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Ängste

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Alt 08.03.2010, 15:36   Angst vor Arbeit - Das macht mich kaputt Beitrag #1 (permalink)
Neuling
 
Registriert seit: 08.03.2010
Beiträge: 4
Standard Angst vor Arbeit - Das macht mich kaputt

Hallo,

Ich (19) irre derzeit hilflos umher und bin nun auf dieses Forum gestoßen und möchte hier meine größte Belastung einmal aufschreiben um eventuell Hilfe oder Tipps zu bekommen.

Ich fange einfach mal ganz vorne an...

2005 habe ich voller Freude meine erste Lehre begonnen. Es war eine Bäckerlehre, welche mir anfangs unheimlichen Spaß machte. Das Arbeiten in der Nacht und dann den ganzen Tag frei haben - fand ich super.
Doch nach kurzer Zeit fingen die Mitarbeiter an, mich systematisch zu mobben und fertig zu machen. Beispiele die sie mir so wortwörtlich vors Gesicht geworfen haben: "Du stellst dich schlimmer an, als der erste Mensch!", "Du kannst nichts richtig machen!", "Du bist dumm!", "Schei ß Lehrling, du machst nur Mist!". Allerdings habe ich immer alles nach Vorschrift und auch ordentlich erledigt.
Zu Hause und Freunden/Bekannten habe ich anfangs davon erzählt aber von denen kam nur zurück, dass die Anfangszeit von jeder Lehre so aussehen würde und sich das schon wieder einpegeln würde.
Doch das tat es nicht. Es gab ungelogen und auch nur wenn ich Glück hatte, ca. 3 Stunden in der Woche, in denen ich nicht gedemütigt oder sonst etwas wurde. Am Ende der Arbeit habe ich immer noch zusammengekehrt, dazu sollte ich mich auf die Knie bücken. Wenn ich dann mit den Knien auf dem Boden den Dreck zusammenkehrte, wurde ich mit alten Verpackungen/Papier beworfen und mir wurde gesagt: "Da, das kannst du auch noch aufkehren!".
So konnte ich natürlich auch in der Berufsschule auch die erforderlichen Noten nicht schreiben/einhalten.
Die Besuche bei meinem Chef haben auch nichts gebracht, weil dieser nur meinte, ich würde übertreiben und mich zu sehr hineinsteigern.
Ich konnte in dieser Zeit keine Minute meines Lebens mehr genießen, bis ich mir selber einredete, dass ich doch einfach unnütz wäre. Sogar an Selbstmord habe ich an einem Tag gedacht, was aber dann gut ausging.
Ich habe diese Prozedur 2 einhalb Jahre über mich ergehen lassen und habe dann kurz vor Ende die Lehre abgebrochen, weil ich einfach so kaputt war, dass nichts mehr ging. Ich hatte oft krank gemacht und mich in Lügen verstrickt, nur damit ich nicht in diese Arbeit fahren muss.
Ich kam mir einfach elendig vor, dass ich dafür nicht stark genug bin.
Seit dieser Zeit, habe ich unheimliche Ängste und Panikattacken (bekomme oftmals für Sekunden sehr schlecht Luft) vor egal welcher Arbeit. Das Wort "Arbeit", löst in mir schon leichte Angstgefühle aus.

Danach bin ich dann auf die Volkshochschule gegangen um nicht einfach zu Hause zu sitzen. In der Zeit habe ich mir dann unglaublich oft eingeredet, dass ich damals nicht Schuld daran war und dann auch wieder, dass ich schon daran schuld war. Ich wusste einfach nichts.
Ich habe auch immer gehofft, dass meine nächste Arbeit auch wie eine Arbeit sein wird und nicht wie damals.

Jetzt 2010 habe ich im Februar meinen Zivildienst begonnen und wow! Dieser ist absolut das Gegenteil von dieser Bäckerlehre. Der Umgang mit behinderten Menschen und die Betreuung machen mir einfach Spaß. Und die Angestellten sind sowas von nett und höflich zu mir.
Doch trozdem habe ich immer wieder diese Ängste und verfalle in das alte Muster, dass ich plötzlich zum Doktor gehe und mir eine Krankschreibung hole.
Im nachhinein hasse ich mich dafür immer selber und verstehe nicht, warum ich das getan habe. In solchen Momenten fühl ich mich manchmal nicht ganz wie ich selbst. Ich fühle mich dann total schei ße und kann aber nicht anders. Über solche Dinge/meine Probleme direkt mit jemandem zu sprechen, fällt mir unglaublich schwer und ist für mich fast gar nicht möglich und ist für mich leichter, erstmal hier abzuschreiben.
Denn heute dachte ich zu ersten mal darüber nach, dass vielleicht ein Psychiater/Psychologe mir weiterhelfen könnte.
Ich fühle mich einfach schei ße, assozial und wie einer dieser vielen Arbeitdrücker und Hartz IV Empfänger (die, welche bewusst Hartz IV nehmen, weil sie keine Lust auf Arbeit haben).
Meine Mutter ist auch völlig fertig mit mir, weil ich ihr damit so viele Probleme bereite und sie Angst hat, dass ich später vom Staat lebe. Das sagt sie mir auch oft unter Schreien und das zieht mich dann jedes mal noch weiter runter, weil sie auch nicht weiss, wie es mir damit geht und ich später gar nicht vom Staat leben möchte.

Ich bitte hier einfach nur um Hilfe oder Tipps, weil ich mich oft genug schäme und wünsche nicht hier zu sein oder jemand anders zu sein, weil dann hätten ich und meine Mitmenschen auch keine Probleme.

Immer bekomme ich Panikattacken, die sich wie folgt zusammensetzen:
Atemnot
Herzrasen
Schwindel
Die Angst zu sterben

Wenn ich da nicht rauskomme, wird das vermutlich ewig so weitergehen. Ich halte das einfach nicht mehr aus...
Ich würde einfach nur gerne wie die anderen Leute in die Arbeit gehen können und ein normales Leben führen.

Geändert von Kio90 (09.03.2010 um 07:01 Uhr)
Kio90 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.03.2010, 23:40   Angst vor Arbeit - Das macht mich kaputt Beitrag #2 (permalink)
EFG
Neuling
 
Registriert seit: 08.03.2010
Beiträge: 12
Standard

Hi

Erstmal wegen dem mobbing,
wieso hast du die einfach nicht alle verklagt und dick schadensersatz kohle einkassiert?
Mobbing ist in DE verboten, an deiner stelle hätte ich
a) eine kamera aufegestellt um beweise zu sichern und mir dann nen anwalt gesucht
b) amoklauf gemacht, bzw mich strikt dagegeben gewährt, auch körperlich wenns nicht anders gegangen wäre.

Ich denke du musst hier auch einfach dein Selbstbewusstsein aufbauen.

Welche auswirkungen sowas jedoch auf einen haben kann weiss ich leider
nicht genau. Was ich halt vermute ist das hier einfach ein Riesen Konflikt
besteht zwischen den Mitarbeitern in der Bäckerlehre und dir (Konflikt = du
hast sachen mit dir machen lassen wo du nicht einverstanden warst)
Jeder ungelöste Konflikt belastet einen, an deiner stelle würde ich versuchen
das jetzt im nachhinein irgendwie gerade zu biegen:
- verklag den gesammten haufen
- räch dich irgendwie an die jenigen
denke wenn du mit denen dann Quitt bist, ist dein Konflikt gelöst und du bist wieder geheilt
EFG ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2010, 08:45   Angst vor Arbeit - Das macht mich kaputt Beitrag #3 (permalink)
Nachwuchs Autor
 
Benutzerbild von glasheuler
 
Registriert seit: 01.03.2009
Beiträge: 963
Standard

Moin Kio,

Du darfst erst mal die Anmerkungen von EFG nicht ganz so wörtlich nehmen, das bedeutet im einzelnen : Ok, Mobbing ist verboten, stellt aber keine Schranken dafür
auf Mobbing durch die Hintertür zu inzenieren. Das ist oft der Fall und nicht so adhoc zu rekonstruieren.

Veranstalte blos keinen Amoklauf, darauf wartet Dein Arbeitgeber nur um offizielle Handhabe zu erlangen Dich an die frische Luft zu setzen.
Du hast keine James Bond Allüren, wie solltest Du eine Bespitzelungskamera installieren ?
Wieviel Mitarbeiter hat Dein Betrieb, so viele dass evtl. ein Betriebsrat existiert ?
Der bekäme in Deinem Falle schon ne Menge zu tun. Das was sie zur Zeit mit Dir
veranstalten ist auf jeden Fall schon mal Grund genug um einzuschreiten.

Liebe Grüße
glasi

Geändert von glasheuler (10.03.2010 um 12:53 Uhr)
glasheuler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2010, 10:43   Angst vor Arbeit - Das macht mich kaputt Beitrag #4 (permalink)
Schreiberling
 
Benutzerbild von Osterinsel
 
Registriert seit: 03.02.2010
Beiträge: 304
Standard

Hallo Kio,

ist ja super, daß Du eine Arbeit gefunden hast, die Dir Spaß machen könnte! Vielleicht willst Du nach dem Zivi auch ne Ausbildung in dem Bereich machen?

Die Kontakte kannst Du ja jetzt schon knüpfen!

Wegen Deiner Panikattacken, die vermutlich von Deiner Bäckerlehre und den Mobbingerfahrungen stammen, würde ich schon mal einen Psychologen aufsuchen. Schaden kann´s ja nicht...

Und wenn Deine Ängste Dich daran hindern, eine Arbeit auszuüben, die Dir gefällt, wäre das auch eine Indikation dafür.

Du kannst dich ja auch mal nach anderen Beratungsstellen erkundigen, z.B. kirchlich (dazu mußt Du nicht religiös sein, da sitzen ganz normale Berater!)
Und wer sich seinen Weg sucht, indem er z.B. zur VHS geht, ist auch nicht in so großer Gefahr, später mal vom Staat leben zu müssen. Weiter so!

Und zu Deiner Mutter: Die hat wahrscheinlich Angst un d macht sich Sorgen und weiß sich nicht anders als durch Schreien auszudrücken...ist natürlich völlig kontraproduktiv...also davon nicht aus dem Konzept bringen lassen!

Erkundige Dich nach staatlichen Hilfen, die stehen Dir zu, hat nix mit Sozialschnorrer zu tun, und dann nix wie raus von Zuhause (wenn Du das möchtest).


Liebe Grüße von der Osterinsel
Osterinsel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2010, 12:46   Angst vor Arbeit - Das macht mich kaputt Beitrag #5 (permalink)
Schreibkraft
 
Benutzerbild von waiting
 
Registriert seit: 27.02.2010
Beiträge: 264
Standard

Hallo Kio, erst einmal, ich finde, Du bist ganz schön tapfer und hast ganz schön durchgehalten. Ich glaube nicht wirklich, dass Du schuld bist dran, dass Du so behandelt wurdest. Es kann einfach JEDEM passieren. Vielleicht wurdest Du als geeignet empfunden. Ja. Das kann einfach jedem passieren, wenn die richtigen, bzw. falschen Leute zusammen sind.

Ich bin erschrocken über solch merkwürdige Vorschläge wie Amoklauf und Kamera und Anwalt. So einfach ist das alles nicht. Erst mal kommt man in Deinem Zustand gar nicht auf so eine Idee, will ja nur, dass es aufhört und braucht schon alle Energie, um das auszuhalten. Ein Anwalt - schön und gut, doch wie soll man das alles beweisen und nicht mal der Chef glaubt einem, denn das war durchaus der richtige Weg. Illegales Filmmaterial wird ohnehin nicht als Beweis zugelassen.

Nun zu jetzt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Angst Dich nun weiter begleitet und am normalen Leben hindert. So was trifft einen sehr tief und zerstört das Vertrauen in andere Menschen. Auch wenn Du es jetzt anders erlebst, Deine Angst ist in Dir drin und sie erwartet immer wieder Angriffe. Es wäre gut, wenn Du mit jemandem darüber redest, ich fände es sogar gut, wenn Du mit jemandem redest, der jetzt für Dich in diesem Job zuständig ist. Vielleicht kannst Du unterstützt werden und einen anderen Weg finden als Krankschreibungen.

Wenn Deine Angst und Panik so groß sind und wirklich Dich hindern am normalen Leben, dann ist sicher der Gang zu eine Psychologen eine wirklich gute Idee, insbesondere, bevor es anfängt, noch mehr von Deinem Leben zu beeinflussen, stärker zu werden.

Ja, Deine Mutter hat da wohl nicht so richtig verstanden, was für einen tollen Sohn sie hat, der sich selbst arge Gedanken um die Zukunft macht und wie sehr er kämpft. Nur hat er eben was Schreckliches erlebt, was auch niemanden kalt lässt, der das erleben muss. Aus ihr spricht Angst. Ist verständlich, nur brauchst Du Verständnis und Unterstützung und nicht noch mehr Angst.

viele Grüße, waiting
waiting ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.04.2010, 08:15   Angst vor Arbeit - Das macht mich kaputt Beitrag #6 (permalink)
Neuling
 
Registriert seit: 08.03.2010
Beiträge: 4
Standard

Danke für die zahlreichen Antworten. Ich bin nun bei einem Psychiater und hoffe, dass es mir irgendwann besser geht.

Jetzt habe ich ein neues, viel größeres Problem: Meine Eltern wollen mich zu Hause nicht mehr haben. Ich soll mir ein Zimmer suchen. Wie soll ich das machen, ohne Verdienst?
Ich kann echt nicht mehr.. Wo hat das alles noch Sinn?
Kio90 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.04.2010, 19:48   Angst vor Arbeit - Das macht mich kaputt Beitrag #7 (permalink)
Schreibkraft
 
Benutzerbild von waiting
 
Registriert seit: 27.02.2010
Beiträge: 264
Standard

Hallo Kio, warum ist das jetzt plötzlich so, dass Deine Eltern wollen, dass Du ausziehst? Welchen Effekt soll das haben? Und ganz so einfach geht das wohl auch nicht. Ich weiß nicht, von welchem Geld Du lebst, doch wenn Du durch eine eigene Wohnung sozusagen bedürftig wirst, dann gibt es Auflagen. Deine Eltern müssten Dir ja Unterhalt zahlen bis Deine erste Ausbildung abgeschlossen ist. Ist denen das so klar? Was stört Deine Eltern und gibt es schon einen Termin oder wurde das nur mal so gesagt?

Lieben Gruß, waiting
waiting ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.04.2010, 12:39   Angst vor Arbeit - Das macht mich kaputt Beitrag #8 (permalink)
Neuling
 
Registriert seit: 08.03.2010
Beiträge: 4
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Zitat:
Zitat von waiting Beitrag anzeigen
Hallo Kio, warum ist das jetzt plötzlich so, dass Deine Eltern wollen, dass Du ausziehst? Welchen Effekt soll das haben? Und ganz so einfach geht das wohl auch nicht. Ich weiß nicht, von welchem Geld Du lebst, doch wenn Du durch eine eigene Wohnung sozusagen bedürftig wirst, dann gibt es Auflagen. Deine Eltern müssten Dir ja Unterhalt zahlen bis Deine erste Ausbildung abgeschlossen ist. Ist denen das so klar? Was stört Deine Eltern und gibt es schon einen Termin oder wurde das nur mal so gesagt?

Lieben Gruß, waiting
Hallo,

ich weiss es nicht. Meine Mutter sagte gestern zu mir: "Du machst doch nur diese Therapie, damit du nicht arbeiten willst." Ich meinte dann, dass das nicht so wäre und, dass wir das doch alles schon besprochen haben. Aber die fängt jetzt mit dem ganzen wieder von vorne an. Ich mach das doch nicht, weils mir Spaß macht!? Ich versteh das ganze nicht. Ich verdiene derzeit kein Geld und am Dienstag soll ich 200€ zahlen oder ich werde rausgeschmissen. Ich habe ihr dann gesagt, dass sie mich nicht so einfach rauswerfen können und wenn, bekomme ich doch Unterstützung vom Amt!? (da gibt es doch sicher Hilfen?). Sie meinte dann, dass ich schon sehen würde was ich bekomme, nämlich einen Mist werde ich bekommen.


:/
Kio90 ist offline   Mit Zitat antworten
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