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Thema: Angst vorm Blickkontakt

  1. #1
    Neuling
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    Standard Angst vorm Blickkontakt

    Hallo,

    vieeleicht erst was zu meiner Person, ich bin 29 Jahre alt, hatte eine mehrere Jahre dauernde Depression hinter mir und litt unter sozialer Phobie.

    Ich ging lange Zeit zum Psychologen und traue mich seit etwa einem Jahr richtig unter Menschen, spreche auch gerne Menschen an, ist ja eigentlich alles super.
    Aber gerade dadurch, dass ich nicht mehr unter mich schaue, habe ich wahnsinnige Probleme einen normalen Blickkontakt zu halten. Ich schaue immer schnell weg, die Leute sind dann irritiert. Halte ich den Blickkontakt, bekommen die selbstbewusstesten Menschen Angst und schauen weg, dies haben sie mir selbst gesagt. Ist auc irgendwie seltsam, dass dieses Problem nicht so großen Zuspruch im Netz erfährt wie soziale Phobie oder anderem.

    Wäre sehr dankbar, wenn mir jemand seine Erfahrungen mitteilen könnte.

    Vg

  2. #2
    Neuling Avatar von marlowe
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    Standard

    hallo Tanne,

    Was ist für dich ein 'normaler' Blickkontakt?

  3. #3
    Neuling
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    Hallo marlowe,

    ein normaler Blickkontakt bedeudet für mich einfach, dass man einander zuhört.
    Ich bin nämlich auch irritiert, wenn ich was erzähle und man schaut mich nicht an.
    Aber irgendwie sende und empfange andere Signale oder deute diese falsch.

    Vg

  4. #4
    Gast784
    Gast

    Standard

    Aber irgendwie sende und empfange andere Signale oder deute diese falsch.
    Hallo Tanne,

    das sind natürlich Verunsicherungen, mit denen sich wahrscheinlich jeder Mensch, der nicht völlig dumpfbackig ist, früher oder später mal rumbalgt. Jedoch ist es mindestens genauso wichtig, zu lernen, nicht jeden Ball aufzunehmen, den man zugeworfen kriegt. Anders gesagt, (Re-)Aktionen unserer Mitmenschen haben nicht immer mit uns zu tun, sondern liegen in den Mitmenschen selbst begründet. Wir müssen uns daher nicht über alles Gedanken machen und schon gar nicht jeden Schuh anziehen.

    Ich frage mich daher inzwischen zuallererst: muss mich das jetzt wirklich interessieren

    Übrigens: falls Du noch ein nettes, interessantes Hobby suchst, bei welchem Du sowohl Deine Wahrnehmung, deine Wertneutralität, als auch Deinen Ausdruck spielerisch trainieren willst, dann kann ich sehr stark Theaterarbeit empfehlen. Da gibts z.B. an vhs ganz gute und bezahlbare Kurse.
    Geändert von Gast784 (12.12.2010 um 11:38 Uhr)

  5. #5
    Schreibkraft Avatar von Leo Navis
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    Bekanntes Problem, zumindest für mich. Ich litt jahrelang an depressiven Verstimmungen; zu dieser Zeit hatte ich schlichtweg keine Ahnung und keine 'natürliche', intuitive Erfahrung dessen, wie ich die Menschen anzugucken habe, weswegen ich möglichst versuchte wegzugucken. Wenn mich dann aber doch jemand anguckte fühlte ich mich verunsichert und gedemütigt. Dann bekam ich eine Psychose und das ganze stürtzte ins Gegenteil: Ich starrte die Leute auf offener Straße an, aus dem einfachen Grunde, dass ich es konnte. Die Hemmungen fielen halt weg.

    In der post-schizophrenen Depression dann hatte ich wieder große Angst, den Leuten in die Augen zu gucken, und plötzlich hatte niemand mehr Angst vor meinen gar nicht mehr verrückten sondern toten Augen, und das machte mich relativ traurig; aber man gewöhnt sich dran.

    Mittlerweile habe ich ein gutes Mittelmaß gefunden, obwohl ich immer noch manchmal das Problem habe, mich in irgeneinem Blick zu 'verfangen', und dann glotzt man sich erst mal an, bis man fragt 'Ist was?' oder 'Wassen los?'. Ich bin auf jeden Fall froh, nicht mehr den 'irren' Blick zu haben, vor dem sich die Leute fürchten; denn als ich diesen hatte, hatte kaum mehr jemand die 'Eier', mir überhaupt noch in die Augen zu schauen.

    Wie man Blckkontakt zu halten hat; das ist ja keine Frage der persönlichen Entscheidung sondern der gesellschaftlichen Norm, denn in dem Fall kann man sich viel verbauen, wenn man's falsch macht, das lernt man mit der Zeit im 'normalen', also weder manischen noch depressiven Leben. Irgendwann ertappt man sich in Gesprächen mit anderen, und man merkt plötzlich, dass man ja es gerade einfach intuitiv richtig gemacht hat, und gar nicht drüber nachgedacht.
    'Demütigung beschleicht die Stolzen oft.' - Goethe

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Leo Navis für den sinnvollen Beitrag:

    A Day In The Life (12.12.2010)

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