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Thema: Angst vor Autoritätspersonen

  1. #1
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    Standard Angst vor Autoritätspersonen

    Irgendwie weiß ich nicht so recht, wo ich anfangen soll, oder generell, wie das Ganze überhaupt angefangen hat, aber seit längerer Zeit habe ich Angst vor fremden Menschen, ganz besonders vor Autoritätspersonen (fremde Eltern, Lehrer, Chefs, ...). Meine Eltern haben mich eigentlich recht locker erzogen, auch wenn meine Mutter dazu neigte, mir manchmal ein schlechtes Gewissen einzureden oder mich kritisierte. Außerdem habe ich, so weit ich mich zurück erinnern kann, sehr oft von anderen Menschen über sieben Ecken gehört, dass ich unhöflich und unfreundlich rüber komme, was meiner Meinung nach an meiner Schüchternheit liegt. Die Eltern von einer Freundin zum Beispiel wollten gar nichts mehr mit mir zu tun haben, weil ich mal Liebeskummer hatte und sie annahmen, ich wäre so aufgelegt, dass ich mich bei ihnen nicht wohl fühlte. Ich habe auch sehr leise gegrüßt, was sie scheinbar überhört hatten. Ich hatte nie die Gelegenheit bekommen, mich dafür rechtzufertigen.

    Jedenfalls fühle ich mich in Gegenwart solcher Leute vollkommen unwohl. Ich habe ständig Angst etwas Falsches zu sagen, oder dass ich meine Worte generell so formuliere, dass sie falsch rüber kommen. Ich gerate ins Stottern, bekomme Herzrasen, manchmal auch Schweißausbrüche und versuche solchen Situationen so gut es geht aus den Weg zu gehen. Das ist jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Ich hab das Gefühl, ich muss mich zusammen reißen, mich benehmen, dabei fühl ich mich, wie gelähmt und bekomme keine Luft mehr. Ich will nur noch eines, raus aus dieser Situation. Es belastet mich sehr im Alltag, meine Arbeit leidet darunter, weil ich so lange, wie möglich herum druckse und die Eltern meines Freundes glauben, dass ich sie nicht mag, weil ich sie nicht so oft besuchen kommen will. Ich weiß auch nicht, wie ich das ändern kann. Ich beneide andere Leute, die einfach so locker mit Autoritätspersonen reden, wenn nicht sogar ihnen die Stirn bieten können. Ich möchte in dieser Hinsicht an mir arbeiten, weiß aber nicht genau, wie ich das anstellen soll. Könnt ihr mir da weiter helfen?

  2. #2
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    Standard

    Hallo Lullaby,

    Dein Beitrag spricht mich an, da ich im vorigem Jahr mit einem jungen Mann zusammengearbeitet hat, der auch Angst vor Autoritätspersonen hatte.
    Bei ihm war das biographisch bedingt (er erlebte politische Verfolgung in seinem Herkunftsland).

    Ich bin kein ausgebildeter Psychologe oder Pädagoge (ich bin in meinen Job hineingeraten wie die "Jungfrau zum Kind") - mein "Konzept aus dem Bauch heraus" war, dass ich ihn erst mal beispielsweise bei Behördengängen mit begleite und ihn dann immer mehr selbst machen lasse.

    Je mehr er alleine geschafft hat, umso mehr Selbstsicherheit hat er gewonnen, umso mehr ist die Angst bei ihm vor Autoritätspersonen verschwunden.

    Vielleicht macht es Sinn, dass Du Dir anfangs Unterstützung von Deiner Freundin holst und sie bittest, dass Ihr die konkreten Situationen, in denen Du "leise und ängstlich" wurdest, nochmal gemeinsam reflektiert, aber auch darauf achtet, wenn Du (selbst)sicherer wirst.

    Du brauchst sicher erst mal viel Geduld mit Dir. Je höher der Erwartungsdruck an Dich selbst gerichtet ist, desto höher vermutlich auch die Unsicherheit.

    Bei dem jungen Mann, den ich damals unterstützt habe, habe ich erst mal versucht, den Druck herauszunehmen und je entspannter er wurde, desto mehr konnte ich ich dann auch zurückziehen.
    Vielleicht kann Dich Deine Freundin im Kontakt mit ihren Eltern ähnlich unterstützen?

    Ich habe den jungen Mann auch ermutigt, offensiv mit seiner Angst umzugehen, sie vor den Autoritätspersonen zu benennen bzw. habe ich ihn anfangs gefragt, ob ich das für ihn tun darf - so wussten die Dialogpartner schon mal Bescheid.

    Ich denke, diese Angst zu überwinden braucht Zeit und, wie gesagt, auch Geduld mit sich selbst.
    Viele Grüße

    "Klee"



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