Hallo,
ich weiß kaum mehr weiter.
Ich bin männl. Mitte 30 und seit 2 Jahren arbeitslos.
Ich habe zwar eine gute Ausbildung, bin qualifiziert und mathematisch begabt - aber fühle mich seit meiner Kindheit fremd unter den Menschen und ziehe mich viel zurück.
Seit meinem ersten Kontakt mit der Arbeitswelt habe ich nie mehr als 6 Monate am Stück gearbeitet - danach immer 0,5 - 1 Jahr Arbeitslosigkeit um zu "regenieren". Ich lebe seit über 10 Jahren auch beziehungslos.
Während meiner Tätigkeiten in verschiedenen Berufseldern entwickle ich immer einen großen, kaum beschreibbaren Stress, der sich irgendwann in 'innere' Aggressionen steigert.
Es fühlt sich an wie Folter, Gefangenschaft oder Versklavung - ein Zustand den ich unbedingt abschaffen muss.
Da ich zum Glück immer im intellektuellen Bereich gearbeitet habe, hat man mir meine Probleme nachgesehen und mich gekündigt, so dass mir außer Armut keine weiteren Konsequenzen entstanden sind.
Langsam werde ich aber zu alt dafür, es immer wieder neu zu versuchen - denn ich spüre innerlich, dass ich niemals fähig sein werde regelmäßigen Anforderungen gerecht zu werden.
Ich bin derzeit in einer verhaltenspsychologischen Therapie, dazu eine Psychiaterin, die mich gelegentlich begutachtet.
Bei der Arbeitsagentur bin ich im sogenannten 'Fallmanagement' ohne weitere Auflagen (d.h. vorübergehend keine Pflichten).
Eine wirkliche Diagnose gibt es bisher nicht.
Das Ziel soll natürlich sein, mich wieder arbeitsfähig zu machen.
Da ich allerdings schon immer ein 'Sonderling' bin, der sich viel zurückgezogen hat und ich schon immer diese exzessiven Probleme während Zeiten der Arbeit hatte - oder auch beim regelmäßigen Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln (Panikattacken aus Angst vor Gewalt), dazu Beziehungsprobleme und unbeständige soziale Kontakte, habe ich große Angst davor, jemals wieder irgendwo eine regelmäßige Tätigkeit (=Dauerstress für mich) aufzunehmen und wieder in Verzweifelung und Aggressionen zu enden.
Meine Therapien beschäftigen sich derzeit noch mit der Diagnostik und mir kommt es so vor, als seinen Psychologe und Psychiater ziemlich ratlos was meinen Zustand angeht.
Medikamente brauche ich bisher keine nehmen - mir geht es so stressfrei (=arbeitslos) ja recht gut und ich komme sehr gut mit mir und meinem sozialen Umfeld aus.
Da ich nach nun fast 20 Jahren 'Kampf' und 'innerer Zerrissenheit' keinen Sinn mehr sehe so weiterzumachen möchte ich eigentlich so schnell wie möglich in die Frührente kommen um endlich meinen 'Frieden' zu finden.
Die Belastung ist kaum tragbar für mich - der Zwiespalt zwischen äußeren Pflichten und innerer Welt. Es zerreißt mich sozusagen - mein ganzes Leben schon, aber mir geht nun endgültig die Energie aus. Kleine zwischenmenschliche Probleme sind für mich oftmals solch ein 'Stress', dass es mir den Boden unter den Füßen wegreißt - und ich spüre, dass mich viele Dinge emotional wesentlich mehr mitnehmen als ich es bei anderen beobachten kann.
Ich bin sehr sensibel, mir wird eine große Intuition nachgesagt, man nennt mich 'Merkwürdig', 'Exot', 'Sonderbar' - aber mit den meisten Menschen komme ich gut aus solange die Kontakte nicht zu intensiv werden, da ich aufgrund meiner Belesenheit immer viel zu erzählen habe, gut zuhören und mich in Andere hineinversetzen und Ratschläge kann. Nur mir selbst kann ich keine geben.
Ich bin für jede Hilfe, Ratschläge, Erfahrungen oder Gedanken dankbar, die mir in meiner Situation weiterhelfen könnten.
Gruß.


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