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Thema: Angst vor Einsamkeit

  1. #1
    Neuling
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    Unglücklich Angst vor Einsamkeit

    Hallo meine Lieben,
    bin neu in diesem Forum und möchte Euch von meinem Problem erzählen, weil ich denke, dass es mir danach besser gehen wird.

    Ich bin gerade in einer schwierigen Phase meines Lebens. Der Job, in dem ich gerade bin, macht mir keinen Spaß. Ich habe (theoretisch gesehen) bereits ab September eine neue Stelle, allerdings habe ich den Vetrag noch nicht zugeschickt bekommen, also ist es auch noch nicht sicher - deswegen "theoretisch gesehen".
    Ich wohne noch zu Hause mit meinen Eltern. Leider bin ich hier das schwarze Schaf, da ich nicht so bin wie meine ältere Schwester. Sie: erfolgreich, chick, gutaussehend, vergeben, wohlhabend, freundlich... - ich: Abi nicht geschafft, 2 Jahre meines Lebens "verplempert", kurze, pinke Haare (als Frau), gepierct, tättowiert...
    Im Großen und Ganzen passe ich nicht in das Bild, das meine Eltern gerne von mir hätten.
    Liebe habe ich selten von ihnen erfahren. Habe mich immer alleine beschäftigt, bin alleine schon zur Grundschule und nach Hause gegangen, habe meine Hausaufgaben selber gemacht, habe nie nach Geld verlangt, bin immer gut allein klargekommen... Meine Eltern sagen zu Bekannten immer: ich war unkompliziert als Kind...

    Die Jahre vergingen und ich veränderte mich. Ich kam in die klassische "Revoluzzer-Zeit", begann zu rauchen, Schule zu schwänzen, wegzugehen, mich mit Jungs zu treffen... das volle Programm eben, wenn man gerade in die Pubertät kommt. Seitdem ist bei uns zu Hause nichts mehr wie es mal war. Wir hacken nur noch gegenseitig aufeinander rum, haben verschiedene Ansichten vom Leben, usw...
    Ich will beim Thema "Familie" gar nicht allzu sehr in die Tiefe gehen. Wollte Euch nur erklären, wie es bei mir so zu Hause läuft.

    Mein eigentliches Problem ist meine beste Freundin...
    wir kennen uns nun seit 4 Jahren und es war "Liebe auf den ersten Blick". Die Frauen unter Euch, die auch ihre beste Freundin haben, werden mich verstehen.
    Wir haben uns prima verstanden, die ganze Zeit über. Sind durch Hochs und Tiefs gerutscht wie sonst keiner wahrscheinlich...
    Vor etwa einem Jahr begann sie eine Beziehung mit einem Kerl, den ich nicht ausstehen konnte. Sie grenzte sich immer mehr von mir (und unserem gesammten Freundeskreis) ab und verbrachte nur noch Zeit mit ihrem Freund...
    Lange Rede, kurzer Sinn: er hat sie verarscht und sie "stand wieder auf meiner Matte". Ich habe sie natürlich mit offenen Armen empfangen, sie getröstet, ihr gut zugeredet, usw... wie es sich eben für eine beste Freundin gehört.

    Jetzige Situation: sie hat wieder jemanden kennengelernt, von dem ich weiß, dass er jede Nacht eine Andere am Start hat. Das hatte ich ihr gesagt. Allerdings will sie nicht auf mich hören und den Kerl in den Wind schießen.
    Ich versuche immer wieder auf sie einzureden, aber sie hört nicht auf mich.
    Gerade heute habe ich ihr vorgeworfen, dass sie den Kerl mir vorzieht und keine richtige Freundin ist, weil ich sie heute wirklich gebraucht hätte, doch sie hat sich lieber mit ihm verabredet (sie sind noch nicht mal zusammen - kenn sich seit 1 Woche!).

    Ich habe einfach Angst, dass sie sich da in irgendwas verrennt. Allerdings habe ich noch mehr Angst davor, alleine zu bleiben. Ohne beste Freundin. Wie schon vor einem Jahr.
    Wir hängen beinahe jeden Tag zusammen herum und jetzt soll sich das von heute auf morgen ändern? Das kann ich nicht verkraften...
    Sie hat mir so viel Kraft in den letzten Jahren geschenkt, dass ich mir nicht vorstellen kann, ohne sie zu sein.
    Ich habe Angst, am Wochenende abends alleine zu Hause zu sitzen. Ich habe Angst alleine einzuschlafen.
    Ich habe einfach Angst davor, meine beste Freundin zu verlieren...

    Was ist los mit mir? Bin ich krankhaft eifersüchtig? Bin ich krank, weil ich Angst habe einen geliebten Menschen zu verlieren?
    Vielleicht könnt Ihr mir helfen, was ich tun soll oder wie ich mich verhalten soll... oder mir sagen, was mit mir nicht stimmt...

    Tut mir Leid, dass der Beitrag so lang geworden ist. Aber ich musste mir das alles mal von der Seele schreiben.
    Und es hat gut getan...

    Liebe Grüße
    severus_in_perpetuum

  2. #2
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    Standard Seelenfriedne durch Loslassen finden!

    Nein, Du bist nicht krank, liebe Sieglinde,
    aber Du hast Dich zu eng an diese Person gebunden und solltest Deine Ängste, sie zu verlieren, als deutliches Zeichen für eine dringende Einstellungsänderung Deinerseits werten!

    Nütze diese Situation, um Dein Leben und Dein Kontakt- und Beziehungsverhalten neu zu überdenken und Möglichkeiten zu sondieren, wie und wo Du andere menschliche Beziehungen erneuern oder neu finden kannst!

    Suche Dir vor allem eine Gruppe von Menschen, einen Verein, eine Interessengemeinschaft, wo Du die Möglichkeit hast, Dich im Kreise interessanter, lebendendiger und aufgeschlossener Menschen zu entfalten und Dein Leben zu bereichern!

    Wenn es Dir gelingt Deine Busenfreundin innerlich los zu lassen und den Konakt auf ein gesundes Maß zu reduzieren, wirst Du Deinen Seelenfrieden wieder finden und einen großen Schritt in Deiner Persönlichkeitsentwicklung voran schreiten können!

  3. #3
    Roman Verfasser
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    Standard

    Hey,

    Eine Freundin gefühlt zu verlieren und dann auch noch an einen Kerl, der es nicht wert zu sein scheint, ist bitter.
    Aber meist werden diese Dinge von der Zeit beeinflusst und regeln sich meist von allein. (solche Kerle halten sich oft nicht lange.)

    Du kannst ihr auf alle Fälle nichts "ausreden". Sie muss ihre Fehler selber machen, so es denn einer ist.
    Wenn Du Dich in wen verliebst, dann würdest Du auch blind sein für den Rat anderer. Vor allem, wenn Du das Gefühl hast, dieser jemand ist eifersüchtig.
    Oder - mal ganz stumpf gefragt - verbindet Dich mehr als Freundschaft mit ihr? Also könnte es sein, dass Du wirklich eifersüchtig bist? Sorry, falls ich da plump frage, aber die Möglichkeit wäre ja immerhin gegeben.

    Lass ihr erstmal diese verliebte Phase und dann, wenn ein paar Wochen ins Land gegenagen sind, sprich sie in Ruhe darauf an. Weniger allerdings in dem Stil "Du hast den falschen Mann", als eher "ich bin traurig, weil wir so wenig Zeit miteinander haben. Lass uns das mal ändern."

    Und vielleicht gibt es ja auch noch andere Freunde, mit denen du eine Bindung aufbauen kannst? Klar, sie ersetzen nicht die beste Freundin! Aber es wäre eine Möglichkeit, nicht von ihr allein "abhängig" zu sein, was Freundschaft angeht.

    LG, Kaja
    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

  4. #4
    Neuling
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    Standard

    Hi Rainer,

    ich weiß, dass ich mich viel zu sehr an meine beste Freundin gebunden habe. Und ich weiß auch, dass diese "Beziehung" auf Dauer nicht gesund ist.
    Ich würde mich ja gerne von ihr distanzieren und meine Lebenseinstellung ändern. Aber es ist unglaublich schwer sich von heute auf morgen nach 3 Jahren von einem Menschen zu distanzieren, mit dem man 4 Jahre lang beinahe jeden Tag verbracht hat.
    Ich habe ja auch andere Freunde mit denen ich meine Zeit verbringen kann. Aber wenn sie nicht dabei ist, ist es eben nicht das Gleiche, verstehst Du?
    Ich werde trotzdem Deinen Rat befolgen und versuchen mich mehr mit anderen Leuten zu treffen.
    Vielen Dank für diesen Tipp!

    Hey Kaja,

    wenn ich mich in jemanden verlieben würde, würde ich natürlich im ersten Moment nicht auf jemand anderen hören. Aber wenn ich schon von mehreren Seiten erfahre, dass der Kerl Frauen verarscht, würde ich definitiv nicht so leichtsinnig an die ganze Sache rangehen, wie sie. Im Übrigen ist sie ja noch nicht mal verliebt in ihn, also ist es auch noch nicht zu spät jetzt bereits einen Schlussstrich zu ziehen.
    Mir ist klar, dass sie ihre Erfahrungen machen muss. Aber warum muss sie dabei unsere Freundschaft auf's Spiel setzen?
    Das soll jetzt nicht so rüber kommen, dass ich nicht mehr für sie da wäre, wenn sie mit ihm zusammen kommt. Aber ich habe Angst, dass wir uns durch diese Entfernung zu sehr auseinander leben, weil sie sich sehr leicht von Männern beeinfluss lässt - auch was ihre Lebenseinstellung angeht...

    Deine Frage, ob ich mehr für sie empfinde als nur Freundschaft, ist natürlich berechtigt und ich bin Dir deshalb auch nicht böse.
    Die Antwort ist: nein, sie ist für mich nicht mehr als meine beste Freundin bzw. eine Art kleine Schwester.
    Wenn ich in sie verliebt wäre, könnte ich mir nicht vorstellen, überhaupt weiterhin mit ihr befreundet zu sein. Das geht bei Mann und Frau nicht - deshalb geht's bei Frau und Frau vermutlich auch nicht

    Du hast es schön ausgedrückt: ich bin "abhängig" von ihr. Aber nur aus dem Grund, weil ich in ihr die Familie/Schwester gefunden habe, die ich mir immer gewünscht habe.

    Meine Lieben, vielen Dank für Eure Ratschläge. Ihr habt mir auf jeden Fall die Angst genommen ernsthaft krank zu sein. Allein deshalb hat es sich gelohnt, meine Geschichte in dieses Forum zu stellen.

    Falls Euch noch etwas dazu einflällt, würde ich mich sehr über Antworten freuen.

    Liebe Grüße
    severus_in_perpetuum

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei severus_in_perpetuum für den sinnvollen Beitrag:

    Rainer-JGS (18.05.2011)

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