pass auf, ich kann nicht mehr Tag und Nacht abrufbereit sein. Ich brauche meine Kraft jetzt erstmal für mich." Eine gute Freundschaft kann das mal ab!

    Dann werden auch andere Menschen kommen, die Dir gut tun, und die nicht darauf angewiesen sind, dass Du nach altem Muster funktionierst, damit für sie alles so bleibt, wie es ist.

    Der erste Schritt dahin wäre aufzuhören, nach gut und schlecht zu fragen. Und vor allem, Dich nicht selber schlecht zu machen. Du kannst im Moment nicht anders. Dann ist es eben so. So lange Du deshalb nicht überzogene Erwartungen an Deine Mitmenschen ableitest. Denn Du willst jetzt so angenommen und akzeptiert werden, wie Du jetzt nunmal bist, das wollen andere natürlich auch. Vorwürfe sollte es eigentlich auf keiner Seite geben müssen. Zu Einem stehen, und helfen sind nunmal zwei paar Stiefel. Das eine ist die menschliche, private Seite, das andere gehört in professionelle Hände.
    Geändert von Gast784 (30.07.2011 um 08:32 Uhr)

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Flamme (30.07.2011)

  6. #4
    Neuling
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    Standard

    Hi, ich geb meiner Vorrednerin absolut Recht aber ich frage mich ob du deiner besten Freundin deine Ansicht mal so kompakt und verständlich dargelegt hast wie jetzt hier. Denn wenn sie sich selber Gründe sucht warum du sie nicht sehen möchtest, zb das du auf Ihren Freund eifersüchtig bist dann schreit mir das irgendwie nach Hilflosigkeit ihrerseits deine Situation anständig einzuschätzen.

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Flamme für den sinnvollen Beitrag:


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