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Thema: Angst vor Kontakten

  1. #1
    cku
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    Standard Angst vor Kontakten

    Hey. Ich dachte eig. mir geht es gut, aber irgendwie geht es mir jeden Tag ein wenig schlechter.
    Ich bin ein ziemlich gefühlvoller Mensch, einfühlsam und umsichtig. Das schätze ich auch als Eigenschaft an mir und liebe es auch, einen Tag voller Gefühle zu leben.
    Aber irgendwie habe ich unglaublich viel Ängste dadurch. Das ich versage in dem was ich tue, das mich andere Verletzen und das ich wie ein Trottel dahstehe. Fühl mich dadurch andauernd überfordert.

    Dadurch habe ich selbst Angst, wenn ich bei anderen Anrufen muss, außer meinen Freunden. Auch auf Menschen zuzugehen fällt mir schwer. Ich fühle mich einfach andauernd unwohl, wegen den oben genannten Ängsten. Das Ergebnis ist, dass ich prinzipiell Angst vor Kontakten habe. In jeder Hinsicht. Auch Körperlich. IN meiner letzen Beziehung hatte ich auch andauernd Angst, sie könnte plötzlich vorbei sein. So war es dann auch. Ich sag nur selbsteerfüllende Profezeihung...

    Nun mag man denken, dass ich total verängstigt durch die Schatten der Straßen husche... so ist es aber nicht. Ich geh auf andere zu, zeig mich, spreche vor anderen und verhalte mich wie ein normaler selbstbewusster Mensch. Aber mein Herz schlägt mir jedes mal zum Hals, oder mir ist schlecht vor unwohlsein oder ich denk alles mögliche negative. Ich überspiel das aber sehr gut. Jeder der mich kennt, hält mich für Selbstbewusst und mutig.

    Aber es wird nicht wirklich besser mit meinen Ängsten und es ist so unglaublich anstregend, sich bei so viel zu überwinden...
    Und dann reg ich mich wieder auf, wieso ich mich nicht so fühlen kann, wie ich mich fühlen will...
    Mich mit den Situationen konfrontieren, die mir Probleme bereiten tu ich ja schon... hilft aber nicht wirklich. Ich komme mir vor wie ein 14 jähriger, der das Leben eines Erwachsenen Leben muss. Bin aber 18, körperlich normal entwickelt.

    Kann mir jemand sagen, was ich gegen mein Unwohlsein tun kann?

  2. #2
    Neuling
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    Hallo cku,

    auch wenn der Vorschlag jetzt ein wenig plump klingt aber reduziere dein Überdenken jeglicher Interaktion mit "Fremden".

    Du sagtest dass du ein gefühlvoller Mensch, einfühlsam und umsichtig bist. Wenn du dir dessen bewusst bist, dann mache dir darüber weniger Gedanken in direkten Situationen. Wenn man schon so einen freundlichen Charakter hat und das auch einem selbst bewusst ist, wird man nicht plötzlich ausbrechen und totalen "mumpitz" verzapfen (Alkohol lassen wir einmal außen vor ;-) ).

    Setze dich hin und überlege die letzten 3, 4, oder mehr Treffen mit fremden Menschen. Hast du dich jeweils komplett anders verhalten oder war es immer der gleiche cku? Waren die Gedanken vollkommen anders und hätte es jedes mal eine Katastrophe gegeben? Wenn du jetzt für dich herausfindest das ist nicht so gewesen, dann versuche beim nächsten Mal ein wenig weniger die Gedanken spielen zu lassen. Dass man damit nicht gleich komplett aufhören kann ist klar. Aber du scheinst dich ja intuitiv immer richtig nach deinen Idealen verhalten zu haben. Das wird auch bestimmt weiter so passieren


    Was mir dazu jetzt einfiel.

    Gruß
    Svensbert

  3. #3
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    Hallo cku,

    mir ist in Deinem Post ein Satz aufgefallen (ich mache die Stelle mal fett):
    Und dann reg ich mich wieder auf, wieso ich mich nicht so fühlen kann, wie ich mich fühlen will...
    Klingt fast danach, als ob Dein Kopf da jetzt dem Gefühl vorschreiben wollte, was es zu fühlen hat ...
    Warum eigentlich?

    Was gefällt Dir an Deinen Gefühlen nicht, dass Du sie gerne "anders" hättest?
    Ich bin ein ziemlich gefühlvoller Mensch ...
    Das heißt jetzt erst einmal "nur", dass Du Gefühle hast und spürst, dass sie vorhanden sind.
    Es heißt aber nicht, dass Du sie so, wie sie sind, auch annehmen und damit dann auch, ohne sie zu werten, leben kannst (siehe oben ).
    ... einfühlsam ...
    Auch was Dich selbst betrifft? Nach außen, anderen Menschen gegenüber, ist das oft viel leichter, als wenn man sich seiner eigenen Gefühle einfühlsam annehmen müsste: man wird dann jha nicht mit seinen eigenen "Defiziten" konfrontiert ...

    ... und umsichtig.
    Umsicht ist aber eine Kopfsache: sie kommt vom Verstand
    Gefühle funktionieren da aber anders: eben nicht "logisch" oder "rational" - zumindest nicht nach den Kriterien des Kopfes ...

    Etwas zu fühlen (Gefühle zu haben) ist eine Sache - mit ihnen umgehen zu können aber leider eine andere.
    Warum misstraust Du ihnen?

    Die Ängste, die Du hast: kommen die wirklich daher, dass Du Gefühle hast, oder sind sie nicht vielleicht doch eher ein Zeichen dafür, dass Du sie (noch) nicht wirklich annehemn und mit ihnen umgehen kannst

    Die Ängste:
    Das ich versage in dem was ich tue, das mich andere Verletzen und das ich wie ein Trottel dahstehe.
    Versuche mal dem nachzugehen, was diese Ängste jetzt auslösen mag, wo ihre Wurzeln in Dir sein könnten - es sind aber nicht Deine Gefühle: die sind höchstens ein Signal dafür, dass dabei etwas schief läuft, aber sie sind nicht die Ursache dieser Ängste.

    Vielleicht suchst Du ja gerade an der falschen Stelle nach Lösungen


    "Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
    (mongolisch)
    -----------------------------
    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    (Immanuel Kant, 1724 - 1804)

  4. #4
    Nachwuchs Autor
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    @cku,

    vielleicht solltest Du andere Menschen beobachten, wie die sich verhalten. Z.B. in einem Café. Wie verhält sich da jemand, der allein sitzt und ein Bekannter hinzukommt. Wie begrüßen die sich, mit welchen Worten? Wenn es ein lockeres Gespräch ist, wie die dann miteinander reden. Wenn Du einen Freund oder Bekannten triffst, hast Du vielleicht irgendwelche Besorgnisse, dass Du nicht, allein schon bei der Begrüßung, die richtigen Worte wählst? Und auch bei der Verabschiedung?

    Könnte auch sein, dass Du öfter das Gefühl hast, dass Du Deine Interessen (sofern sie ausgeprägt sind!) nicht richtig durchsetzen könntest. Wie sieht es überhaupt mit Deinen Interessen oder auch Zielen aus? Wenn die bei Leuten richtig ausgeprägt sind, dann verfolgen sie an sich auch Ziele. Machen sich im Allgemeinen weniger Gedanken darüber, was die anderen denken, denn ihr eigenes Denken und Handeln hat Vorrang. Dadurch haben sie auch einen besseren inneren Halt.

    In ganz ausgeprägter Form taxieren sie die Leute auch danach, was sie ihnen schlicht nützen könnten. Denn ihre Zeit ist für sie ein gewichtiger Faktor in ihrem Plan.

    Wenn jemand z.B. ein Mathefan ist, dann ist anzunehmen, dass er auch intrinsisch motiviert ist. Bei Wikipedia steht dazu:

    "Intrinsisch motivierte Verhaltensweisen gelten als Prototyp selbstbestimmten Verhaltens. Das Handeln stimmt mit der eigenen Auffassung überein. Man ist bestrebt, eine Sache voll und ganz zu beherrschen..."

    Ich denke, das könnte ein guter Selbstschutz sein, um sich selbst angemessen darstellen zu können. Aber auch, um zu verhindern, dass man sich darüber Gedanken macht, was die anderen nun über einen (natürlich nur im negativen Sinne!)denken könnten.
    Die wären natürlich angebracht, wenn Du versuchst, seine Gedanken "zu lesen", weil Du irgendwelche Strategien damit verfolgst.
    Geändert von Bertrand (10.08.2011 um 19:47 Uhr)

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