Ich weiß nicht, ob ich im richtigen Forum poste, aber ich denke, hier passt es noch am besten rein. ich muss diese Dinge einfach mal loswerden...
Mein Grundproblem ist: ich hasse meinen Job. Und trotzdem schaffe ich es nicht, mir einen anderen zu suchen.
Mein berufliches Selbstbewusstsein ist auf einem Tiefpunkt angelangt. Im Grunde besteht mein Arbeitstag komplett aus Selbstvorwürfen. Ich kann mich an den Dingen, die ich schaffe, nicht mehr erfreuen, ich kann nur noch ängstlich darüber nachdenken, was ich wohl wieder übersehen oder falsch gemacht habe. Meistens laufen bei uns mehrere Projekte gleichzeitig, ich muss hier mal eben dringend was ändern und dort was einfügen und in diesem Durcheinander, das ich für mich einfach nicht zu ordnen vermag, passieren mir ständig Fehler. Dinge sind verbuggt, funktionieren nicht richtig, ich vergesse zwischen den 5 aktuellen Projekten das 6. das auch dringend und wichtig wäre. Und das Schlimmste ist, ich nehme mir meine eigenen Fehler und meine Unfähigkeit, die Arbeit zu strukturieren, unglaublich übel. Ich mache mir selbst Vorwürfe, ich nehme es mir völlig zu Herzen wenn Kunden oder der Chef meckern, ich fühle mich schlecht, ich habe Nachts Alpträume. Ich kann nach der Arbeit nicht mehr abschalten, überlege ständig, was ich vergessen oder falsch gemacht habe. Ich nehme mir jedes Mal vor, künftig bessere, fehlerfreie Arbeit abzuliefern, aber meistens schaffe ich es nicht, irgendein Bug schleicht sich immer ein. Und wenns doch mal gelingt, dann bin ich zu langsam und mir wird vorgeworfen, dass ich mehr koste als die Firma einbringt und wieder fühle ich mich schlecht.
Um 17 Uhr ist Feierabend und wenn es irgendwie geht, verlasse ich dann auch fluchtartig die Arbeit, will nur noch weg von dort und nach Hause. Meistens kommen dann am nächsten Tag die Vorwürfe, weil ich ja noch dies oder jenes hätte fertigstellen müssen/sollen oder sich nach Feierabend rausgestellt hat, dass sich bei dne letzten Änderungen ein Fehler eingeschlichen hat. Jedes Mal nehme ich mir vor, zukünftig sicherzustellen, dass ich auch um 17 Uhr soweit alles fertig habe und gehen "darf", und dann ist es wieder 17 Uhr und in meinem Kopf brüllt es nur noch: "RAUS HIER RAUS HIER RAUS HIER!"
Freunde sagen mir, die Lösung kann nur sein, mir einen anderen Job zu suchen. Das ist leider gar nicht so einfach, für mich ist es verdammt schwer. Alles, was mit Job zu tun hat, ist für mich total mit Angst behaftet. Es sind echt total irrationale Ängste, aber ich werde sie einfach nicht los. Ich habe vor kurzem den ersten und einzigen Versuch unternommen, mich woanders zu bewerben. Ich habe eine Bewerbung abgeschickt und danach 5 Tage enormste Panikzustände ausgestanden. Ich starrte wie eine Irre auf das Telefon und hatte wirklich *Angst*, diese Firma könnte sich melden. Total irrational, aber ich konnte es nicht abschütteln. Meine Gedanken kreisten nur noch darum und auf einmal erschienen mir die einfachsten Dinge unmöglich. "Was, wenn sie anrufen während ich grad nicht beim Handy bin? Dann muss ich zurückrufen... das kann ich nicht!" oder plötzlich erschien mir die Aussicht, vielleicht zu einem Bewerbungsgespräch geladen zu werden wie ein kleiner Weltuntergang. Und das ging so weiter... "was, wenn sie mich einstellen wollen? dann *muss* ich die Stelle annehmen... da ist alles neu, ich will da nicht hin!" oder "da werde ich dann auch wieder alles falsch machen und dann wird der chef mich anschreien" und so weiter und so fort. Also größtenteils wirklich absurde Gedanken, aber ich konnte sie nicht loswerden. Ich konnte nicht schlafen, ich hatte Magenschmerzen, ich hatte PANIK. Ich wurde dann tatsächlich zum Bewerbungsgespräch eingeladen, ich ging sogar hin (mit Vorstellungsgesprächen an sich habe ich nämlich lustigerweise kein Problem), habe die Stelle aber nicht bekommen (worüber ich total erleichtert war...).
Und diese Angst, wieder in so einen Panikzustand zu verfallen, hält mich davon ab, mich weiter zu bewerben. Weil ich weiß, dass ich dann leiden werde wie ein Hund, bis mich ein potentieller Arbeitgeber anruft, weil ich leiden werde, wenn sich tatsächlich eine Möglichkeit ergeben sollte, weil ich alles Neue fürchte wie nichts anderes. Ich weiß, damit sich was ändert müsste ich diese Ängste durchstehen, aber ich finde einfach nicht die Kraft dafür. Es geht einfach nicht, ich habe ja kaum noch die Kraft, morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Und selbst wenn ich mich überwinde und die erste Panik aushalte, schaffe ich es nicht, einem Arbeitgeber zu vermitteln, dass ich das bin was er sucht, wenn ich mich doch selber für absolut schlecht und faul und dumm halte. Selbst wenn die irrationale Panik nicht wäre, wäre da immer noch der Gedanke: "Ich bin zu langsam, ich mache zu viele Fehler, kein Arbeitgeber wird mich über die Probezeit hinaus beschäftigen und dann geht das alles von vorne los".
Die Angst, die Sorgen und die Panik begleiten mich inzwischen auf Schritt und Tritt. Ich habe Magenschmerzen, ich kann nichts mehr essen, wann immer es geht betrinke ich mich, so lange, bis die Sorgen weg sind und ich einen Moment lang so unglaublich erleichtert bin. Das kann auf Dauer nicht die Lösung sein.
Ich weiß, das war ein langer Text... aber ich bin mit den Nerven am Ende. Vielleicht hat jemand einen guten Rat für mich. Es hat auf jeden Fall gut getan, das alles mal aufzuschreiben.


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