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Thema: Angst vor dem Alleinsein?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Angst vor dem Alleinsein?

    Hallo!

    Ich weiß gar nicht wo oder wie ich anfangen soll, ohne dass es zu durcheinander oder unverständlich wird. Ich versuch mal mein Glück.

    Es geht um eine Freundin von mir. Ich glaube, dass sie psychische Probleme hat und bin mit meinem Latein am Ende und weiß nicht mehr wie ich ihr alleine irgendwie helfen könnte. Sie hat schon einiges hinter sich (Gewalt) und ist jetzt seit Jahren tagsüber alleine zu Hause während ihr Mann und ihre Tochter arbeiten bzw. in der Schule sind. Ich weiß nicht, ob es Angst davor, alleine zu sein oder ob es was anderes (vielleicht auch zusätzlich) ist. Aber es wird alles immer schlimmer. Sie schreibt Tag und Nacht Sms (teilweise im Minutentakt), ist sauer wenn ich dann nachts um eins oder später vor lauter Müdigkeit einschlafe und das Handy nicht mehr höre oder wenn ich auf der Arbeit oder an der Uni nicht sofort schreiben kann oder egal von wo nicht so antworte wie sie sich das vorgestellt hat wohl bzw. aus ihrer Sicht zu kurz. Sie geht wegen Kleinigkeiten völlig an die Decke, unterstellt mir, dass mir alles egal wäre, macht mir Vorwürfe, wenn ich keine Zeit hab, um bei ihr zu sein wegen Arbeit oder Uni usw. Dazu kommt noch, dass wenn ich nicht bei ihr bin, ich Sms von Leuten bekomm, die zu der Zeit angeblich bei ihr sind (tagsüber wenn sie eigentlich alleine wäre), die Leute aber genau die gleichen Rechtschreibfehler machen und Ausdrücke benutzen wie sie (die sind an sich zum Teil ziemlich auffällig und ich habe sie so noch bei keinem anderen gesehen, ohne jetzt irgendwie arrogant oder sowas klingen zu wollen, das passiert jedem mit Schreibfehlern, aber diese Art kenn ich sonst von niemand anders in meinem Bekanntenkreis). Die schreiben dann auch Sachen wegen ihr, die sie wollen würde oder anderes. Ein Weg um Sachen zu schreiben bzw. sagen, die sie sich sonst nicht trauen würde??? Aber das hat alles so Ausmaße angenommen und ist richtig anstrengend geworden, ich komm mit den "normalen" Sachen wie Haushalt, lernen usw. gar nicht mehr richtig hinterher bzw. kann mich durch das Handy kaum dauerhaft konzentrieren. Klar, ich könnte es einfach ausmachen, aber egal ist mir das wegen ihr nicht und ich bin aus anderen Gründen noch drauf angewiesen, dass ich zumindest erreichbar bin im Notfall. Wenn ich versucht hab sie zum Zahnarzt zu kriegen, sie hat immer wieder andere Gründe gefunden, warum es ihr an dem Tag nicht gut genug ging, die Termine musste immer ich machen, weil sie sich nicht traut. Sie trinkt kaum, isst wenig, schläft fast nicht, hat immer wieder irgendwo Schmerzen oder Verdauungsprobleme... Wie kann ich ihr jetzt am besten helfen bzw. wo anfangen und kann ich sie dazu zwingen dann zum Arzt o.ä. zu gehen?

    Vielleicht hat jemand von euch einen Tipp, ich würde mich freuen.

  2. #2
    Neuling
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    Standard

    Uff, das klingt in der Tat nicht gut.
    Und Deine Freundin hat in der Tat ein großes Problem und muß auf jeden Fall zum Arzt ( Neurologen oder Psychater), zum Psychotherapeuten oder Heilpraktiker (eingeschränkt für Psychotherapie)
    Evtl. auch erst mal in eine Klinik.

    Wenn Du sagst, sie trinkt und isst fast nichts, und schläft fast nicht- dann kann das schnell zu einem Lebensbedrohlichen Zustand werden- z.B. ein Delir oder eine Hirnblutung auf Grund eines Vitamin B1 Mangels....
    Suizidgedanken können auch dabei sein.
    Ich will Dir keine Angst machen, aber man sollte trotzdem daran denken.

    So wie Du das beschreibst, ist das Problem schon so groß, dass Ihr das wohl kaum ohne Fachmännische Hilfe schaft.
    Was Dich angeht, würde ich Dir gerne einen wichtigen Tip geben, der sich zwar sehr hart anhört, aber wichtig ist.

    Wenn Du Deiner Freundin helfen willst, dann hilf als erstes Dir!
    Wenn Du für sie eine Säule übernimmst, dann wackelt dafür bei Dir eine Säule- d.h. sie fühlt sich besser und Du fühlst Dich schlechter.
    Wenn Du erst mal am Ende bist, wer ist dann da, der sich um Deine Freundin kümmert? Daher auch der Rat- sucht Euch einen Fachmann- der ist schließlich dafür da.

    Es gibt auch vereinzelt Heilpraktiker für Psychotherapie die auch Hausbesuche anbieten.Bezahlen muß man sie meist selber, aber evtl. reicht ja schon ein Termien um Deine Freundin dazu zu motivieren, sich behandeln zu lassen.Desweiteren wirst Du bei einem Heilpraktiker für Psychotherapie in der Regel wesentlich schneller einen Termien bekommen, als bei einem Psychotherapeuten. Aber ich würde es trotzdem bei beiden versuchen.

    Die Ursachen die dahinter stehn können, können sehr unterschiedlich sein.
    Wenn sie das Haus nicht mehr verlassen will- können z.B. eine Agoraphobie oder eine Soziale Phobie dahinter stecken.
    Genau so gut kann eine laviere Depression dahinter stecken (dort treten z.B. körperliche Symptome und Schlafstörungen in den Vordergrund).


    Andererseits kann auch z.B eine Abhängige oder ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung dahinter stecken. Aber dann würden sich die Symptome nicht verschilmmern, sondern währen immer gleich und auch schon lange da.

    Dann fällt mir noch eine Möglichkeit ein, die zwar schlimm währe, aber die man auch nicht außer Acht lassen sollte - beginnende Schizophrenie.
    In diesem Fall müsste Deine Freundin warscheinlich in ein Krankenhaus.

    Also-wie Du siehst, es können viele Sachen dahinter stecken. Leider darf ich Dir keine Diagnosen stellen und um Dir weitere Tipps geben zu können, fehlen noch zu viele Infos.

    Aber wie bereits gesagt, sie braucht fachmännische Hilfe.
    Es kling zwar gemein, aber wenn sie meine Freundin währe, dann würde ich ihr damit drohen, dass Handy aus zu machen, wenn sie sich nicht in Therapie begiebt.

    Sorry, wenn das jetzt alles etwas hart war, aber ich hoffe, ich konnte Dir trotzdem etwas helfen.
    Wünsche Dir und Deiner Freundin alles gute-
    LG Irrlicht

  3. #3
    Lill
    Gast

    Standard

    Hallo Dine,

    ich krieg etwas "Hals", wenn hier vorschnell irgendwelche Diagnosen, zudem noch über Dritte allein aufgrund deiner Schilderung verbreitet werden.

    Es geht ihr nicht gut und sie ist deine Freundin, daher verstehe ich, dass du ihr helfen willst, es klingt ja auch alles nach einem großen Hilferuf. Aber was sagt denn ihr Mann dazu? Hast du mit dem schonmal gesprochen? Er wäre - wenn überhaupt - auch ein wichtiger Partner, damit deiner Freundin geholfen wird.

    Du kannst niemanden überreden, eine Therapie zu machen oder zu einem Arzt zu gehen. Es ist schwierig, dir etwas zu raten, außer - die Probleme einmal anzusprechen und ihr zu sagen, dass du für sie da bist, dass sie aber auch einsehen sollte, dass ein gewisses Maß nicht überschritten werden kann und dass du als Freundin nur bis zu einer gewissen Grenze für sie da sein kannst. Versuche doch mal, ihr klarzumachen, dass sie zu einem Psychiater gehen sollte, der alles weitere mit ihr bespricht. Du kannst ja an ihrer Seite bleiben dabei, solltest aber auch nicht dauerhaft die Verantwortung, die sie versucht, an dich zu übertragen, übernehmen. Denn das ist keine dauerhafte Hilfe für sie, und später wird sie das bestimmt auch mal einsehen. Im Moment aber hat sie ganz akute Probleme und da bist du naturgemäß überfordert. Denn das kann niemand auf Dauer leisten, was du gerade machst.

    Wenn du ihr also helfen möchtest, und das ist als Freundin ja normal, du dabei aber deine eigenen Grenzen erkennst, dann sag ihr das ganz offen und lass dich auch nicht mehr emotional erpressen. Sie macht das ja nicht in böser Absicht, oder weil sie dich ärgern will, sondern weil sie nicht anders kann im Moment. Du bist aber nicht verantwortlich für ihr Leben, und es ist, wie ich graube, wie bei allem das richtige Maß, das man nicht überschreiten sollte. Sie ist vielleicht auf einer Stufe der Beschwerden angelangt, auf der du ihr nicht mehr Helfen kannst, bzw. ihr am besten hilfst, wenn du diese Fürsorge etwas nun einschränkst und sie so zwingst, sich professionelle Hilfe zu holen. Es ist niemandem damit gedient, wenn ihr beide irgendwann auf der Nase liegt.

    Das sind so meine Gedanken dazu.
    Geändert von Lill (07.01.2012 um 08:09 Uhr)

  4. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Lill für den sinnvollen Beitrag:

    Erwin (07.01.2012),honeymoon (07.01.2012)

  5. #4
    Neuling
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    Standard

    Erstmal danke für die Antworten.

    Ja, ich werd versuchen sie drauf anzusprechen. Hab ich auch schon dran gedacht, war mir nur nicht sicher, ob quasi direkt drauf los oder erstmal eher über Andeutungen in die Richtung, ob sie damit besser umgehen kann.

    Stimmt, ich war vor ein paar Monaten schon so fertig, da war mir vor lauter Stress nur noch schwindelig und mein Kreislauf hat nicht mehr viel mitgemacht. Hab dann ausgesetzt zum Teil an der Uni bzw. gesagt, dass ich arbeiten bin wenn ich frei hatte und konnte dann zu Hause den Ton ausmachen und so etwas abschalten, dass es mir jetzt besser geht an sich. Bis jetzt hab ich das mit den Sms quasi mitgespielt oder wie man das nennen soll.

    Wegen ihrem Mann, ich weiß nicht, aber mit ihm hat sie auch immer wieder ein bisschen Probleme. Ob das mehr als das normale Maß ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall tut sie alles, damit er nichts bemerkt, wobei ihm das mit dem Essen usw. schon aufgefallen ist wohl. Und auch die inoffiziellen Sachen quasi per Sms, davon soll er bloß nichts erfahren.

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