Hallo,
nachdem ich erfahren habe, dass eine Therapie mehrere Wochen oder sogar Monate Wartezeit mit sich bringt, wenn man nicht gerade Privatpatient ist, schreibe ich nun hier eine Nachricht, in der Hoffnung, dass mir so geholfen wird, mich wieder gut zu fühlen.
Ich bin vor 1,5 Monaten 200 km von zu Hause weg gezogen, um eine Ausbildung zu beginnen (Ich bin 19). Die besagte Ausbildung hat letzte Woche begonnen und obwohl ich im April vorab ein Praktikum dort gemacht habe und es mir ausgesprochen gut gefallen hat und die Kollegen ebenfalls sehr nett waren, beginne ich seit letzter Woche meinen Tag mit Magenschmerzen, Heulanfällen und Ängsten. Ich möchte unter keinen Umständen zur Arbeit, weiß aber selber nicht genau weshalb, da es mir dort eigentlich gefällt... Ich denke am Abend zuvor schon daran, dass ich, wenn ich gleich schlafen gehe, zur Arbeit MUSS, sobald ich wieder aufwache.
Als kleines Beispiel:
Ich habe panische Angst vorm Zahnarzt. Deshalb hatte ich bis letzten Dienstag über Monate immer wieder Zahnschmerzen, die ich aber ertragen habe, weil ich mir den Arztbesuch schlimmer vorstellte als die Schmerzen. Ich erzählte meinem Chef davon, woraufhin er mir nahelegte zum Arzt zu gehen. Das tat ich auch. Freiwillig. Weil die Vorstellung Arbeiten zu müssen sogar noch schrecklicher war, als die Überwindung zum Zahnarzt zu gehen.
Ich weiß nicht ob das wirklich ausschlaggebend dafür ist, aber einige Gedanken, die ich habe, sind zum Beispiel, dass ich nicht gut genug sein könnte, oder dass ich irgendwann die Lust an der Arbeit verliere. In der Vergangenheit war es schon öfter so, dass ich zum Beispiel ein Praktikum oder eine Au-Pair-Zeit mit viel Spaß angefangen habe, nach ein paar Monaten dann aber plötzlich nur noch sehr widerwillig hingegangen bin. Meine Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre - eine sehr lange Zeit, die ich durchhalten müsste. Außerdem belastet es mich irgendwie, dass ich abends sehr lange arbeiten muss. Ich habe eine zweistündige Mittagspause und muss dann bis 18:30 Uhr arbeiten. Bis ich dann mit der Bahn zuhause bin kann es schon mal 19:30 Uhr sein. Außerdem muss ich auch Samstags einen halben Tag arbeiten, so dass ich eigentlich immer nur einen Tag Wochenende habe. Das wusste ich zwar vorher, aber irgendwie scheint es mich jetzt mehr zu belasten als ich dachte. Das schlimmste ist wohl, dass ich selber nicht genau weiß, warum es mir so geht...
Ich denke, das reicht erstmal als Einleitungstext
Liebe Grüße
Lara


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