psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 9 von 9 ErsteErste ... 56789
Ergebnis 65 bis 67 von 67

Thema: Angst zu sterben,angst vor dem tod

  1. #65
    Neuling
    Registriert seit
    13.08.2011
    Ort
    BaWü
    Beiträge
    13
    Danke
    3
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Nicht mehr ausschließlich ...
    Denn auch Deine Fähigkeiten sind etwas, das Du lieben und an Dir schätzen darfst.
    Ich finde, man sollte es eher so sehen: Die Fähigkeiten sind nicht der Grund dafür, dass man sich liebt, sie sind ein Teil von dem, was man liebt, wenn man sich selbst liebt (so oft liebt in einem Satz )

    ...aber auch genau anders herum würde es Sinn machen:
    Wenn ich ein erfülltes Leben lebe, dann ist es durchaus "egal", ob ich jetzt morgen, nächstes Jahr oder mit 99 sterbe.
    Hm, da stimm ich dir bedingt zu. Gerade Kinder und Jugendliche haben noch viele Träume für die Zukunft, die einen Teil ihrer Lebensfreude ausmachen, und es ist praktisch unmöglich, diese Träume abzulegen und zu sagen "ich lebe im Hier und Jetzt und ob ich morgen sterbe oder erst, nachdem ich die Erfahrung machen konnte, Kinder und Enkelkinder zu haben, ist mir völlig egal". Deswegen wird es ja auch immer besonders schlimm empfunden, wenn junge Menschen sterben. Also ich glaube, junge Menschen können nur deswegen ein erfülltes Leben haben, weil sie von der Zukunft träumen, es ist ein Teil ihres erfüllten Lebens. Und indem ihnen die Zukunft genommen wird, kann ihr Leben nicht mehr so erfüllt sein --> sie wollen nicht sterben. Für alte Menschen ist es deswegen ja auch einfacher, da sie vielleicht besser das Gefühl eines "vollkommen erfüllten Lebens" mit allen Erfahrungen entwickeln können, meinst du nicht? Wer lebt schon NUR im Jetzt? Wir alle wollen doch viele Erfahrungen machen, es trägt zu unserem Gefühl eines "erfüllten Lebens" bei, dass wir wissen, dass wir noch viele Erfahrungen machen können.


    Was wäre, wenn es auch nur die Angst davor wäre, dass es "danach" noch schlechter sein lönnte, als im Leben selbst? Dann sähe man nicht die "Sonnenseiten" des diesseitigen Lebens - sondern nur die möglicherweise dunklen Seiten des Jenseits ...
    Oh ja, das stimmt, könnte natürlich genau so sein . Aber empfindest du dein Leben nicht als positiv, auch wenn du dir vorstellst, du wüsstest, dass es nach dem Tod nicht schlimmer wird?

    Und je weniger Du Dir dieses "etwas" vorstellen kannst, umso schlimmer wird die Angst: entweder hältst Du Dich für zu dämlich, es sehen zu können, oder es muss dann so perfekt versteckt sein, wie es nur das absolut Wichtigste sein kann ...
    Dieser Gedanke kam mir wirklich schon oft^^ Ich weiß, dass das nicht die richtige Methode auf dem Weg zum erfüllten Leben ist, aber manchmal überkommt mich dann der Gedanke "woher weiß ich überhaupt, dass ein erfülltes Leben das richtige ist und blabla... Aber Erfüllung ist der einzige Motivator von allem...

    was zählt ist, IMHO, dass ich meine Möglichkeiten, so weit als in der jeweiligen Situation machbar, zu nutzen versucht habe.
    Absolute Zustimmung Die positiven Seiten des Lebens zu sehen und leben, macht uns natürlich glücklicher, auch wenn das oft sehr schwer bzw. unmöglich ist.

  2. #66
    Nachwuchs Autor
    Registriert seit
    29.04.2010
    Beiträge
    694
    Danke
    11
    62 mal in 58 Beiträgen bedankt

    Standard

    gleami schreibt

    Nur die übertriebene Angst, wenn man ständig daran denken muss und den Tod nicht akzeptieren kann, deutet meiner Meinung nach auf das hin, was ihr angeführt habt, nämlich das Problem mit der Identität und Lebensunzufriedeneit.

    Dh., wer die Zumutung, dass man letztendlich auf den Misthaufen der Geschichte geschmissen wird, dass das eigene Leben an sich völlig wertlos ist, dass der eigene Körper gegen Dich kämpft und auf Dein Ende hinarbeitet, der ist gut dran, wer diese "Kränkungen" möglichst lange verdrängen kann.

    Wer diesen Prozess auch noch beweihräuchern will bzw. muss, der sollte sich das passende Angebot aus dem Sammelsurium der vielen Religionen heraussuchen.

  3. #67
    Verleger Avatar von Darkstar
    Registriert seit
    02.10.2009
    Ort
    in der kulturellen Diaspora
    Beiträge
    2.524
    Danke
    1.764
    1.102 mal in 639 Beiträgen bedankt

    Standard

    Die Fähigkeiten sind nicht der Grund dafür, dass man sich liebt, sie sind ein Teil von dem, was man liebt, wenn man sich selbst liebt
    So war es gemeint
    Vielleicht kommt dann auch noch etwas anderes dazu: es zu tun, selbst wenn man eben nicht perfekt in allem ist (oder: gerade weil man es nicht ist ...).

    Dass es für "Heranwachsende" nicht egal ist: d'accord. Ich kann in diesem Alter ja dem "noch nicht erreicht" kein wirkliches "hab' schon vieles erreicht" entgegensetzen - mal ganz davon abgesehen, dass es da oft schwer ist, die "richtigen" Relationen erkennen zu können.
    Auch das ist schleißlich eine Erfahrungssache: was sich wirklich als wichtig oder bedeutend erweist, kann man oft auch nur erst dann erkennen, wenn man an einem bestimmten Ziel angekommen ist - und dann spürt, dass es sooo dolle nun doch nicht war ...

    Dieses "egal": ich habe es nicht im Sinne von "gleichgültig oder "wurscht" gemeint. Ziele und Träume sind wichtig und auch zu verfolgen. Nur eben nicht mit dem Zwang, sie unbedingt auch zu 100% erreichen zu müssen, weil sie sonst nichts wert sind.
    (Wobei dieser "Wert" auch der bleiben sollte, den man den Dingen selbst beibemisst: mit sich selbst, seinen eigenen Bedürfnissen etc. als Maßstab.)

    Was könnte denn geschehen, wenn ich mich zu sehr auf diese "Normen" fixiere?
    Ist da die Gefahr nicht viel zu groß, dass ich über all den mind f*ck, den dies auslköst, ganz schnell vergesse, dass ich auch mal den ersten Schritt tun sollte - stehenbleiben und endlos "abwägen", was jetzt wichtig sein könnte und wie man dies erreichen will, so dass es möglichst "perfekt" über die Bühne geht ...
    ... bringt ja nur Frust

    Es ist schon wichtig, im Jetzt zu leben - im Sinne von: das eigentliche Leben, von dem man zehrt, findet in der Gegenwart statt. Heißt ja nicht, dass man die Zukunft außer Acht lassen soll: man soll eben nicht auf ihr Eintreffen warten, um erst dann, wenn sie so gekommen ist, wie man dies "geplant" hat, mit Leben anzufangen.
    Und vieles von dem, was man sich von der Zukunft erhofft, hat nur dann eine Chance auch eintreten zu können, wenn man jetzt (im Heute) schon die entsprechenden Schritte in diese Richtung macht.

    Aber empfindest du dein Leben nicht als positiv, auch wenn du dir vorstellst, du wüsstest, dass es nach dem Tod nicht schlimmer wird?
    Vielleicht bin ich da inzwischen zu pragmatisch geworden: diese Frage stelle ich mir einfach nicht mehr - weil sie keinen Sinn ergibt ...

    Ich kann ja gar nicht wissen, wie es "danach" sein wird - das geht, wenn überhaupt, erst dann, wenn ich auch gestorben bin ...
    ... und dann ist die Antwort (so es denn eine geben kann - es kann ja schließlich auch nichts mehr sein ...) für mein Leben diesseits dieser Grenze völlig bedeutungslos.

    Was wäre denn die "logische" Konsequenz aus diesem Gedankenkonstrukt? (Mal jetzt etwas überspitzt):
    - Wenn ich die Dinge im Jetzt sehen kann, die dazu beitragen, dass mein Leben sich positiv anfühlen kann: was interessiert mich dann das Danach? Ich genieße das positive Lebensgefühl, Basta.
    - Wenn ich es brauche, das Danach in schwarzen Farben zu malen, nur damit die Gegenwart (im Vergleich dazu) "positiv" erscheint: dann hätte ich doch erst recht allen Grund dazu, das Positive im Jetzt zu suchen und zu genießen - weil danach muss es ja schlimmer werden
    Also würde ich mich ebenfalls auf das Heute konzentrieren und den Rest außen vor lassen.

    Mache ich mir dennoch diese negativen Gedanken, dann kann ich doch gar nicht anders, als in permanenter Angst vor dem zu "leben" (besser: vor dem zu erstarren!), wovon ich noch nicht einmal wissen könnte, ob es dies überhaupt so geben wird ...
    Was wirklich kommen wird (wenn etwas kommen wird ...): ist doch alles nur Spekulation! Warum sollte ich mir mein konkretes (vielleicht auch einzigartiges und nicht mehr wiederkehrendes) Leben davon vermiesen lassen, indem ich mir nen Kopf wegen Dingen mache, die in genau diesem Leben gar keine Rolle spielen müssen?

    Es gibt doch genügend Gründe, warum ich mein reales Leben als positiv und erfüllend empfinden kann: ich muss nur auf die richtigen Dinge schauen.
    Das Jenseits ist da wohl aber nicht die richtige Stelle, oder?

    Wenn Du über all diese Jenseits-Spekulationen vergisst, Dein Leben auch so gut als Dir möglich zu leben - dann war es auch kein positives Leben.
    Es war vielleicht noch nicht einmal ein "richtiges" Leben ...
    Stelle Dir mal vor, Du wirst irgendwann mal wach und stellst fest, dass Du tot bist - und dann ist da:
    - nichts! Dann hast Du Dein Leben (mit all seinen Chancen, die Du deswegen nicht genutzt hast) mit Grübeln verschwendet.
    - "etwas", das aber so ganz anders als das ist, was Du Dir hättest auch nur vorstellen können. Dann hast Du es ebenfalls verschwendet.
    - alles so, wie Du es "erwartet" hast. Auch dann bliebe Dein Leben immer noch verschwendet.

    Für mich macht sowas nicht unbedingt Sinn. Vor allem dann nicht, wenn ich ja eigentlich ein erfülltes Leben spüren will ...

    Ob es sich erfüllt anfühlt: nun ja - dazu musst Du es erst einmal leben ...
    ... und dies positiv angehen ...

    Aber Erfüllung ist der einzige Motivator von allem...
    Nee, damit würdest Du ja schon wieder Vorgaben machen, was Du als "erfüllt" nur (und das auch noch im Vorfeld!) anerkennen würdest.
    Dieses Gefühl des Erfülltseins: es stellt sich von alleine ein ...
    ... wenn Du dem Leben eine faire Chance gibst und es nicht in irgendwelche "Normen" zwängst.


    "Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
    (mongolisch)
    -----------------------------
    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    (Immanuel Kant, 1724 - 1804)

Seite 9 von 9 ErsteErste ... 56789

Ähnliche Themen

  1. Angst vor der Dunkelheit und mehr
    Von Sorgoroth im Forum Ängste
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 16.12.2008, 14:36
  2. Angst vor Verlust / Angst vor ehemaliger Liebe
    Von Sternenhimmel im Forum Ängste
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 23.07.2008, 11:30
  3. Angst vor nacktheit
    Von redragon im Forum Ängste
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 25.01.2008, 21:10
  4. Angst vor anderen Menschen???
    Von Diff3r3nt im Forum Ängste
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 15.07.2007, 20:30
  5. Panische Angst vor Spinnen!
    Von Carmen1984 im Forum Ängste
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 09.01.2007, 18:54

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!