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Thema: Angst vor Verlust

  1. #1
    Neuling
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    Standard Angst vor Verlust

    Hallo!

    In den letzten Monaten sind bei uns ein paar schlimme Sachen passiert. Mein Onkel, meine Oma und meine Tante sind alle innerhalb eines Jahres an Krebs gestorben und im November hat ein sehr guter Freund von mir versucht, sich das Leben zu nehmen.

    Mittlerweile stelle ich immer öfter fest, dass, wenn irgendetwas Unvorhergesehenes passiert, zB dass meine Mutter früher von einer Fortbildung zurück kommt und andere Kleinigkeiten, ich ziemliche Angst bekomme, dass wieder etwas passiert sein könnte. Ich habe ebenfalls große Angst davor, dass wieder Fälle von Krebs in der Familie auftauchen könnten. Seit ein paar Monaten schaffe ich es nicht mehr, mich zu entspannen, was mittlerweile auch auf die Gedunsheit schlägt.

    Gibt es irgendwelche Tipps oder Wege, wie ich von selbst ein wenig von diesem andauernden Alarm-Gefühl wegkomme? Urlaub/Luftveränderung habe ich schon ausprobiert, das Gespräch mit anderen auch, die Flucht in die Arbeit ebenfalls, aber nichts hat geholfen.

    Liebe Grüße!
    Jojo

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo jojo,

    ein gutes Mittel gegen Angst ist Information.

    Wenn es in Deinem engeren Familienkreis vermehrt Krebsfälle gibt, dann ist es nicht so weit hergeholt, wenn Du Dich über die Krankheit und den Vererbungsfaktor informierst und beraten lässt. Ohne deshalb Panik zu kriegen. Eine höhere Krebsrate in der Familie heisst nicht automatisch, dass man selbst an Krebs erkrankt. Aber es kann Sinn machen, das Risiko durch eine entsprechende Lebensweise zu senken. Ob für Dich ein erhöhtes Risiko besteht, solltest Du mit dem Arzt oder bei einer entsprechenden Beratungsstelle ( Unikliniken etc) abklären.

    Da Du, wie ich im Traumunterforum vorhin gelesen hast, eine leichte Neigung zu nem "Esotouch" hast, nur noch eine Anmerkung von mir:

    wenn man sehr mit einem Thema beschäftigt ist, neigt man zur selektiven Wahrnehmung, d.h. in Deinem Fall, dass Dir Todes- und Unglücksfälle vermutlich zur Zeit besonders auffallen und an die Nieren gehen. Das sagt aber nur was darüber aus, was Dich sehr beschäftigt.

  3. #3
    Neuling
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    Hey G!

    Das mit der Information habe ich mir auch schon überlegt, allerdings kostet das einiges an Überwindung, weil ich ehrlich gesagt Angst davor habe, was dabei rauskommen könnte. Ich denke, dazu muss ich mich erst einmal aufraffen.

    Mit der selektiven Wahrnehmung hast du wahrscheinlich recht. Allerdings ist es auch so, dass - bis mein Onkel gestorben ist - noch nie ein Mensch aus meinem Bekanntenkreis verstorben ist. Und dann auf einmal so viele auf einmal, das nimmt einen auf Dauer mit.

    Und eigentlich habe ich keinen "Esotouch", es ist nur so, dass mir diese komischen Zufälle mit den Träumen aufgefallen sind und ich gerne wissen würde, woher das kommt. Normalerweile schätze ich mich eher rational ein - also ich bin jetzt nicht der Mensch, der zu magischen Zirkeln geht oder so

    Grüße! Jojo

  4. #4
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    Hallo Amoebication,


    ich kann Deine Situation sehr gut nachvollziehen. Gefühlt ist es bei mir gar nicht so lange her, dass ich mit starken Verlustängsten gekämpft habe (da war ich so in meinen 20ern) und die Tendenz dazu ist bei mir ein Stück weit verankert.

    Bei mir gab es eine Zeit, in der sich dann auch noch ein Verlust in den nächsten gereiht hat - und gerade in dieser Zeit habe ich auch mit den Ängsten mal mehr, mal weniger gekämpft.


    Was ich mir als persönliche Strategie angeeignet habe ist, dass ich mir bewusst vor Augen halte, dass ich bei vielen Dingen keinen Einfluss habe, dass ich vieles nicht verhindern kann.

    Als bei mir die Verlustängste noch stärker ausgeprägt waren (nach meiner Eheschließung hatte ich oft Angst, meinem Mann könnte etwas zustossen), habe ich sogar gelegentlich "Trennungen" von meinem Mann und mir forciert (ich habe dazu geneigt, an ihn zu "klammern" aus Angst, dass etwas passieren könnte --- dazu muss ich sagen, dass ich aus einem Elternhaus stamme, in dem es nicht ganz so rosarot zuging: meine Mutter ist depressiv, mein Vater hatte neurotische Tendenzen und war gewalttätig und mein Mann war und ist mein "Fels in der Brandung").

    D.h. ich habe ganz hart an mir gearbeitet, meinen Mann auch "loslassen" zu können, um mich somit diesen Verlustängsten zu stellen.

    Das waren sehr schwierige Zeiten.


    Könntest Du Dir vorstellen, Dich psychologisch beraten zu lassen, um einen Umgang mit diesen Ängsten zu lernen?

    Ich konnte durch Arbeit an mir selbst, später auch in Zusammenarbeit mit einer Beratungsstelle, diese Ängste weitestgehend abbauen.
    Mittlerweile kann ich ganz locker mit längeren Trennungen umgehen (mein Mann ist öfter mal auf Geschäftsreise, manchmal mache ich sogar alleine Urlaub ;-) oder wir gehen getrennt aus).

    Der Prozess war langwierig und gar nicht so einfach. Aber er hat sich gelohnt.
    Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du einen guten Umgang damit finden kannst.
    Viele Grüße

    "Klee"



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