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Thema: Angst vor Job und Veränderungen

  1. #1
    Neuling Avatar von Mindhunter
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    Standard Angst vor Job und Veränderungen

    Hallo zusammen,

    wie würdet ihr sagen, bekommt man die Angst vor Bewerbungsgesprächen oder generell "Angst vor Veränderungen" in den Griff? Ich habe nach meinem Studium bis heute auf eine feste Anstellung verzichtet und mich mit Nebenjobs über Wasser gehalten. Das Ganze aus Angst, in einem Gespräch zu versagen oder mein Leben von grundauf ändern zu müssen.

    Wenn ich meinen Nebenjobs nachgehe, habe ich das Gefühl, die Situation unter Kontrolle zu haben - es ist ein geregeltes Leben ohne Neuerungen und Veränderungen. Die Arbeiten ähneln sich sehr und inzwischen bin ich routiniert in der Ausführung. Ich habe 2 Tage in der Woche frei und die übrigen Tage arbeite ich. Das Geld reicht gerade so für die Miete und fürs Leben aber es sind natürlich keine Sprünge drin. Für einen Urlaub muss ich beispielsweise lange sparen.

    Nun erntet man natürlich Kommentare wie "Wann suchst du dir endlich etwas festes" oder "Hat sich bei dir in Sachen Bewebung schon etwas getan". Klar, sowohl meine Lebensgefährtin als auch meine Familie und Freunde wollen mich in einer festen Beschäftigung sehen und können mein "Lotterleben" nicht verstehen. Es wird wohl als Faulheit abgetan.

    Es ist allerdings eine tiefsitzende Angst zu versagen bzw. Defizite aufgezeigt zu bekommen, die man eigentlich glaubt, nicht zu haben bzw. unter Kontrolle zu haben. Hinzu kommt die Angst vor Veränderungen und Kontrollverlust.
    Derzeit nagen nur finanzielle Probleme an mir und natürlich kommen Minderwertigkeitskomplexe hoch, wenn man Freunde sieht, die in ihrem Job erfolgreich sind.
    Nun habe ich mich zusammengerissen (gerade auch für meine Lebensgefährtin, die gerne mit mir zusammenziehen mag) und Bewerbungen geschrieben. Es kamen auch promt Einladungen zu Bewerbungsgesprächen ins Haus.

    Meine Angst ist es nun, in diesen Gesprächen nicht überzeugen zu können und vor Augen gehalten zu bekommen, dass ich ungeeignet bin. Das würde mich mental in eine Depression stürzen und Minderwertigkeitskomplexe heraufbeschwören - dessen bin ich mir ziemlich sicher.
    Andererseits habe ich aber auch die Angst, dass alles positiv ausgehen könnte und ich den Job bekomme. Dann würde meine heile, stressfreie Welt auseinandergerissen und ich würde möglicherweise dem neuen Stress nicht standhalten können, was mich wieder runterziehen würde.

    Am Liebsten würde ich es schmeissen und mein Leben wie bisher leben...den kleinstmöglichen Wiederstand in Kauf nehmen und die Blicke und Vorwürfe akzeptieren und runterschlucken. Die Angst vor Veränderungen überwiegt also.

    Ich sehe mich einerseits in einem spannenden Job, mit einem guten Gehalt...einem eigenen Wagen und in einer Wohnung, gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin. Andererseits sehe ich mich im Stress, viel unterwegs auf Dienstreisen und auf Podien bei Vorträgen...mit zitternden Händen und einer zitternden Stimme.
    Nach aussen hin wirke ich selbstbewusst und führungsstark. Innerlich bin ich jedoch höchst unsicher und zweifelnd.

    Welchen Weg soll ich einschlagen und wie kann ich im Bewerbungsgespräch überzeugen ohne meine Zweifel und Ängste zur Schau zu stellen? Wie bekomme ich diese Angst vor Veränderungen in den Griff...vor Neuem in meinem Leben?

    Grüße!

  2. #2
    Schreiberling Avatar von Schatten
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    Standard

    Hallo Mindhunter.

    Typisches einerseits/andererseits-Thema.
    Im Grunde siehst Du ja bei beiden Vor- und Nachteile.
    Du kannst Dich ja Deinen Ängsten stellen, die sich doch eher auf die weitere Zukunft beziehen, so von 0 auf 100 wirst Du vermutlich nicht als Führungskraft eingestellt, oder noch warten.

    Ich denke mal, Du wirst da schon reinwachsen, Angst hat jeder vor solchen Dingen, wie Vorträgen und dergl..
    Du hättest ja auch die Wahl zu sagen, „Her mit dem Job, aber erst mal keine großen Auftritte“, muss ja niemand, der nicht will und man kommt letztlich auch ohne durchs Leben.

    Zu verlieren hast Du ja eigentlich nicht viel, wenn es nicht klappt machst Du halt ein Jahr länger Deine Jobs, irgendwann wird es Dir schon genug auf den Sack gehen, oder Du entdeckst ganz andere Talente.
    Flexibilität in der Arbeitswelt hat ja realistisch gesehen durchaus Zukunft, also bist Du in einer win-win Situation und müsstest halt nur die Kränkung verkraften, wenn einer Dich nicht will, kommt man in aller Regel drüber weg.

    Wenn diese Angst aber das Motiv ist, nicht zu den Gesprächen zu gehen, solltest Du Dich darum kümmern, kriegt man aber auch hin.

    Gruß,

    Schatten

  3. #3
    Gast1006
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    Standard

    Hallo Mindhunter,

    was soll den passieren ? Du bist doch nur in einer einzigen WIN Situation !!

    Wenn du den Job kriegst .... geht es besser !
    Wenn du den Job nicht kriegst ...haste was für den nächsten Versuch gelernt! und wenn es nur Routine ist.
    Beim Arbeitgeber bist du, bei einer Absage, eh nur eine Nummer von vielen !

    Nur Mut ...und ran an den Speck !

  4. #4
    Neuling Avatar von Mindhunter
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    Standard

    Nuja, ihr habt natürlich recht.
    es ist ja nur so, dass ich mit längerer Auszeit nach dem Studium für Arbeitgeber uninteressant werde. Im Gegenzug zu einem Frischling von der Uni bringe ich zwar Erfahrung mit, denn die Nebenjobs sind in dem Bereich angesiedelt, in den ich auch möchte, aber diese "Auszeit" nach dem Studium kann von vielen Chefs auch negativ ausgelegt werden. "Warum haben sie solange gewartet?" bekomme ich sicher schon jetzt zu hören. Und ich sage mir einfach, dass meine Chancen mit jedem verfliegenden Monat schwinden.
    Daher der Druck nach vorne - kombiniert mit dem Wunsch, finanziell besser dazustehen und eine Familie gründen zu können.

    Wie gesagt, war ich nie gut in Vorträgen und habe eine heftige Prüfungsangst. So habe ich auch mein Diplom schlechter gebaut, als ich eigentlich vorhatte. Wenn ich nun da sitze und eines meiner typischen Blackouts habe...
    Ich denke, dass ich dann anfange, an mir zu zweifeln und erst einmal in ein Loch falle. So selbstbewusst, dass ich da drüberstehe, bin ich leider nicht.
    Ich sage mir halt auch: Wenn es nicht klappt, klappt es halt nicht. Nur wäre die Firma schon top!

    Wie gesagt dann die Angst, dass ich ins kalte Wasser geschmissen werde, wenn es mit dem Job doch klappt - frei nach dem Motto: "Nu haben sie so für sich geworben, dann zeigen sie auch, was sie können".
    Und dann zu versagen, wenn man schon so weit gekommen ist, wäre auch eine Schande.

  5. #5
    Gast1006
    Gast

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    Hallo,

    Und dann zu versagen, wenn man schon so weit gekommen ist, wäre auch eine Schande.
    und wenn man das erst gar nicht ausprobiert ..... wird es dann besser ?

  6. #6
    Neuling Avatar von Mindhunter
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    Jo, und genau das ist das Problem, mit dem ich mich schon immer rumgeschlagen habe: Angst vor ungelegten Eiern.
    In meinen Vorstellungen von der Zukunft ist alles schlecht, übel, negativ. Voller Angst, Versagen und Depression. Meistens, nicht immer aber meistens, wurden diese Befürchtungen nicht wahr. Sie haben mich nur gehemmt, Dinge anzupacken. Ich male mir Im Kopf die schlimmstmöglichen Szenarien aus.
    Was mich ärgert: Ich kann es nicht abstellen. Veränderungen die auf mich zukommen werden, Probleme...
    Von daher gehe ich schon an die meisten Dinge mit einer Unruhe und einem Zittern ran. Meine Befürchtung ist nun eben, dass man mir diese anmerkt.

  7. #7
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Standard

    Und dann zu versagen, wenn man schon so weit gekommen ist, wäre auch eine Schande.
    Also eher die Angst davor, zu versagen ... (auch die Prüfungsangst ist ja nichts anderes, oder?)

    Wäre es denn dann nicht ein Ansatz, mal darüber nachzudenken, wo diese Angst denn herkommen, wo sie ihre Wurzeln haben könnte?
    Warum versagen? Vor wem versagen - in wessen Augen?

    Wo ist da eine persönliche Schande, wenn von vielen Bewerbern für eine Stelle dann auch nur eben nur einer genommen wird, man selbst es aber nicht ist?



    lg

  8. #8
    Gast1006
    Gast

    Standard

    Hallo,

    schon überlegt das auch das Versagen cool sein kann !!!

    Denn wenn man merkt, dass es völlig menschlich ist , allen schon mal passiert ist und man daraus sogar noch lernen kann !

    Das hat doch ansich was - oder ?
    Geändert von Gast1006 (10.10.2010 um 21:12 Uhr)

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast1006 für den sinnvollen Beitrag:

    Greeche (02.11.2010)

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