ich habe zwei gegensätzliche veranlagungen in mir. einerseits bin ich verträumt und will in den tag hineinleben, andererseits trage ich auch fleiß und ausdauer in mir.
dies führt dazu, dass ich oftmals zu spät anfange zu lernen, oder mich auf termine vorzubereiten; schließlich, wenn ich mich doch dazu aufraffen kann, bin ich interessiert und ehrgeizig; viel zu idealistisch und will alles genau wissen, ich lese und bin fasziniert, will in die tiefe gehen; will danach mit einem durchdachten, gut fundierten konzept dastehen; doch dann kommt der moment an dem ich sehe, die zeit schwindet; und oftmals entscheide ich mich dann dazu w.o zu geben. ich erfinde ausreden ich sei krank, oder sage ein treffen ab. in diesem kurzen moment fühle ich mich erleichtert, glaube ich kann es, wenn ich es verschiebe, in einer bestimmten zeit verbessern: doch wird es immer mehr und immer schlimmer. es lasstet wie eine bürde auf mir, energie in dinge investiert zu haben, die eigentlich zwecklos sind. ich weiß nicht wie ich dies vor anderen, und damit vor mir selbst rechtfertigen soll.
ständig trage ich das gewissen mit mir herum, dass meine unverlässlichkeit, für andere menschen bedeutet, sie im stich gelassen zu haben; schlimmer ist noch die angst sie würden dahinter kommen; bald vor mir stehen und sagen: "hör auf dich wie ein lächerliches kind zu benehmen; wir wissen das du lügst und uns hintergehen willst." , ich stelle mir vor , wie sie wütend werden und eine strafe auf mich wartet; die strafe der missachtung, des ausgegrenzt seins. so dass ich dieses schimpfen und diese selbstvowürfe auf mich selbst anwende und damit wie ein kontrolleur versuche über meine eigenenen bedürfnisse zu herrschen. ständig eine vernünftige autorität im hinterkopf, die dem widerspricht, was ich wirklich will, oder die gefühle in mir anerkennen will.
gerade habe ich wieder einen wichtigen termin saußen lassen, nun mit der angst, dass mir die person die ausrede nicht glaubt und irgendwo eine strafe , eine begrenzung auf mich wartet.
ich denke, dieses verhalten, welches extrem tief in mir verwuzelt ist und ich schon mein leben lang so praktiziere (schon im kindergarten habe ich ausreden erfunden, um mich vor dingen drücken zu können).
meine mutter war immer sehr fürsorglich und bemüht; sie war auch sehr einfühlsam und hat mir immer versucht mich zu unterstützen, wo es nur geht.
gleichzeitig hat sie dies aber eben auch immer auf eine "materielle" art und weise getan; also essen zubereiten, mich überall abholen, meine hüs mit mir machen, mich pflegen wenn ich krank bin, mich umarmen und trösten wenn ich weine. sie hat immer versucht mir das gefühl zu geben, egal welche schwächen ich habe, mit fleiß und disziplin kann man alles ausgleichen. und wenn man manchmal versagt ist es nicht so schlimm, auf dauer gesehen, ist disziplin und verantwortungsgefühl die lösung für alles.
allerdings ist das ihr wesen; bei mir hat das nicht gefruchtet. ganz im gegenteil, ich wurde dadurch eher unselbstständig (brauche immer einen anstoß und hilfe, um etwas zu ende zu bringen, oftmals auch weil ich glaube die dinge, die ich mache sind nicht gut genug); gleichzeitig hatte ich auch lange zeit probleme zu meinen eigenen instinkten, gefühlen, der intuition zugang zu finden; was denke ich grundlegend ist, um ein solides selbstwertgefühl aufzubauen auf dem alles weitere aufbaut.
in der schule wurde ich leider auch oftmals als problemkind abgestempelt und hatte sehr starke minderwertigkeitskomplexe (für die aber auch teilweise mein vater verantwortlich war, nachdem er etwas zu streng zu mir war bzw. zu restrektiv; durfte wut nicht ausleben zb) , was meine leistung angeht.
die schulzeit hat diese tendenzen also auch noch verstärkt bzw. verschlechtert.
es fällt mir aber leider immer noch sehr schwer aus diesem kreislauf auszubrechen! immer wieder falle ich in dieses verhaltensmuster wegzulaufen, mich verstecken zu wollen, mich in hohen idealen zu verlieren, angst zu haben und schließlich in selbstvorwüfen und selbstrestriktion zu enden.
wenn ich zurückblicke, werde ich auch wütend wieviel zeit ich in meinem leben schon verschwendet habe.
mein psychologe meine einmal, dass gutes zeitmanagement wichtig ist. das ist für mich allerdings schwierig, weil ich manchmal einfach flexibel sein muss.
wollte fragen, ob jemand mit ähnlichen erfahrungen mir vielleicht helfen kann, wie ich aus diesem kreislauf ausbrechen kann?


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er hat mir sehr gute tipps gegeben. leider hat sich das alles noch nicht ganz in mich eingebrannt. bzw. weiß ich das es zeit braucht und ich selbst daran arbeiten muss.

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