Hallo,
Ich (19) irre derzeit hilflos umher und bin nun auf dieses Forum gestoßen und möchte hier meine größte Belastung einmal aufschreiben um eventuell Hilfe oder Tipps zu bekommen.
Ich fange einfach mal ganz vorne an...
2005 habe ich voller Freude meine erste Lehre begonnen. Es war eine Bäckerlehre, welche mir anfangs unheimlichen Spaß machte. Das Arbeiten in der Nacht und dann den ganzen Tag frei haben - fand ich super.
Doch nach kurzer Zeit fingen die Mitarbeiter an, mich systematisch zu mobben und fertig zu machen. Beispiele die sie mir so wortwörtlich vors Gesicht geworfen haben: "Du stellst dich schlimmer an, als der erste Mensch!", "Du kannst nichts richtig machen!", "Du bist dumm!", "Schei ß Lehrling, du machst nur Mist!". Allerdings habe ich immer alles nach Vorschrift und auch ordentlich erledigt.
Zu Hause und Freunden/Bekannten habe ich anfangs davon erzählt aber von denen kam nur zurück, dass die Anfangszeit von jeder Lehre so aussehen würde und sich das schon wieder einpegeln würde.
Doch das tat es nicht. Es gab ungelogen und auch nur wenn ich Glück hatte, ca. 3 Stunden in der Woche, in denen ich nicht gedemütigt oder sonst etwas wurde. Am Ende der Arbeit habe ich immer noch zusammengekehrt, dazu sollte ich mich auf die Knie bücken. Wenn ich dann mit den Knien auf dem Boden den Dreck zusammenkehrte, wurde ich mit alten Verpackungen/Papier beworfen und mir wurde gesagt: "Da, das kannst du auch noch aufkehren!".
So konnte ich natürlich auch in der Berufsschule auch die erforderlichen Noten nicht schreiben/einhalten.
Die Besuche bei meinem Chef haben auch nichts gebracht, weil dieser nur meinte, ich würde übertreiben und mich zu sehr hineinsteigern.
Ich konnte in dieser Zeit keine Minute meines Lebens mehr genießen, bis ich mir selber einredete, dass ich doch einfach unnütz wäre. Sogar an Selbstmord habe ich an einem Tag gedacht, was aber dann gut ausging.
Ich habe diese Prozedur 2 einhalb Jahre über mich ergehen lassen und habe dann kurz vor Ende die Lehre abgebrochen, weil ich einfach so kaputt war, dass nichts mehr ging. Ich hatte oft krank gemacht und mich in Lügen verstrickt, nur damit ich nicht in diese Arbeit fahren muss.
Ich kam mir einfach elendig vor, dass ich dafür nicht stark genug bin.
Seit dieser Zeit, habe ich unheimliche Ängste und Panikattacken (bekomme oftmals für Sekunden sehr schlecht Luft) vor egal welcher Arbeit. Das Wort "Arbeit", löst in mir schon leichte Angstgefühle aus.
Danach bin ich dann auf die Volkshochschule gegangen um nicht einfach zu Hause zu sitzen. In der Zeit habe ich mir dann unglaublich oft eingeredet, dass ich damals nicht Schuld daran war und dann auch wieder, dass ich schon daran schuld war. Ich wusste einfach nichts.
Ich habe auch immer gehofft, dass meine nächste Arbeit auch wie eine Arbeit sein wird und nicht wie damals.
Jetzt 2010 habe ich im Februar meinen Zivildienst begonnen und wow! Dieser ist absolut das Gegenteil von dieser Bäckerlehre. Der Umgang mit behinderten Menschen und die Betreuung machen mir einfach Spaß. Und die Angestellten sind sowas von nett und höflich zu mir.
Doch trozdem habe ich immer wieder diese Ängste und verfalle in das alte Muster, dass ich plötzlich zum Doktor gehe und mir eine Krankschreibung hole.
Im nachhinein hasse ich mich dafür immer selber und verstehe nicht, warum ich das getan habe. In solchen Momenten fühl ich mich manchmal nicht ganz wie ich selbst. Ich fühle mich dann total schei ße und kann aber nicht anders. Über solche Dinge/meine Probleme direkt mit jemandem zu sprechen, fällt mir unglaublich schwer und ist für mich fast gar nicht möglich und ist für mich leichter, erstmal hier abzuschreiben.
Denn heute dachte ich zu ersten mal darüber nach, dass vielleicht ein Psychiater/Psychologe mir weiterhelfen könnte.
Ich fühle mich einfach schei ße, assozial und wie einer dieser vielen Arbeitdrücker und Hartz IV Empfänger (die, welche bewusst Hartz IV nehmen, weil sie keine Lust auf Arbeit haben).
Meine Mutter ist auch völlig fertig mit mir, weil ich ihr damit so viele Probleme bereite und sie Angst hat, dass ich später vom Staat lebe. Das sagt sie mir auch oft unter Schreien und das zieht mich dann jedes mal noch weiter runter, weil sie auch nicht weiss, wie es mir damit geht und ich später gar nicht vom Staat leben möchte.
Ich bitte hier einfach nur um Hilfe oder Tipps, weil ich mich oft genug schäme und wünsche nicht hier zu sein oder jemand anders zu sein, weil dann hätten ich und meine Mitmenschen auch keine Probleme.
Immer bekomme ich Panikattacken, die sich wie folgt zusammensetzen:
Atemnot
Herzrasen
Schwindel
Die Angst zu sterben
Wenn ich da nicht rauskomme, wird das vermutlich ewig so weitergehen. Ich halte das einfach nicht mehr aus...
Ich würde einfach nur gerne wie die anderen Leute in die Arbeit gehen können und ein normales Leben führen.