Liebe Forumsgemeinde,
ich würde mich sehr freuen, wenn ich hier Menschen finden könnte, die meine Sorgen verstehen und vielleicht sogar schon einmal ähnlich empfunden haben.
Endgültige Entscheidungen in wichtigen Angelegenheiten verunsichern mich, lassen mich in Grübelzwänge verfallen und ich vermute, dass ich auch Anzeichen einer Depression zeige. Konkret geht es bei mir um berufliche Entscheidungen.
Ich bin Mitte 30, lebe allein und habe keine Kinder. Der Beruf hat daher für mich eine sehr zentrale Bedeutung in meinem Leben, da ich die meiste Zeit mit der beruflichen Tätigkeit verbringe. Es ist mir sehr wichtig, einen Beruf auszuüben, der mir zusagt und in dem ich einen "Sinn" sehe. Ich habe studiert und bin seit ein paar Jahren als Freiberuflerin im eigenen Büro tätig. Ich glaube, dass mir dieser Beruf liegt. Es ist damit auch möglich, "gute Dinge", die für mich "sinnvoll" sind, zu tun.
Dennoch: nun kommen starke Zweifel. Ich interessiere mich auch stark für andere Tätigkeiten. Diese setzen aber alle ein Hochschulstudium voraus. Ein Wechsel wäre also nur mit allergrößtem Krafteinsatz, erheblichen finanziellen Mitteln und unsicherer Zukunft (wer stellt jemanden ein, der mit über 40 mit einem Zweitstudium fertig ist?) verbunden. Und vor allem: dann würde ich ggf. meiner jetzigen Tätigkeit nachtrauern oder wieder etwas Neues für mich entdecken.
Es macht mir Angst zu wissen, dass ich nicht alles studieren und ausprobieren kann. Und dass ich - selbst könnte ich mir alles ansehen -immer die Unsicherheit bliebe, ob ich WIRKLICH das Optimale für mich gefunden habe. Das Grübeln beeinflusst meine Arbeitsfähigkeit - v.a. da ich auch noch eine Promotion nebenberuflich beenden möchte und auch deshalb unter massiven Druck stehe.
Manchmal vermute ich, dass ich diese "Fluchtgedanken" habe, weil der Existenzkampf als Selbständige so hoch ist und dann noch die massive Belastung durch die Dissertation hinzukommt. Dann auch die Tatsache, dass ich den ganzen Tag allein vor mich hin arbeite in meinem Büro.
Mir fehlt aber der "Zugang" zu mir selbst. Ich kann nicht beurteilen, ob ich wirklich noch andere Dinge machen möchte, oder ob mir nur der Stress und die ständige berufliche Unsicherheit zusetzt.
Fällt jemandem von Euch etwas dazu ein?
Grüße,
die Zweiflerin


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. Dies ändert aber nichts an meinem Zweifeln, am Grübeln und der Angst, etwas zu verpassen. Oder das am besten Passende nicht zu finden. Das lähmt mich so. Ich schlafe schlecht, bin antriebslos, igele mich ein, unternehme privat nichts mehr.

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