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Thema: Angst vor Kreislaufzusammenbruch

  1. #1
    Schreibkraft Avatar von Pure
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    Standard Angst vor Kreislaufzusammenbruch

    Hallo

    Nun möchte ich auch einmal ein Thema starten, das meine Angst betrifft.

    Ich habe Angst davor einen Kreislaufzusammenbruch zu erleiden, sobald ich auch nur ein leichtes Schwindelgfühl warnehme oder irgend etwas anderes, was vom "normalen" empfinden abweicht und als ein Symptom für Kreislaufschwäche in frage kommen könnte.

    Am besten schreibe ich kurz mal auf, wie meine letzten Jahre verlaufen sind, in denen das Ganze auch anfing.

    Nachdem ich 2005 meine schulische Laufbahn mit dem Fachabitur beendet hatte, habe ich mich für eine Ausbildung beworben. Ich hatte dann auch schon im selben Sommer relativ schnell eine Zusage.

    Ich bin dann im Spätsommer zur ärztlichen Untersuchung gegangen, die ich machen musste, bevor ich die Ausbildung beginnen konnte (bei einer öffentlichen Einrichtung). Dort wurde mir Blut abgenommen. Nach der Abnahme kam es zum ersten Kreislaufzusammenbruch meines Lebens. Ich saß auf einem Stuhl und habe nach dem Stich die Stelle zugehalten mit einem Pflaster. So wie es mir gesagt wurde. Nur wenige sekunden später sah ich ganz viele schwarze Punkte und mir wurde schwindelig. Ich wollte noch bescheid sagen, da war es schon passiert.
    Ich bin dann (wohl nach etwa 10 sekunden) wieder zu mir gekommen und war ziemlich verwirrt, weil ich nicht wusste was passiert war.
    Ich habe dann glaube ich eine halbe Stunde dort gelegen und mich ausgeruht.
    Auf der Heimfahrt (etwa 1 Stunde mit Bus und Bahn) hatte ich immer wieder Angst, dass das nochmal passiert. Ich habe mich auch die ganze Zeit schwach gefühlt und mich auf dem Sitz im Bus zusammengekauert, weil ich mal gehört habe, dass das gut ist für die Durchblutung. Es ist aber nichts passiert. Auch die Wochen danach hatte ich immer weniger Angst davor und alles war wieder normal.

    Bis ins Jahr 2007. Ich stand etwa 3 Monate vor meiner Abschlussprüfung. Zusätzlich hatte ich eine Weisheitszahn-OP vor mir. Eines Tages habe ich auf der Arbeit morgens im Internet etwas über Weisheitszahn-OPs gelesen. Einfach aus interesse. Nach etwa 10 Minuten lesen in diversen Foren, wurd mir auf einmal wieder schwindelig. Und ich bin wieder zusammen geklappt.
    Nur diesmal konnte ich noch meinen Kollegen im Zimmer vorwarnen, weil ich die Symptome kurz vorm Umkippen ja kannte. Danach folgte das gleiche Prozedere wie damals beim Arzt. Hinlegen (sogar schlafen) und nach etwa 2 Stunden dann, bin ich wieder an meinen Arbeitsplatz gegangen (das war um etwa 11 uhr dann). In der Mittagspause habe ich dann wieder gedacht, mir wird wieder schwindelig und es passiert wieder. Meine Kollegen haben mich dann nach Hause geschickt.

    Ab den Tag war alles anders. Ich hatte jeden Tag ein blödes Gefühl im Bauch. Als wenn ich permanent Lampenfieber habe und aufgeregt bin. Ich habe mir gedacht, das geht nach der OP weg (Die übrigens gut verlief).
    Aber es blieb.
    Nach unendlichen Arztbesuchen, vielen Wochen krankgeschrieben, war klar, dass es nichts ist, was rein körperlich ist. Als ich dann einmal zur Blutabnahme geganen bin um überprüfen zu lassen, ob mein Blutbild okay ist, passierte es wieder.
    Diesmal aber nicht direkt nach der Abnahme, sondern etwa eine viertelstunde später als Beifahrer im Auto (auf dem Weg zur Arbeit).
    Danach war ich natürlich erstmal nervlich etwas am Ende.
    Wie gesagt, war das Blutbild okay und auch ein Langzeit EKG war einwandfrei.
    Ich habe es dann auf die bevorstehende Prüfung geschoben.

    Eines Abends habe ich dann einen Nervenzusammenbruch gehabt. Ich habe etwa eine halbe Stunde im Bett auf eine Stelle gestarrt und als meine Mutter reingekommen ist, musste ich anfangen stark zu weinen.

    Als dann die Prüfungen vorbei waren, ging es einigermaßen besser.

    Doch die Angst, dass es wieder passiert blieb bestehen. Undzwar in folgenden Situationen ist es mir aufgefallen:

    - Fussballstadion
    - Kino
    - Autofahren manchmal (selten)

    So äusserte sich die Angst:
    - Erkennen eines Symptoms ähnlich der Symptome vor dem Kreislaufzusammenbruch
    - Bewusst sein, dass man aus der Situation jetzt nicht so einfach rauskommt und alle es mitkriegen
    - Angst davor, dass man umkippt und machtlos ist
    -> Die Angst steigerte sich natürlich immer weiter


    Als ich im Winter 2007 mein Studium begonnen hab, war zunächst kaum Angst (im erträglichen Rahmen) zu spüren.
    Doch sie war permanent da, in leichtem Ausmaße.

    Jetzt 2008 ist sie wieder stärker geworden.

    Ich habe die Angst in folgenden Situationen:
    - Im Hörsaal bei Vorlesungen
    - Lange Autobahnfahrt (alleine)
    - Morgens, bevor es zur FH geht (leicht)

    Ich habe vor 6 Wochen etwa mich bei der Psychologischen Beratung in unserer FH gemeldet. Dort habe ich jetzt 4 Sitzungen hinter mir. Ich habe viel über die Angst gelernt. Bin mir aber sehr unsicher, ob das reicht.
    Die Beratung dort hat leider eine begrenzte Kapazität und meinte, die nächste Sitzung wäre erstmal die letzte. Man würde mich aber weiterleiten, wenn ich das will.

    Als ich jetzt vor wenigen Tagen nach Hause gefahren bin, habe ich auf der Autobahn wieder 2 mal die Angst bekommen. Und beim Autofahren ist sowas ja wirklich auchnicht ungefährlich.

    Wie ich die Angst "bekämpfen" kann, habe ich einigermaßen vermittelt bekommen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, genau zu wissen, woher die Angst kommt. Kann das wirklich nur von den Erlebnissen mit den Kreislaufzusammenbrüchen kommen?
    Oder spielen da auch etwa andere Faktoren eine Rolle?

    Und meint ihr, eine weitere Behandlung würde mich weiterbringen? Oder meint ihr, nach 5 Sitzungen hat man in etwa alles vermittelt bekommen, was man zur bekämpfung braucht und man "lernt" danach nichts neues mehr?

    Ich habe das hier auch vor allem mal geschrieben, um es mal irgendwo loszuwerden. Ich habe zwar eine Person mit der ich das alles Aufarbeiten kann, aber mir ist es trotzdem irgendwo ein bedürfniss es nochmal aufzuschreiben und Tipps von anderen Leuten zu bekommen.

  2. #2
    Gast1006
    Gast

    Standard

    Hallo Pure,

    folgende Frage:

    Kannst du bei deinen ersten Kreislaufproblemen eine körperliche Ursache ( nix im Magen, schlechte körperliche Verfassung )ausschließen ?

  3. #3
    Neuling
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    Hallo!

    In grob so einer Situation wie du, würde ich mich auch beschreiben.
    Kurz zusammengefasst: Vor vier Jahren (gegen Ende meiner Ausbildung) ging es mir plötzlich ständig schlecht (Übelkeit, Schwächegefühl, innere unruhe, zittrig, Kloßgefühl) aber nur wenn ich irgendwo unterwegs war wo ich keinen grund hatte schnell wieder gehen zu können (z.B. Schule, Arbeit, in Geschäften an Kasse und Umkleiden, etc.). Wenns gerade heftig ist mit Symptomen ist sogar das Autofahren (ob allein oder nur am Beifahrersitz) für mich eine Qual. Ich hatte Angst einfach umzufallen (was allerdings nie passierte) und dann auch noch ins Krankenhaus verfrachtet werden zu müssen o.ä. (ich hasse Krankenhäuser!) oder dann auf der Stelle zu sterben (das hört sich jetzt heftig und vllt. übertrieben an, aber so gehts mir dann wirklich). Zuhause fühl ich mich hingegen meist wieder besser.
    Seit dem (auch nachdem meine Prüfung beendet war) kamen die Symptome immer wieder, mal weniger mal heftiger, mal in größeren Zeitabständen mal wieder häufiger hintereinander.

    Ich habe mich vor kurzem dazu gerungen eine Therapie zu machen. Bin dann zu einem Termin und habe erst mal erzählt warum ich da bin. Nach ein paar Gesprächen wurde mir dann zu einer Analysetherapie geraten. Da hier wichtig ist die Ursache für das Problem zu finden. Man könnte natürlich auch die schnellere Variante, nämlich eine Verhaltenstherapie, machen. Dort wird gezielt darauf hingearbeitet, wie man sich in Situationen verhält oder reagieren kann/soll wenn die Ängste auftreten. Jedoch ist hierbei wohl die "Rückfälligkeit" (wenn man das so sagen kann) größer.
    Ich weis nicht wie es dir geht, aber mir schwirrt immer durch den Kopf "Warum passiert das gerade jetzt und warum überhaupt" "Was habe ich gemacht, dass es mir so schlecht geht" und solche Sachen. Deshalb ist es für mich wichtig heraus zu finden warum mein Körper so heftig reagiert.
    Ich würde an deiner Stelle also weiterhin eine Therapie machen, da man, so glaube ich, alleine da nicht mehr raus kommt. Vor allem ist es gut mit jemandem zu sprechen, der einem zuhört und auch Ahnung von der Sache hat. Und nicht nur mit einem Bekannten. Der mag vllt. zuhören und mitgefühl zeigen im besten Fall. Wenn man das nicht selbst erlebt ist es auch einfach total schwer das zu verstehen geschweige denn Hilfe zu leisten.

    LG

  4. #4
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Pure,

    denke auch, dass es sinnvoll sein könnte, die Therapie fortzusetzen, weil bei Dir anscheinend die Angst vor der Angst immer größer wird. Und das ist das eigentlich gefährliche dran.

    Ich kenne das von Panikattaken. Auch da kann sehr schnell die Angst davor übermächtig werden, wenn man nicht sofort sich damit auseinandersetzt und Strategien für den Umgang damit hat. Ob man sich dazu jahrelang analytisch mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen muss, muss wohl jeder für sich rausfinden. Ich halte es erst mal für wichtiger, praktische und theoretische Auseinandersetzungen mit solchen Situationen zu üben, um etwas sicherer zu werden und reagieren zu können.

    lg Gaby

  5. #5
    Schreibkraft Avatar von Pure
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    Standard

    Zitat Zitat von Der Kümmerer Beitrag anzeigen
    Hallo Pure,

    folgende Frage:

    Kannst du bei deinen ersten Kreislaufproblemen eine körperliche Ursache ( nix im Magen, schlechte körperliche Verfassung )ausschließen ?
    Nein, ausschließen nicht. Ich würde das so zusammenfassen:

    1stes mal - Blutabnahme: Durch das sitzen fließt zuviel Blut nach unten, Blutmangel im Kopf (?) -> Kreislaufzusammenbruch

    2tes mal - Bei der Arbeit: Da isses allerdings nicht unbedingt was köreprliches. Ich hatte zwar relativ wenig geschlafen (das habe ich aber immer in dieser Zeit und es passierte meistens nichts) und nur 1 Brötchen gegessen (was ab er eigentlich auch normal ist)

    3tes mal - Blutabnahme, aber dann später: Da hab ich meine Probleme die Ursache zu beschreiben. Da die Blutabnahme bereits einige Zeit her war, schließe ich eigentlich das Problem wie beim ersten mal aus. Ansonsten war auch alles ok, ausser dass mir ja schon etwas mulmig war vor der Blutabnahme und ich ja auchschon dieses komische Bauchgefüh hatte

    Ich weis nicht wie es dir geht, aber mir schwirrt immer durch den Kopf "Warum passiert das gerade jetzt und warum überhaupt" "Was habe ich gemacht, dass es mir so schlecht geht" und solche Sachen.
    Ja, sowas denke ich auch oft. Zum Beispiel auf der Autobahn letztens. Da habe ich drauf geachtet, wann es auftritt (baustelle und mehrspurige Bahn). Und dann habe ich angefangen mich zu fragen, warum ausgerechnet da. Und warum schien es auf ner leeren 2spurigen Autobahn und in nem Waldstück wesentlich besser zu sein? Und warum habe ich das überhaupt? Hatte ich doch vor Jahren nicht. Und, dass mir ja bewusst ist, dass sicher kein Kreislaufzusammennbruch passiert, ich aber trotzdem Angst habe.

    Wieso die Angst auftritt und wie sie sich verhält und wie man etwa gegensteuern kann (Verhaltenstherapie?) habe ich ja jetzt gemacht und hab das soweit großteils auch verstanden. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass das alleine mir nicht hilft. Ich würde schon gerne auch wissen, was genau die Gründe sind. Ob es nur die Erlebnisse sind. Oder ob da auch was anderes reinspielt?!

  6. #6
    Gast1006
    Gast

    Standard

    Hallo Pure,

    ich fragte nach den körperlichen Befinden, weil ich die Situation einmal hatte und das natürlich beängstigend war -> bloss die Erklärung war eindeutig .... Lokalanästhesie ohne Frühstück ....kann einen aus den Latschen hauen.

    Von daher habe ich meine Lektion gelernt ...aber keine Panik im Hinterkopf.... da ich eine rationale und nachvollziehbare Erklärung habe.

  7. #7
    Schreibkraft Avatar von Pure
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    Ja, richtig. Deswegen hatte ich ja vermutlich auch nach dem ersten mal Zusammenbruch keine Angst davor und es war lange alles ok. Das fing ja dann erst mit den anderen beiden malen an, die keine so eindeutige Erklärung lieferten.

  8. #8
    Wunderlampe
    Gast

    Standard

    Hallo Pure

    Es ist zwar schon Jahre her seit meinem Rot Kreuz Kurs, aber soweit ich mich erinnern kann versackt das Blut bei Schock im Bauchraum und fehlt somit um den Kreislauf aufrecht zu erhalten. Das gleiche passiert bei Schreck. Man sagt ja nicht umsonst, das Herz rutscht mir in die Hosentasche.

    Also alles ganz normale Vorgänge des Körpers.
    Wie wäre es denn, wenn du mal einen Mediziner fragst, welche genaue Auswirkungen Angst und Schock auf das Nervensystem und den Blutfluß hat. Vielleicht gibt es eine einfache medizinische Erklärung. Und lass dich mal untersuchen, ob du nicht ein bischen blutarm bist.

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